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schon erfahren, daß bitteres Leid unserer Seele zum ewigen heile gereicht, daß wir dadurch reifer, besser, vorsichtiger, ernster werden, unseren Sinn mehr von der Welt abkehren. Unter diesen Erfahrungen wächst in uns das Verständnis da­für, daß wirklich alle Dinge uns zum Besten dienen, h. B.

Griechische Reisen und Zommerfrischen.

von Geh. GberKonsistorialrat E>. W. petersen in Darmstadt.

(Fortsetzung.)

Um folgenden Tage, dem 22. Bugust, hielten wir ver­hältnismäßig lange Morgenvuhe; denn erst 7> > Uhr ging der Zug nach Norden, den wir, mit allem zu einem kräftigen Frühstück Nötigen ausgerüstet, benutzten. Ts war ein schöner stiller Morgen, von links grüßte über die stille hafenbucht herüber die alte Burg Larissa oberhalb Brgos, die wir um 7,40 erreichten. Unser Nutscher war schon da. Wir warfen einen Blick auf die Larissa, die alte Burg, die auf einem 900 'Fckß hohen Berge trotzig im Nranz ihrer Mauern thront. Zu ihren Füßen erstreckte sich die alte Stadt. Im Südosten ist das Theater, dessen Zuschauerraum zum größten Teil ganz in Fel­sen ausgehauen ist. Tr zählte 67 Sitzstufen mit zwei Zwischen­gängen,- 20 000 Zuschauer konnten hier Platz finden, hier trat am 12. Dezember 1821 die von Demetrios Ppsilanti be­rufene Nationalversammlung zusammen. In dem mittelalter­lichen Nastell auf der Larissa haben nacheinander Byzantiner, Franken, venetianer und Türken gesessen. Brgos selbst behielt durch alle. Zeiten seinen Namen. Das heutige Brgos besitzt zwar eine stattliche Bürgermeisterei (äimarekia) und einzelne hübsche Häuser, macht aber im übrigen den Eindruck eines großen Dorfes trotz seiner mehr als 9000 Einwohner. Wir hielten uns daher auch nicht lange auf, waren bald außer­halb der Stadt und fuhren quer durch das Bett des alten Maradros, welches voll Schottern, aber völlig wasserleer war, wie je von altersher Brgos den Beinamen diedurstige" tra­gen mußte. Bus einem Landwege erreichten wir nach geraumer Zeit das Dorf Eharwati, das unterhalb der alten Mykanai liegt.

Ninder und Schweine tummelten sich auf den Gassen des elenden Nestes, dessen Einwohner, wer weiß wovon, leben. Wir hielten am Hause des Wächters, der sich uns anschloß. Ein schöner brauner Junge mit feurigen Bugen und schnee­weißen Zähnen nahm unsern Eßkorb auf die Bchsel, und nun ging es langsam, schweißtriefend in der brennenden 5onne bergan auf einem Pfade, an dessen einer Leite eine von den Türken angelegte Wasserleitung entlang lief. Bn dieser waren in großen Bbständen Oeffnungen angebracht, damit man die zugesetzte Feuchtigkeit wieder ergänzen konnte,- leider war das Wasser, weil unmittelbar unter den der Lonne ausgesehten Wärme fließend, nichts weniger als kalt. Unser Pfad führte unmittelbar in die vor beiläufig 2400 Jahren zerstörte Unter­stadt, die mit der Oberstadt und Burg auf einem lang sich hinstreckenden und nach der Ebene zu sich senkenden Berg« steht, die wie eine Zunge zwischen den beiden hohen Bergen hagios 3lios (750 Bieter) und Zara (600 Nieter), die den Schlupfwinkel der alten Herrscher verbargen, hervorragt. Nechts zieht sich eine tiefe Lchlucht, zu der von der Burg nur abschüssige Talwände abfallen, so steil, daß es an der Stelle keiner Mauer bedurfte. Nur die in dieser Zeit des Bltertums vorhandenen und gebräuchlichen Mauern erklären es, daß diese Festen, wie Tiryns, nicht auf höheren Bergen erbaut -wurden. Buch hier redet schon dar Bltertum davon, daß

