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Mangamba an. Der Bräutigam war ein Lehrer von Pabossi, seine $rau war mir bekannt, da sie eine Tochter des Dber- häuptlings von Bonebela ist. Beide Eheleute waren sehr nett angezogen. Buch die Gemeindeglieder von Kunang wohnten der Trauung bei. Der fjcrr segne die Eheleute und mache sie recht glücklich! hie und da findet man ja ganz glückliche Ehen, wie schon erwähnt, besonders viele Lehrer gehen mit einem guten Beispiel voran. Doch bei vielen Männern ist die Frau ein verachtetes Geschöpf, die mitunter keines Wortes gewürdigt wird. Ihr deutschen Frauen, dankt Eurem Gott, daß Ihr in einem christlichen Lande leben und den Legen des Ehristentums genießen dürfet! Doch der Herr wird auch diese armen Geschöpfe noch zur herrlichen Freiheit der Kin­der Gottes bringen. Möchte doch bald diese Zeit anbrechen!

Und nun noch etwas, was ich im Felde sah, als ich heute diesen Weg machte. Bei den bebauten Beckern sah ich kleine Hütten errichtet, immer vier kleine Ltöcke, über denselben war ein Dach und unten in dem Baum sah ich verschiedenes, so ein Haus von den Leleke-Termiten, dieselben errichten von Erde kleine Wohnungen, die gerade wie Pilze aussehen. Warum sie nun gerade diese nehmen, konnte ich nicht aus­findig machen, vielleicht trauen sie diesem Bau zu, daß er be­sonders geeignet sei, einen Geist aufzunehmen. Bn einem Pfosten in diesem Häuschen hingen, in Blätter eingewickelt, haare, Krallen, Federn von Hühnern und andere Lachen mehr. Blso, in dieser kleinen Hütte wohnen die Geister, die das Feld behüten vor Dieben und Tieren, die es beschädigen wollen. Große Furcht haben sie davor. Kein Mensch würde es anrühren, dieses Häuschen, und noch viel weniger zerstören. 5o erzählen sie sich darüber grausige Geschichten. Ein Mann von Kunang, einer Bußenstation von Mangamba, soll einmal im Felde ein solches Häuschen angerührt haben. Da auf ein­mal kamen die bösen Geister heraus und verfolgten ihn. Bis sie ihn ein Stück Wegs verfolgt und ihn bereits eingeholt hat­ten, streckte er seine Hand in die höhe, und plötzlich entstand ein großer Sumpf. Da konnten ihn die Geister nicht mehr ver­folgen. Bber auch die Geister hoben ihre Hände in die höhe und der Sumpf verschwand. Zum zweitenmal wurde die Ver­folgung ausgenommen. Da, als die Geister den Mann be­reits eingeholt hatten, streckte der Mann wieder die Hände aus, und es entstand eine große Hecke. Buch diese wurde wieder, nachdem die Geister ihre Hände ausgestreckt hatten, beseitigt. Und zum drittenmal wurde die Verfolgung aus­genommen. Wieder hatten ihn die Geister bereits eingeholt, da streckte er zum drittenmal die Hände in die höhe. Es ent­stand ein Stein, der bis an den Himmel reichte und so konnten sie ihn nicht mehr einholen.

Wie die Schwarzen aber immer in Furcht sind, das kann man sehen, wenn man an so einem fflrt vorbeigeht, von dem man weiß, daß eine Gottheit, ein Geist, darinnen wohnt. Der Herr Jesus allein kann dieses Volk frei machen von der Gei­sterfurcht und aller Bngst. Bn der Küste sind sie ja auf diesem Gebiet schon weiter. Doch auch hier wird es noch so weit kommen. Der Herr segne immer mehr und mehr unsere Br- beit zum Wohle des Volkes und zur Verherrlichung des teu­ren Jesusnamens.

