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Pfarroermögen an Albach auslieferte. Nun wird es von dem hiesigen Kirchenvorstand verwaltet. Zu dieser Zeit wurde auch das letzte Süicfc des Albacher Pfarrgutes, die INariekel- wies in der Gemarkung Nödgen verkauft, nachdem das übrige Pfarrgut schon 1865 für 8900 fl. verkauft wor­den war.

Vas Albacher pfarrgut hatte um 1680 etwas über 10 INorgen.

,,1 INorgen der Teichacker,'

1 INorgen 2 U der Acker am Steinbadjer Weg, stößt vor die Hasenlochsäcker, i U gegen den vorigen Acker über, liegt wüst)

I INorgen bei dem Birkenstrauch, vertauscht gegen die INa- riekelwies in der Nödger Terminer),'

I Morgen der Kohlkrautsacker, vertauscht gegen die INa- riekelwies;

I Morgen der Lindenacker am Gppenroöer lveg; s / 4 hinter der Tlaus:

V» auf der Näuterheck;

s /, die Teichwieß hinter dem Mühlberg bei dem kleinen EDeg; ■ i die Zapnwieß, vertauscht gegen die Mariekelwieß,' '/^viertel die hasenlochswieß:

, die hasenlochswieß, stößt auf die Komthurwieß;

- , hinter der Kirch, als hinter der Tlauß gelegen,'

, Pfarrgarten im Dorf gelegen. Summa des ganzen Pfarr- landes 10 Morgen und

1686 wurde der Pfarrgarten, im volksmunde „der Pfaffengarten" genannt, und die Wiese hinter der Klauß ge­legen, von der Gemeinde käuflich für 100 Gulden für die ncuerrichtete Schulstelle erworben, so daß von da ab das

Pfarrgut nur noch 8 Morgen, 1 viertel und 56 Nuthen hatte.

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Sch füge nach dieser Schilderung der kirchlichen Verhält­nisse zum Schlüsse noch einiges aus der Geschichte der Ge­meinde an.

Als 1805 das Kloster Arnsburg aufgehoben wurde, kam der oben erwähnte Mönchwald an Solms-Lich. Der da­malige Fürst von Lich, der zu seinem Pariser Aufenthalt sehr viel Geld brauchte, verkaufte ihn für 40 000 Gulden an Albach und Burkhardsfelden, welche ihn 1810 unter sich teilten. Durch diesen Kauf und die Kriegskosten aus der Napoleonischen Zeit hatte sich Albach eine große Schulden­last aufgeladen, die 1820 26 000 Gulden betrug. Burkhards­felden konnte seinen Wald nicht halten und verkaufte ihn an den Fürsten Ludwig von Solms-Lich. Die Albacher aber hielten fest an ihrem Besitz. Durch Fleiß, Sparsamkeit und durch Tragung hoher Gemeindeumlagen, so daß ein einzelner vermögender Gemeindsmann jährlich 90 Gulden zu zahlen hatte, und dadurch daß die jungen Leute hinausgingen, um bei den Straßenbauten Anfang der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts Geld zu verdienen und dadurch daß jahre­lang alle Gemeindearbeiten umsonst getan wurden, brachten es die Albacher dahin, daß bis 1858 alle Schulden abge­tragen waren. Auch wurde damals ein großes Stück Wald zur Schuldentilgung abgeholzt und als Ackerland angelegt. Durch diesen Gemeinsinn und diese Gpferwilligkeit wurde der Grund zu dem heutigen Wohlstand der Gemeinde gelegt.

von den triegsgefangenen Hottentotten.

von Missionar Heinrich Walther. (Fortsetzung.)

