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parnisos, des wasserreichsten Flusses des Peloponnes, im Nor­den durch das Hochland von Lira, wo die alte Feste der Mes- senier lag, geschützt gegen die rauhe Luft Rrkadiens, nach Süden offen gegen das Meer und all die warmen Luftwellen, die von Rfrika herüberkommen. Man findet in keinem Teile Griechenlands einen so gesegneten Landbau, nirgends in gleichem Maße die üppige Pflanzenwelt des Südens: neben der dickblättrigen Rloe sieht man Zitronen und Grangen von enormer Größe. Die Dattel selbst reift unter dieser Sonne. Del und Mein gibt es im Ueberfluß.

Sn diesem Paradies ist der ragende Mittelpunkt Ithome. Dom Meere aus, wie wenn man aus Rrkadien auf die Paß­höhe nach Messenien kommt, immer bleibt das Rüge an dem 802 Meter hohen Ithome heften, dem Wahrzeichen des Landes.

Line Lcke der nördlichen Lbene schnitten wir ab nach dem Dorfe konstantinos, das auf einer Rnhöhe liegt, die wir nach zweistündigem kitte erreichten, um dann wieder etwas berg­ab nach Ithome hinüberzureiten. Ls war uns schon klar, daß wir letzteres nicht mehr würden erreichen können und folgten dem Vorschlag des Führers, am Fuße des Berges, im Dorfe Neochori zu übernachten, wir hatten aber noch einige Stun­den in der Dämmerung zu reiten, die uns nach dem heißen Tage sehr wohl tat. Kn einem Dorfe Rlituri vorüber kamen wir an die merkwürdige Maurozumenosbrücke, die aus drei Rrmen besteht, von denen je zwei einen stumpfen Winkel bilden. Ls treffen eben dort zwei Flüsse, wie im Rltertum zusammen, die Belyra und der Rmphitos, jeder Brückenarm ist IO 1 /» Fuß breit, der mittlere überbrückt kein Wasser, son­dern das Ueberschwemmungsgebiet zwischen den beiden Flüs­sen. Der ganze Bau ist alt, im Mittelalter dann durch die kjerren von Karytäna wiederhergestellt worden, fjicr be­ginnt die zweite Lbene, eine wahre MaKaria-Segensau, die schon Luripides besungen hat.

voll schöner Frucht, von 1000 Bächen überströmt,

Für Bind und Schafe gibt es reiche Weideflur,

Nicht wird's im Winter durch der Stürme Frost geplagt, Noch glüht es unter allzustrengem Sonnenblick."

Der Maurozumenos mündet dann einige Meilen weiter in den altberühmten pamisos, der zwar ein breites Schotter­bett, aber um die Sommerzeit kein Wasser mehr hat. Nach Ueberschreitung der Maurozumenosbrücke erreichten wir in einer Viertelstunde Neochori.

Im Gasthause des Dorfs bot man uns einen Speicherboden an, wo wolle und Born lagerten. Fenster gab es da nicht, wir nahmen das Bngebot an, wuschen uns in primitivster weise und rüsteten dann unser gewöhnliches Rbendbrot, wo­zu wir wieder eine gewaltige Melone verspeisten. Das harte Nachtlager wurde bereitet und bezogen. Zwar war es rein, aber die wollzupferinnen hatten die bekannten Turner im braunen Gewände hinterlassen, die sofort, nachdem wir uns gelegt hatten, an uns heraufzukrabbeln anfingen. Trotzdem schliefen wir bald ein, nur ein Beisegefährte hatte am andern Morgen über eine schlechte Nacht zu Klagen.

