keine Zeit, an Bekehrmig 51 t denken, schiebe es auf bis später. Dennoch fühlte L. K. tief das Elend, auf keiner Seite zu stehen; erstand weder auf der Seite der Welt, noch auf der Seite des HErrn. Es verging fast ein Jahr. Obwohl jeder Brief von zu Hanse ihn an das Heil seiner Seele erinnerte und er sich klar bewußt war, daß Gott ihn rief, blieb er in der Schwebe. Eines Sonntags ivlirde er durch einen gläubigen Kameraden zum Spaziergang mit einem alten Christen eingeladen. Dieser fragte ihn: Wohin führt
unser Weg? L. K. wollte das Dorf nennen, welches vor ihnen lag, aber das ivar nicht der Siiin der Frage. Führt niiser Weg znm Himmel oder zur Hölle? Da mußte L. K. aufrichtig sagen: Mein Weg führt in die Hölle! er ivilßte es ja genau: „Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführt; rind ihrer sind viele, die darauf wandeln, lind die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenig sind ihrer, die ihn finden." (Matth. 7, Ich 14.) Von diesem Tage ab begann für L. K. eine Zeit, von der er selbst sagt: „Wie unglücklich ich von da an war, vermag ich nicht ausznsprcchen. Tag und Nacht quälte mich das Beivußtsein, dein Weg führt in die Hölle, und du kannst jeden Augenblick sterben. Gottes Hand lag schwer auf mir, Er ließ mich mein ganzes Verderben sehen, aber dann zeigte Er mir auch Sein Heil. Ich ging jetzt oft zu jenem alten Christen; dort lasen ivir zusammen das Wort Gottes und beteten. Endlich faßte ich die Gnade, empfing Gewißheit und Errettung. Der Heilige Geist überführte mich, daß Christus für imd) gestorben war. Ich fand Frieden, mein Herz imtrbe glücklich, und der Herr gab mir Kraft, in der Kaserne ein Zeugnis für Ihn zu sein."
Es ist Gnade, wenn Gott in daS Leben eines Menschen eingreift, damit dieser im göttlichen Lichte erkenne, was er ist, was hinter ihm und was vor ihm liegt.
Hast bn es erkannt?
Generalleutnant vv» Viebahn.
Dir Worte des Herr«.
ie Worte des HErrn sind sehr ernst und feierlich, irnd auf der andern Seile sind sie wieder sehr tröstlich. Könnte es eine köstlichere Botschaft für den armen, verlorenen Sünder geben, der „ohne Gott und ohne Hoffnung in der Welt" steht, als zu hören, daß es einen Weg zum Vaterherzen Gottes, einen Weg zum Himmel und zur ewigeir Herrlichkeit gibt? Welch eine Frerrde ist es für einen jeden, der den verkehrten gefährlichen Weg, auf dent er wandelt, kennen gelernt hat, aus dem Munde
Jesu die Worte zu vernehmen: „Ich bin der
Weg"! — Nirgend sieht er einen Ausweg; all sein Ringen und Streben hilft ihm nichts ; zentnerschwer lasten die Sünden auf seinem Gewissen; er vermag sich nichts aufzurichten, sich nicht frei zu machen; alles ist finster um ihn her, n»d die Hölle mit ihren Schrecken steht vor seinen Augen. — Wohin soll er sich wenden ? Wo soll seine geängstete Seele Ruhe finden? Wo soll er seinen brennenden Durst löschen? Da klingeil die herrlichen Worte an sein Ohr: „Ich bin der Weg."
„Koiilmer her gu Mir alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich iverde euch Ruhe geben"; und: „wer zu Mir kommt, den iverde Ich nicht Hinallswerfen"; unb: wen da dürstet, der koninle; iv er da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst." Das sind iil Wahrheit köstliche Worte, Worte des civigen Lebeils, voll von Trost und Kraft für das verzweifelnde Herz des Sünders. Wie Schlippen fäll es von seinen Augen. Zum ersten Male erkeilnt er, ivie töricht er ivar, sich selbst einen Weg in den Himmel bahilen zu wollen; und er nimmt feine Zuflucht zu Dem, der allein der Weg zuiil Vater ist. Er wirft sich iil die Arme Jesli uild findet durch den Glauben an Jhil seligen Frieden. Jetzt erst verstehet er die Worte des Apostels: „Dem aber, der ilicht ivirkt, soildern an Den glaubt, der ben Gottlosen rechtfertigt, wird fein Glaube zur Gerechtigkeit gercchilct." (Röm. 4, 5.)
lind lillii, mein lieber Leser, erlaube mir die Frage: Alis welchem Wege lvandelst du? Be- sindest dll dich auf vem breiten oder auf den« schmalen Wege, auf dem Wege zum einigen Verderben oder zur einigen Seligkeit? Ich bitte dich, iverde dir klar darüber! Dein Los, dein Schicksal für die Eivigkeil hängt davon ab.- Bist du noch auf dem breiten Wege, so ist es heute noch Zeit, ans den schmalen zu kommen. „So spricht Jehova der Heerscharen: Richtet euer Herz ans eure Wege!" (Hagg. 1, 5.) O folge dieser Aufforderung ! Betrüge dich nicht selbst, sondern prüfe dich in aller Aufrichtigkeit, ans welchem Wege du ivandclst. Komm, ivie der verlorene Sohn, zu dir selbst. Offne deine Augen für den Zustand, in welchem du dich befindest! Und wenn du dir dann nichts anderes sagen kannst, als daß du »och auf dem breiten Wege lvandelst, ach, dann eile doch zu Jesu! Er ist der einzige Weg zum Vater, und Gott steht bereit, dich, wenn du als reuiger, bußfertiger Sünder kommst, mit offnen Armen anfzunehmen; ja, noch mehr, Er ruft dich und ladet dich freundlich ein, zu Ihm deine Zuflucht zu nehmen. Warte deshalb nicht länger ! Die Zeit eilt mit erschreckender Schnelligkeit dahin. Wie bald kann deine letzte Stunde geschlagen haben! Und dann? —ja, was dann? O daß du nicht leichtsinnig die Zeit der Gnade


