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rung der zehn Gebote allemal mit den Worten beginnen: wir sollen Gott fürchten und lieben. Vas ist mit ein hauptschaden an dem religiösen Rückgang unserer Zeit, daß unser Volk mit der Rngst, welche es früher vor Gott empfand, zugleich auch jede Ehrfurcht und Scheu verloren hat. Gewiß ist die bloße und blasse Rngst vor Gott etwas Minderwertiges und schafft kein wahrhaft gutes Herz, gewiß muß an Stelle von Furcht und Rngst schließlich Liebe zu Gott, Liebe zum Guten selber treten, aber diese Liebe ist bei den meisten Menschen mit einem gewissen Teil Rngst gemischt.

Darum sollten wir alle sehen und helfen, daß unser Volk wieder lerne, seinen Gott zu fürchten, sich vor ihm zu beugen, damit zu dieser Gottesfurcht sich dann die Liebe zu Gott, die Ehrfurcht vor seinem heiligen willen und die Liebe zu den Menschen finde. Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Rnfang.

G. G.

von der Nacht des Heidentums.

von R. doll mar in Taste!.

(Schluß.)

Ts gibt heutzutage kein Heidenland, in dem die Bahn für die Mission nicht frei wäre, es ist schon manches er­reicht in der Bekehrung der wilden, und Menschenfresser finden sich nur noch im innersten Rsrika, auf einzelnen Süd- seeinseln und auf Neuguinea vor: Leider aber wird sowohl in Rsrika als auch in Rsien die Riusbreitung des Reiches Gottes erschwert durch das Ueberwuchern des kulturfeind­lichen Islam, der von Norden und Gjten bereits bis zur Westküste Nfrikas vorgedrungen ist. Durch die haussa, mo­hammedanische, den Handel im mittleren Nfrika beherr­schende reisende Raufleute, ist die Lehre Mohammeds vom Sudan und Gstafrika über den Rongostaat und Requatorial- afrika durch Nigerien und Ramerun zur Westküste getragen, wo ihre Bekenner in der Hafenstadt Lagos im vorigen Jahre eine prächtige Moschee erbaut haben. So haben wir nicht nur zur Unterweisung der Heiden, sondern auch zur Rück­gewinnung der dem Islam Zugefallenen mehr Missionare als bisher zu entsenden. Dies gilt besonders für unsere Rolo- nien, wo sich der Islam bereits einen bedeutenden Rnhang gesichert hat. In Ramerun herrscht der Islam vor, in Togo wird das Verhältnis bald ähnlich sein, und in Deutsch-Dst- afrika sollen sich unter den sieben Millionen Eingeborener zwei Millionen Mohammedaner befinden, obwohl im Jahre >885 daselbst nur 150 000 Schwarze sich zum Islam be-> kannten. Die fanatischen Priester Mohammeds haben, der das Land durchziehenden haussa sich bedienend, ungeheure Gebiete zu gewinnen verstanden, und zwar so überraschend schnell, daß wir als Deutsche und Ehristen dem weiteren Umsichgreifen des Islam in unseren Rolonien entschieden ent­gegenzutreten und durch die sofortige Zuteilung entsprechen­der Missionskräfte ihnen einen Riegel vorzuschieben nicht länger zögern dürfen. Es steht zu befürchten, daß die Be­wegung nach Deutsch-Südwestafrika überspringt, wo die ohne Rufsehen betriebene Bearbeitung der Schwarzen für den Is- lani das Rückgrat der noch vorhandenen aufsässigen Ele­mente nur stärken würde.

wer von den höhen unserer Berge in die heimatlichen Fluren schaut, sieht sie wieder prangen im Schmucke des frischen Grünes, Städte und Dörfer liegen eingebettet in die Blüte, und drunten im Tale rufen die Glocken den im Rechts­staate geschützt lebenden Bürger zu Gottes Wort, welcher Rbstand zwischen uns und den Heiden, deren Seele in der

