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Dann wird es wahr werden, was der psalmist singt im 126. Psalm:wenn der Herr die Gefangenen Zions er­lösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden". Der Herr bringe uns dazu!

Und nun darf ich Luch vielleicht noch ein wenig über das Leben unseres Heinrich wittbops schreiben, Folget mir im Geiste nach Südwestafrika! fjier ist ein Dörflein, ziemlich weil landeinwärts gelegen mit dem Namen Nausannabis. Nuf einem Missionsatlas werdet Uhr es finden. Das Dörflein ist wunderschön gelegen. Nund herum von Gebirgen um­geben, liegt es da: auch von einem Kranz herrlicher Palmen ist es umringt. Durch das Dörflein fließt ein Bächlein, in dem die Eingeborenen jeden Tag fleißig baden. In diesem Dörflein wurde Heinrich im Jahre 1867 geboren. Sein Vater war der Häuptling des Dörfleins und stand in hohem Unsehen bei den Bewohnern des Dorfes. Er war ein starker, stämmiger, tapferer wann mit glänzenden, dunklen Bugen, gekräuseltem haar und einem starken Schnurrbart. Trotz­dem er ein Heide war, war er doch gerecht, und jedes ver­fehlen seiner Untertanen rügte er sehr. Buch seine Kinder wurden sehr streng erzogen, und manche Strafe hat Heinrich von ihm bekommen. Die Mutter war eine ziemlich schwäch­liche Frau, die viel mit Krankheit zu kämpfen hatte. Schon zwei Kinder hatte sie vor Heinrich ihrem Manne geschenkt, eines davon war kurz nach der Geburt gestorben. Der Vater war sehr erfreut über die Geburt seines Lohnes, und es gab damals einen großen Festtag im Dorfe. Die Trommeln wurden geschlagen, der Heidenlärm ging los: denn alle Bewohner waren noch Heiden. Ein großes Fest­essen schloß sich an. Der Vater hatte den Wunsch an diesem Tage ausgesprochen, daß sein Lohn einmal ein tüchtiger Krieger werde: doch der Wunsch ging nicht in Erfüllung. Der Lohn wurde Kriegsmann, aber Kriegsmann im Dienste des Herrn Jesus.

Unser Heinrich nun gedieh unter der Obhut seines Va­ters und seiner lieben Mutter. Letztere war eine sehr gute Frau, und als mir Heinrich von ihr erzählte, rollten Tränen über seine Wangen. Durch ihr Leiden fühlte sie sich zu et­was Besserem und höherem hingezogen, doch das Beste, Jesus, kannte sie noch nicht. Lie wußte, daß niemand auf dieser Welt ihr helfen könne, vor den Geistern lebte sie immer in Furcht, ihr Gewissen klagte sie immer an und manchmal standen ihr ihre Sünden groß vor der Seele, wer wird mich von diesen erlösen? Doch den weg zu Jesus fand sie nicht, da sie nichts davon hörte.

Heinrich wuchs heran, und als einen fröhlichen Knaben finden wir ihn auf der Straße mit seinen Kameraden spie­lend. von allen wird er geliebt und alle folgen ihm: nur an manchen wüsten Spielen seiner Kameraden fin­det er kein Wohlgefallen, und jedesmal eilt er nach Hause, wenn er nicht mitmachen kann. Die anderen verspotten ihn, aber das ist ihm gleichgültig. Sein Sinn geht nach etwas höherem und Besserem, und dieses Sehnen nach etwas Besserem wuchs von Jahr zu Jahr, wo finde ich es? so hieß es bei ihm. wie manchmal stieg er aus seinem Dörf­lein hinauf auf die höhe und schaute in die Ferne. Da sah er die hohen Berge mit ihren Spitzen gen Himmel ragen: erreichen doch einige von ihnen die höhe von 2000 Metern und darüber. Besonders wehmütig stand er eines Nbends auf einer solchen höhe: sein Herz war ihm schwer. Er wußte nicht, was mit ihm war: ein geheimes Zehnen er­füllte ihn. Im Westen ging die Sonne unter: er sah diese große Feuerkugel, sah das herrliche Not, mit dem der ganze

westliche Horizont überzogen war, die Vögel sangen ihre Schlaflieder, da wurde ihm klar, daß ein Großer das alles geschaffen haben müsse. Nch, wenn er ihn doch kennen würde! Dieses Sehnen wuchs von Tag zu Tag. wie manch­mal weinte er und wußte gar nicht warum.

