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nicht mit geringen Münzen, sondern so, daß es wirkliche Opfer sind.
Ruch vor dem Kleinmut ist zu warnen, der verzweifeln will, wenn nicht jeden Tag ein Riesensieg gemeldet wird, oder wenn die Entscheidung einmal länger auf sich warten läßt.
Darum wollen wir alle ringen und uns in Zucht nehmen, daß wir heilige Hände zu Gott aufheben können, wir wollen auch anhalten mit treuer Fürbitte, reiner Gesinnung und reinem Wandel, dann wird Gott auch fernerhin mit uns fein, wie er mit unseren Vätern war, und wie er seither so wunderbar mit uns war. Wir wollen ehrlich und treulich beherzigen, was Max von Lchenkendorf nach den Freiheitssiegen so unvergleichlich schön ausgesprochen hat:
„Rber einmal müßt ihr ringen Roch in ernster Geisterschlacht Und den letzten Feind bezwingen,
Der im Innern drohend wacht, haß und Rrgwohn müßt ihr dämpfen,
Geiz und Neid und böse Lust,
Dann nach schweren, langen Kämpfen Kannst du ruhen, deutsche örust."
G. G.
Aus den 5puren altgriechischer Kultur.
Reifeerinnerungen von Geh. Gberkonsistorialrat I). W. petersen in Darmstadt.
Die letzte griechische Reise, die ich unternahm, führte mich nach der alten Kultstätte Delphi. Mittags verließ ich Rthen und fuhr mit der Peloponnesbahn nach Korinth, wo ich um 3 Uhr eintraf. Das Dampfschiff, das mich aufnehmen sollte, „hqdria", lag bereits im Hafen und fetzte sich um 4 Uhr in Rewegung. Die Fahrt war herrlich, und im Gefühl, daß es das letztemal in meinem Leben fein werde, tat ich nichts, als die schöne, an dem Tage außerordentlich schöne Landschaft in mich aufzunehmen. Kein Wölkchen lag auf den Rergen des Peloponnes, dessen Uördküste man bis patras in ihrer ganzen Länge und in voller Klarheit sah. Ruf der andern Leite das Vorgebirge Rjos Uikolaos und über den niedrigeren Uferbergen der stolze parnassos. Gegen 6 Uhr ging die Lonne unter, und ich sah eine Lichtwirkung, die ich nie vergessen werde. Die Wasserfläche des korinthischen Golfs, platt wie ein Landsee, war gegen Osten wie flüssiges Gold, das immer intensiver wurde. Die westliche Hälfte des Golfs war wie blaue Emaille, über die sich dichte Lilberglanzstreifen zogen. Die eine Hälfte der Uferberge war rosenrot, die andere schimmerte in tiefem, satten Rlau. Die stillen Wasser wurden von Hunderten von spielenden Delphinen durchzogen. Rach Lonnenuntergang wurde es schnell dunkel, und ich stieg hinunter in den Lalon, um zu essen. Dort traf ich drei Herren, die in Delphi die wegen der geplanten französischen Rusgrabungen abzubrechenden Häuser taxieren sollten. Wir machten wegen der Gemeinsamkeit des Reiseziels schnell Rekanntschaft. 3um Glück erlaubte uns der Kapitän, an Rord zu schlafen, sonst hätten wir in dem hafenort Itea, den wir erst um 9 Uhr abends erreichten, ein mehr als zweifelhaftes Nachtquartier suchen müssen. Ich schlief an Rord vorzüglich und fühlte mich am nächsten Morgen sehr erfrischt, als ich um Vs5 Uhr heraus mußte. Um 5 Uhr ließ ich mich mit meiner neuen Reisebekanntschaft an Land setzen. Itea ist ein langweiliges Nest. Der Name, „Weide", deutet schon auf eine flache Gegend. Das Inter
