Einzelbild herunterladen

288

Missionsvorträge waren in flltenborf a. d. Lahn, in Leihgestern, Treis a. d. Lumda und in Watzenborn-Stein- berg, Missionspredigten in Großen-Buseck, in Großen-Linden, Klein-Linden und Lang-Göns. Missionsfeste wurden in Beuern, Oppenrod, Lang-Göns und Burkhardsfelden gehalten, Mie früher wirkten bei den Missionsfesten die Kirchengesang- vereine und Posaunenchöre mit.

Kleinkinderschulfeste wurden wie alljährlich in den be­treffenden Gemeinden gefeiert.

In Beuern hielt, war in letzterem Bericht nicht erwähnt ist, der damalige Pfarrer Haupt-Grüningen einen Lichtbilder­vortrag über die evangelische Bewegung in Kärnten.

Bus Bnlaß des am 15. Juni gefeierten Begierungs- jubiläums unseres deutschen Kaisers wurde in allen Ge­meinden des Dekanats eine Nationalspende für die Mission erhoben, die auch in kleineren Orten schöne Ergebnisse lieferte.

Die Jahrhundertfeier der Schlacht bei Leipzig und die Erinnerung an die deutschen Freiheitskriege wurde nach Vor­schrift in den Gemeinden durch eine gottesdienstliche Feier begangen, vielerorts noch außerdem durch Umzüge, durch besondere Veranstaltungen im Freien, durch Pflanzen von Eichen und Linden, auch Bbhaltung von Familienabenden.

In manchen Gemeinden bürgern sich besondere Totenfest­feiern auf den Friedhöfen ein. Buch sei noch erwähnt, daß im liturgischen Meihnachtsgottesdienst in Beuern der Kirchen­gesangverein und die Schulkinder ein lveihnachtsoratorium vufgeführt haben. Behnliche, auch in anderen Orten statt- gefundene Bufführungen von Festspielen sind in den Berichten nicht besonders erwähnt.

Buf die Tätigkeit der Frauenoereine in Stabt und Land soll in dieser Hinsicht nur kurz hingewiesen werden.

In Leihgestern, wo 150 Mitglieder einem solchen Ver­eine angehören, wurde in der pfingstwoche ein gemeinsamer Busflug nach Marburg gemacht, der allgemein befriedigt hat.

(Fortsetzung folgt.)

Aus'den Spuren altgriechischer Kultur.

Beiseerinnerungen von Geh. Gberkonsistorialrat D. lv. petersen in Darmstadt.

(Fortsetzung.)

lvir kehren, des Umschausns müde, unsere Bugen dem Nordwesten zu. Ein kleinerer Berg in Kegelform liegt vor dem Paß zwischen Korpdallos und poikilos. Oben hat ein Mönch sein Häuschen gebaut und mit ziemlichem Geschmack und großer Busdauer alle lvege auf den Berg angelegt, der durch ein Kloster gekrönt ist, das dem heiligen Elias ge­weiht ist, der ja viele Berggipfel in Griechenland im Besitz hat. Man fährt lange auf ansteigender Straße im Engpaß hin, bis man zu den Nuinen des alten Klosters vaphni kommt.

lvir stiegen aus und traten in den engen Klosterhof. Da war es traulich,- aus dem Boden zwischen den Steinen sproßte das Gras, um den Hof herum lief eine niedrige Bogenhalle romanischen Stils. Seitwärts war die Mahnung der Niko- kirä, der Hausverwalterin, einer uralten Frau, die die Köni­gin immer küßt, wenn sie den Drt besucht. Mir traten in die Küche, die innen ausgebrannt ist. In der Deckenwölbung war ein byzantinischer Mosaikchristus. Neueren Datums war offenbar der sogenannte Ikonastos, die Bildwand mit ihren Türen, hinter der die Verwandlung von Brot und Mein im Bbendmahl vollzogen wird. Seitwärts davon steht der Sitz des Bischofs, in einer Nebenkapelle befinden sich zwei Stein­särge der fränkischen herzöge, die im lateinischen Kreuzzug

