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Herzenswunsch entscheiden. Dem Bräutigam, dem es der Va­ter verkauft, muß es in die Ehe folgen. Bls ich noch in Bone- bela war, kam eines Morgens unser ältestes Mädchen, Ton- ginia mit Barnen, etwa 12 Jahre alt, und sagte, es habe einen Bräutigam bekommen, von Freude habe ich gar nichts auf dem Bngesicht gesehen. Und dann, wie verachtet ist die Frau! Das Mädchen wird Frau, nachdem die Lachen alle bezahlt sind. Der Bräutigam muß dafür aufkommen, und das bringt diese jungen Leute manchmal in Verlegenheit. Doch ich will annehmen, es geht alles gut vonstatten, die beiden kommen zusammen. Der Hochzeitstag kommt heran. Da fin­den vorerst Bingkämpfe statt. Darüber brauche ich mich nicht weiter zu verbreiten, da ich in einem früheren Bericht schon darüber geschrieben habe. Lind die Brautleute Thristen, so werden sie in der Kirche getraut. Dieses kann öffentlich, aber auch im Stillen geschehen, ganz wie es die Brautleute wün­schen. Bach der Trauung gibt es ein großes Festessen, wozu die ganze Verwandtschaft eingeladen wird. Manchmal geht am Hochzeitstag schon das Palaver los. Bis ich in Bonebela war, konnte ich eine Hochzeit, ich glaube es war an einem Blochentag, mitmachen. Während der Trauung kamen die verwandten der Braut, und direkt nach der Trauung fingen die verwandten an, dem Bräutigam vorzuhalten, wie er wa­gen könne, einfach die Braut zu nehmen, ohne daß alles be­zahlt sei. Diese verwandten wollten nur noch etwas heraus­schlagen, und wie ich nachträglich erfuhr, soll der Bräutigam auch noch etwas bezahlt haben, trotzdem alles schon in Bich- tigkeit war. Ls kommt sogar vor, daß ein Mädchen einige- male verkauft wird. Ist das Mädchen bereits bezahlt, so verkauft es der Vater wieder anderwärts, und so macht er das manchmal drei- oder viermal. Buch die Braut macht es manchmal so. In neuerer Zeit ist es nämlich so, daß die Be- gierung den Mädchen hilft, um sie vor bösen Männern zu bewahren, lvenn sie Beschwerden gegen ihren Bräutigam Vor­bringen, so können sie für 20 Mark einen Schein bekommen, der sie von ihrem Bräutigam befreit. Dadurch wird zum Glück manche unglückliche The vermieden. Bber von man­chen Mädchen wird das ausgenutzt. Der Bräutigam beschenkt nämlich reichlich seine Braut und einer will es dem anderen zuvortun. Ist nun die Braut reichlich beschenkt worden, so geht sie hin, läßt sich einen Schein ausstellen, läßt sich an einen anderen verkaufen, und so geht es dann weiter. Im großen und ganzen aber geht es besser. Wieviele Zerwürf­nisse aber gibt es zwischen Braut und Bräutigam. Etwa im Mai war es, da kam ein Mädchen zu uns auf die Station, es war zu Haus fortgelaufen, da es die zweite Frau eines Mannes werden sollte. Die Mutter war für diese Heirat, bas Mädchen wollte nichts davon wissen. Ls kam zu uns und suchte Schutz bei 'uns, den wir ihm auch gern gewährten. Bach einigen Tagen kam die Schwester des Mädchens und bearbeitete es, daß es mit ihr gehen solle, die Schwester war nämlich in der Bähe des Wohnortes dieses Mannes ver­heiratet. Ich glaube, daß das Ganze eine abgemachte Sache war. Das Mädchen ging mit, zwei Tage nachher trafen wir den Mann und fragten ihn, ob er seine Braut bekommen habe, da sagte er: Morgen will ich sie holen lassen. So wird sie doch mit ihm zusammengekommen sein. Dadurch, daß es von uns wegging, hat sich das Mädchen von unserem Schutze losgesagt, und so war es ein leichtes, es in die Gewalt ihrer verwandten zu bekommen. Bch, sie sind unglücklich, diese ar­men Geschöpfe. Freilich, man trifft auch schon glückliche Ehen an, und die Sauerteigskraft des Evangeliums macht sich auch hier schon bemerkbar. Selten aber ist es, daß eine Frau die

