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tut rechtschaffene Früchte der Buße, wie aber soll in aller Welt in einem Menschen, der so von seiner Tüchtigkeit durchdrungen ist, kaum sein für Buße? Und doch ist da; die Frucht, die den Früchten des Glaubens vorausgehen muß und die Gott so gerne sieht. „Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist". —
So hast also doch auch du trotz deiner vortrefflichkeii cs nötig, Lutze zu tun, Sünden zu erkennen und zu bereuen. Dielleicht sind es wirklich nicht viele Tatsünden, aber Wortsünden sind es doch gewitz viele und Gedankensünden noch viel mehr. Gott aber weitz nichts von einem Unterschied zwischen großen und kleinen, groben und feinen Sünden, er kennt nur Sünden, und es genügt eine einzige, die nicht bereut und darum auch nicht vergeben ist, um dich vom Reich Gottes auszuschließen. Uber wie steht es mit dem vielleicht furchtbarsten Unklagewort aus der heiligen Schrift: wer da weiß, Gutes zu tun und tut es nicht, dem isf Sünde? hält uns das nicht eine unendliche Zahl von Sünden vor? Ja, dieses Wort macht uns zu Mitschuldigen an allen groben und Kleinen Sünden und traurigen Erscheinungen unserer Zeit und unseres Volkes, der Sonntagsentheiligung, den Lustmorden und Selbstmorden, dem Geburtenrückgang, dem Unmaß an sündigen Lustbarkeiten aller Urt, den Sünden gegen das 6. Gebot, und wenn es nur deshalb wäre, weil wir nicht ernstlich, vielleicht überhaupt nicht um ihre Verhütung und Ubwendung gebetet haben, wer will bestreiten, daß in der Tat es in unserem Volk viel besser aussähe, wenn fleißig für es gebetet würde? Und wenn wir das nicht bestreiten und allen Ernstes sonst nicht; tun könnten, warum tun wir nicht wenigstens dies, da wir doch noch glauben, daß ein Gott droben im Himmel wohnt, der Gebete erhören kann und will? wenn der Buß- und Bettag nur in vielen Herzen die Erkenntnis weckte, welche Kraft und welcher Segen im Gebet, auch in der Fürbitte, liegt, dann wäre schon viel gewonnen. Gott bessere es in Gnaden mit unserem Volk und jedem einzelnen von uns, er lasse uns bedenken zu dieser unserer Zeit, was zu unserem Frieden dient, er schaffe in uns, was vor ihm gefällig ist, um Jesu Thristi willen! G. B.
Zur Geschichte des Dorfes Albach.')
von Pfarrer O. Koehler-Steinbach.
Das einst zum Busecker Tal und zum Busecker Gericht gehörende Dorf Ulbach ist wohl eine der ältesten Siedelungen, die es in unserer Gegend gibt. Ls soll schon zur Zeit Karls des Großen bestanden haben, doch läßt sich solches urkundlich nicht Nachweisen. Der Name des Dorfes weist auf sein hohes Uller hin,' jedenfalls ist das Dorf älter als die vorhandenen Urkunden. Ulbach wird im 13. und 14. Jahrhundert Ulb-bach oder Ulpach genannt. Die Deutung dieses Ulamens läßt zweierlei zu, entweder Ultbach, also soviel als Dorf zum alten Bach oder Ulahbach, soviel als zu dem Bache, an welchem eine Ulah, d. i. eine heidnische Kultstätte oder eine geheiligte Gerichtsstätte sich befand. Uus den Unsiedelungen an dieser alten Kult- oder Gerichtsstätte ist dann wohl nach und nach das Dorf Ulbach entstanden.
