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so genannt, die noch im zweiten Jahrhundert nach Ehr. pausanias als dieRlaphydra" besucht hat. Huf unserem Wege erreichten wir bald das sogenannte arkadische Tor, ein Doppeltor, dessen Inneres aus einem kreisrunden Hof gebildet wurde, alles in großen, behauenen Felsquadern. Rechts und links vom Eingänge erheben sich quadratische Türme, die noch in ziemlicher höhe erhalten sind. Oie Rund­mauer um den Hof ist noch 67 Meter hoch. Der Mittel­pfosten des inneren Tors, 6 Meter lang, lag auf dem Roden. Wir stiegen nun etwas nach Westen hinauf und sahen die weit über die Berge sich erstreckende Ringmauer im Viereck, leisteten aber Verzicht auf einen doch zwecklosen Rundgang, der uns Stunden gekostet hätte und gingen statt dessen unseres Weges weiter, dem Innern der Stadt zu, deren alte Stätte nun von den Weinbergen und Feigenhainen des Dorfes Mau- romati eingenommen ist. Mir erstanden uns frischgepflückte Feigen und Trauben, die uns vorzüglich schmeckten und gingen in das Dotf, in die Räche des Dorfbrunnens, der antik ist und eine große Menge Wassers durch viele Geff- nungen spendet, hier schöpften die Frauen des Grtes, wäh­rend die Männer in und vor dem Wirtshaus saßen und ge­duldig und lächelnd eine Vorlesung meines Freundes über die unwürdige Sklavenstellung des griechischen Weibes an­hörte, wozu wir unseren Mastixschnaps tranken. Der Wäch­ter des Dorfmuseums gesellte sich zu uns und führte uns durch die Weingärten nach den kümmerlichen Resten des Theaters, die ganz mit Efeu überwachsen sind und sodann insMuseum", das keine großen Schätze barg. Interessant darin war das Resuchsbuch mit den Namen vieler berühm­ter Besucher.

Jetzt hieß es wieder steigen. Wir verließen dar Gebiet der alten Ltadt durch das sogenannte lakonische Tor und befanden uns nach Vr Ltunde in der Einsattelung zwischen den beiden Bergspitzen Ithome und Eria. Dort erwartete uns eine ganze Horde von verkrüppelten Menschen und streckte bittend die Hand aus. Wir wurden dabei so gründlich unseres Rupfervorrates beraubt, daß eine zweite Ruflage des Elends, die tiefer unten uns erwartete, leer ausging. Es war näm­lich eines der größten Feste der griechischen Rirche, das Muttergottesfest, der 15. Rugust: kimisis tu theotöku. Wir waren ja auf dieses Fest auch vorbereitet, vorher gehen Fasten, daher war es so übel um unsere Verpflegung auf der Reise bestellt. Festlich gekleidete Menschen sah man überall, die nach Rloster vulkano wallfahrteten.

Das Rloster selbst ist ein mächtiges Gebäude auf einem Felsenacker, von wo aus man einen entzückenden Blick auf die fruchtbare messenische Ebene und auf die lakonischen Berge hat. Eine Zeltstadt von Verkäufern hatte sich an jenem Tage um das Rloster angesiedelt. Wir gingen hinein und hindurch und freuten uns, dort nicht eine Nacht bleiben zu müssen. Ruf steilem Pfad eilten wir bergab, nahmen unter­wegs einen Imbiß und marschierten zwei Ltunden lang auf schattenlosem Weg, bis wir unter die Fruchtbäume der Feld­mark von Lepheremini kamen, wo wir ein trockenes Fluß­bett durchschritten und auf der anderen Leite wieder Rnschluß an die Rulturwelt fanden in der Eisenbahn. Eine Ltunde Wartens auf den Zug benutzten wir zum Trinken und Rasten und wurden dann von der Eisenbahn durch herrlich ange­bautes reiches Land nach Ralamae geführt, wo unser vor­ausgerittener Gefährte und die Rgogiaten uns schon am Bahnhof erwarteten. Wir gingen gleich in ein Hotel, er­quickten uns an einem anständigen, wenn auch aus minimalen portiönchen bestehenden Mittagsmahl mit trinkbarem Wein,

besuchten den deutschen Ronsul, machten einige Einkäufe und bestiegen um V»4 Uhr nachmittags wieder die Pferde.

