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8. Dezember 1849 zu Greibnig in Schlesien, gest. 20. fluguft 1870. Ls wird gesäet verweslich und wird auferstehen un­verweslich. Ls wird gesäet in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit. Ls wird gesäet in Schwachheit und wird auf­erstehen in Kraft. l.Kor. 13, 42 u. 43.

Uuf dem Grabe eines Offiziers bei Gravelotte: Jesaia 60, 19. Die Sonne soll nicht mehr des Tages dir scheinen, und der Glanz des Mondes soll dir nicht leuchten, sondern der Herr wird dein ewiges Sicht und Gott wird dein Preis sein.

Uuf demselben Schlachtfelde auf dem Grabe eines Unter­offiziers, der mit der Fahne in der Hand gefallen ist: Psalm 16, 6. Das Los ist mir gefallen auf das Lieblichste, mir ist ein schön Erbteil geworden.

Uuf dem Grabe eines Majors an der Straße von Mars la Tour nach Uezonville: Evang. Joh. 14, 27. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Uicht gebe ich, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Uuf dem Denkmal der bei Spichern gefallenen Fran­zosen in lateinischer Sprache: hebr. 11, 16. Et nunc raelio- rem patriam appetunt. Nun aker begehren sie ein besseres Vaterland.

Ergreifend auch wirkt, was auf dem Grabe eines 25jäh- rigen französischen Grafen auf dem Schlachtfelde von Mars la Tour steht: Dites ä ma mere, que je meurs en Soldat et en chretien. Saget meiner Mutter, daß ich als Soldat und als Thrist gestorben bin.

Endlich auf der höhe des Uoten Berges, gegen den sich in der Schlacht bei Spichern der Hauptansturm der Deutschen richtete, ist die Grabinschrift zu lesen: hier ruht bei seinen treuen Kameraden unser vielgeliebter Sohn, Bruder und Neffe Johann Peter Pütz von Biebelhausen bei Saarburg, Ge­freiter bei der 9. Kompagnie hohenzollernschen Füsilier- Uegimentes Ur. 40. Er starb hier den Heldentod am 6. Uugust 1870. Sanft ruhe seine hülle in der Totenstille und wartend einer glorreichen Uuferstehung am jüngsten Tag«. h. B.

Line Grabinschrift.

Du bist Thristi, du bist mein,

Eines sind wir beide,'

Und ich will dein eigen sein hier in stillem Leide, will mit tiefem Liebesschmerz Treu umfah'n dein sel'ges Herz.

Bleibe mein! Ich bleibe dein,

Gb du hier auch liegest,

Und dein sterbliches Gebein Urm im Staube schmiegest! hier ist nur dein pilgerkleid,

Dort ist Geist und Herrlichkeit.

G wie wirst du auferstehn,

Du mein süßes Leben!

Dann will ich dich Wiedersehn,

Selig dich umgeben

vor dem König Jesus Ehrist,

Dessen unser Leben ist.

Diese Inschrist rührt von dem Dichter Ulbert Knapp her und steht auf dem Grabstein seiner Gattin, die am 11. Upril 1835 zu Kirchheim unter Teck (Württemberg) entschlafen ist.

Lin pfälzischer Musikant.

Erzählung von Heinrich Bechtolsheimer.

(Fortsetzung.)

Unter diesen Bemühungen war es November geworden, und die Bäume hatten all ihr Laub verloren. Der Nebel legte sich auf das kahle Land, die Neste tropften, und der Schein der Sonne war wochenlang nicht wahrzunehmen. Die Leute kamen von den Dörfern und brachten ganze Wagen­ladungen Weißkraut herbei, in den Kellern gärte der neue wein. In dieser Zeit war es, daß ich einen Brief erhielt, der mit einer bayerischen Marke versehen war, also aus meiner Heimat stammte. Uls ich ihn geöffnet hatte, sah ich, daß er von meinem früheren Meister Fritz Binder war. Ich hatte etwas Mühe, den Brief, der mit Bleistift ge­schrieben war, zu entziffern, kaum aber war ich über die erste Seite hinaus, da fing mein Herz an zu klopfen. Bin­der schrieb mir, er sei kränker geworden, könne auf lange Zeit das Bett nicht mehr verlassen und sehe ein, daß er nicht mehr mit seiner Kapelle auf die Reife gehen könne. Nun suche er nach einem tüchtigen, soliden Manne, der die Kapelle übernehmen solle, und da glaube er, in mir die ge­eignete Persönlichkeit gefunden zu haben. Ich solle so bald als möglich kommen und mit ihm das Geschäft abschließen.

wie ich war, so lief ich mit dem Briefe zu Lina. Ich fand die Frau Sanitätsrat im Hausflur und bat sie um die Erlaubnis, meine Braut in einer wichtigen Ungelegenheit sprechen zu dürfen. Lina war in der Küche und machte Trauben ein.

Ich ließ sie den Brief Binders lesen und fragte dann: „was meinst du dazu?"

Ganz gegen mein Erwarten sagte Lina, deren Ubnei- gung gegen dar Nmherziehen der Musikanten ich kannte: ,,Peter, wenn du denkst, daß das unser Glück ist, so fahre in Gottes Namen nach Nockenhausen und bringe die Sache in Ordnung!"

Gleich am nächsten Morgen machte ich mich auf den weg. Binder war erfreut, als er mich sah, und sagte: „Ich habe gleich gewußt, Peter, daß du kommen würdest: denn ich weiß von früher, daß man sich auf dich verlassen kann."

Ich setzte mich an das Bett des kranken Mannes, und nun begannen unsere Verhandlungen, bei denen ich gehörig die Ohren spitzte: denn ich sagte mir, daß er sich hier um meine und meiner Braut zukünftige Existenz handle.

Binder eröffnete mir, daß er seine seitherigen Musi­kanten, so weit ich sie brauchen könne und sie Lust dazu hät­ten, mir überweisen wolle. Ein genauer Verzeichnis der Neisen, die er gemacht habe, mit allen Zwischenstationen solle ich bekommen, außerdem die Udressen von gut zah­lenden Leuten sowie die Udressen von Gasthäusern, in denen man mit den Musikanten gut und billig übernachten könne. Das ganze Notenmaterial gehe an mich über, für alles solle ich sechshundert Mark zahlen.

Ich fand die Summe nicht zu hoch, aus meinen und meiner Braut Ersparnissen konnte ich sie leicht aufbringen. Ullerdings sagte ich mir, daß ich mit allem Fleiße darnach trachten müsse, dieses Geld wieder herauszuschlagen. Uber die Uufzeichnungen Binders, die mit großer Genauigkeit gemacht waren, setzten mich nicht nur in großes Erstaunen, sondern gaben mir auch starken Mut. Oft hatte mein früherer Meister in einem Jahre einen Neingewinn von 2000 Mark und mehr erzielt, und ich begriff, daß er ein wohlhabender