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zu unserem Herrn und Heiland Jesus Christus, dem Lebensfürsten und Todesüberwinder, wer so stirbt, der stirbt wohl.
_ H. B.
Blut.
„Die kosen blühen im Tale, Soldaten ziehen ins Feld." wer kennt es nicht, jenes uralte Soldatenlied, dessen Sang damit abschließt, daß der heimgekehrte Krieger sein ungetreues Weib ersticht? Das Soldatenlied flicht gerne kosen in seine oft so blutigen kränze. Das mindeste, was es tut, um den gefallenen Krieger zu ehren, ist dies, daß es kosen auf sein Grab pflanzt. Für die Phantasie des Volkes besteht offenbar eine geheimnisvolle keziehung zwischen der blühenden Rose, diesem Sinnbilde des frischen, strahlenden Lebens, und dem Blutbächlein, das die Erde da rötet, wo ein Held dem vaterlande zuliebe sein Leben ausgehaucht hat.
Sn der Gegend, wo unser aktives Regiment in heißem, verlustreichem Ringen seine Stellung gegenüber schweren feindlichen Kngriffen behauptet, liegt ein Flecken mit dem Kamen kosisres en Santerre. Für das französische volks- gemüt muß sich mit der Vorstellung dieser Gegend die Empfindung besonderer Lieblichkeit verbinden, sonst hätte es einem in ihr gelegenen Grte nicht einen so poetischen Namen, der etwa dem deutschen Ausdruck „Rosengarten" entspricht, gegeben. Daß dort die Rose eine eigene Sprache auch zu dem Gemüt des fremden Kriegers spricht, ist daran zu ersehen, daß einer unser dort weilenden Tapferen seinen Angehörigen ein Röslein, das er im vorübergehen aus einem Garten holte, geschickt hat. vielleicht tat er es unbewußt, um diesen eine Andeutung zu geben, daß dieser letzten Gartenzier in dieser Winterzeit unzählige Schwestern erblühen, an deren Augenschein die klicke derer, die sie wahrnehmen müssen, kaum ihre Freude haben.
Ja, wieviele blutige Rosen erblühen jetzt auf jenen Fluren und bezeichnen die Stellen, wo kraftvolle Menschenblumen von der Sens« des Todes dahingemäht worden sind. Und ihre Dornen senden diese Rosen in die Heimat der Gefallenen, wo sie die Herzen der ängstlich auf die Wiederkehr ihrer Lieben Harrenden mit ihren kantigen Ranken umwinden und ihre Stacheln tief in das Fleisch hineinbohren, zu lebenslänglichem Schmerze. Ja, welch tränenreiche Erinnerung wird mancher Seele im Freundes- und Feindeslande jener Rosengarten auf Frankreichs Flur bleiben!
klut! Lin furchtbares Wort! wie kommen di« Menschen dazu, ihr klut gegenseitig zu vergießen, daß es in Strömen über die Erde rinnt? Auf was für ein Recht können sie sich bei ihrem mörderischen Tun berufen? kann eine göttliche oder menschliche Vernunft Gründe ausfindig machen, die den barbarischen krauch des Krieges auch nur mit einem Schein des Rechtes umkleiden? Gewiß hat ein verehrungswürdiger Mann des Alten Bundes, der Dichter des 30. Psalms, sich über diese Frage seine eigenen Gedanken gemacht, als er sprach: „was ist nütze an meinem klut, wenn ich zur Grube fahre? wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkündigen?" Tr redet zwar nicht ausdrücklich vom Kriege, aber der Wortlaut ist doch so deutlich, daß es naheliegt, diesen als Massenblutvergießen herbeizuziehen, wenn es gilt, die Frage zu beantworten, was das fließende klut für «inen Zweck hat. Ist der Krieg nicht recht eigentlich zwecklos, widernatürlich? Ist er nicht diejenige Erscheinung innerhalb der Schöpfung, die am wenigsten mit dem willen des Schöpfers übereinzustimmen scheint? Hat er als derjenige, von dem alles ausgegangen ist, nicht
am allerersten Grund, sein Auge zu verhüllen, wenn seine Kinder entgegen der von ihm gegebenen Bestimmung sich gegenseitig in den Staub strecken? kann er so untätig Zusehen, wenn sie sich in ungezählten Scharen dem Element ausliefern, das am wenigsten imstande ist, ein Zeuge von Gottes Treue und Fürsorge zu sein? wir sehen, was wir heute empfinden, ist schon lange vor uns empfunden worden: Der Krieg bringt einen fremden Ton in die Harmonie der Schöpfung und nichts wird imstande sein, das Schrille dieses Klanges zu mildern.
