zwungenen Krieg freudig ihr Leben für die uns Deutschen heiligsten Güter geopfert. Sie starben den Heldentod fürs Vaterland. Das ist ein starker Trost für Trauernde.
Doch gläubige Christen haben noch einen besseren Trost. Der Apostel Paulus schreibt in t. Thess. 4, 13, 14: Wir wollen euch aller,
liellcn Kräder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf dah ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, dah Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen."
Ach, es wär zum Weinen Wenn kein Heiland wär. [hj A ber sein Erscheinen Bracht den Himmel her.
Vor mir liegt eiu ergreifendes Bild. Eiu sterbender Krieger liegt am Boden.
Seine Brust schmückt das eiserne Kreuz. Die gefalteten Hände ruhen auf dem Gewehr. Das brechende Auge blickt liach oben. Da sieht er eine Lichtsgestalt auf sich zukommen. Eine linde Hand berührt sanft seine Schulter. Das dorngekrönte Haupt neigt sich über ihn. Der letzte Blick des Sterbenden trifft das liebeitde Atige seiites Heilandes. Fürmahr, das heißt ein selig End!
Und wir haben die Gewißheit, daß viele unserer Brüder so heimgehen durf- ten. Sie starben im Glauben ail die versöhnende Kraft des Blutes Christi. Und viele, die, als sie fortzogcn, noch nicht glauben und beten konnten, haben cs draußen unter dem Donner der Geschütze, als sie dem Tode ins Angesicht schauten, wieder gelernt und Schächergnade gefunden. —
Weil wir solches wissen, wollen wir unserm Schmerz und unfern Tränen nicht freien Lauf lassen, sondern wollen Gott danken, daß er den Heldenmut unserer tapferen Soldaten bisher mit Sieg gekrönt und Kaiser und Reich gegen die große Übermacht der Fcmde treu bewahrt hat.
Was uns auch jetzt noch Rot tut, ist wahre Beugung vor Gott in aufrichtiger Buße über die himmelschreienden Sünden unseres Volkes und
über die große Leichtfertigkeit lind Gottlosigkeit, die noch immer vorherrscht. Dann wird Gott uns bald völligen Sieg und dauernden Frieden schenken.
Der rrd)tr (Trailer.
Totenfest führt viele hinauf auf den Friedhof. Da brecheir manche alten Wunden iviedcr auf, die schon fast vernarbt ivareir. Da fangen viele frische Wunden aufs rreue au zu bluten. Wie viele Gräber siird doch auch iu diesem Jahre wieder gegraben wordeir!
Am Totenfest wacherr die alten Erinnerungen wieder auf. Ta stehen die vergangenen Tage mit ihrem Glück, mit ihrem Leid wieder vor der Seele. Und — da fangen auch die Träiren der Wehmut wieder an zu fließen.
Wo ist ein Tröster für solchen Schmerz? Die Menschen? Die reden davon, daß rvir alle einmal sterbeil müssen, daß dies das Los aller Menschen ist; — aber ist das ein Trost?
Oder sie sagen: Mit der Zeit wird auch diese Wunde sich schließen. Aber ist das ein Trost?
Ich iveiß einen besseren Tröster, der wirklich zu tröften versteht. Das ist der HErr, unser Heiland!
O, wie hat Jesus sich aufs Trösten verstanden! Er brauchte ju der armen bekümmerten Witwe von Rain, die hiirter dem Sarge ihres einzigen Sohnes herging, nur zrr sageu: „Weine nicht", da hörten ihre Tränen auf zu fließen. Roch hatte er ihr den Sohir reicht wieder- gegebeu; aber feitte Nähe wirkte so beruhigeird, so trösterrd auf die gebeugte Frau ein, daß der Strom ihrer Tränen versiegte.
Es heißt einmal beim Propheten Jesaja: „Ich rvill euch tröste», wie einen seine Mutter tröstet." Ta schlägt Gott eine Saite in unfern, Herzen an, die mitschwingt und mitklingt. O rvie versteht sich eine Mutter aufs Trösten! Was es auch für Röte sind, mit denen das Kind zrrr Mutter kornmt, ob cs ein Riß in der
Christus ist mein Leben, und Sternen mein Gewinn.
Phil. 1. 21.
Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. i. Kor. 13.13