Finsternis nach dem unbekannten Gott schreit wie der Hirsch nach frischem Wasser! wir haben mit ihnen einen Gott und Erlöser, und das Gefühl der Dankbarkeit gegen Gott für so viele Beweise seiner Gnade verpflichtet uns zum Weiterbau der Rirche Thristi unter den in Unwissenheit und Nacht ohne Hoffnung dahinlebenden Heiden. Unser Volk hat im letzten Jahre zur Linderung der finanziellen Schwierigkeiten der meisten deutschen Missionsgesellschaften eine größere Summe aufgebracht. Teilweise dient diese Missionsgabe zur Erwei­terung des Rrbeitsfeldes, mit welcher teure Rnlagen von Rußenstatio'nen, Verstärkung des Missionspersonals, Beschaf­fung und Versendung größerer Mengen von Heilmitteln und Verbandstoffen und mancher anderer, größere Rusgaben ver­ursachender Gegenstände verknüpft sind. Erhebliche Summen erfordert auch der Bau von Erholungsheimen in der Hei­mat und in den Missionsgebieten für die Missionare und Schwestern, welche opfermutig in ihrem anstrengenden Dienste heidnische Gemeinden, welche auf der Grenze ihres Gebietes mit Ehristen in Berührung treten, um Zusendung von weißen Lehrern. „Rommt herüber und bringet das Wort eures Jehova, das Licht Thristi, in unsere Nacht", bitten sie. Jur amerikanischen presbisterianermission am Rassai in Rfrika sind in nur neun Monaten des letzten Jahres 64 verschiedene Gesandtschaften von Eingeborenen mit der Bitte um Zu­teilung von Lehrern gekommen. Das ist auch eine Sauerteig­wirkung des Thristentums. Deshalb bedarf die Mission zur Bestreitung der ganz erheblich gestiegenen großen Rusgaben zum mindesten der bisher alljährlich dargebrachten Gpfer in vollem Umfange, soll sie ihre gottgewollte Rrbeit unter den wilden in erfolgreicher weise weiterführen können.

Darum, lieber Leser, karge auch in Zukunft nicht mit deinem Gpfer für das Werk der Erlösung der Heiden, da­mit auch da das Thristentum mit seinen sittlichen und sozialen Forderungen eine verklärende Besserung der menschlichen Verhältnisse herbeifllhre, damit auch die armen Heiden in den großen Röten des Leibes und der Seele die Stimme Ehristi hören: „Sei getrost, fürchte dich nicht, ich bin bei dir, ich habe dich erlöst", danht unser teurer Erlöser, wenn dereinst die Heiden durch die mit deinem Gpfer ausgesandten Mis­sionare beten gelernt haben: „Herr, hilf uns, Herr, bleibe bei uns", auch bei ihnen sei und bleibe mit der Rraft seines unvergänglichen Lebens. Ruch auf diese Rrmen darf man die Worte Ehristi beziehen: „was ihr einem dieser Ge­ringsten unter euch getan, das habt ihr mir getan." Jesus Thristus füllte die kurze Spanne seiner irdischen Lebenszeit aus mit Werken der Barmherzigkeit und Liebe, ihn zog es zu Rrmen, Rranken, Rrüppeln und zu Zündern. Das Herz brach ihm beim Rnblick der verlorenen Welt, und deren Jam­mer trieb ihn zur rastlosen Wanderung von Grt zu Drt, überall in glühender Liebe zur Menschheit heilend, rettend, reichen Trost und Segen spendend, wie sehr er in sein er- barmungsreiches Herz die ganze Menschheit einschloß, er­sehen wir aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn, aus der Unterredung mit der Sünderin, aus seinen Rbschiedsredcn: Ich will euch nicht Waisen lassen, ich komme zu euch! sprach er. Die Menschen aus den Banden der Finsternis zu befreien und sie auf den zu Gott führenden lichten weg zu stellen, war seine größte Sorge ' und sein Lebenswerk. Durch ihn haben wir die gewisse Hoffnung des ewigen Lebens und die Gewißheit der völligen Erlösung, durch ihn wirkt in uns eine heilige Rraft, die uns im Rampfe wider die mächtige Sünde zu Hilfe kommt und uns drängt, fest im Glauben an ihn zu beharren, allen versuchen dieser Welt gegenüber fest