In der letzten Zeit ging es mir nicht ganz gut. Ich hatte einen Busschlag an Händen und Füßen, es entwickelten sich kleine Geschwüre, angefüllt mit Eiter, die mir sehr viele Schmerzen verursachten. Es muß Malaria gewesen sein. Diese tritt auf, indem sie sich als Fieberkrankheit äußert, oder auch in einem Hautausschlag. Ich machte deshalb sogleich eine Ehininkur, das heißt, ich nahm einige Tage hintereinander

Thinin ein, und so hoffe ich, daß es bald vorüber ist. Ls geht mir ja, Gott sei Dank, wieder besser. Meine geplante Reife mußte ich verschieben und gedenke erst am Donnerstag mit Missionar Köngeter eine vierzehntägige Reife in das pabasii- gebict zu machen. Näheres darüber dann in meinem nächsten Bericht.

Leider muß ich schon wieder den lieben Freunden von dem Tode eines Missionars berichten, vor einigen Wochen starb an Schwarzwasserfieber unser lieber Eberl auf der Gold­küste. Tbert ist ein Klassengenosse von mir. Das wäre der zweite Missionar aus meiner Klasse, den der Herr vom Kampf­platz hinweggerufen hat. Gerade jetzt fehlen uns so viele Streiter. Warum nimmt uns da der Herr sie hinweg? Wir wissen es nicht, der Herr weiß es, und er macht alles recht.

Ferner muß ich schon wieder von der Erkrankung einer Missionarsfrau berichten, von derErkrankung der liebenFrau Keller. Frau Keller muß mit dem Dampfer, dem ich meinen Brief übergebe, auch in die Heimat zurück. Das ist die vierte Missionarsfrau seitJanuar hier inKamerun, diewegenKrank- heil in die Heimat zurückgehen muß. Der Herr sende uns doch wieder bessere Zeiten!

Und nun Gott befohlen! Gott sei bei Euch und segne Tuch! Betet für mich, ich habe im Bnfang dieses Berichtes mitgeteilt, daß meine jetzige Brbeit wegen des ungesunden Klimas schwerer ist als die, die ich im ersten Jahre meiner Missionstätigkeit getrieben habe, herzlich grüßt Luch alle

Euer

Heinrich Walther.

Gießen im 30jährigen Kriege.

3m Jahrgang 1813 desGießener Bnzeigers" fand ich durch Zufall die irn Nachfolgenden mitgeteilten Bufzeich- nungen über die Geschicke der Stadt Gießen im dreißigjährigen Kriege. Diese Bufzeichnungen teilen uns Tatsachen mit, die zum großen Teil heute unbekannt, aber von großem Inter­esse sind. Wer diese Kriegschronik niedergeschrieben hat, konnte ich bis jetzt nicht ermitteln, im Blatte selbst ist der Name des Verfassers an keiner Stelle genannt. Ich gebe das, was uns der unbekannte Thronist ausgezeichnet hat, wortgetreu hier wieder, indem ich nur hier und da einen Passus, der für uns kein Interesse hat, weglasse, und behalte mir vor, am Schlüsse einige erläuternde Bemerkungen geschichtlicher, besonders kul­turgeschichtlicher Brt hinzuzufügen. h. B

1621 .

Herzog Thristian von Braunschweig, Bdministrator von Halberstadt, hatte zur Verteidigung des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz ein Heer zusammengebracht, welches er durch Erpressungen und Baub unterhielt. Nachdem mehrere Fürsten in Nieder- und Gbersachsen sich zur Vertreibung desselben verbunden hatten, zog er sich nach dem Main zu und bemäch­tigte sich der Stadt Bmöneburg durch List, indem er vorgab, er verlange bloß den Einlaß, um Proviant zu kaufen. Er be­setzte auch das Mainzische Städtchen Neustadt und das Buseckertal, um einen offenen Weg nach der Pfalz zu haben. Landgraf Ludwig V., ein Freund des Kaisers, wollte ihm den Durchzug nicht gestatten,' es wurden von beiden Seiten Bot­schafter geschickt und Schriften gewechselt, worauf der Her­zog dem Landgrafen den Krieg erklärte, zum Beweis dessel­ben zwei Dörfer in die Bsche legte und die Bemter Blsfeld und Homberg an der Dhm besetzte. Während dieser Unter­handlungen hatte Tillp Zeit gewonnen-, den bayerischen Gene-