Ausgabe 
1.3.1914
 
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Und ich will den Vater bitte», und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich. Joh. 14, 16.

P ^enu uns ein geliebter irdischer Freund ge- M nomnien wird, wie fühlt sich das Herz zu den Hinterbliebenen desselben hinge­zogen! Jesus war im Begriffe, Seine trauern­den Jünger zu verlassen. Er weist sie auf Einen hin, dessen Gegenwart die große Lücke aussüllcn sollte, die durch Seine eigene Abwesenheit entstehen würde. Sein Name hieß der Tröster; Seine Sendung,daß er bei ihnen bleibe ewiglich." Kaunr also hatten sich die Tore des Himmels nach dem aufgefahrenen Herrn geschlossen, als, in Er­füllung Seiner gnädigen Verheißung, die verlassene und verwaiste Kirche mit Psingstfeuer getauft ivurde.So ich hingehe, will ich Ihn zu euch senden."

Leser, bist du dir deiner Vorzüge bewußt in einer Zeit der Ausgießung des heiligen Geistes zu leben? Ist es dein tägliches Gebet, daß Er mit der ganzen Fülle Seiner himmlischen Gnade auf deine Seele herniederkomme,wie der Ziegen auf das Fell, ivie die Tropfen, die das Land feuchten?" Du kannst ohne Ihn nicht leben; es gibt kein himmlisches Bestreben, keinen Seufzer der Liebe, keinen aufivärts gerichteten Glaubens­blick ohne Seinen gnadenreichen Einfluß. Von Ihm getrennt, bleibt dir das Wort ohne Trost, die Gnadenmittel ohne Segen, und Heimsuchungen ohne heiligende Folgen. Wie der Engel die Ha- > gar zu der verborgenenen Quelle hinwies, so j weist dieser göttliche Vermittler, Seinem Na­men getreu, Sein Volk zu dem Wasser des Trostes, den Verheißungen neue Herrlichkeit ver- ' leihend, des Heilandes Charakter und Werk mit i neuer Lieblichkeit und Schönheit schmückend. Wie wert und teuer ist der Name, den dieses Wort Jesu Ihm verleiht der Tröster! Welch ein Wort für eine trauernde Welt! Tie Zelte der streitenden Kirche sind in einem Tränentale auf­geschlagen. Ter Name des göttlichen Gesandten, der zu ihr kommt und ihre SNot lindert, ist der Tröster. Die Familie der Trauernden ist weil verbreitet, aber Er hat für alle einen heil­samen Balsam, für die Schwachen, die Ver­suchten, die Kranken, die Traurigen, die Verwai­sten, die Sterbenden! Wie verschieden von allen andern Tröstern! Menschliche Freunde können durch einen Blick abgewendet, durch Wider­wärtigkeiten entfremdet, durch den Tod von uns getrennt werden! Das Wort Jesu spricht vou Einem, dessen Berus und Vorrecht es ist, bei uns zu bleiben ewiglich; über alle Wechsel erhaben, den Tod selbst überlebend! llnd wahrlich,

ivenn es einen Grund giebt, uns Seine Liebes- seudung zu Seiner Kirche noch teurer zu niachen, so ist es, daß Er ausdrücklich von Gott als die Frucht imd Gabe van Jesu Mittleramt ausge- sandl ist^Ich ivill den Vater bitten." Diese heilige Taube des Friedens und des Trostes ist von der Hand Jesu aus der Bundesarche des Allerheiligsten zu uns gesandl! Auch ist die Gabe eben so frei, wie sie herrlich ist. Geht nicht das Wort, der Blick eines leidenden Kindes zum Her­zen eines irdischen Vaters?So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben ; wie viel mehr ivird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die Ihn bitten?" Der heilige Geist ist es, der diese Worte Jesu zu geflügelten Worten macht.

Derselbe wird euch Alles lehren, und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe.

In schlafloser nacht.

Ich hatte neulich mich beinah um Mitternacht Zu Bette zwar gelegt, der Ruhe zu genießen, Allein es ivollte mir kein Schlaf die Augen schließen, So daß ich meist die Nacht mit Wachen zugebracht, Wobei der Husten mich gar müd und matt ge­macht ;

Dies wollte nachgerade beinah mich verdrießen; Als aber meinen Stand ich tiefer überdacht, Begann ich mit Gebet niein Wachen zu versüßen. Zuvörderst labt ich Gott. Ich dankte für sein

Wachen,

llnd bat, daß er auch mein Herz munter wolle

machen.

Ich legte meine Not zu seinen Füßen hin,

Ich fleht uni seinen Geist und Jesu Christi Sinn; Ich übergab mich ihiii und sagte: Tu allein! lind weiter weiß ich nichts, denn drüber schlief

ich ein. Ziuzc.idorf, 1720.

Aich link Mrlituni).

Der bekannte Pastor Funke erzählt ein­mal: ..In einem einsamen Tal wohnte unter

anderen eine steinalte Frau. Trotz ihrer 90 Jahre wußte sie noch sehr gut, was sie wollte, llnd sie wollte zum Beispiel ans keinen Fall mit den . neumodischen Pastors" etwas zu tun haben. Darin hatte sie auch von ihrem Stand­punkte ans ganz recht; denn sie war eine Rati­onalistin vom reinsten Wasser

Als ich sie zum erstenmal besuchte und ansprach, drehte sie sich im Bett sie lag nämlich immer im Bett auf die Seite nach der Wand hin und antwortete keine Silbe. So