Ausgabe 
12.4.1914
 
Einzelbild herunterladen

sammelt. Die Strafe sollte vollstrcckt werden. Da trat der Trompeter, ein gläubiger, doch körper­lich; schivacher Soldat, hervor und meldete sich als Uebeltäter. Er entblößte seinen Rücken, und nun fielen die Schläge auf seinen schwachen Rücken. Das Blut floß, der schwache Körper zuckte jedes­mal zusammen, Todesblässe lag auf dem edlen Antlitz. Schon wollte der Henker 511111 letzten Streich ausholen, da schrie das schwarze Schaf: Halt, ich bin der Missetäter!" lind schnell ent­blößte er seinen Rücken, doch der Christ sagte: Ich habe deine Strafe getragen."

Der Oberst ließ es genug sein. Man brachte den Jüngling ins Lazarett. Tag und Nacht ging das schwarze Schaf nicht von dem Bett des Kranke», ja, des Sterbenden weg. Mit rührender Sorg­falt pflegte er den Kranken. Er war wie umge­wandelt. Seine halsstarrige, trotzige Natur war durch eiu Lamm überwältigt worden, das Lamm hatte beim Tiger den Sieg davongetragen. Ist dies auch nur ein schwacher Vergleich mit der Tat, die sich auf Golgatha abspielte, so sehen ivir doch, wie felsenharte Sünder, ja, Anarchisten zu Christen werden, wenn des Lammes Liebe mit ihnen in Berührung kommt.

IllW tirrpflidjlr! uns frfn firliorfom.

Phil. 2 , 10 spricht vom Knie beugen vor Ihm, V. 11 vom Bekennen Seines Namens. In Hebr. 5, 9 lesen wir, daß Jesus allen, die Ihm gehorsam sind, der Urheber zur ewigen Seligkeit sein will. Ter Vater ini Himmel weist auf Seinen Sohn hin mit ker Mahnung: Das ist Mein lieber Sohn, dem sollt ihr ge­horchen. Die Dienstinstruklion des Paulus (Röm. 1 , 5) ist, den Gehorsam des Glaubens an Jesum aufzurichten. Wollte Mein Volk Mir gehorsam sein, so wollte Ich ihre Feinde bald dämpfen, sagt Gott (Psalm 81, 14). Die Apostel sagen cs aus seliger Erfahrung :Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen." Ungnade und Zorn ivird den Ungehorsamen nach Röm. 2, 9 angedroht. Ge­horsam ist nach 1 . Sann 15 viel besser denn Opfer; denn Gott hat Lust am Gehorsam. Tausend Stimmen der Bibel rufen das eine Wort Gehorsam, und aber tausend Töne desselben Wortes sind ge­stimmt auf den Grundton: Wollt ihr gehorchen, so sollt ihr des Landes Gut genießen. Gerettet werden heißt, ins rechte Geleise kommen. Die Sünde hat uns aus Stand und Land gebracht. Jesus will unsere Treubrüche wieder heilen, unsere verrenkten Glieder sollen wieder eingerenkt werden. Laßt's Euch von den Sternen sagen, die Ordnung der Natur mag's Euch zurufen, der Gckreuzigle, Seine Martergestalt mag's euch eindrücklich machen: Kommt aus der Gottesferne, dem Ungehorsam,

zurück in die geordneten Verhältnisse des Vater­hauses. Was sollte es z. B. geben, wenn jeder Lokomotivführer hinausfahren könnte, wo er wollte, wenn jeder Weichensteller seine Weichen legen könnte, wie er wollte, und jeder Stationsvorsteher die Züge ablassen könnte, wann er wollte! Da würde kein Mensch mehr den Mut haben, mit der Eisenbahn zu fahren. Man hätte dann bald mehr Leute mit abgefahrenen Armen und Beinen, als normale Menschen. Worin besteht nun der Gott geforderte Gehorsam?

Komm zum Kreuz mit deinen Lasten! Er­laube Jesu, dein Heiland zu sein. Ja, laß Ihn ein, laß Ihn ein! Die Selbstgerechtigkcit ist in Deutschland mehr verbreitet ivie die Schwindsucht. Der Tor will sein eigener Heiland fein, so geht er tnigehorsam um bas Kretiz herum und deshalb in den Sünden unter. Wie niuß man trauern, daß die Menschen die kostbare Quelle umgehen und sich bei ihren Sümpfen den Tod holen. Du kannst deinen Heiland nicht mehr beleidigen, als wenn du ohne Sein Blut fertig iverden willst und dich in eigner Kraft zu Tode quälst. Da liegt in der Klinik gu K. ein Trinker, burcf) den Alkohol zum Skelett abgemagert. Alan spricht mit ihm von Jesus, von der Rettung seiner Seele. Da hebt er seine knochigen Fäuste und schreit selbstbewußt:Meine Seele geht nicht verloren, und ivenn's durch sieben Feuer geht." Armer Mann, vom Satan furchtbar zm,erichlet, will er dennoch ohne Heiland sich nach den: Himmel durch­schlagen. Sind hier Mäi ner, die in eigener Kraft jene ewigen Höhen erreichen wollen? Wir bitten Sie um Jesu willen, dessen Blut für Sic schreit um Barmherzigkeit. Treten Sie dies Blut nicht länger mit Füßen, gehorchen Sie diesem Heiland! Welche Freude wird dann vor den Engeln Gottes sein! Oder willst du lieber so töricht sein wie jener Chinese: Er war magenkrank; der Götzcnpriester verordnete ihm, von einen: Dleilensteine vor der Stadt etwas abzuschlagen und das zu essen. Der Tor, er hatte zuletzt den halben Meilenstein verzehrt, doch sein Leiden wurde größer. O Bruder, verachte doch die gütige Arznei Gottes, das teure Blut Jesu, nicht; sonst heißt es an jenem Tage, wenn die Verlorenen mit ihren Krebsgeschwüren der Sünde in die Gotlcsfcrne müssen:Wer nicht hören will, muß fühlen."

Sei gehorsam dem Heiligen Geilte, der gnädig dich straft und sich am Gewissen bezeuget init Kraft. Der Heilige Geist ist der himmlische Er­zieher und Lehrer, Er will uns Christus verklären, d. h. groß machen, wenn wir auf Seine zarten Winke merken. Wer in der Schule des Heiligen Geistes gehorsam ist, der lernt mehr Lebensweisheit und Theologie, als wenn er zu deu Füßen der größten Professoren dieser Erde sitzt. Professor