Beil Uutersuchungen der phystologischen Veränderungen, die durch das Wandern hervorgerufen werden, hat man auch besondere Aufmerksamkeit auf die Beobachtung der Körperwärme gelegt. 400 an Marschierenden ausgeführten Messungen ergaben, daß die Eigen⸗ wärme bei Wegestrecken von 15—21 Kilometer und gleichzeitiger Belastung mit 22 Kilogramm bei angenehmem Marschwetter meist⸗ nur wenige Zehntel über 37 Grad betrug, aber alsbald auf 37,9 und 38 Grad stieg, wenn die Belastung auf 27 Kilogramm erhöht wurde, während eine Belastung von 31 Kilogramm bei 25 Kilo⸗ meter Wegstrecke, die Eigenwärme sogar bis auf 38, ja bis auf 39 Grad steigen ließ. Bei letzterer Temperatur erschienen die Ge⸗ sichter der Marschierenden hochrot und der Blick teilnahmslos.
Aus unserer Sammelmappe.
Natur, Halbmonatsschrift für alle Natur⸗ freunde, Organ der Deutschen und österreichi⸗ schen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft. Herausgeber Professor Dr. Bastian Schmid und Dr. Curt Thesing, Heft 10—12. Jährlich 24 Hefte mit vielen Abbildungen und 5 reich illustrierten Büchern zum Preise von 6.— Mk. Deutsche Naturwissenschaftliche Gesellschaft, Geschäftsstelle: Th. Thomas Verlag, Leipzig.
Vou dieser ganz hervorragenden Zeitschrift liegen uns die neuesten Hefte vor, auf welche wir die Aufmerksamkeit unserer Leser lenken möchten. Es ist schwer aus der Fülle der vorzüglichen Bei⸗ träge einiges besonders herauszugreifen. Wohl jeder, der der Natur einige Liebe entgegenbringt, sei es aus welchem Gebiete es wolle, wird hier Anregungen finden, sich weiter zu bilden und weiter zu forschen. Franz Rusch bietet wieder eine seiner wundervollen astro— nomischen Plaudereien; er spricht über den Mond und was wir auf Grund der bisher angestellten Forschungen wissen. Eine ein⸗ gehende Abhandlung über das„Auge und Sehen der Insekten“ stammt von Dr. Ludwig Laven. Die erläuterten Abbildungen, welche außerordentlich klar gezeichnet sind, verdeutlichen seine Worte in sinnsälligster Weise und lassen uns klar erkennen, wie unsere Insekten die Welt anschauen. So manche Gewohnheiten dieser Lebe⸗ wesen, welche uns früher rätselhaft erschienen, werden uns jetzt durch diese Untersuchungen verständlicher. Ganz hervorragend ist auch der Artikel von Arno Marx„Moderne Fragen der Ornithologie“, wel⸗ chen wir den„Vogelfreunden unter unseren Lesern ganz eindringlich empfehlen können. Auch L. Lämmermayr erfreut wieder mit einer seiner reizvollen Plaudereien„Vorfrühling in Wald und Flur“. Außerordentlich interessant sind die Ausführungen von Prof. Dr. K. Schreber„Der Mensch als Herr der Natur und die Technik“. Schreber versteht es, in Spannung zu halten und anschaulich zu schil⸗ dern, wie der Mensch mit fortschreitender Intelligenz sich zum Herrn der Erde aufgeschwungen hat. Dies nur einige von den vielen um⸗ fangreichen Artikeln. Der Aquarien und Terrarien⸗ freund findet reiche Anregungen in den Artikeln von Prof. Urban, W. Schreitmüller und Ph. Schmidt, welche einige seltenere Aquarien⸗ und Terrarientiere behandeln. Ueberaus reizvoll sind die Schil⸗ derungen von Prof. Urban„Aus des Aquarianers Kinderstube“. Dr. Hans Ammann führt seine Rubrik„Mikroskopische Praxis“ weiter aus. Er schildert die Ausrüstung des Arbeitsplatzes und gibt An⸗ leitungen zum Sammeln und Untersuchen des Frühlings⸗Materials und besonders der Kieselalgen. Ebenfalls spricht er in der Rubrik „Neues aus der Zoologie“ über den„Einfluß der Radiumstrahlen auf tierische Samenzellen“: seine Schilderungen, welche sich auf Ex⸗ perimente stützen, die im Biologischen Institute der Universität Berlin vorgenommen worden, werden jeden Biologen außerordentlich fesseln. Weitere Artikel bringen Schilderungen aus dem Gebiete der Naturdenkmalspflege, der Astronomie, Witterungskunde, Optik, Gartenkunde, Physik und Mechanik, Urgeschichte, Geologie usw., sodaß das Interesse von der ersten bis zur letzten Zeile wachgehalten wird. — Unsere Leser, welche noch nicht Abonnenten der Natur sind, sollten es nicht versäumen, diese Zeitschrift zu halten, da jeder Abonnent gleichzeitig Mitglied der Deutschen Naturwissenschaftlichen Gesell⸗ schaft wird und als solches eine Anzahl von Vergünstigungen genießt, die es staunenswert erscheinen lassen, daß die Gesellschaft den billigen Preis von 6.— Mk. für 24 Heste der Zeitschrift und 5 Bücher im Werte von je 1.— Mk. halten kann. Jede Buchhandlung, sonst aber die Geschäftsstelle der D. N. G. in Leipzig nimmt Anmeldungen