einzige Frau bleibt. Gewöhnlich heiratet der Mann noch ei­nige Frauen dazu. Ich fragte einmal in meiner Schule in Bonebela die Schüler, wieviele Frauen ihre Väter hätten. Da hieß es: 2 , 3, 5, 6, 8 usw. heiratet ein Thrist eine zweite Frau, so wird er aus der Gemeinde ausgeschlossen, daher hat man auch so wenige Männer in den Gemeinden. Wie viele Kämpfe auf diesem Gebiet durchgekämpst werden, glaubt der, der fern steht, kaum. Da ist ein Mann ein Thrist, er hat nur eine Frau. Bun stirbt sein Bruder, und nach der Bnschauung der Schwarzen fällt ihm die Frau seines Bruders zu, er erbt sie einfach. Und nun, was soll er machen? Die verwandten kommen und reden ihm zu, er solle doch die Frau heiraten. Ist doch die Frau in den Bugen der Schwarzen ein vermö­gen, da er sie gut für die Feldarbeit brauchen kann, da die Frauen die Arbeit allein tun müssen. Was soll er machen? Tr steht in einem schweren Kampf, er ist Thrist, möchte in der Gemeinde bleiben, und nun tritt die Frau dazwischen. Bimmt er sie, so wird er aus der Gemeinde ausgeschlossen. Tr möchte gerne in der Gemeinde bleiben, da lockt dann auch der Satan und schließlich heiratet er die Frau noch dazu. Ist einmal der Schritt abwärts getan, so geht es immer tiefer. Zu der zweiten Frau kommt dann die dritte hinzu, und so geht es dann weiter, und für die Gemeinde ist ein solcher Mann verloren. Linen derartigen Fall hatten wir vor eini­gen Wochen in Bonebela. Durch den Tod seines Bruders war einem Mann dessen Frau zugefallen. Was sollte er machen? Bach dem Sonntagnachmittagsgottesdienst blieb er in der Kirche mit einigen Beltesten, um mit ihnen zu beten, daß er doch Herr bleibe und nicht diesen Schritt tue. Bun ist das bei den Schwarzen gar keine Sünde, eine zweite Frau zu neh­men. Wie es in diesem Fall gegangen ist, weiß ich nicht, aber ganz bestimmt war es dem Manne ernst, in der Gemeinde zu bleiben. Der Herr gebe ihm Kraft, daß er den Sieg da­von trägt.

heute nun, am 15. Oktober, durfte ich eine Trauung in Kunang, einer Bußenstation, vollziehend Ls war eine schöne Feier. Morgens um Vr8 Uhr ging ich von hier weg, der Weg ging durch einen Wald. Die Vögel und sonstigen Tiere ließen ihre Stimmen erschallen. Ich kann nicht sagen, von welchen Tieren die Laute kamen, da ich sie noch nicht unter­scheiden konnte. Freilich, so kühl wie zu Hause um diese Zeit im Sommer war es nicht: denn kaum ist die Sonne heraus, so steht sie auch schon hoch und macht einem schon ganz gut heiß. Biemand traf ich auf dem Wege, und so konnte ich ruhig über meine Traupredigt Nachdenken. Ts ist nicht leicht, in einer fremden Sprache zu predigen. Wer sich der Zeit er­innert das gilt besonders von denjenigen, die Latein und Griechisch getrieben haben -, in der es schriftliche Brbei- ten sKlassenarbeiten) gab, der kann mitfühlen, daß das nicht leicht ist. Freilich, das ist der Vorteil des Dualas, es ist eine lebende Sprache. Bn einer ganz schönen, stillen Stelle kniete ich nieder und bat den Herrn um seinen Beistand. So zog ich denn auch getrost hin, und der Herr half mir über Bitten und verstehen. Um 10 Uhr war die Trauung. Ich sprach über die Worte Tvang. Joh. 2, 2: Und Jesus und seine Jünger waren auch auf die Hochzeit geladen. Ich fragte, ob auch sie, die Brautleute, den Heiland eingeladen hätten, und führte dann die Segnungen an, die ihnen, wenn Jesus ihr ein und alles im Ehestände sein sollte, zuteil würden. Dann mahnte ich sie, jeden Tag ihre Knie vor Gott zu beugen und erinnerte sie daran, wie eins dem andern helfen müsse zur ewigen Selig­keit. Bach der Trauung prüfte ich die Schule und zog dann fröhlich meine Straße heim, mittags um 1 Uhr kam ich in