Ausgabe 
8.3.1914
 
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Redakteur: Stadtintssionar Herrmann-Gtehen Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Mockert-Frankfurt a. M. und die Prediger der Pilgermission. Verlag der Buchhandlung der Pilgerinission. Druck von Otto Meyer in Gietzen, Ludwigstr. 30.

Nr. 10. Sonntag, den 8. März 1914. 7. Jahrg.

An Seinern Herzen

Dicht ein Me in Herz will Zch, Mein Kind, dich nehmen, Dicht an Mein Herz, komm, ruhe daran aus!

Dicht an Mein Herz, da schweigt das tiefste Grämen, Da bist du sicher, bist du ganz zu Haus!

Dicht au Dein Herz, HLrr Zesu, komm ich leise, Komm ich, so inüde und so schwach ich bin,

Nichts geht doch über Demes Trostes weise,

Nichts über Deiner Liebe zarten Sinn.

Dicht an Dein Herz nimm mich, da kann ich lauschen, was Deinem Kinde Du zu sagen hast,

Da spür ich Deines Geistes Flügelrausche»,

Und Deines Kleides Saum berühr ich fast.

Pit luiiiibrrlmrr llrriuimiitfrtjnft.

Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bru­der und meine Schwester und meine Mutter.

Marc. 3, 35.

estis vereinigt in eilten, Verse eine ganze Gruppe der zärtlichsten irdischen Verwandt­schaften, als ob kein alleinstehendes Vor­bild gentlg iväre, um Seine Liebe darzllstellen. Menschliche Liebe muß ihre reizendsten Farben in einem Brennptlnkt sammeln, und doch ist Alles zrl gering, um einen Begriff der Seinigen zu ge­ben.Wie Einen seine Mutter tröstet." Meine Schwester, meine Braut. Er ist Sohn, Bruder, Freulid Alles in Allem; Er steht fester bei uns, denn ein Bruder.

Und könilei, ivir uns über solche Sprache wundern? Ist sie blos bildlich, mehr als die Wirklichkeit ausdrückend '? Er gab Sich selbst für uns; nach diesem Unterpfande Seiner Liebe

Dicht an Dcin Herz will ich mich heute schmiegen,

Da ruhe ich gedeckt vor Satans Macht,

Da will ich ohne eignes wollen liegen, weil über inir Dein heil'ges Auge wacht.

Dicht an Dein Herz darf sich der Feind nicht wagen, Darf nicht mein Herz in der Gefühle Spiel Uiich niederziehn in Kleinmut und verzagen,

Nein, blick ich höher, sehe ich das Ziel.

Dicht an Dein Herz zu kommen, welche Gnade!

Za, da geborgen und daheim zu sein,

Das macht zu Licht auch dunkle, schwere Pfade, Glücksel'ges wissen: dieser Platz ist mein I H. v. K.

dürfen wir über keinen Ausdruck Seiner Teil­nahme mehr erstaunen. Alles, was Er sagen oder tun kann, ist unendlich geringer als das, ivas Er bereits getan hat.

Christ! bist du eiitsam und verlassen? Hat der Todesengel irdische Bande gelöst? Hat das Grab dir die Deinen entführt und die teuer­sten Vcrbindnilgen irdischer Liebe vernichtet? Du findest in Jesll die kindliche und brüderliche Liebe vereint; Er ist der Freund der Freunde, dessen Gegenwart unb Gemeinschaft alle Verluste ersetzt, alle Lücken ausfüllt;der der Einsamen das Halls voll Kinder gibt." Bist bu hienieden ver­waist, verlassen, trostlos, so erinnere dich, daß der ältere Brlider ans dem Troile eine Liebe besitzt, tief, wie der uilergründliche Ozean, gren­zenlos, wie die Ewigkeit!

Und wer sind diejenigen, die auf die Selig­keit Anspruch macheil können, von welcher in die­sem wnnderbaren Vergleich die Rede ist? Alis ivcn ergießt Er diese unbeschreibliche Liebe?