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vom Guftav-Adols-Verein.

Vorbemerkung. Vas Iahresseft des Dietzener Zweigvereins sollte am 2. August in Kllendorf a. 6. Lahn gehalten werden. Oie Ausführung dieses planes wurde durch den Kriegsausbruch vereitelt. Damit die lieben Allendörfer von ihrem Feste, dem sie mit so großer Teilnahme entgegensahen, wenigstens etwas haben, möge hier ein Teil des Jahresberichts, den zu erstatten Aufgabe des Schriftführers war, folgen.

Werte evangelische Glaubensgenossen! Wir leben jetzt bekanntlich in der Zeit der Ausstellungen, haben wir doch eine solche dieses Jahr in unsrer unmittelbaren Bähe, in Dießen, zu sehen Gelegenheit bekommen, und die meisten von uns haben sich wohl an dem dort Gebotenen erfreut, umso­mehr, da sie den Zweck hatte, den Stand der Leistungen unsres oberhessischen Gewerbes einmal der Geffentlichkeit vorzuführen, und diese Absicht auf die beste Weise ge­lungen ist.

ändere Busstellungen dienen anderen Zwecken. So haben die meisten von uns wohl auch schon von der Aus­stellung für Buchgewerbe und Graphik gehört, die diesen Sommer in Leipzig stattfindet und wohl alles zusammen­gebracht hat, was die Schreib- und Zeichenkunst Bemerkens­wertes hervorgebracht hat. Vieser Orang der Schaustellun- gen ist erst vom Boden des neuzeitlichen Verkehrs aus zu verstehen, der es mit sich bringt, daß jeder einzelne seine be­sonderen Leistungen der Geffentlichkeit zu empfehlen trach­tet. Diesem Drang nach öffentlicher Empfehlung kann sich schlechterdings kein Unternehmen mehr entziehen, von welcher Urt es nun auch sein mag, selbst diejenigen nicht, die nicht dem Erwerbsleben, sondern der pflege des religiösen Lebens dienen.

Den Beweis für diese Behauptung haben wir ja voriges Jahr ebenfalls in unsrer unmittelbaren Nähe in der Nissions- aurstellung gesehen. Dementsprechend ist auch der Gustav- Bdolf-Verein auf der genannten Busstellung in Leipzig ver­treten, und wir können e; bedauern, daß wir das, was er dort vorbringt, heute nicht hier vor uns haben und eingehend betrachten können. Es würde uns einen besseren Einblick in die Bestrebungen und Leistungen dieses Vereins geben, als es tausend mündliche Beschreibungen tun können. Da stehen in erster Beihe eine Zahl von Bbbildungen solcher Bauten, deren Errichtung der G.-B.-v. sein besonderes Bemühen zu­gewendet hat, nämlich von Kirchen und Pfarrhäusern. Da ist ein geschmackvoller Bau abgebildet, die evangelische Kirche in Windhuk, der Hauptstadt unsrer Kolonie Südwestafrika, ferner da; Pfarrhaus zu Jerusalem. Weiter sieht man eine Schule in dem Urwald von Brasilien, der im Begriff ist, durch den Fleiß unsrer deutschen Kolonisten in Kulturland umge­wandelt zu werden. Ein weiterer bildlicher Gruß lenkt unsre Blicke nach dem noch heute im Vordergrund des politischen Interesses stehenden Balkan und zwar in der Gestalt des deutsch-evangelischen Diakonissenhauses in Bukarest, der Hauptstadt Kumäniens. Und endlich sehen wir den lieblichen Innenraum der evangelischen Kirche zu Smyrna in Klein­asien, dem die Liebe und die Sorgfalt unsrer Frauenvereine sein behagliches Bussehen gegeben haben.