Der Salzgehalt der täglichen Nahrung. Die Salze bilden einen für den Stoffwechsel des Körpers notwendigen Bestandtefl. Die Salze sind zell- und gewebebildend, sie sind am Aufbau, am Wachstum und an der Neubildung der Gewebe des Organismus in verschie⸗ denem Grade beteiligt. Unter den zum Aufbau des menschlichen Körpers erforderlichen Nährsalzen nehmen die Erdalkalien Kalk und Magnesia einen hervorragenden Platz ein. Von diesen ist es wiederum der Kalk, der für die Gesundheit des Menschen die wich⸗ tigere Rolle spielt. Auch der Phosphor und das Eisen sind Mineral⸗ stoffe, deren dauernde Zufuhr für den Körper eine Notwendigkeit ist. Bei der Wichtigkeit dieser Mineralstoffe ist es erforderlich, daß sie mit der Nahrung in einer für den Stoffwechsel genügenden Menge dem Körper zugeführt werden. Es herrschte bisher fast allgemein die Ansicht, daß sie tatsächlich in der üblichen täglichen Nahrung reich⸗ lich enthalten sind, so daß der Körper niemals daran Mangel leidet. Da aber in letzterer Zeit Stimmen laut geworden sind, die nicht unter allen Umständen diese Ansicht für richtig halten, so hat Dr. Horne⸗ mann im Berliner hygienischen Institut die Frage nachgeprüft. Er fand dabei, daß die in den Speisen enthaltenen und auch an Analysen ermittelten Kalk- und Eisenmengen hinreichend seien, um das Be⸗ dürfnis der Versuchsperson an diesen Mineralstossen zu decken, da f sie sämtlich bei freigewählter, seit Jahren gewohnter Kost und völlig gefunden Personen gefunden wurden. In manchen Fällen fand sogar eine ziemlich beträchtliche Luxuszufuhr statt. Die Befürchtung, als 5 ob in breiteren Schichten der Bevölkerung ein Mangel der Nahrung an Salzen und speziell an Kalk vorhanden sei, fand daher in den Erhebungen Dr. Hornemanns keine Stütze. Nur darf die Kost nicht abnorm einseitig sein, sondern muß in üblicher Weise vorwiegend Vegetabilien und unter diesen Gemüse, wie Kohl, Spinat usw. und Früchte enthalten. Ist dies der Fall, so erscheint es für die Kalk⸗ zufuhr gleichgültig, ob das zur Zubereitung der Speisen und zum Trinken benutzte Wasser hart oder weich ist. Eine etwa notwendige stärkere Kalkzufuhr wird am besten durch Milch bewerkstelligt.
Die Zone des Schweigens. Eine merkwürdige Erscheinung, deren Ursachen aufzuklären der Wissenschaft bis jetzt nicht gelang, ist die sogen.„Zone des Schweigens“. Man versteht darunter die mit den uns bekannten Naturgesetzen nicht erklärbare Unterbrechung ber Schallwellen in einem bestimmten Raum. Im Prometheus ver⸗ sucht Wilh. Heintz eine neue Erklärung dieses Phänomens. Nehmen wir an, daß sich eine sehr starke Schallquelle in einem Winkel von etwa 3045 Grad zur Erdoberfläche neigt. Der Schall soll sich durch eine Art Schallrohr(Kanone, Eruptionskessel usw.) vornehm⸗ lich in einer Richtung fortpflanzen. Seine Nebenwellen werden in einem beschränkten Umkreise bereits durch alle möglichen schlechten Leiter zerstört und aufgesogen werden. Die Kernwelle wird sich vorläufig ungehindert fortpflanzen. In einer gewissen Höhe soll sie jedoch auf eine Wolke stoßen. Die Wolke wird den Schall wegen ihrer größeren Dichtigkeit nicht frei passieren lassen, sondern wird ihn zum größern Teil zurückwerfen. Wie beim Licht muß auch beim Schall der Ausfallwinkel gleich seinem Einfallswinkel sein. Das 4 Echo des Kernschalls berührt die Erde nun an einer Stelle, die, wen sein Reflexionswinkel groß genug war, von den schwachen Neben⸗ wellen nicht mehr erreicht werden konnte. Natürlich wird auch die Bewegung der Luftschichten insofern eine Rolle bei der Erscheinung spielen, als sie ja der gesetzmäßigen Reflexion konträr und somit verderblich sein kann. Dies mag die Seltenheit des Phänomens erklären. Andrerseits darf man schließen, daß bei günstigen Ver⸗ hältnissen der Atmosphäre in jeder genügend starken Fortpflanzung eines genügend starken Schalls Schweigezonen nachzuweisen sind. Bel der vorliegenden Annahme könnte die Erscheinung nur bei be⸗ wölktem Himmel eintreten. 3
Wie das Licht, so wird auch der Kernschall auf seinem W
durch die Luft eine fortwährende Ablenkung erfahren, die Richtung, wenn er keinem Widerstand begegnet, kreisförmig ma
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an seinen Ausgangspunkt zurückkehren. Hlerbei wird er aber(wie das Licht beim Regenbogen) auf die Erde stoßen, ehe der Kreis vollendet ist, und das Stlick Erdoberfläche, das der Sehne des Kreises entspricht, wird die Zone des Schweigens darstellen. Genau so wir sich auch die gesahrlose Zone bei Sprengungen, auf die die Luf strömung doch gewiß keinen Einfluß hat, erklären lassen. N
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