Ralamae liegt am linken Ufer des Nedon, der vom Tap- getos herkommend in den Meerbusen mündet, im Sommer wasserlos im breiten schotterreichen Bett. Gegen den Fluß fällt steil ab der Burgberg mit den Trümmern eines mittel­alterlichen Lchlosses. Rm Rbhang liegt die Ltadt, noch 20 Mi­nuten vom Meere entfernt, wo an der Skala die Schiffe liegen, um Geh Seide und Südfrüchte einzunehmen. Im Rltertum lag hier pharai, wo Telemachos auf seiner Reise nach Pplos übernachtete. Ruf der mittelalterlichen Burg wurde Wilhelm villehardouin II. geboren und hatte dort feinen Lieblingrsitz. Später fiel sie in die Hand der Türken, dann 1685 in die Hand der venetianer. 1821 war Ralamae der Mittelpunkt des Rufstandes im Peloponnes.

Rm Nedon hinauf strebten wir nun dem Taygetos zu. Der nun folgende Ritt war sehr genußreich, vor sich hatte man die mächtigen Berge und rechts und rückwärts den blauen Meerbusen von Ralameta,' es ist an der Riviera nicht schöner. Dabei war alles in der durchsichtigen Luft so klar, daß die immer wachsende Entfernung keinen Unterschied zu machen schien. Einmal über das anderemal glaubte man das Meer zum letztenmal gesehen zu haben, auf einer größeren höhe, die der Saumpfad erklomm, kam er dann doch wieder zum Vorschein, und als wir um 6 Uhr das Dorf Ehania erreich­ten, blickten wir wieder auf den abendlichen Golf, bis die Sterne aufgingen. Es war ja noch früh am Tage, aber wir mußten in Ehania Guartier machen und genossen daher ordentlich die Ruhe in der herrlichen Bergluft. Ein Zwiebel­lager wurde aurgeräumt, um uns als Nachtquartier zu dienen. Dann wurde da; Rbendbrot aufgetragen: Brot, Eier, Konserven und zum Nachtisch etwas von der Leipziger Wurst, die man anstatt Konfekts ohne Brot. Eine große, er­wähnenswerte Ueberraschung wurde uns dabei zuteil. Die Ziegenherde des Dorfes wurde vorbeigetrieben, und uns kamen polpphemische Gelüste, die in schäumender Milch be­friedigt wurden, ein Hochgenuß nach langer Entbehrung. Dann legten wir uns in Rnbetracht der kommenden Stra­pazen ins Zwiebeldepot und schliefen bald den Schlaf der Gerechten.

Schon um 2 Uhr am nächsten Tage wurde ich wach, um VsZ stand ich auf. Bei dem dürftigen Licht des Geldochtes wurde dar Morgenmahl eingenommen. Um 4 Uhr saßen wir zu Pferde. Wie erfrischend die Morgenluft wirkte, man möchte sagen berauschend! Es wurde viel gesungen an diesem Mor­gen. Der Weg war recht steil und wand sich immer tiefer ins Gebirge. Links hatten wir immer schwindelnd tiefe Schluch­ten und jenseits nackte Berge, welche im Licht des Mondes geheimnisvoll leuchteten. Stundenlang ritten wir so, bi; wir wieder die Schlucht des Nedon erreichten, diesmal um sie zu durchqueren, vor uns lag Rarvsli, ein freundliches Dorf unter Bäumen auf einer Felsenkuppe über dem Gießbach. Jenseits des Baches langgestreckt am Berge hinauf ein anderes Dorf: Saba, unten in der Tiefe dar rauschende Wasser. Rarvsli ließen wir liegen und überschritten auf einer Brücke Nedon und klommen die engen Dorfgassen von Lada hinan, in denen das Wasser zu Tal rauschte, Schweine voller Lebens­lust sich wälzten und mächtige Weinstöcke Lauben bildeten. Rn einer solchen Weinlaube hielten wir, und schwere, fußlange Trauben wurden für uns abgeschnitten, dazu wurde Mastix getrunken. Dann kletterten wir weiter das Dorf zu Ende, dessen Gassen so eng waren, daß man auf die Pferde achten mußte, um nicht von ihnen an einer hauswand abgeschürft