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handelt. Diese Norm machte Petrus selber einer Obrigkeit gegenüber geltende „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen." Daß Petrus aber im allgemeinen ganz im Sinne des Paulus, wonach jede Gbrigkeit an und für sich eine Ordnung Gottes ist, gedacht hat, hat er in seinem l. Briefe (2, 13) klar gekennzeichnet: „Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen." Und das Line ist gewiß: U)er dem Bmt der Gbrigkeit als innerstes Element der Berechtigung die göttliche Berufung abstreiten, wer in der Gbrigkeit nicht eine göttliche Zulassung anerkennen will, der bestreitet letzten Endes, daß noch Gott, der Bllmächtige, im Uegimente sitzt.
Meine Seele ist ein warten
Meine Seele ist ein Marten auf ein unerfülltes „Mas"; nicht ersehnt sie dies und das, nein! in ihren stillen Garten hofft sie, daß ein Ewiges trete,
Einer, der das Letzte bringt und das große „Bmen" singt ihrem innersten Gebete.
Lensheim a. d. 6. K.E.Knodt.
Treu bis an den Tod.
Uns allen ist noch die grausige Katastrophe in Erinnerung, die vor wenigen Jahren die Zeche Uadbod in Mestfalen heimgesucht und so vielen Hunderten von braven Bergleuten den Tod gebracht hat. Bis man nach dem Unglück mit den Buf- räumungsarbeiten beschäftigt war, fand man unter den vielen Toten tief unten in der Grube auch einen, dessen Hand eine Bibel fest umklammert hielt. Nach altem, frommem Bergmannsbrauche hatte er seine Bibel zur Brbeit mit hinunter in die Grube genommen. Ihre Blätter waren am Bande stark von den Flammen angesengt, sonst aber war das Buch unversehrt geblieben. Bls kurz darnach in Uadbod der Grundstein zu einer evangelischen Kirche gelegt wurde, hat man diese Bibel mit in den Grundstein eingemauert. Menn in kommenden Tagen, in einer Zeit, die noch in weiter Ferne liegt, diese Kirche einmal niedergelegt werden sollte, etwa damit sie einem Neubau Platz mache, so werden die, die nach uns sein werden, inne werden, daß einst, am Bnfang des 20. Jahrhunderts, ein Mensch seinem Gott treu war bis an den Tod, daß er an Gott und an seinem Worte halt und Trost gefunden hat im letzten Kampf und Strauß. Mit dieser Bibel wurde ein Gedicht in den Grundstein eingemauert, das jemand zur Erinnerung an diese Begebenheit verfaßt hatte. Dieses schöne Gedicht hat folgenden Wortlaut:
In deinen Mauern ruhet nah dem Grunde Vas Buch der Bücher wohl verwahrt,
Ein Knappe hat in seiner Todesstunde Draus Kraft geschöpft zur letzten Fahrt.
Es kam der Flammen Meer, ihn zu vernichten,
Umnagte schon des Buches Band,
Ein still Gebet nur konnte er verrichten,
Da reichte ihm der Tod die Hand.
Und aus des Berges grausig dunklen Tiefen Trug ihn der Engel Schar empor zum Licht,
Wo ihm die Sel'gen ein Willkommen riefen Nach einer letzten schweren Schicht.
Sein Bibelbuch soll uns ein Denkmal bleiben
von Bergmannsarbeit, Bergmannsnot
Und uns ins Herz die ernste Mahnung schreiben:
Buch ihr sollt treu sein bis zum Tod.
Siesten im 30jährigen Uriege.
(Fortsetzung.)
1644.
Es fiel ein frühzeitiger, heftiger Frost ein, schon 14 Tage vor Martini fing es an zu frieren, die Bürger mußten den 9. November auf dem Wallgraben eisen.
1645.
Die französisch-weimarische Brmee stand im Frühjahr auf der Bu im Lager, die Schweden unter Künigsmark zu Blten- und Großen-Buseck, die Niederhessen zu Beuern. Diese haben damals die Stadt sehr geängstigt, doch unternahmen sie nichts Ernstliches gegen sie. Landgraf Georg II. setzte sich in Verteidigungszustand, ließ Truppen anwerben und ein Bufgebot ergehen, auch die Bergschlösser Gleiberg, Blankenstein und Königsberg mit Garnison versehen. Bus Gleiberg wurden 50 Mann Soldaten mit Weibern und Kindern gelegt, das Schloß und der Turm ringsum mit Palisaden befestigt und von hier aus Stücke (Kanonen) und Doppelhacken hinaufgeführt.
1646.
Die Schweden forderten von den Landgrafen, daß er ihnen Gießen einräumen und die kaiserlichen Regimenter wegschicken sollte. Beides wurde verweigert. General Eberstein zog sein Heer unter den Wällen von Gießen zusammen. Da wegen anhaltender Dürre der Wallgraben ziemlich seicht war, gedachten die Schweden den 12. Juli in der Morgendämmerung die Stadt zu überrumpeln und kamen mit Faschinen und anderen Werkzeugen, um Graben und Wälle zu übersteigen. Sie fanden aber die Garnison und Bürgerschaft auf dem Wall zu ihrem Empfang bereit und zogen daher ab. Sie machten hierauf Bnstalten, Bomben in die Stadt zu werfen. Jedermann bangte vor dem Schrecken einer Belagerung und Beschießung, als Gottes Güte auch dieses Unglück von der Stadt abwendete. Nämlich es entstand den 14. Juli ein so starkes Gewitter mit Hagel und Platzregen, daß das Wasser tief in allen Feldlagern stand und die angebundenen Pferde sich losrissen und teils in der Lahn umkamen, teils sonst zerstreut wurden, so daß die Soldaten selbst bekannten, Gott streite für diese Stadt. Die Feinde hielten sich daraus wegen des andauernden Regens und Morastes ziemlich ruhig. Den 29. schickte der Landgraf den Superintendenten I). Feuerborn als Bbgesandten in das schwedische Lager nach Heuchelheim, welcher von dem schwedischen Gencralfeldsuperintendenten Michael Ludovici freundlich ausgenommen wurde. Bm nächsten Morgen wurde er zu dem Generalfeldmarschall Wrangel gebracht, hier sprach er mit solcher männlichen, eindringenden Beredsamkeit dem Landesfürsten und der Stadt zum Besten und stellte die allgemeine Bot so dringend vor, daß der schwedische Bssistenzrat Blexander Erskine mit ihm in die Stadt geschickt wurde zum Landgrafen. Worauf Sonntags, den 2. Bugust, die ganze schwedische Kriegsarmada aufbrach und wegzog.
Die lang ersehnte Vereinigung der Schweden mit der französischen Brmee unter Turenne war den 31. Juli bei Gießen erfolgt.
verstorbene zählte man in diesem Jahre in der Stadt 517, Getaufte ungefähr die Hälfte.
1647.
Landgraf Georg II. beschickte den allgemeinen Friedenskongreß zu Münster und Osnabrück durch seinen Kanzler Bnton Wolfs von Totenwart und den Universitätsvizekanzler Just Sinolt, genannt Schütz. Bei diesen Friedensverhandlungen herrschte Krieg und Zerstörung im Lande. In Königsberg wurde wenige Tage vor Pfingsten Turm und Schloß von den