Und doch, wenn auch das fließende Blut wenig von Gottes Liebe redet, vielmehr den ganzen Jammer dieses Erdenfeins aufdeckt, so muß es in den Absichten Gottes doch seine Stätte haben. Gewiß, unmittelbar ist es Gott zu nichts nütze, das hat der psalmist richtig erkannt. Aber hat es nicht doch einen Zweck in der strafenden Hand Gottes? welches Mittel ist von jeher geeigneter gewesen, die Menschen zur Buße zu rufen, als der Anblick des fließenden Blutes ihrer Brüder? Hat die Menschheit es heute weniger nötig, als in früheren Zeiten, daß ihr ihre eigene Verworfenheit wieder einmal in der schärfsten Form vor die Augen gehalten werde?
wieviele Kräfte sind mit den rinnenden klutbächlein anscheinend nutzlos ausgegossen worden, die im Dienste der Familie, des Staates, des Vaterlandes, der Menschheit noch ihre naturgemäße Verwendung hätten finden können, zum Teil wahrscheinlich in herrlicher weise gefunden hätten! wieviele Aussichten und hoffnungsvollen Pläne sinken unter dem Geschoßregen der Schlachten in den Staub! wieviel redlicher wollen, in dem eine Seele zum erstenmale sich selbst findet, wird im keime erstickt! Schweigen wir darüber! Trotzdem kommen wir von dem Gedanken nicht los, daß der Krieg für denjenigen, dem er aufgenötigt wird, ein bitteres Muß ist, dem er nicht entrinnen kann, dem auszuweichen für ihn Feigheit wäre, wenn der Schöpfer für ihn verantwortlich wäre, dann wäre er ihm keine Ehre. Aber er findet seine Stelle nicht im Ratschluß des Schöpfers, sondern in der Freiheit des Menschen, die eine Freiheit auch zum Sündigen und Irren ist. was murren die Menschen und hadern mit Gott? Tin jeglicher murre über seine eigene Sünde k. G.
Gottes Wort auf den Gräbern der Helden des Zahrcs 1870/71.
wer Über die Schlachtfelder wandert, auf denen vor 44 Jahren Deutschlands Einheit erstritten wurde, der findet auf den Grabsteinen viele herrliche Bibelsprüche geschrieben, die durch den Ort, an dem man sie findet, noch vernehmlicher zu dem Herzen sprechen, als wenn man sie zu Hause, im stillen Zimmer in einer Bibelausgabe liest. Diese Worte geben am Totensonntage allen Trauernden Trost in das Herz, es seien deshalb einige von ihnen hier verzeichnet.
Auf dem Grabe des Generals v. Franyois im Ehrentale bei Saarbrücken: Sprüche Salomos 21, 31. Rosse werden zum Streittag bereitet, aber der Sieg kommt von dem Herrn.
An demselben Grte auf dem Grabe eines Kavallerieoffiziers: Psalm 23, 1. Der Herr ist mein Hirte.
Auf dem Hessendenkmal am Rande des Bois de la Gusse bei Gravelotte: 1. Makkabäer y, 10. Ist unsere Zeit gekommen, so wollen wir ritterlich sterben um unserer Brüder willen und unsere Ehre nicht lassen zuschanden werden.
Unweit des Hessendenkmals steht auf einem Grabe: Hier ruht in Gott Oskar Speer, preußischer Gardeschütze, geb.


