EteuerN und Zöllen nicht nur die Rieseneinnahinen für das gleich von den Massen der Armen; auf deren Hungereinkommen wälzen sie auch einen erheblichen Teil der direkten Steuern für die Bundesstaaten und Gemeinden über. Sie selbst aber verstehen es, durch einen organisierten Steuerbetrug Staat und Reich in der unverschämtesten Weise bei der jetzigen Einkommens- und Vermögenssteuer zu betrügen — was mit leichter Mühe durch eine unabsehbare Reihe von Tatsachen sich beweisen läßt.
Wie dumm aber lassen sich jene Männer von den Machern unserer drückenden Steuern machen, wenn sie sie immer aufs neue wieder in die Parlamente wählen; und wie dumm handeln auch jene Frauen, die ebenfalls noch nicht dahinter gekommen sind, diesen Männern Recht darin geben und sie in ihrer törichten Politik bestärken ... .1
Säuglingsschuh.
Ratschläge für die heißen Monate.
Mütter! Der größte Feind eurer Kleinen ist der Sommer mit seiner großen Hitze!
Unter den Lebensmitteln verdirbt am leichtesten di« Tiermilch.
Darum ernährt eure Kinder an der Brust und setzt nie im Sommer ab.
Brust milch verdirbt nicht.
Gebt euren Kindern alle vier Stunden, d. h. fünfmal des Tages, abwechesnd die rechte und die linke Brust und laßt ihnen nacht» die Ruh«.
Künstlich ernähren dürft ihr nur auf Anordnung und unter Aufsicht des Arztes, ihr müßt dann besonders genau und sauber dabei sein.
Ihr müßt jede Flasche nach jeder Mahlzeit sofort mit Wasser füllen und sie mit einer Flaschenbürste und mit Soda, Borax oder Seisenwaster reinigen, mit gekochtem Wasser nachspiilen ,»nb sie umgekehrt an einen reinen Ort, möglichst in eine» reinen Topf stellen.
Gebraucht nur Flaschen, auf denen der Inhalt in Zahlen 6, 10, 20 . . . bis 200 Gramm <Kubikzentimeter) abgemessen werden kann (Grammslaschen). denn nur mit ihnen könnt ihr die Nahrungsmenge genau bestimmen.
Ihr mußt den Sauger nach jedem Gebrauch mit heißem Soda-, Salz- oder Boraxwasser gründlich reinigen und in sauberem, zu- gcdecktem Gesäß aufbeivahren. Am besten ist es, ebensoviel Sauger wie Flaschen zu haben.
Verboten ist euch, die Flaschensauger als Schnuller zu benutzen!
Verboten sind euch Glasröhrchen oder Gummi- fchläuche als Flaschensauger ebenso der Zucker- schnuller!
Kauft eure Milch nur in einem K u h st a l l, von dessen Sauberkeit ihr euch überzeugt habt, am besten fragt ihr den Arzt oder die Fllrsorgestelle. wo ihr die Milch zu nehmen habt.
Ihr dürft die Milch nicht zu Hause herum st«hen lassen, müßt st« sofort 8 Minuten in einem reinen Topf kochen, schnell abkühlen, indem ihr den Topf, mit dem Deckel versehen, in kaltes Wasser fetzt und dieses häufig erneuert.
Ihr dürft die Milch nach dem Kochen nicht In ander« Töofe gießen, sondern müßt sie solange ln dem kühl ausbewahrten Topf lassen, bis ihr ste unmi ttelbar vordem Gebrauch in vorgeschriebcner Menge in bi« Flasche füllt.
Stehen euch fünf Flaschen zur Verfügung, was natürlich am besten ist, so müßt ihr bi« Milch sofort nach dem Kochen ln vorgeschriebener Menge in Flaschen füllen, und ste verschlossen an einem kühlen Platz, am besten In einem Eisschrank, aufbewahren.
Am besten ihr benutzt einen Eisschrank oder eine Kiihlkiste, die ihr euch selbst mit ganz geringen Kosten Herstellen könnt. Ihr holt euch vom Kaufmann «ine Holzkiste, bestreut den Boden mit Sägespänen, setzt zwei Einier von verschiedener Größe ineinander hinein und füllt sie bis zum oberen Rande des größeren Eimers mit Säge- späncn nach. In den kleineren Eimer werben die Fläschchen mit Nahrung, umgeben von einigen Eisstiickchen, gesetzt und mit dem Teckel des Eimers zugcdcckt. Ter Deckel der Kiste wirb mit einigen Lagen Zeitnngspapier beklebt.
Ihr müßt beim Flaschenkind« besonders bi« Vorschriften des Arztes befolgen, niemals ö f t e r als verordnet die F l a s ch c geben. Lieber weniger Nahrung in der heißen Zeit geben als zuviel.
Tritt Durchfall ein, solaßtbieMilchsort, gebt T e e lFcuchel-, Lindenblüten-. Pfefferminz-, cinsachen Tee) ohne Milch, bis ein Arzt zu erreichen ist, aber nicht länger als zwöls Stunde».
