Beck, der große Gottesgelehrte, wurde einst gefragt, wem er das meiste in seiner Gotteserkenntnis verdanke. Da sagte er: „Einem Bauern in einem Dorfe bei Tübingen." Doch nicht nur innerlich will der Heilige Geist uns in alle Wahrheit der Jesuserkenntnis leiten, auch in den äußeren Schicksalen übernimmt der Heilige Geist gern die Führung, wenn wir?Jhm gehorchen wollen.
Wen» Zrsus ruft, fo geh.
Ein Knecht Gottes wurde abends 11 Uhr getrieben, ein Glied seiner Gemeinde zu besuchen. Seme Frau sagte: „Was fällt dir ein, in der Mitter- nacht bei solchem Wetter fortzugehen, es ist gewiß Täuschung." Doch er halte keine Ruhe, er mußte gehen. Nachdem er eüuge Zeit vergeblich an der betreffenden Haustür geklopft, öffnet die Frau, die noch im hintersten Zimmer Licht hatte, die Tür und schaute ganz verstört ihren Prediger an. „Ich komme im Aufträge Gottes zu Ihnen," sagte er. Da bekannte die Frau unter Tränen, das; sie soeben schon aus dem Tisch gestanden habe, sich an der Decke aufzuhängen. O ein herrlicher Heiland, daß Er uns durch Seinen Geist, durch Sein Wort solche Winke und Aufträge gibt. Vielleicht hörst du in deinem Innern die Stimme: „Besuche jenen Kollegen, bring jenem Gebundenen ein Liebesivort, o sei gehorsam!" Wir sind oft so schüchtern, wenn Gott uns «eine Aufträge gibt. Was werden die Leute von mir denken, was wird der oder jener sagen, so überlegen wir. Wenn Philippus ungehorsam gewesen wäre,, als der Geist ihm sagte, mache dich bei diesen Wagen, der Kämmerer iväre seine Straße nicht so fröhlich gezogen. Wenn Paulus nicht gegangen wäre, als die ersten Europäer riefen: „Komm herüber und hilf uns," ob wir wohl fetzt Christen wären? Folge aber sofort! Bruder N. wollte am Vormittag einen Besuch bei einem Kranken machen. Ach, denkt er, ich gehe am Nachmittag hin, da paßt es mir besser. Doch am Nachmittag halte Se. Majestät Tod dort schon seinen Besuch augesagt, und so waren die Ohren taub, die Lippen stumm, als der Saumselige kam.
Stumme Hnndk ober 3rugrn 3rfu.
Sei gehorsam im Bekennen des Namens Jesu. Welche Verheißung liegt auf solchem Bekenntnis. Wer Mich bekennt vor den Menschen, den will Ich bekennen vor Meinem Vater und Seinen Engeln. Wohl entsteht hier und da so ein eigentümliches Gefühl unter dem Brusttuch, wenn wir unter den Kollegen dem Kugelregen des Spottes ausgesetzt werden. Mein Vater, ein alter Eisenbahner, erzählte, daß ihm 1870 eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen sei, als sie
zu Weißenburg hinausinarschierten und ihnen die Wagen mit Verwundeten und Toten vom Schlachtfeld begegneten.
Doch mag Fleisch und Blut beben, wir folgen unserm Führer, ob sie spotten und lachen, drohen und schlagen, ivir können es nicht lassen, von Jesus zu zeugen. David verschmachteten seine Gebeine, da er wollte die Sünde verschweigen. Wie würde es uns erst ergehen, wollten wir verschweigen, was die Gnade an uns tat. Die Welt schweigt auch nicht. In allen Tonarten singt sie immer wieder das gleiche Lied ihrer hohlen Fleischesfreuden. Bruder, sei kein stummer Hund, bekenne froh deinen Heiland, und dies Bekenntnis ivird eine Ewigkellssaal sein, dessen Ernte dich entzücken ivird. Ein lieber Eisenbahner aus dem fernen Osten, aus Marienwerder, erzählte mir seine Bekehrungsgeschichte. Er diente bei der Garde in Berlin. Eures Sonntags will er mit 15 Mark in der Tasche zum Tanz. Heute will ich mir mal einen lustigen Tag machen, denkt ec. Da überreicht ihm jemaiid ein Blättchen, daraus stand: „Komm zu Jesu!" Das traf ihn. Er kam zu Jesu. „In der Ewigkeit iverde ich noch dem danken, der mir das Blättchen gab," sagte er mir freudestrahlend. Es ist lies erschütternd, daß aus dem höchsten Namen die tiefste Schmach liegt. Kein Name ist so dem Spott preisgegeben, ime dieser teure 'Name Jesus. Feigheit, die moderne Männer- krankheit nagt an unserm Lebensmark. Es gibt Männer, die haben 1870 vor den Kanonen nicht so gezittert, wie sic gittern würden, sollten sie den Namen Jesu öffentlich bekennen. Heraus aus dieser Feigheit, hinein in die Reihen der Streiter Jesu, sei unsere Losung. Würdest du dich schämen, wenii Se. Majestät mit dir durch die Straßen ginge ? Und wenn tausend Augen uiid fünfhundert Hände auf euch zeigen ^würden, würde dich das stören? So mache auch deiiiem Heiland diese Freude, sei Ihm gehorsam, indem du mit den» Dichter sprichst: „Es wisse, wer es wissen kann, ich bin des Heilands Untertan."
Der Dienji tut Käniimlki».
Sei gehorsam, wenn deine Gebetsglocke dich ins Kämmerlein ruft. Du hast doch eiii Gebetskämmerlein und einen Familienaltar? Wer lilcht immer das Angesicht Gottes sucht, verliert das Leuchten seiiies Angesichts. Wir fmb ja keine Selbstleuchter, sondern Sterne, die stets von ihrer Sonne Jesus bestrahlt werden müssen, sollen sie nicht in Nacht versinken. Bleibet in Mir, wachet und betet, so mahiit deshalb Gottes Wort. Wo sinden ivir Gottes Angesicht, ivo senkt sich Seine Herrlichkeit in unsere Seele? Jm Gebelskämmeriein, dem Hausaltar, wo der Vater als Hauspriester