essanteste war ein Zug von Kamelen am Ufer, die geduldig und in gespreizter Rehaglichkeit einem führenden Esel ihre Lasten nachtrugen. Im damaligen Griechenland war Itea der einzige Ort, an dem noch aus der Tllrkenzeit diese Lchiffe der Wüste zu finden waren, herrlich war der Rnblick des majestätischen parnassos mit seinem ewigen Lchnee. Um eines kranken Offiziers willen, der mit mir im Wagen nach Ehrpso fahren sollte, muhte ich zwei Ltunden in dem aus einer einzigen Häuserreihe bestehenden Grt auf und abgehen. Um 7 Uhr saßen wir endlich in unserem Wagen, der, wer weiß aus welchem Zeitalter, stammte und dessen Türen von außen mit einem Strick zugebunden werden mußten. Die Fahrt ging durch Weinfelder, in denen geherbstet und mit nackten Füßen gekeltert wurde, dann durch schöne Olivenhaine auf guter Ltraße, immer steiler bergan bis zum Dorfe Ehrqso, wo ich den Offizier verließ und mir für den Ritt nach Delphi einen Mann und ein Maultier nahm. Der Weg geht immer hoch an dem Lchluchtabhang des Rergbaches pleißos entlang, dessen Wasser hell aus der Tiefe zu einem aus dem Graugrün des Glioenwaldes heraufschimmerten. Um 9 Uhr war ich in Delphi und stieg bei dem Wächter, dem philax, namens vasilis ab, der mir sofort mitteilte, es feien dort deutsche „Knaben" (pädia, d. h. junge Leute) angekommen. Nach der Reschreibung mußten es Rekannte sein. Es waren drei reisende Theologen. Ich besah mir zuerst allein Delphi, dessen Ruinen man damals buchstäblich noch suchen mußte, da die französischen Rusgrabungen, die mir so gewaltige Fülle von Rltertümern zutage bringen sollten, noch nicht einmal begonnen hatten. Ulan konnte den Wunsch nicht unterdrücken, das Dorf Kastri, das auf der Stätte des alten Delphi stand, möchte mit seinen elenden Hütten und noch elenderen Gassen verschwunden sein. Nach zweistündigem Rundgang fand ich meine drei deutschen Theologen, die im Hause des Wächters mit dem Essen auf mich gewartet hatten. Um I Uhr saß ich bereits wieder hoch zu Roß, um mich unter Führung eines Rgogiaten nach dem wundervoll gelegenen Rrachara zu begeben. Rrachara liegt am Fuße des parnassos in einer engen Lchlucht, durch welche der Wind sehr kalt blies. Der Ritt hin und zurück durch die Weinberge, die sich bis hart an die nackten Felsen emporziehen, dauerte 4 Ltunden. heimgekehrt traf ich die Rthener Herren, mit denen das Rbendbrot gemeinsam eingenommen wurde. Nachts lag man auf der Erde, doch schlief ich ganz erträglich.
Rm nächsten Tage brachen wir um 5 Uhr auf und ließen uns von einem Führer nach der Korpkischen Grotte führen. Es war ein Marsch von 3 Ltunden, zuerst immer bergan mit dem Blick auf das Tal von Delphi, auf die krisäische Ebene, Itea, den kleinen Rusen von Galaxidhi, dann auf den korinthischen Golf und die Rerge des Peloponnes. Schließlich wandert man durch Tannenwald und hat den parnassos vor sich liegen, die hauptkuppe, die sich breit und massig aus einer Hochebene erhebt, auf der die Rrachariten ihr Korn bauen.
Die Korqkische Grotte selbst, im Rltertum die Stätte wilder baechischer Feste, ist gewaltig groß und in ihren Hinteren Teilen nur mit Lichtern zu betreten. Rbenteuerliche Stalaktiten hängen von der Decke herab. Nach schnellem Rbstieg in der kalten Rergluft waren wir um Mittag wieder in Kastri und bekamen von dem Wächter ein Lamm a la Pallicari und eine griechische Delikatesse, Kokoretzi mit Herz, Nieren und Zwiebeln geschmorte knusprige Schafdärme, vorgesetzt, die uns sehr mundete, von der Leite meiner ihren Mittagsschlaf haltenden Genossen schlich ich mich, um in voller