Urkundlich werden zwei Grle dieses Namens erwähnt: Gber-Ulbach (Albaok supsrior) und Uieder-Ulbach (Albach inferior). Letzteres scheint schon Ende des 15. Jahrhunderts
*) Nachstehende Ausführungen bildeten die Grundlage eines Vortrages über die Geschichte des Dorfes Albach, den der Verfasser aus einem Zamilienabend des Albacher Sweigvereines des Lvang. Bundes am 1. März d. I. hielt und die hiermit aus Wunsch der tvessentlichkeit übergeben werden.
wüste gewesen zu sein. Lin Teil der Gemarkung dieses aus- gegangenen Ortes bildet das heutige hofgut Ulbacher Hof, der in den Kirchenbüchern von Steinbach als Uieder-Ulbacher hofgut schon um 1640 erwähnt wird. Den anderen Teil der ehemaligen Gemarkung Uieder-Ulbach haben die Ulbacher in Besitz, und diese mußten bis in die 50er Jahre de; vorigen Jahrhunderts eine Fruchtabgabe an die Fürstliche Nentkammer in Lich bezahlen. Die Gemarkung Uieder- Ulbach gehörte halb zu Lich, halb zu Hessen. Der hessische Unteil wurde an Lich verkauft, über welchen verkauf im Fürstlichen Urchiv zu Lich die Urkunden noch vorhanden sind. Uieder-Ulbach lag also in der Gegend des heutigen Ulbacher Hofes, rechts und links von der Steinbach-Licher Straße. Dem Ulbacher fjof gegenüber befindet sich ein Walddistrikt, „am kirchenstumpf" genannt, vermutlich hat hier die Kirche von Uieder-Ulbach gestanden. Pfarrer Völker schreibt in der Stcin- bacher Thronik (um 1855): „Ulan zeigt noch den kirchenstumpf, nach welchem auch ein lvalddistrikt genannt ist, auch zeigt sich anderes lUauerwerk daselbst und die Ruinen eines Beinhauses, wie der Forstlaufer Petri versichert."
Forstlaufer Petri hatte den russischen Feldzug im Jahre 1812 mitgemacht und ist am 23. Februar 1859 vermutlich von Wilderern im Ulter von 78 Jahren im höhler, rechts oberhalb des Ulbacher Hofes, ermordet worden. Un der Stelle, wo der Ermordete aufgefunden wurde, steht ein Gedenkstein, im volksmunde der Petristein genannt.
Un der Stelle, an welcher heute die Brücke im Straßenzug Steinbach-Lich über die Ulbach geht, lag in alter Zeit eine Ulühle, weshalb auch der gegenüber liegende Berg der IRühlberg genannt wird. Bei Erbauung der Brücke in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts fand man im Wasser noch Holz und Gebälk von dieser ehemaligen Mühle.
Westlich vom alten Friedhof soll nach Völker eine Stelle auf einer Unhöhe sich befunden haben, die der Junkernhof genannt worden sei, auch habe sich dort altes Gemäuer gefunden. Ls ist nicht unmöglich, daß sich hier eine Burg der Herren von Ulbach befand. Denn die Herren von Ulbach, die urkundlich schon früh erwähnt werden, hatten neben dem Kloster Schiffenberg und Urnsburg Güter in Ober- und Nieder-Ulbach.
Gber-Ulbach kommt urkundlich schon im 13. Jahrhundert vor. Sn den Zins- und Güterverzeichnissen des Erzstiftes Mainz aus dem 13. Jahrhundert wird der Zehnte in Ulbach ermähnt (Dsvima in Ailspaek).
1280, den 16. November, tragen Wernher, gen. Dun- nibir, Bürger zu Grünberg, mit seiner Gemahlin kunigundis dem Kloster Urnsburg einen Hof mit zugehörigen Ueckern in Aldaek superiori auf.
1290, den 24. Februar, verkauft Ritter Johannes vil- licus in Nidehe, gen. von Linden mit Zustimmung seiner Gemahlin Jutte dem Kloster Urnsburg gewisse Güter in Al- bach superiori auf.
1295, den 12. März, verkauft Eckehard, Sohn weilands Heinrichs von Hattendorf, Bürgers zu Grünenberg mit Willen seiner Gemahlin Gyse Güter zu Albaob superiori dem Kloster Urnsburg.
1326 wird Ulbach in einem Schiedsspruch über streitige Güter zwischen dem deutschen Hause zu Marburg und dem Nonnenkloster Telle unterm Schisfinberg erwähnt: „zu Ult- pach wald und rodt sinkt gemein".
1332 wird eine Kirche zu Dber-Ulbach erwähnt. Sn einem Kaufbrief vom 14. März 1332 heißt es: „Gerlib, Priester, die Rektoren der Fabrik der Kirche und die ganze Ge-