Da hielt ihnen unser Heinrich eine Andacht. Neben dem Heimweh nach der irdischen Heimat gebe es noch ein viel schöne­

res Heimweh, das Heimweh nach dem Vaterhause droben, nach dem himmlischen Jerusalem, viele ermunterten sich wieder und stimmten das Lied an: „Jerusalem, du hochgebaute Stadt, wollt Gott ich wär in dir". Ts ist doch was Großes, welcher Segen im Kreuze liegt. Wie richtet sich da der Blick nach oben, zu den Bergen, von denen die Hilfe kommt. Wie vergißt man da die Welt mit ihren Freuden und schaut aus nach dem Land, wo man ewig ungetrübt wohnen darf, vor einigen Tagen war ich auf einer Reife. Sn Banseng besuchte ich eine kranke,'ver- krüppelte Frau. Als ich ihr von der himmlischen Heimat er­zählte, wo kein Leid und kein Geschrei mehr ist, wie leuchteten da ihre Augen, vertrauensvoll blickte sie nach oben und über ihre Lippen kamen die Worte: Herr laß mich' bald zu dir kommen! Wollen wir doch immer dankbar sein für das Kreuz, das uns der Herr auferlegt und möchte es immer unsere Her­zensstimmung sein: Dennoch bleibe ich stets an dir.

Nach einigen Tagen Wanderung kamen unsere lieben Freunde in Duala, der Hafenstadt, an.

Außer, daß einige von der Seekrankheit befallen wor­den waren, war die Reife gut verlaufen, hier in Duala nun mußten sie am andern INorgen früh an Land. INit pinassen (Dampfbooten) wurden sie wieder an das Land gebracht. Die See war ziemlich bewegt, und so ging es nicht zum besten. Doch glücklich kamen sie am Land an. Da, welch ein Schreck! IDie sie an das Land kommen, stehen links und rechts Soldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr. Da müssen sie mitten hindurch. Unsere lieben Freunde waren freilich der INeinung, hier würden sie nun erstochen, und er­gaben sich in ihr Schicksal. Aber es kam nicht so weit. Sn Duala wurden sie in ein Gehöft gebracht, wo sie einige Tage zubringen mußten,' sie waren noch über 200. Sn diesen Tagen nun ging es unseren Freunden ziemlich schlecht. Das naß-heiße Klima waren sie nicht gewöhnt, und so waren sie froh, als sie den Weitermarsch fortsetzen durften. Ts ging nach Dschang, einer Regierungsstation, ziemlich weit im Snnern des Landes. Der Weg dahin war recht be­schwerlich, zwei Frauen und drei Kinder erlagen den An­strengungen ; trauernd standen die andern an ihren Gräbern. Doch unser Heinrich richtete Trostworte an sie und erinnerte sie an die herrliche Ruhe, die auch ihnen noch verheißen sei, an die Ruhe des Volkes Gottes. Me herrlich ist so eine Tr- quickung auf dem Wege, und auch unsere Freunde waren dankbar für den herrlichen Trost, der ihnen gewährt wurde. Tndlich, nach sechstägiger Wanderung, kamen sie in Dschang an. hier sollten sie bleiben bis zu ihrem Tnde. Sn Plan­tagen mußten sie arbeiten, und es sei zum Lobe der Beamten gesagt, daß sie für die Gefangenen sorgten. Not und Hunger hatten sie nicht zu leiden, nur das mörderische Klima nagte an ihrer Gesundheit und lichtete ihre Reihen. Abends und morgens hielt ihr Lehrer Heinrich ihnen Andachten und am Sonntag die Gottesdienste,' die Kinder unterrichtete er in den Schulen. INittwoch abends, und Sonntag nachmittags, hatte er Singstunde mit ihnen. Da sangen sie denn die herr­lichen Lieder zum Preise des Herrn. INancher Turopäer lauschte so manchmal ihren Weisen,' denn singen können die Hottentotten gut. Auch deutsche Lieder wurden hier eingeübt.

Jahre vergehen. Vas Jahr 1910 kommt heran, und immer sind sie noch in der Gefangenschaft, fern von der lieben Heimat! Wann wird die Trlösung kommen? Werden sie über­haupt je wieder in ihre Heimat zurückkehren? Tndlich kommt das Jahr 1915. Tin Hoffnungsstrahl geht in der Ferne auf, er kommt immer näher und näher. Und dieses Jahr, der 16. Juni, sollte ihnen Befreiung bringen. Tin Telegramm