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Und du erkennst: Die schönsten Triebe hat unsres Heilands Menschenliebe,
Die größte Kraft, den größten Keiz Die Passion, des Heilands Kreuz.
Und ohne Kreuz kein Menschenleben,
Denn keiner kommt daran vorbei,
Da hilft kein Trotz, kein Widerstreben Und auch kein Stolz, wie groß er sei,
Und wolltest du das Aug' zudrücken,
Daß es das Kreuz nicht möcht' erblicken,
Du mußt doch dran, früh oder spat,
Wie Thristus es verheißen hat.
Und in dem Kreuz, da lernst du beten,
Denn ohne Keten geht es nicht,
Mit deinem Heiland mußt du reden,
Cr gibt in deiner Uacht dir Licht Und Hoffnung, die in Leidensbanden Dich nimmer werden läßt zu Schanden,
Ein Sonnenstrahl vom Kreuze spricht:
Du Menschenherz, verzage nicht! fl. h.
Griechische Erinnerungen.
Dritte Folge.
Don Geh. Dberkonsistorialrat D. W. petersen in Darmstadt.
(Fortsetzung.)
Die Dsterfreude kommt in dem Dsterkanon des Johannes Damaszenus zum Ausdruck:
,,Tag der Auferstehung, laßt uns mit Freuden uns rühmen, ihr Völker, Passah des Herrn, Passah, denn aus dem Tode zum Leben, von der Erde zum Himmel hat Thristus, unser Gott, uns erhoben, die wir das Sieges- lied singen.
Kommt her, laßt uns trinken neuen Trank, nicht aus unfruchtbarem Feld durch Wunder entlockt, sondern den Ouell der Unsterblichkeit, den Thristus aus dem Grabe den Dürstenden gegeben.
Jetzt ist alles von Licht erfüllt, Himmel und Trde und Unterwelt. Die ganze Schöpfung feiert die Auferstehung Christi, darauf wir bauen.
Gestern wurde ich mit dir begraben, Thriste, heute werde ich mit dir, dem Auferstandenen, auferweckt.
Gestern wurde ich mit dir gekreuzigt, du selbst, o Heiland, verherrliche mich mit dir in deinem Keich." Ein beredter Dolmetscher der Osterfreude ist auch die Gsterrede, die dem Thrysostomos zugeschrieben wird und die am Gstertage zur Verlesung kommt:
„Wer fromm ist und gottliebend, genieße dieser schönen und herrlichen Festfeier. Der dankbare Knecht gehe mit Freuden aus zur Freude seines Herrn. Wer fastend sich ab- gcarbeitet, empfange nun den Groschen. Wer von der ersten Stunde an arbeitete, empfange heute den gerechten Lohn. Wer nach der dritten kam, feiere mit Freuden. Wer nach der sechsten kam, zweifle nicht, denn an nichts wird es ihm fehlen. Wer zur neunten Stunde sich verspätete, komme und zage nicht. Wer erst zur elften kam, fürchte nicht wegen der Verspätung, denn der Herr, der ihn liebt, nimmt den letzten wie den ersten auf. . . . Gehet alle ein zu unseres Herrn Freude. Kciche und Arme freuet euch miteinander. Enthaltsame und Leichtlebige, ehret den Tag. Die ihr gefastet habt und die nicht, jubelt heute, das Mahl ist bereitet, genießet alle. Vas Mahl ist reich, keiner darf hungern. Alle genießt das
Glaubensmahl. Alle genießet den Keichtum der Güte. Keiner betrauere seine Armut, erschienen ist das allgemeine Heid). Keiner jammere trostlos über seine Sünden, Vergebung ging auf aus dem Grabe. Keiner fürchte den Tod, befreit hat uns der Tod des Heilandes, von ihm umfangen hat er ihn ausgelöscht. Der in den Hades Hinabstieg, hat den Hades gefangen geführt. Der Hades erfaßte den Leib und umfing Gott. Cr umfing die Erde und begegnete dem Himmel. Tod wo ist dein Stachel? Unterwelt wo ist dein Sieg? Christ ist erstanden und du bist zu Loden geworfen. Christ ist erstanden, gefallen sind die Dämonen. Christ ist erstanden, es freuen sich die Cngel. Christ ist erstanden, ewiges Leben wird gelebt. Christ ist erstanden, und kein Toter bleibt mehr im Grabe. Venn Christ ist erstanden von den Toten, ein Erstling derer, die schlafen. Shm sei Chre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen!"
Mit welchen Empfindungen hat einst das griechische Volk unter dem türkischen Joch diese Klänge gehör!! Wohl hat der Uiann recht, der sie, in die Lage seines Volkes in seinem nationalen Elend sich hineinversetzend, so geschildert hat: Das Schwert hing über dem geknechteten Volk. Seine Geschichte wurde in den Katakomben gelesen. Seine Sprache, die das „Christ erstanden" verkündet hatte, wurde von der Gewalt unterdrückt. Sein zweiköpfiger Adler wurde unter die Füße des Unterdrückers mit dem Halbmond getan, und seine größte Kirche (die h. Sophia) verkündete den Sturz des großen Geschlechtes. Man hörte eine Stimme: „G Herr rette doch, hilf doch! O Mutter, orthodoxe Kirche, rettende Mutter, du hast tausendfältig deine Schuld bezahlt. Du liebst die Sprache und gabst wieder das Dasein — du liebst den Geist und gabst zurück das Leben. Orthodoxe Kirche, wärme- strahlender, himmlischer Herd des unglücklichen Volks, du fürstliches Lebcnszentrum, du Stelloertreterin der Gottheit. G Osterfest jener Zeiten! Osterfest unserer Väter, Ouelle unaussprechlichen Entzückens, geheimnisvoller Gewalt, Süßigkeit, Trost und Hoffnung des unseligen Sklaven, o ve- schwingung der ersehnten Auferstehung unseres Volker, heiliges Osterfest, Christ ist erstanden! Deine Stimme wurde gehört, der ersehnte Tag ging auf, die Sehnsucht wurde erfüllt. Christ ist erstanden! Die Fahne erhebt den Triumph des Sieges, und die Fackel leuchtet in den Händen des vran- ders. Der Kampf des Aufstandes entbrennt und die Freiheit singt: Thristus erstanden!"
Sch bemerke, daß der griechische Aufstand, die nationale Auferstehung des griechischen Volkes, am 25. März begann, also kurz vor Ostern.
Am dritten Feiertag, dem Gsterdienstag, zieht man gern nach Tleusis und Megara, um den Tänzen zuzuschauen. Festreigen gehören zum Feste. So war es im Altertum und aus den Thören am Dionpsusfeste ist das Drama erwachsen. So ist es noch heute. Ein Tanzlokal für öffentliche Tanzbelustigungen des Volkes gibt es in ganz Griechenland nicht. Aber seine Tänze hat das Volk, und führt sie aus an den großen Festen der Kirche. Sm Altertum waren es Keigentänze an den Festen der Götter, im christlichen Griechenland sind e; Keigentänze an den Festen der Kirche. Vas mag wohl mit dazu beigetragen haben, den öffentlichen Tänzen ein ernstes Gepräge zu geben. Kauschende Tänze kennt das Volk nicht. Durch wilden Tanz in Unordnung gebrachte haare und Kleidung sieht man bei solchen Gelegenheiten nicht. Die Tänze werden in der Festtracht ausgefllhrt, in der Tracht, die nur an den kirchlichen Festen angelegt wird. Sn Cleusis, welches von Leuten albanesischcr Abstammung bewohnt wird, ist cs die


