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17. 80 ITtarmorftufen betret' ich, in Fensterparaden
Für dich, mein Kleinod du, dich lassen war' mein Schaden.
18. 90 Kirchen betret' ich, um zu beten unterdessen
Für dich, o goldne Liebe mein, die ich nicht macht' vergessen.
19. Lei hundert Wasserquellen und hundert Lergesschlünden,
20. Ich sag' dir nimmer ab, mein Lieb, ich trage dich in mei
nes Herzens Gründen.
Der Keigenfllhrer und Vorsänger singt jede Strophe vor, und der Chor singt sie nach, wobei alle sich in gemessenem Tanzschritt nach dem Rhythmus bewegen.
(Oder ein anderes, das man oft abends in den Straßen von den oantaäores in Rthen zu hören bekam. Der Vorsänger singt eine halbe Ltrophe und bricht auch mitten im lvorte ab, worauf der Thor mit einem Rusruf einfällt, aber auch die vorgesungene ganze Ltrophe nachsingt, etwa in der 5lrt:
Tin Läumchen ha holde Drimändo Mädchenname)
Tin Läumchen hatte ich in meinem Hofe drinnen.
Zum Trost für dich) die ich tu herzlich minnen.
Und nicht wei heda Drimändo
Und nicht weiß ich, was das für eins mag sein
Denn die Llätter hat's von purem Golde
Und die Zweiglein sind von eitel Silber
Rn der Wur heda Drimändo Rn der lvurzel eine frische (huelle
Wer sagt mir, was das bedeute jetzt zur Stelle?
Daß ich trinken und zur Tjuelle mich mög' neigen Und die Rügen küssen, die sie nennt ihr eigen.
Derartige Ueigenlieder gibt es eine große Menge, manche so geheimnisvoll wie einzelne unserer deutschen Volkslieder. Tin Hochzeitslied möchte ich noch mitteilen, weil darin das gewissermaßen alles, was an der Lraut und um sie her vorgeht, sich widerspiegelt. Ts ist eine Perlenschnur von sieben Distichen:
1. Wenn man die Lraut kämmt.
Goldblonde Locken wallen dir vom Haupte auf die Schulter,
holde,
Und Tngel kommen und kämmen sie dir mit Kämmen von
lauterem Golde.
2. Wenn man die Lraut anzieht.
Rls dich die Mutter einst gebar, da blühte es auf allen
Bäumen
Und in den Resten auch die vögelein, die zwitscherten in
Träumen.
3. Wenn man die Lraut schmückt.
Rls dich die Mutter einst gebar, es stieg die Sonn' herab in
Glut entglommen,
Gab dir die Schönheit strahlend klar und ging, woher sie war
gekommen.
4. Wenn man der Lraut den Schmuck abnimmt, heut' leuchtet der Himmel, heut' leuchtet der Tag heut' vermählt sich die Taube, der Rdler mit Flügelschlag.
5. Wenn man die Lraut dem Bräutigam übergibt. Wir nahmen das Rebhuhn, das schöngefiederte, an die Hand Und ließen der Uachbarschaft zurück nur ein verödet Land.
6. Lied der Mutter.
Trschlossen sieben Himmel sind, 12 Tvangelien senden Verheißungen der Tochter mein, die sie mir wanden aus
den Händen.
Doch genug von der Hochzeit! Die Gäste trennen sich und jedem unverheirateten Menschenkinde wird der Wunsch dargebracht: „und auf die eigene Hochzeit!"
von den geschlossenen Zeiten wollte ich noch ein Wort sagen. Während den Fasten, also in den vier Wochen der Rd- ventszeit und in den großen Fasten der Passionszeit, darf keine Hochzeit stattfinden, durch kirchliches Gesetz und durch die Sitte verboten ist die Hochzeit im Monat Mai. Ruch die Römer hielten die Hochzeiten im Mai für böse. Warum, weiß ich nicht zu sagen, auf eine Frage nach dem Grunde lautete einmal die Rntwort, ston Iläion panäreveontä, im Mai heiraten die Tsel. Die Folge davon ist, daß kurz vor den Fasten und gleich nach (Ostern die meisten Hochzeiten stattfinden.
Wenn man, wie ich es ja tue, das Leben eines Griechen von der Wiege bis zum Grabe verfolgt, würde man es nicht recht erfassen, wollte man übersehen, wie sehr dasselbe durch die Kirche sein Gepräge bekommen hat. Die Frömmigkeit der Rthener war im Rltertum bekannt, ebenso ihr verlangen nach Neuigkeiten. „Ich sehe," mußte ihnen Paulus sagen, nachdem er ihre mit Tempeln und Rltären reich geschmückte Stadt durchwandert hatte, „ich sehe, daß ihr gar sehr clisiclämones seid", d. h. gottesfürchtig oder abergläubisch. Leider trifft noch heute zu. Rberglaube lebt in jedem Volke, auch in dem unseren, wenn er auch sich nicht so ungeniert gibt, wie bei den Griechen. Gottesfürchtig sind die Griechen wohl noch heute zu nennen, wenigstens mit eben demselben Rechte, wie Paulus sie äisiäämonos nannte. Rur darf man nicht große Innerlichkeit suchen, wo ein ganzes Volk durch seine Kirche nicht zur Innerlichkeit angeleitet wird, sondern seine Religion in der Teilnahme an kirchlichen Festen und Feiern und in der strengen Befolgung kirchlicher Satzungen sieht. In der griechischen Kirche ist der Laie, das Volk, passiv, untätig, man möchte fast sagen, auch geistig untätig. Da die predigt etwas seltenes ist, obgleich nach dieser Richtung hin in letzter Zeit mehr getan wird, so bleibt dem Laien auch nichts zu denken. Tr sieht jahraus jahrein alle Zeremonien von seinen Priestern vollziehen, und was er selbst dabei zu tun hat, ist wenig mehr als das Kreuz schlagen und der Rusruf kirie eleison. Durch das Trstere eignet er sich das Gesagte oder Gehandelte zu, versiegelt es für sich, durch das Zweite erbittet er es sich. Der Gebrauch des Kreuzeszeichens ist ein grenzenloser. Der Grieche schlägt das Kreuz anders als der römisch-katholische Lhrist. Lr legt die drei großen Finger der rechten Hand zusammen und berührt damit Stirn, Brust, rechte und linke Schulter. Mit dem Schlagen des Kreuzes begleitet der Grieche die gottesdienstliche Liturgie. Wenn er an einer Kirche oder an einem Heiligenbild vorbeigeht, oder wenn ein Leichenzug an ihm vorüberzieht, bekreuzigt er sich. Wenn etwas ihm Trstaunen und Verwunderung erregt, macht er sein Kreuz. Ts ist die Bewegung ihm so mechanisch geworden, daß sie ihn in seinen sonstigen Beschäftigungen nicht stört. Der Hausierer ruft seine koräelles kä tsitia, Land und Laumwollzeuge, oder seinen moskolivano, Weihrauch, aus, während er das Kreuz schlagend an einer Kapelle vorübergeht. Dem Kreuze wohnt die Kraft inne, das Gottwidrige und Dämonische zu bannen. Durch Kreuzschlagen schützt sich das Weib aus dem Volke gegen den üblen Einfluß, der ihm etwa von einem arglos vorübergehenden Europäer, einem Franken, einem „Ungetauften", d. h. nicht ganz Untergetauchten, droht. Speisen, Getränke,


