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Haupt, seinen fruchtbaren Abhängen, seinen zahllosen (Quellen war er ein Bild des Wolkensammlers Zeus, hier auf dem Lykaion wurde der Lohn des Kronos von der Bhea geboren. Drei Ouellnpmphen zogen ihn im verborgenen auf, und schon nach Jahresfrist machte er der Herrschaft seines Vaters ein Ende. Auf dem Gipfel des Gebirges erhob sich der dem Gott geweihte Erdaltar, unterhalb desselben war der heilige Bezirk. Wer den Fuß über seine Grenzen gesetzt hatte, mußte noch des­selben Jahres sterben, ein verfolgtes Wild verlor in dem Bezirk plötzlich seinen Schatten. An jenem Augustmorgen sah der breit und majestätisch hingelagerte, von Wolken nicht be­deckte Berg, von rotem Morgenlicht überglüht, besonders feierlich und zur Andacht stimmend aus. Links liefen schön geformte und grüne Berghänge dem Flusse zu, der in der Ferne seine Furche durch das Gelände zog. Es war der Alpheios, der Fluß Glpmpias, in seinem mittleren Lauf, hinter ihm lag die Ebene von Magalopolis und dahinter wieder die stolze gipfel­reiche Kette des Tapgetos. Bechts hatten wir einen Berg­rücken, der uns die klussicht abschnitt und den wir erst über­steigen mußten. Zunächst ging es bergab und je tiefer wir hinabkamen, desto reicher wurde die Vegetation, darunter auch schöne Lorbeersträucher. Wir kamen durch Weinberge und trafen gerade einen Mann mit einem Korb voll davon, der uns gern für Geld von seiner köstlichen Frucht überließ. Weiter wandernd schmauste jeder mit Behagen von seiner Fülle und freute sich des köstlichen, erfrischenden Saftes.

vie Geschichte eines Zingerhutes.

va steht er vor mir, der kleine, silberne und unscheinbare Gegenstand, so verbraucht, auch etwas verbogen und dennoch wie wertvoll für mich und hoffentlich auch wertvoll für alle die Generationen, die nach mir kommen sollen, die je das kleine Ving in Händen halten werden. Nur in der Hand halten, nie mehr in Gebrauch nehmen; denn dazu ist er zu ehrwürdig, er soll feine Nuhe und seinen Ehrenplatz haben wie alles, was in treuer Arbeit alt geworden ist.

Wenn ich ihn mir still betrachte, den schlichten, kleinen Fingerhut, so fällt mir immer dabei auf, nicht nur, wie sehr verbraucht, sondern auch, wie klein und zierlich er ist. Wie zart und fein waren wohl die Hände, die ihn trugen zu fleißiger Arbeit! klch, ich habe sie noch gekannt, es waren die Hände meiner Mutter, und ich erinnere mich dieser Hände sehr gut, sie waren fein und weiß, aber nicht vom Nichtstun. Ich habe mich oft gefragt, und jetzt erst recht frage ich mich, wie es wohl möglich war, solche zierliche, feine Hände zu haben, und dabei doch eine so tätige, schaffende Landhausfrau zu sein, wie es einst meine Mutter war! Jetzt, wo selbst vielfach auf dem Lande alles fertig in das Haus kommt, kann man sich die Tätigkeit einer Hausfrau in einem großen Landhause von damals nicht mehr vorstellen. Va wurde z. 6. alles Brot für den Haushalt selbst gebacken, und meine Mutter machte das stets eigenhändig,' ich sehe sie noch vor mir in einer großen, weißen Schürze mit klermeln, die das ganze Kleid schützte, wie geschickt und flink sie den Teig behandelte und die großen Brote formte. Sch sollte es auch lernen, jedoch muß ich leider bekennen, daß ich es nie fertig gebracht habe, obwohl ich zu meiner klusjteuer auch eine große, weiße Backschürze erhielt. Und vor den Festen, besonders an Weihnachten, welche Menge von Kuchen wurden da gebacken. Venn nicht nur war es eine zahlreiche Familie mit den dazu damals auf dem Lande nötigen Lehrern und Erzieherinnen und den vielen vienst-

boten, es mußte auch auf Besuche gerechnet werden, die in den Feiertagen sich besonders gern in dem kinderreichen, fröhlichen Landhause einzustellen pflegten, killen diesen häus­lichen Arbeiten stand meine Mutter selbst vor, und dabei er­innere ich mich nicht, sie je in großer Eile gesehen zu haben,' es muß wohl alles sehr zur Zeit vorbereitet und angeordnet gewesen sein, um es möglich zu machen, daß die Maschine dieses großen Haushaltes so pünktlich und gut arbeitete.