In der heißen Fahreszeit hat der Säugling wie der Erwachsene Durst. Gebt ihm dann — er zeigt seinen Durst durch große Unruhe abgekochtcs Wasser ober dünnen Tee, möglichst ohne Zucker.
.Auch zu warmes Einpacken oder ein überhitzter Raum machen
den Säugling krank, daher weg mit allen Federbetten und dicken Wickeltüchern, weg mit der Gummiunterlage!
Ihr könnt Im Sommer euer Kleines fast nackt im vettchen oder Korb strampeln lassen, eine leicht« dünne Decke genügt zum Zudecken!
Ihr müßt eure Kinder vor den sie quälenden Fliegen fchlltzen, indem ihr einen leichten Schleier über Bettchen oder Korb legt.
Das best« und kühlst«, häufig gelüftete Zimmer eurer Wohnung ist für euer Kind das geeignetste. Dieses Zimmer könnt Ihr noch kühler machen, wenn ihr die Fensterscheiben häufig mit möglichst kühlem Wasser besprengt!
Ihr dürft bas Kind nicht in der heißen, feuchten Küche stehen haben!
Hat eure Wohnung kein kühles, schattiges Plätzchen, so versucht im Hause ein solches ausfindig zu machen (Keller), dort stellt euer Kind hin.
Könnt ihr auch im Haus« kein solches Plätzchen finden, so bringt bas Kind möglichst viel an einen schattigen, nicht fchwülen Ort im Freien, auch da darf es bloß liegen.
Geringe Zugluft schadet eurem Kinde im Sommer nichts!
Ihr müßt euer Kind im Sommer mindestens einmal täglich baden, oder öfters mit kühlem Wasser waschen!
Geeignet« Nahrung. Sauberkeit und frisch« Luft sind zum Gedeihet! des Kindes unbedingt erforderlich!
Aas Schamponieren der Kaare.
Das Waschen der Haare ist, wie Dr. Dreuw in seiner Broschüre: „Die Hygiene im Friseurgcwerbe" ausführt, die wichtigste Maßnahme, die zur Erhaltung des Haares bei Männern und Frauen in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden muß. Denn der Staub und der Schmutz, der sich von außen, und das Fett und die Schuppen, die vom Haarboden aus sich auf dem Kopfe festsetzen, können nur durch eine energische Waschung beseitigt werden. Der Kopf muß so oft gewaschen werden, als er schmutzig ist. Bei Männern wöchentlich 2 bis 7 mal, bei Frauen alle 3—8 Tage, minde- stcns aber alle 14 Tage. Dreuw hält eine tägliche Kopfwaschung bei Männern nicht nur nicht für schädlich, sondern für sehr nützlich. Bei zwei Brüdern konnte derjenige, der sein Haar täglich wusch, es bis ins Greisenalter voll und kräftig erhalten, während der andere, der nur selten Kopf- waschungcn gemacht hatte, schon frühzeitig sein Haar verlor. Ebensowenig wie ein tägliches Bad der Körpcrhaut schadet, ebensowenig ist eine tägliche Waschung der Kopfhaut schädlich. Wenn das Haar längere Zeit nicht gewaschen wird, so sammelt sich auf der Kopfhaut eine aus Staub, Fett, Schmutz und Schuppen zusammengesetzte klebrige Masse an, die, wenn sie längere Zeit auf der Kopfhaut bleibt, sich zersetzt und reizende Stoffe abspaltet, die am Laufe des Jahres auch in die Tiefe des Haares eindringen und dies allmählich zum Ausfall bringen, was zur Glatzenbildung führt. In dem Schmutz und Fett nisten sich alle möglichen Bakterien ein und das Endresultat sind flechtenartige Krankheiten der Kopfhaut. ES soll die Kopfhaut gründlich, aber sanft gewaschen werden, regelmäßige Kopfwaschungen vorzunehmen. Als Waschwasser kann man lauwarmes Wasser verwenden, als Seife eine reizlose, neutrale, möglichst alkalifreie, leicht desinfizierende Seife. Nach dem Waschen werden die Haare getrocknet. ES soll die Kopfhaut gründlich .aber sanft gewaschen werden. Zerrungen der Haare sind zu vermeiden. Wenn schon ein fehlerhaftes Waschen die Haare leicht beschädigen kann, so noch mehr ein fehlerhaftes Trocknen. Das Trocknen der Haare wird bewirkt durch Frottiertücher, warmen ober kalten Luftstrom, der durch die Haartrockenapparate erzeugt tzzird, und durch chemische Mittel, wie Alkohol, Aether, Benzin. DaS zweckmäßigste und schonendste Verfahren bleibt immer noch das zarte Einwickeln der Haare in weiche, möglichst angewärmte Frottiertücher und nachheriges langsames Trocknen an der Luft oder über einer leichterwärmten Luftschicht. Die Warmluftbehandlung ist keine schonende Haarbehandlung. Will man erwärmte Luft anwendcn, so darf sie nur einen Temperaturgrad haben, daß die ausströmende Luft, nahe an die Hand gehalten, kein unangenehmes oder sogar unerträgliches Wärmegcfühl erzeugt. Was die Nerven der Haut nicht anshalten, vertragen auf die Dauer auch die Haare nicht.


