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Mann geworden war. Ich behielt mir vor, über die Angelegenheit mit meiner Braut zu sprechen und versprach dann, sofort Antwort zu geben.
Eingehend erwogen Lina und ich das Angebot, das mir gemacht worden war. wir wollten nicht leichtsinnig handeln, darum holten wir den Rat erfahrener Menschen ein. wir gingen nach Fürfeld und sprachen mit Linas Eltern. Sie zeigten sich zuerst etwas ablehnend, da sie, die nie aus ihrem Dorfe herausgekommen waren, im Grunde genommen, von einem Ehemann, der draußen in der Welt seinen Erwerb suchte, nicht viel hielten. Rls ich ihnen aber von dem großen Reingewinn des Meisters Binder erzählte, da wurden sie anderen Zinnes, und mein zukünftiger Schwieger- vater sagte: ,,Peter, wenn du es auch so gut triffst, dann bist du bald ein reicher Mann."
wir fragten auch den Herrn Sanitätsrat nach seiner Meinung. Tr war ein freundlicher Mann, der gern seine Zcherze machte. Darum lachte er auch, als wir mit unserem plane herausrückten, und sagte: „Lina, das hätte ich nie gedacht, daß du eine Rapellmeistersfrau werden würdest. Ich habe immer gedacht, du würdest einen braven Bauersmann, der mit zwei Rühen hinaus auf das Feld fährt, nehmen, wenn du aber R gesagt hast, so mußt auch B, schließlich sogar E Z sagen, hier kann dein Mann nicht viel als Musikant erobern, wenn er aber in die Welt hinauszieht, so wird ihm das Glück blühen. Eine Rapitänsfrau hat ihren Mann auch nicht immer bei sich, wenn du das gewollt hättest, so hättest du einen Schuhmacher nehmen müssen. Rber ob das gerade die Liebe erhöht, wenn der Mann in jeden Topf, der auf dem Herde steht, guckt, das fragt sich."
So schrieb ich denn Fritz Binder zu. Erst nach Neujahr sollte seine Rapelle an mich übergehen, erst nach diesem Zeitpunkte wollte ich auch mit den Musikanten das nötige abmachen.
Die Grundlage für unsere spätere Existenz war geschaffen, und so konnten wir daran denken, den Hochzeitstag festzusetzen. Nach langem hin und her und mannigfachen Besprechungen mit den beiderseitigen verwandten einigten wir uns auf den 29. Dezember, es war das Samstag nach Weihnachten. Gerade in der Winterszeit, wenn alle Feldarbeit ruht, besonders zwischen Weihnachten und Neujahr, zwischen den Jahren, wie man in meiner Heimat sagt, wenn noch festtägliche Stimmung über den Menschen lagert, hat man auf dem Lande Zeit, Hochzeit zu halten. In Für- feld, der Heimat meiner Braut, wollten wir uns trauen lassen. Mein Schwiegervater erklärte sich bereit, uns im oberen Stocke seines Hauses zwei Zimmer einzuräumen, die wir beziehen sollten, bis ich im herbste von meiner Reise zurückgekommen sei. Dann wollten wir sehen, wie wir uns weiter einrichten sollten, von Fürfeld wollte ich die wenigen Wochen bis zu meiner Rbreise jeden Tag nach Rreuznach gehen, um meine Tätigkeit auszuüben.
<Fortsetzung folgt.)
Meine Mitteilungen.
Raum ein Tag vergeht, an dem nicht Rameraden, die in den Lazaretten unserer Städte ihren Wunden erlagen, zur letzten Ruhe gebracht werden. Ruf vielen Friedhöfen, namentlich unserer größeren Städte, ist die Reihe der Rrieger- gräber schon traurig lang, viele sterben fern der Heimat, oft
Kann kein Rngehöriger zur Stelle sein, und keine liebe Hand legt dann einen Rranz auf Sarg und Grab. Ist aber nicht jeder der Frühvollendeten seines Rranzes wert? wollen wir diese tief empfundene Dankespflicht nicht gern erfüllen? Es bedarf keiner großen Mittel, denn nur Sinnigkeit gilt es und nicht Pomp. Rotes Rreuz und private spenden gewiß gern, was nötig ist. Einzelne schöne Rnfänge sind ja schon gemacht, wer hilft den Liebes- und Gedächtnisdienst weiter fördern und sichern? Der setze sich in Verbindung mit demjenigen Lazarett, dessen Toter er sich annehmen möchte.
Ruf welche weise sollen die Namen der für das Vaterland Gefallenen der Nachwelt überliefert werden? Sicherlich die schönste Rrt ist, wenn man sie auf Gedenktafeln schreibt und diese in der Rirche anbringt. In preußischen Landesteilen ist das beinahe überall seit den Befreiungskriegen üblich, in unserer engeren Heimat stehen die Namen der gefallenen Helden in der Regel auf den Rriegerdenkmälern und sind, da diese allen Einwirkungen der Witterung preisgegeben sind, in vielen Fällen nicht mehr zu lesen, oder sind so angebracht, daß besonders Rurzsichtige sie nicht entziffern können, hoffentlich wird man, wenn dieser Rrieg durch Gottes Gnade zu Ende ist, allenthalben in den Rirchen Gedenktafeln anbringen. Dann sehen jeden Sonntag viele Rügen auf diese Tafeln, die Gemeindeglieder erinnern sich in Treue derer, die für das Vaterland ihr Leben gelassen haben, und die Jugend begeistert sich für große Taten, hoffentlich werden alle Rirchenvorstände unseres Landes das Erforderliche in dieser Hinsicht in die Wege leiten.
„Die Glaubenszeugen der Vergangenheit." Unter diesem Titel ist im Selbstverläge der Vereins ehemaliger I I 6er die predigt erschienen, die Pfarrer Bechtols- heimer am Reformalionsfeste in der Johanneskirche gehalten hat. Der Verein sendet die predigt, die in 5000 Exemplaren gedruckt worden ist, in einer großen Zahl von Exemplaren an das Regiment 116, das Reserve-Regiment 116, das Landwehr-Regiment 116 und das Landsturmbataillon Gießen. Rußerdem ist die predigt für 20 pfg. zu haben in der F er b e r' schen Universitäts-Buchhandlung, in der Universitäts- Buch- und Runsthandlung von Rugust Frees, in der Buch- und Schreibwarenhandlung von Julius ho os, in der Buchhandlung der p i lg erm i s sion; gesell sch a ft, in der Pfeiffer'schen Buchhandlung, in der Ricker'schen Universitäts-Buchhandlung, in der Buchhandlung von h Schneider (Neuen Bäue) und bei Rirchendiener Rolbe. Den Ertrag hat der Verein ehemaliger 116er zur Unterstützung im Felde stehender Rameraden bestimmt.
Airchliche Anzeigen.
Sonntag, den 22. November, 24. nach Trinitatis. T o t e n f e st.
Rollekte für die Hinterbliebenen der im Feld Gefallenen. Gottesdienst.
In der Stadttirche. vormittags 9Ve Uhr: Pfarrer Schwabe, vormittags 11 Uhr: Rinderkirche für die Markusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.
Rbends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.


