eines Offiziers, bcu Russen entgegen, sic werfen sich aus die Knie mit dem flehenden Rufe: „/Amun! Aman!' (Gnade!) Ader sie fanden keine Gnade. Tie Wut der cingedrungenen Russen war nicht zu stillen. Mit blutigen Waffen, ivü- lcndcm^Geschrei und fmikelirden Augen machten sic alle nieder.
Biele Menschen meinen, Gott hätte auch ein so hartes Herz imb stiefle den Sünder, welcher »in Gnade ruft, von Sich zu ewigem Verderben. Welches Misstrauens da doch noch nie ein Mensch gekommen ist, welcher in Aufrichtigkeit bei Gott Gnade gesucht lind sie nicht gesunden hätte!
Gott nennt sich selbst: den „Gott aller Gnade", den „Vater der Barmherzigkeit" (I. Petri 5, 10; 2. Kor. 1, 3), und der HErr hat in diese Welt hineingcrufcn: „Wer zu Mir kommt, den werde
Ich nicht Hinausstoßen I" Jesus kann nicht „nein" sagen zu dem, der um Gnade fleht.
Oft können selbst harte, blutbefleckte Männer dem kindlichen Flehen nicht ividerstehcn. Als Napoleon I. sich zum Alleinherrscher von Frankreich gemacht hatte (im Jahre 1799 als Konsul, 1804 als Kaiser), wurde sein Leben von vielen Verschwörungen nnb Attentaten bedroht. Unter den entdeckten und zum Tode verurteilten Ver- schwörern befand sich auch der alte Lojolia. Seine 14jährige Tochter ging zum kaiserlichen Palastc. Ihre Tränen lind Bitten erweichten das Herz des gutmütigen Portiers, er ließ das Mädchen hineinschlüpfen. Sie gelangte in die Halle, durch welche Napoleon mit seinen Offizieren schreiten, mußte; als er kam, warf sie sich zu seinen Füßen und flehte in herzbewegender Weise: „Gnade, Gnade für meinen Vater!" „Wer ist denn Ihr Vater, und wer sind Sie?" „Mein Name ist Lojolia!" Unter den strömenden Tränen fügte sie hinzu': „Ach, mein Vater ist zum Tode
verurteilt." „Ja, mein Kind," versetzte darauf Napoleon, „da.kann ich leider nichts für Sie tun. Schon zum zweiten Male ist ihr Vater des Verrates des Vaterlandes angeklagt lind schuldig befunden." „O, ich weiß es wohl," rief das arme Mädchen, „allein ich bitte ja nicht um Gerechtigkeit, ich flehe ja um Gnade! Vergeben Sie meinem Vater! O, ich bitte Sic inständig, vergeben Sie ihm!" Napoleons 'Lippen zuckten; nach einem kurzen, inneren Kampfe nahm er die Hand des Kindes und sagte: „Es sei! Um
Ihretwillen, liebes Kind, soll Ihrem'Vater Gnade werden." Sieh da, dieser sonst so harte, herzlose Mann vermochte mcht „nein" zu sagen, 'und du denkst, Jesus vermöchte „nein"ßzu sagen zu dem, der flehend kommt und Gnade sucht? Der^großen Sünderin, welche mit Tränen aufrichtiger Buße zu Jesu kam, Seine Füße mit ihren Tränen benetzte und mit den Haaren ihres Hauptes trocknete, rief Jesus zu: „Deine Sünden sind dir
vergeben!" Das arme Weib ging hin mit dem seligen Bewußtsein, daß ihre vielen Sünden vergeben waren, nicht erst vergeben werden sollten. Dem Gichtbrüchigen, der von seinen vier Freunden zum HErrn getragen wurde, tönte ans dem Munde des Heilandes die frohe Botschaft entgegen: „Sei gutes Blutes, deine Sünden sind dir vergeben." Es ist eine überaus wichtige Frage: „Gibt es eine
gegenwärtige Vergebung der Sünden? Kann ich heute schon wissen, ob mir meine Sünden vergeben sind? Kann ich heute ein Begnadigter Gottes werden?" Muß nicht jeder Alensch warten, bis er aus dieser Welt geht und vor dem Richlcr- stnhle Gottes die Entscheidung empfängt, ob er in den Himmel cingcht oder für ewig verloren ist? Wer dies sagt, macht Jesus und die Bibel zum Lügner. Nicht jenseits des Grabes, sondern diesseits des Grabes gcivährt Gott Gnade, jenseits wartet Gericht auf alle, die mit ihrer Schuld beladen vor Gott erscheinen. Das Evangelium verkündigt allen, die da glauben, vollkommene und gegenwärtige Vergebung. Wie könnte Jef ns, der aus dem Himmel kam, um für verlorene Sünder am Kreuze zu sterben, der Sein Blut vergoß, um jeden Gnadeflehenden abzuivaschen, wie könnte er „nein" sagen?
Das Wort Gottes bezeugt jedem unbekehrten Menschen: Auch du bist schuldig, dem Urteil verfallen, ivenn du es auch bisher in deiner Blindheit nicht erkanntest; ein gerechtes Urteil ist über alle Sünder, auch über dich gesprochen — aber, dem HErrn sei Dank, noch nicht vollzogen. Noch ist Gnadenzeit. So rufe auch bn, wenn du noch nicht errettet bist, noch heute ernstlich zu Gott im Namen Jesu um Gnade und vertraue völlig auf das Opfer Christi! Dann sagt dir Gottes Wort, das weit, weit sicherer und geivisser ist als das eines weltlichen Fürsten, daß Er dir alle deine Schuld durch Christi Blut getilgt und vergeben hat und bit errettet bist.
Generalleutnant vor0 Viebahn.
Der Christ MM.
0 er Christ besitzt den Heiligen Geist. Ohne die Salbung des Heiligen Geistes wäre er ja überhaupt rricht, ivas sein Name besagt; denn „Christ" heißt ja „gesalbt". Er wäre auch ohne den Geist deZIHErrn rricht des HErrn Jesu Eigentum, ivie geschrieben steht: „Wenn jenrand
Christi Geist nicht hat, der ist nicht Seiir." (Röm. 8, 9.) Alle die wahreir Gläubigen besitzen also den Heiligen Geist. Nachdem der Apostel Paulus air die Christen geschrieben: „Ihr alle seid Kin
der Gottes durch den Glaubeir an Jesum Christum," fährt erffort und sagt: „Weil ihr aber