Da wir schon um 5 Uhr früh unterwegs sein sollten, wurde um Vs4 Uhr aufgestanden, gefüttert, wie man es wohl füglich nennen kann, und Baffee getrunken. Liner der Leipziger kjerren trennte sich von uns, da ihm nicht ganz wohl war, um die nächste Lisenbahnstation zu gewinnen und von dort nach Batamata zu fahren. Unsere Bgogiaten (Führer) mit den Pferden ritten voraus nach Balamata.

wir übrigen drei Reiseteilnehmer machten uns unter Führung eines schlanken und gewaltig leichtfüßigen Messeniers auf, um das Bloster vulkano auf Ithome zu besuchen. Ls war eine wundervolle Wanderung in der Morgenfrische, und wir grif­fen fest aus. wir mußten um den Berg herumlaufen, der sich einsam aus der Lbene zu seiner kjöhe von 802 Metern erhebt. Schöne alte Bäume, hauptsächlich Lichen, standen auf seinen Bbhängen, doch sah man auch Spuren von frevel­hafter Behandlung. Bei der einzigen Duelle an unserem Wege machten wir einen Kurzen ljalt und nahmen in Lile einen Imbiß, weil wir im ganzen ü Stunden zu laufen hatten. Sodann brachen wir auf nach den Ruinen von Mes- sene. fjier am Ithome entschied sich Messeniens Schicksal im Rltertum. Im ersten messenischen Brieg war Ithome die Zu­flucht der Messenier, die den Kriegskundigeren Spartanern gegenüber das flache Land preisgeben mußten. Rm Lnd« des ersten Brieges rissen die Spartaner die Festungsmauern nieder. Im zweiten messenischen Kriege trotzten die Messe­nier 10 Jahre lang den Rngriffen ihrer Feinde und zogen sich zuletzt von Ithome nach dem noch Häher und schroffer gelegenen Lira zurück, um schließlich unbesiegt in Sizilien, das nach ihnen den Namen Messens erhielt, sich eine neue ljeimat der Freiheit zu gründen.

(Fortsetzung folgt.)

Lin Streit um ein Lutherwort.

Rm 27. Mai d. I. wurde in der Lokalschulkommission der bayerischen kjaupt- und Residenzstadt München eine Frage verhandelt, die für weite Kreise des evangelischen Volkes interessant ist. wir stützen uns bei der Wiedergabe dieser Debatte auf den Bericht des Lokalberichterstatters einer an­gesehenen, in katholischen Kreisen tausendfach gelesenen Tageszeitung.

Ls handelte sich um ein amtliches ,Merkbuch" für den Unterricht in der Weltgeschichte an den Münchener städtischen Volksschulen. Ruf neue ministerielle Rnordnung hin müssen die bisher nach dem Lehrplan vorgeschriebenen, von den Schülern selbst anzufertigenden Merkhefte durch gedruckte Merkbücher ersetzt werden. Line Kommission des Bezirks­lehrervereins unter dem Vorsitz des Oberlehrers Strobl hatte .nun einen Lntwurf eines solchen Merkbuchs für den Ge­schichtsunterricht, wie er in der vorletzten, dritt- und viert­obersten Klasse benutzt werden soll, ausgearbeitet. Die darin gegebene Fassung verschiedener Kapitel führte im Russchuß, sowie im Plenum der Lokalschulkommission zu einer nicht uninteressanten Debatte.

In der vorbereitenden Kommission beantragte Dom­kapitular kjartl, er solle bei dem RbschnittLuther in Worms" das bekannte Lutherwort: ,,k)ier stehe ich, ich Kann nicht anders, Gott helfe mir! Rmen!" gestrichen werden, weil es historisch nicht beglaubigt sei. Darauf strich die Kommission den Satz auch, der Russchuß stellte ihn jedoch wieder her. Im Plenum vertrat nun Geistlicher Rat Wagner unter Be­rufung auch auf evangelische kjistoriker wie wrede (Göt­tingen) und Karl Müller (Tübingen) die gleiche Ruffassung wie f)artl, daß dies Lutherwort nur eine Legende sei. weiter wandte sich der Redner gegen die seiner Rnsicht nach unzu­treffende Tharakterisierung des bekannten Rblaßpredigers Tetzel. Rus diesen Gründen erklärte der Redner (Zentrums­abgeordneter), gegen die geplante Rufnahme des Büchleins als Unterrichtsmittel stimmen zu müssen.