Bthen als Lehn erhielten. Die Särge sind mit ihrem Emblem, der bekannten Lilie, geschmückt. Zwei kleine Kapellen sind den heiligen des Klosters geweiht, dem heiligen Johannes, dem Vorläufer (Täufer), der Mahnsinn und Fieber heilt, und dem heiligen Stilianös, der die Kinder gesund macht. Um das große Bild dieser heiligen sind kleinere Bilder mit der Dar­stellung von Heilungsgeschichten angebracht. Bn dem Bilde de; heiligen Stilianös hing ein kleines Kind aus Eisenblech, furchtbar roh gearbeitet, wie wir unseren Kleinen Papier­puppen ausschneiden, ein Votivbild für ein genesenes Kind. Nun stiegen wir auf das obere Stockwerk und sahen auf die Trümmer der Klostermauer, in der noch alte, als solche leicht kenntliche Steine stehen. Das schönste war der Blick auf den Klosterhof unten mit seinem Flor herrlichster Frühlings­blumen, die hier buchstäblich so hoch und dicht standen, daß man Garben daraus hätte binden können. Da wir noch an den Strand der cleusinischen Bucht hinunter wollten, bestiegen wir wieder unseren Magen, der uns bergunter führte. Uechts am Mege an einer kahlen Felswand waren Votivnischen zu sehen, die zu dem alten Tempel der Brtemis gehörten, der einst hier stand. Spuren von der Uingmauer sind noch zu sehen, die Inschriften in den Nischen waren unleserlich. Unser Kutscher belehrte uns, hier sei früher eine Mädchenschule gewesen, was uns höchlich ergötzte, wer mag ihm das auf­gebunden haben? Bald lag vor unsern Bugen der weiß­schimmernde Busen, dahinter in weiter Ferne herrliche Berge. Endlich waren wir am Strande, drüben lag Eleusis. Eine unwiderstehliche Sehnsucht dahin packte uns. Der Nosselenker versicherte uns, daß wir Eleusis noch erreichen könnten, und da ging es dann weiter. Die Beleuchtung wurde immer günstiger. Links hatten wir den Meerbusen, an dessen Strand wir noch etwa 1'/- Stunden in weitem Bogen hinfuhren. Die Miesen standen in saftigem Grün, das Getreide wogte wie ein fruchtbares Meer. Pinien und andere malerische Bäume standen einzeln und in Gruppen in dieser gesegneten Ebene. Das Meer war tiefblau, am Strande lichtgrün. Bechts grüß­ten noch immer die Bbhänge des poikilos und seine Ver­längerungen zur Ebene hin. Nach Nordwesten trotzte eine Schlucht, der Engpaß nach Böotien, wo das altberühmte phyle liegt. Im Norden vor uns breitete sich die thriasische Ebene, abgeschlossen durch die wie gewaltige Mauern hinter­einander sich immer höher türmenden Bergzllge des Kithäron, die den Eindruck machten, daß sie dem Feind den Eintritt ins Land wehren könnten. Eleusis lag an der Bucht in stillem Frieden. Die Stadt zieht sich vom Meere an einem Berg­rücken in die höhe, der in zwei Bbsätzen aufschwillt, auf deren Hinterem ein alter Turm aus byzantinischer Zeit ragt. Jenseits der Bucht liegt Salamis mit seinen steilen zum Meere abfallenden Bergen, gewunden wie eine Bretzel. Doch das Buge eilt voran, langsamer folgt der Magen, der erst in der Mitte des Halbbogens der Straße die schon im Bltertum dort befindlichen Salzseen, die Kheitoi, Lagunen, von denen auch Pausanias erzählt, zu passieren hat. Sie sind ummauert, stehen mit dem Meer durch Kanäle, die mehrere Mühlen trei­ben, in Verbindung. Bn einer alten Ruine mit schönen Mar­morblöcken vorüber ging der Meg weiter durch Felder. Etwa eine Viertelstunde vor Eleusis steht ein alter Brunnen, einer von den vielen, die ja von alters her dieselben bleiben und einer unabsehbaren Folge von Menschengeschlechtern die­nen, überschattet von einer schönen, alten, malerischen Pinie. Dahin kommen die Frauen von Leosina, waschen und holen Masser in runden Tonnen und bäuchigen Krügen, die sie auf dem Bücken und auf der Bchsel tragen.

i