lykische Nyklopen den Gründer der Stadt, Perseus, beim Mauerbau unterstützt hatten, hier herrschten die vom phry- gischen Nönig Tantalos abstammenden Pelopiden, hier hatte der Btride Bgamemnon seinen Sitz, der Führer der Griechen gegen Ilion, hier fand er nach! seiner Rückkehr den Tod durch den Buhlen seines Weibes Nlytämnestra, Bigistheus. Die Pelopiden sind dann wohl später durch die herakliden zur Zeit der dorischen Wanderung beseitigt worden, hernach spielt Mykenae wie Tiryns keine Nolle mehr,- 463 v. Ehr. wer­den beide zerstört. Nach nicht allzulanger Wanderung stan­den wir an dem ersten Nuppelgrab, das man schon im Bltertum als ein Grab des Bgamemnon und seiner Genossen bezeichnete, geradeso wie in Bthen auch hervorragende Denkmäler mit Personen der Vorzeit in Verbindung gebracht werden. Es war mir doch ganz eigen zu Sinn, als ich so auf einmal vor dem sogenannten Schatzhaus des Btreus stand, von dem die Welt so viel durch Schliemanns Bus­grabungen gehört hat. Wie großartig der Eingang, diese festen Mauern, die die Seiten des Erdeinschnittes stützen, dann die 6 Meter hohe Tür, deren Dberschwelle von zwei Steinen gebildet wird, von denen einer fast 9 Meter lang,

I Meter dick und über 3 Meter tief ist. Das Innere des Grabes ist wie ein ungeheurer Bienenkorb von 15 Meter höhe und 15 Meter Grundflächendurchmesser. Offenbar sind an den Schichtreihen der Nuppelwünde Metallplatlen befestigt gewesen. Bn diesen Baum schließt sich ein durch eine 3 Meter hohe Tür zu betretender, viereckiger Raum, die eigentliche Grabkammer, in welchem statt des von Baedeker in Bussicht gestellten Strohfeuers nur ein Dreilingslicht ent­zündet wurde, das uns das Dunkel nur noch dunkler er­scheinen ließ. Einige hundert Schritt weiter ist das zweite Nuppelgrab, das Frau Schliemann aufgedeckt hat, bei wei­tem nicht so sorgfältig gearbeitet und eingestürzt.

von der Unterstadt stiegen wir nun zur Burg empor, die sich mit gewaltigen Mauern wie in Tiryns über der Stadt erhebt, hier sind stellenweise die fast rohen Felsenmassen von über 5 Meter Länge aufeinander getürmt und die Lücken mit kieinem Gestein ausgefüllt. Doch besteht der größere Teil der Mauern aus Vielecken, die mit großer Nunst aneinander gepaßt sind. Wie bogen um eine Ecke und stan­den vor dem berühmten Löwentor, das ich so oft abgebil­det gesehen hatte. Die Tormauern sind gewaltig dick, die Toröffnung verhältnismäßig niedrig. Ueber die zwei 3 1 /* Meter hohen, schräg gestellten Türpfosten legt sich ein er­staunlicher Türsturz von 5 Meter Länge, 21/2 Meter Tiefe Und I Meter Dicke. Ueber dem Sturz ist eine dreieckige Mauer- ösfnung ausgespart, in die eine Zinkplatte eingefügt ist mit den weltbekannten, an einer Säule aufgerichteten beiden Lö­wen. In große Löcher an der Innenseite wurde der Niegel­balken hineingeschoben.

Unmittelbar neben dem Tor, rechts, liegt die soge­nannte agorä, ein mit Platten belegter und ein mit nur aus Platten hergestellter rätselhafter Balustrade umgebener kreis­runder Naum von 25 Meter im Durchmesser, unter dessen Plattenbelag sich die Gräber befanden, aus denen ein großer Teil der Funde stammt, die das Mykenämuseum in Bthen so reich und interessant machen. Daß es sich hier um die Gräber von Gliedern des Herrscherhauses handelte, bewies der Reichtum an Gold und Schmucksachen.

Roch höher stiegen wir auf steilem Pfade zum höchsten Punkt des Burgbergs hinauf, wo der Palast gestanden hat, von dem nur dürftige Reste erhalten sind. Der Blick rechts in die Schlucht isi großartig, denn sie ist sehr tief und die