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Schweden mit Pulver gesprengt, wobei auch die Kirche in Trümmern zusammenfiel und die Hälfte der Stadt abbrannte.

1648.

Den 29. November wurde im ganzen Sande da; frohe Dankfcst wegen des abgeschlossenen Friedens zu Münster und (Osnabrück gefeiert.

1649.

Die schwedischen sowohl als die französischen Friedens- exekutionsvölker drückten das Sand hart. Da man die großen zur Befriedigung dieses Militärs erforderlichen Summen im Saufe des ganzen Jahres nicht aufzubringen vermochte, so dauerte die Exekution fort. Venn die Einkünfte des Landes hatten sich vermindert, da in den meisten Städten und Dörfern die Zahl der Einwohner kaum den vierten Teil derjenigen betrug, welche beim Anfang des 30jährigen Krieges vor­handen war. Endlich fand man durch Anleihen Mittel, die Summen zusammenzubringen, die Truppen zogen ab, der Friedensexekutions-Hauptrezeß wurde in Nürnberg aufgesetzt, und den 28. Juli 1650 wurde deswegen im ganzen Lande das freudige Lob- und vankfest gefeiert.

(Schluß folgt.)

Griechische Erinnerungen.

Dritte Folge.

von Geh. Gberkonsistorialrat E>. ED. petersen in varmstadt.

(Fortsetzung.)

Auf dem Lande gestaltet sich natürlich alles noch volks­tümlicher, und dort hat auch der im Freien getanzte hochzeits- reigen, an dem das ganze Dorf teilnimmt, seinen Platz. Wenn der Bräutigam seine Braut aus einem anderen Dorfe holt, gibt es dann einen feierlichen Hochzeitszug mit der einfachen Musik der Hirtenflöte und der großen Trommel, der timpa- non, deren gellende und dumpfe Töne vereint die Kunde von dem, was vorgeht, in weite Ferne tragen. Bei derartigen Hoch­zeiten mag es dann auch Vorkommen, daß der Bräutigam die Braut bei der Hochzeit zum ersten Male sieht. Hochzeitszüge eines Nomadenvolkes, das mit seinen Herden im Winter in den Ebenen am Meerufer, im Sommer auf den hohen Ber­gen in härenen Zelten und Laubhütten haust und der Käse­bereitung obliegt, haben wir öfters gesehen. Ls ist ein merk­würdiger 3ug, solch ein Hochzeitszug, der oft 7 8 Stunden

Wegs von dem Haus der Braut bis zu dem des Bräutigams zurückzulegen hat. (Oft sah man die Braut matt und bleich von dem langen Weg in der Hitze und dem Sonnenbrand. Ge­wöhnlich sitzt sie auf einem weißen Nasse, umhüllt von einem Schleier, in ihrer selbstgewebten häreneu Kleidung von brau­ner Farbe. Schön gewirkte Teppiche sind über den Sattel ihres Tiers gelegt. Wehmütig und traurig auszusehen ist ihre Pflicht,' denn sie darf nur zeigen, wie schwer es ihr fällt, zu scheiden aus der väterlichen Hütte,' die Erfüllung der Pflicht mag ihr oft nicht sehr schwer fallen. So gefeiert sitzt sie nur als Braut hoch zu Noß. Ist sie verheiratet, sitzt gewöhnlich der Mann, die Krone der Schöpfung, auf dem Tier, und die Frau trottet, die Gabel mit der ungesponnenen Wolle unter dem linken Arm und mit der Rechten den durch einen Spinnwirbel nach unten gezogenen Faden drehend, hinterher. Sie muß weh­mütig aussehen, und ihr Tier darf nur langsam gehen, als fühle es die Zurückhaltung feiner Gebieterin mit. In den (Orten, welche solch ein Zug durchzieht, wird hall gemacht. Pfeifer und Trommler stellen sich in die Mitte des sich bildenden Krei­ses und wirken künstlerisch im Schweiße ihres Angesichts. Da werden dann die Tänze von den Männern ausgeführt und der

Anführer jedes Reigens, der Vortänzer, belohnt die Musi­kanten, indem er auf die feuchte Stirne der Pfeifer sein Geld­stück klebt. Wenn sie durch das königliche Gut Tatoi auf dem Parnaß zogen, wo ich im Sommer zu Gaste war, kamen zum Silber die Goldstücke der königlichen Familie, die sich etwas vortanzen ließ.

Unter den griechischen Volksliedern befinden sich manche schöne Hochzeitslieder, die bei solchen Gelegenheiten zum Rei­gen gesungen werden oder gesungen worden sind: denn was man in den Sammlungen findet, gehört oft schon der Ver­gangenheit an, und neue Zeiten brjngen neue Lieder. Ich kann mir nicht versagen, einige mitzuteilen, die ich, so gut es gehen wollte, und es geht meistens recht schlecht, übersetzt habe. Zum Beispiel folgendes Lied, dessen Verse immer mit einem Zahlwort anfangen.

1. Ein Gott uns schuf, so dich wie mich, o süße Wachtel mein, Komm' laß mich küssen doch die Lippen dir und dein hold'

ENündelein.

2. Zwei Augen hast du, liebes Kind, so tintenschwarz, ge­

heimnisvoll,

Sie geben Schönheit dir, doch mich mich machen sie am

Ende toll.

3. Drei Gnaden gab dir Gott, ich schwör's bei der Dreieinig­

keit,

Die Schönheit und die Wohlgestalt und all die Lieblich­keit.

4. vier Arme hat das Kreuz, ich seh's an deinem halse

hangen,

Und küssen alle nur das Kreuz, ich küsse deine Wangen. , 5. Fünf Messer wehte ich auf Scherenschleifers Steine,

Die tat ich in mein Herz, daß Schmerz durchzucke mich

alleine.

7. Siebenmal fiel ich, o Liebste mein, in (Ohnmacht heut,

das glaube,

Dreimal zur Früh, dreimal zur Nacht, um dich, du gold'ge

Taube.

8. Acht Füße hat der Krebs, er schreitet hin und her gelassen, Ich hoff' zu Gott, daß er mir hilft, daß ich dich könne

lassen.

9. Neun Schiffe habe ich gebaut, bewehrt mit Kupferwänden, Die Ruder zog ich nur um dich, wann wird die <Oual mir

enden?

10. Zehn Worte sprachst du nur, sag zehn mal zehn bei Leibe, So werden? hundert, und ich nehme dich zum Weibe.

Jetzt fangen die Zehner an:

11. 20 Aepfel fandest du gebunden in ein Tüchlein,

Ich wählt' und nahm das rote mir, wie Lippen rot, das

Aepflein.

>2. 30blättrige Rose pflanzte ich, Ellädchen, in deine Seele, Die Blätter deines Herzens mit Wasser zu tränken ich er­wähle.

13. 40 Ruthen grab ich den Hof dir, mein Kind,

Um Rosenwasser zu schöpfen, daß es dich kühle lind.

14. 50kantiger Edelstein, eiskaltes Blei,

EReine Jugend gab ich in deine Hand, nun ist es vorbei.

15. öOftängig mag das Gefängnis sein, zu dem sie uns ver­

dammen,

Der Türke nehme den Schlüssel mit, wenn wir nur blei­ben zusammen.

16. 70 Versuchungen habe ich, der Arme, schon bestanden, Für dich, du süßes Liebchen mein, die du mich hältst in

Banden.