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Drum trockne deine Tränen,

Der Herr ist dir ja nah,

Tr Kennt dein tiefstes Lehnen,

Wenn's auch Kein Buge sah.

heut' sollst du ihn erfahren, heut' will er bei dir sein, heut' nicht in fernen Jahren Nein, jetzt, wo du allein !

heut' trägt er deine Bürde, fjeut’ ebnet er den Pfad;

Das; heute Trost dir würde,

Tr längst beschlossen hat.

Für heut' — nicht spätre Zeiten Gibt er dir Kraft und Mut,

Gibt Macht und Möglichkeiten —

Ja, er macht alles gut.

Für heut quillt dir sein Bronnen,

Für heut' strahlt dir sein Licht,'

Bald find'st du ew'ge Wonnen Vor seinem Bngesicht.

f). v. kedern.

Griechische Erinnerungen.

Dritte Folge.

Don Geh. Qberkonsistorialrat D. ID. petersen in Darmstadt. (Fortsetzung.)

Einige Totenklagen seien an dieser Stelle noch mitgeteilt: Eine Frau an ihren Mann.

Niemals gedacht ich je daran, ein Totenmal zu loben,

Jetzt hat mir's Lehnsucht angetan, daß ich es rühm' hier droben:

® silbern Mal, o Mal von Gold, o Mal von lautrem Golde, Derzehre nicht der Lippen Not, der Bugen Schwarz, das holde, verzehre nicht sein Züngelein, voll Sangs der Nachtigallen, Ein Vorbild zwitschernden Getön; .den lieben vöglein allen. Du hattest Bugen schwarz wie Nacht und Brauen wie Blutigel, Ein Liebling warst du Mägdelein, du ihrer Sehnsucht Siegel, Noch feiert man dein hochzeitsfest, tut man den Wein kredenzen,

Noch duften süß vonWeihrauchduftdieBlumenindenKränzen.

Ein Mädchen an ihren Geliebten.

Sch bin das vöglein, das man nennt Kanarienvogel,

Buf meinen Federn leuchtets grün, doch schwarz ist ganz mein herze.

Denk' ich an dich und ruft mein Herz zurücke dich ins Leben, Dann schluchz' ich auf wie tiefes Meer, am Strand die Wogen beben.

EinetrauerndeFrau.

Nicht freuen darf ich mich fürwahr, noch trinken edlen Weines, Zn Einsamkeit nur muß ich sein, auf einem Marmorberge: Buf meinem Bntlitz lieg ich da, vergieße dunkle Tränen Und werde See und werde Meer und werde kühle Quelle,

Da kommen denn die edlen Fraun zu waschen und zu bleichen, Zu waschen ihre Füße drein und ihren hals, den weißen.

Zm Tartarus.

Da drunten tief im Tartarus, im eis'gen Erdeninnern Da sitzen fünf der Mägdelein und fünf der jungen Knaben.

Es Hallen ihre Totenklag' die Schlanken, die jungen Knaben weinen:

Q waren wir nicht einmal jung, warn wir nicht starkeKnaben Und fuhren wir nicht als zur See auf phariotenschiffen?

Die Hochzeit im Hades.

Mein Mütterlein rüstet ein Freudenfest, ach, meines Sohnes Hochzeit,

Geht zu den Quellen Wasser holen und Schnee von hohen Bergen,

Geht zu den Gärtnerinnen fein um Bpfel und um Quitte. Gebt mir, ihr Quellen, kaltes Naß, und euren Schnee, ihr Berge,

Und du, des Gartens Pflegerin, gib Bpfel mir und Quitte,' Mir kommt ein Freund aus der Qberwelt,

Nicht erus der Fremde kommt er mir und nicht aus fernem Lande,

Er ist ja nur mein Kind, mein Sohn, mein Sohn der Diel*, geliebte.

Die Witwe.

Bch weh, mir Brmen ziemt allein die Träne, Totenklage, Daß ich des Bbends weine still, und ohne End am Morgen, Und auch im Morgenschein noch zieh endlose Totenklage.

Ja weinet, Bugen, weinet mir, daß ich zum Flusse werde, Zu See und Meer, daß sie hinab zur Unterwelt gar fluten, Daß all die Unbenetzten sein benetzt und trinken Durst­verzehrte,

Daß Wasser für ihr Tintenfaß die Schreiber sich gewinnen Und schreiben all die Herzenspein der einst so viel Geliebten, Die übern Fluß gefahren sind und tranken seines Wassers Und nun vergessen hau; und Weib und die verwaisten Kinder. Der Sohn.

Zhr Eltern laßt das Trauern sein,

Daß ich euch jetzt muß lassen Zch ziehe in den Hades ein,

Dort will ich auf euch warten.

Kommt ihr, so bringt, ich bitt euch, mit Die Eine, die ich liebte,

Bls in der Welt ich lebte noch,

Mit ihr will ich Hochzeit halten.

Die Hirtin.

Da drüben auf jenem Berge,

Wo Sturm um Gipfel wütet,

Bm Fuße Nebel brütet,

Da ist das Kraut Vergessenheit,

Das fressen Mutterschafe, vergessen ihre Lämmchen.

Nupf dir eins aus, o Mutter mein,

Da wirst du mein vergessen!

Und äß' ich tausend Kräuterlein Doch nimmermehr vergäß ich dein.

Der st erbende Geliebte.

Geliebtes Mädchen, hörst du einst, daß ich zum Sterben krank bin,

Dann komm, so schnell du immer kannst, und finde mich im Sterben,'

Und wenn du kommst, und wenn du trittst herein zur großen Pforte

Dann, herzgeliebte, löse auf des Hauptes duftge Flechten Und frage du mein Mütterlein: Wo ist dein Sohn, o Herrin? Mein Sohn ist dort im Kämmerlein, allein auf seinem Lager, Bch, mach mir gleich ein Kissen du, daß gleich mein Leib sich strecke

Und fasse du mein armes Haupt, bis meine Seel' entfliehet. Und wenn du dann den Priester siehst die Stola sich anlegen, Dann küsse mich, Geliebte mein, auf meine bleichen Lippen: Und wenn mich heben dann die vier Genossen mein, die jungen,