von Landkarten ist nicht jeder ein Freund, weil es nicht ganz leicht ist, sich darauf zurechtzufinden. Uber wenn wir im Manöver die Gffiziere sehen, die doch fremd in der Gegend sind und sich doch so sicher im Gelände auskennen, als wären sie hier geboren, dann bekommen wir doch eine hohe Mei­nung von dem Werte der Landkarten. Diese macht sich auch der Gustav-Udolf-Verein zunutze. Er zeigt, wie er in allen Teilen der Erde mit Uusnahme von Uustralien Brbeitsge-

biclc hat, um evangelischen Glaubensleben zum Dasein zu verhelfen und die Wege zu bahnen. Gegenwärtig sind es 2255 im Entstehen begriffene sog. Viasporagemeinden, die auf seine Fürsorge angewiesen sind, von diesen sind etwa 1200 auf die katholischen Gebiete des deutschen Beicher zerstreut, die übrigen auf das Uusland. Seit 1898 wird aber die Zahl der letzteren im allgemeinen Verhältnis immer größer. Dieses ist bekanntlich das Geburtsjahr der österreichischen Los-oon- Bom-Bewegung, und so beansprucht auch dieser Nachbarstaat einen immer steigenden Prozentsatz. Wenn wir z. B. die Lumme alles dessen nehmen, was der G.-U.-v. seit seinem Unfang in 82 Jahren verwandt hat, nämlich 58 460 574 Mk., so kommen auf das deutsche Beich 56 Proz., auf Gesterreich- Ungarn 52 Proz., das übrige Uusland 10 proz. Dagegen für das Jahr 1912, in dem im ganzen 1 889 475 Mk. auf die Unterstützung evangelischer Gemeinden in der Diaspora ver­wandt worden sind, gestaltet sich das Verhältnis folgender­maßen: Deutschland 49 Proz., Gesterreich-Ungarn 56 Proz., das übrige 15 Proz. Ullerdings müssen wir auch feststellen, daß die evangelische Bevölkerung unseres Bundesgenossen selbst 115 000 Mk. von der Lumme aufbringt, die ihr der G.-U.-v. zuwendet. Wir freuen uns dieses Lachverhalts, weil er zeigt, daß man dort das verlangen trägt, aus der Stellung des ausschließlichen Empfängers herauszukommen und auf eigenen Füßen zu stehen.

Das Bild der evangelischen Kirche zu Windhuk, das wir vorhin erwähnten, trägt ein Schild, auf dem steht folgende Ungabe: Der G.-U.-v. unterstützte von 18521912 2729 Kirch-, Bethaus- und Turmbauten, davon 852 in Gesterreich- Ungarn, 506 im übrigen Uuslande. Das Bild des Jerusalemer Pfarrhauses trägt den vermerk: 1070 Pfarrhäuser ver­danken dem G.-U.-v. ihre Entstehung, davon 298 in Gester­reich-Ungarn, 71 in anderen Ländern. Bei den 1055 Schulen kommt unser Nachbarstaat mit 464 weg.

Das Gesamtbild ist ein erfreuliches. Uber schon seit Jahren wartet der G.-U.-v. mit Sehnsucht daraus, daß die zweite Million seiner Verwendung voll werde, ohne jedoch bisher zum Ziel gekommen zu sein. Wer hilft sie voll machen?

K.G.

Griechische Reisen und Sommerfrischen.

von Geh. Dberkonsistorialrat D. W. petersen in Darmstadt.

(Schluß.)

Einige Passagiere stiegen ein, dann wurde weiter ge­dampft und gegen 4 Uhr erreichten wir den hafenort Leonidhi in einer grünen Strandebene mit vielen Windmühlen und schö­nem Berghintergrund. Dann steuerten wir hinüber nach Uau- plia, das wir um 8 Uhr erreichten. Unsere beiden Schwer- KranKen hatten genug der Seefahrt und wollten den nächsten Tag zu Lande weiter. Wir setzten uns auf dem Marktplatz von Uauplia zum letzten gemeinsamen Mahle nieder und machten die angenehme Entdeckung, daß unsdie bereit vorgelegten Speisen" noch schmeckten. Die Seefahrer gingen dann wieder an Lord, und als wir am nächsten Morgen erwachten, lagen wir gerade vor Theli, dem allen halike, einem hafenort der alten Halbinsel hermione. Wir stiegen auf das verdeck und genossen bei herrlichstem Wetter den Best der Fahrt. Zuerst schrägten wir über den Sund hinüber nach Spezzia, im Blter- tum Pithpuse, die zusammen mit Hydra zur Zeit des griechi­schen Befreiungskriege; Bedeutendes geleistet hat. Spezzia liegt freundlich auf flacher Insel. Bnsehnlich ist Hydra, das wir später anliefen. Die ganze Stadt mit ihren schneeweißen, malerisch am Bergabhang sich aufbauenden Häusern am engen