Ausgabe 
5.7.1914
 
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Gemeinschaftsblatt für Hessen.

Erscheint wöchentlich cTn m a I.

Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. Uerlag der Buchhandlung der Pilgermission Giessen.

Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Mvckert-Frankfurt a. M. u. die Prediger der Pilgermission. Druck v. O. Meyer, Gießen.

Nr. 27.

Woher null umhin?

Wo kommst du her, rmd ivo willst du hin?" So fragte der Engel des HErrn einst die ausge- stoßeue Aiagd der Sarah.

Ja, Gott küinnlert sich um den Elende» in seinem Jammer. Er kümmerte sich unt Adam nach dem Sündenfall. Er hat nicht Wohlgefallen an dem Tode des Sünders, sondern daß er zu Ihm umkehre und lebe. Er streckt Seine Arme itach dem Sünder aus, wie der Vater nach dem verlorenen Sohne.

Er fragt die Verirrten, wo sie seien und ivas der Ausgang ihres Weges sein sollte. Er ivill nicht, daß sie ins eivige Verderben gehen. Hagar saß trostlos in der Wüste; was sollte aus ihr werden? Gott sah ihr Eleitd und redete freund- lich mir ihr. Er läßt die Frage an sie richten: Wo kommst du her, und wo willst du hin?"

Möge der Leser sich selbst die Frage vorlc- gen:Was denkt Gott von mir?"Was sagt

Sein Wort von mir und meinen Wegen?" Daun wird man zugeben müssen, der Weg Hagars und mein Weg haben viel Ähnlichkeit.

Es steht geschrieben: Wir gingen alle in der Irre. Es ist hier kein Unterschied, sie sind allzumal Sünder. Aber nun sind wir alle­samt ivie die Unreinen und alle unsere Gerech­tigkeit ist wie ein unflätiges Kleid unsere Sünden führen uns dahin wie ein Wind.

Wie ernst niinml es der heilige Gott mit der Sünde. Er läßt uns sagen:Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, hat schon mit ihr die Ehe gebrochen!"Wer zu seinem Bruder sagt:Du Narr?" ist des höllischen Feuers

schuldig !"Wer seinen Bruder haßt, ist ein Totschläger!" Ferner frage dich, ob du nie

7. Jahrg.

gelogen, nie geheuchelt hast, nie unwahr geivescu bist; und höre, ivas Gottes Wort sagt, daß ein jeder, der die Lüge geliebt und getan, auf eivig draußen", also nicht im Himmel ist (Offb. 22, 15).

Und nun, geliebter Leser, der du es mit dir ehrlich meinst, frage dich, ob nach Gottes Wort der Weg, den du bis heute zurückgelcgt, ein a n- derer war und ist, als der eines verlorenen Sünders! Gott, der diel, und alle deine Wege kennt, fragt dich darum heute:Wo gehst du

hin?" Sage nicht:Das kann niemand wissen. Das wird sich später entscheiden." O siehe, b» kannst es wissen, und es ist bereits entschieden, wohin der Mensch geht, wenn er unbekehrt stirbt. Er ivird die Herrlichkeit Gottes nicht erreichen, nicht zu Gott gehen. Der HErr hat gesagt: Es sei denn, daß jemand von neu ein ge­boren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen."

Gott hat nicht Wohlgefallen am Tode des Sünders; verlangend streckt Er nach jedem die Arme aus. Auch Hagar erfuhr dies. Sie rief heilsverlangend zu Gott und konnte dann sagen: Jehova hat gehört." Mau schreit nicht vergeb­lich zu Ihm uin Gnade. Gern will die Liebe Gottes ihren Segnungen freien Lauf lassen und die Verlorenen, au ch d i ch, aus ihrem Elend erretteii. O. D.

Uloliin führt iiriu Lieg?

L. K., welcher einst beim 2. Hessischen In­fanterie-Regiment dir. 82 in Göttingen diente, war der Sohn gläubiger Elter». Die Gnade hatte ihn schon seit Jahren davon überführt, daß er schuldig und verloren war vor Gott. Jedoch, als er Soldat werden sollte, sagte ihm der Teu­fel ins Ohr: Tu bist nicht so schlecht wie viele

andere; auch hast du jetzt, wo du Soldat wirst,

Sonntag, den 5. Juli 1914.