Als Heinrich 12 Jahre alt war, wurde seine Mutter- schwer krank, wie hat er damals um sie gebangt: wie manche Träne hat er geweint, wie manche Nacht schlaflos zugebracht, hätte er von einem Nrzte gewußt, der seiner Mutter hätte helfen können, er wäre hingegangen, und wenn der weg noch so weit gewesen wäre. Den besten Nrzt kannte er noch nicht, aber die Zeit war nicht mehr fern, wo er mit feinem Heiland, den er jetzt von ganzem Herzen liebt, bekannt werden sollte. Seine Mutter wurde von Tag zu Tag kränker, eines Tages kam der Tod und legte seine kalte Hand auf die arme Kranke, wie hat sie in ihrer letzten Stunde nach Trost verlangt, doch niemand konnte diesen ihr geben. Um folgenden Tag wurde sie in die Erde gebettet. Nach heidnischer Nrt wurde ein ganz gewaltiger Lärm an ihrem Grab gemacht: die Trommeln wurden mit einer Macht geschlagen, daß jedem Zuhörer die Ohren gellten,- das Lärmen und weinen war ganz furchtbar. Sollten doch dadurch die bösen Geister vertrieben werden. Gerne hätte unser Heinrich diesem Treiben Einhalt gebo­ten, doch er konnte nichts dagegen machen. Betrübt und mit schwerem Herzen kehrte er vom Friedhof heim. Der Übend kam heran, der Kummer unseres Freundes war nicht zum Nushalten: die ganze Nacht konnte er nicht schlafen. Nm folgenden Morgen stieg er wieder die Berge hinauf, die sein heimatsdörflein umschließen: Die Sonne kam herauf und glänzte in den Tautropfen, die an den Gräsern hingen. Diese Tautropfen glänzten wie Silber: es war ein schöner Morgen: doch Heinrich sah von diesem allem nichts: sein Kummer war zu groß. Er hatte ja kein liebes Mütter­lein mehr, und die Tränen flössen reichlich. Nls er ein Stück Wegs gegangen war, begegnete ihm ein Jüngling. Freude strahlte aus seinem Nntlitz. Er konnte etwa 18 Jahre alt sein und war sehr nett gekleidet. Tr sah unseren Heinrich sehr betrübt und fragte ihn, was ihm fehle. Da schüttete dieser ihm sein ganzes Herz aus:vor zwei Tagen starb meine Mutter. Sie hatte mich sehr lieb und ich sie auch: niemand auf der Welt liebt mich wie sie. wie gerne wäre ich doch mit ihr gestorben, was fange ich nur an?" Ganz verzweifelt stieß er den letzten Sah heraus. Der Jüngling hatte ihm aufmerksam zugehört, dann öffnet sich sein Mund: Du hast niemand mehr auf der Welt, der dich so liebt als deine Mutter. Über ich kenne jemanden, der liebt dich mehr als deine Mutter, das ist Jesus, der eingeborene Sohn Gottes, der dich liebt, der alle Menschen liebt und aus Liebe zu uns auf diese Erde kam." Heinrich sagte ein über das anderemal:Erzähle mir weiter, ich will noch mehr davon hören!" Der Jüngling machte ihn aufmerksam auf die Rheinische Mission, die in der Stadt Neheboth eine Kapelle und Schule habe, wo er immer die herrliche Bot­schaft hören könne. Der Jüngling trennte sich von unserem Heinrich, und zwei Tage nach dieser Begegnung sehen wir diesen Heinrich sein Vaterhaus verlassen. Sein Vater läßt ihn ziehen, seine Schwester dagegen will ihn zurückhalten: doch niemand kann ihn halten. Er wandert nach dem 30 Stunden entfernten Städtlein, um noch mehr von Jesus, dem treuen Heiland, zu hören. Keine Mühe ist ihm zu groß, keine Nnstrengung zu gefährlich. Ueber Berge klettert er, um zum Ziele zu gelangen. Endlich, nach 3 1 ^-tägiger Wan-