Vas Schönste aber von allem waren die Nadelarbeiten der Mutter, zu denen der kleine Fingerhut unentbehrlich war. Sch erinnere mich nie, die Mutter müßig gesehen zu haben, - stets regte sie ihre fleißigen Hände zu nützlicher Arbeit, und ungezählt sind die Gegenstände, die aus ihrer geübten Hand für ihre vielen Kinder hervorgingen und noch weiteren Gene­rationen dienten.

Aber noch ein Amt hatte dieser vielbenützte Fingerhut: er mußte tanzen zur Erheiterung des jeweiligen Jüngsten in der Familie. Es ist mir dies ein unvergessener Anblick ge­blieben: meine Mutter am Fenster an ihrem einfachen Näh­tisch, auf welchem und in welchem die peinlichste Ordnung herrschte, auf dem Schoß das Nesthäkchen, vor dem der Fingerhut gedreht wurde, daß er sich wie ein Kreisel be­wegte, und dabei ein leise schnurrendes Geräusch verursachte, vie kleinen, dicken Händchen des winzigen Erdenbürgers ver­suchten das sich drehende, schnurrende Ving zu fassen, schlugen aber natürlich immer daneben, was die Heiterkeit des jungen Künstlers ebenso wie die der bewundernden Geschwister nur erhöhte.

Was könnte der kleine Fingerhut alles erzählen aus dem äußerlich einförmigen, aber doch so vielseitigen, inhaltsreichen Leben dieser längst vergangenen Zeit, das sich in dem Hause unter den alten Linden abspielte. Ls war aber nicht nur Spiel und Lachen der Kinderschar, auch heiße Tränen fielen auf die fleißigen Hände, als der Vater durch ein schweres Leiden schnell hinweggerufen wurde, va sehe ich die Mutter wieder an ihrem Fensterplatz sitzen in ihrem Witwenkleid, wie sie an hüten und Nöckchen den bunten Besatz löste, um schwarzes Band daran zu nähen, wie die Tränen leise auf ihre feinen Hände fielen, die selbst in den Tagen tiefer Trauer nicht rasteten.

Diese Bilder alle bringt der kleine Fingerhut mir vor mein geistiges Auge,' zugleich erweckt er mir auf das neue die Freude an aller und jeder Nadelarbeit, der ich bis in das hohe Alter treu geblieben bin. Nach meiner Ansicht ist das Snteresse dafür viel zu sehr geschwunden, wohl infolge des vielen Sports,' doch wäre es in jeder Weise zu begrüßen, wenn neben diesem nützlichen und die Gesundheit fördernden Ver­gnügen der Fingerhut wieder mehr zu Ehren käme. Sch be­fürchte, er wird sonst bald zu den Gegenständen gehören, wie auch das Spinnrad, die nur noch in Museen und beim Alter- tumrhändler zu finden sein werden, um damit einer längst überwundenen, der „guten alten" Zeit anzugehören. Armer kleiner Fingerhut! Baronin N.

Sechzig Zchre ttlein-Lindener Posaunenchor. -V

Wie wir in unserem Blatte an anderer Stelle berichten, so feierte der Klein-Lindener Posaunenchor Sonntag, den 5.Juli, sein sechzigjähriges Bestehen. Zu diesem Feste hat Pfarrer Otto Lenz vom viakonissenhaus Elisabethenstift in Varmstadt, ein geborener Gießener, eine Denkschrift geschrieben, die unter dem Titel „Denkschrift zum sechzigjährigen Jubelfeste des Klein-Lindener Posaunenchors (des ältesten in Hessen) — die