Ausgabe 
17.12.1914
 
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In dem karpathischen Hochgebirgefind gegen das Vordringen feindlicher Kräfte in das Lator- cza-Tal entsprechende Mahnahmen getroffen.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: von H ö f e r, Generalmajor.

WTB. Wien, 16. Dez. In Galizien und in Südpolcn wird der zurückgehende Feind auf der ganzen Front verfolgt. Bei Lisko, Krosno, Iaslo und im Biallatal leisten starke russische Kräfte Widerstand. Im Dunajctztal drangen unsere Truppen kämpfend bis Zaktiezyn vor. Auch B o ch n i a ist wie­der von uns genommen.

In Südpolen muhten die feindlichen Nach - hüten überall nach kurzem Kampf vor den Verbündeten weichen.

In den Karpathen haben die Russen die Vor­rückung aus das Lataraza-Tal noch nicht ausgegeben. Im oberen Tal der Hadwarnaer Bystrzyra wurde ein Angriff des Feindes, zurllckgewiesen.

Die Besatzung von Przemysl unternahm einen neuerlichen g.r o h e n Ausfall, bei dem sich unga­rische Landwehr durch Erstürmung eines Stützpunktes mit Drahthindernissen auszeichnete. Wie gewöhnlich wur­den Gefangene und erbeutete Maschinengewehre in die Festung gebracht.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneqalstpbs: von H ö s c r, Generalmajor.

Vom Krieg im Westen.

Aus Genf, 12. Dezember, wird berichtet. Der in Flandern kommandierende französische General Fach konnte trotz umfassender Befestigungen der französischen Stellungen nicht verhindern, dah den Deutschen dank dem Zusammenwirken von Genietruppen, Jnsan- terie und Artillerie bei Ypern ein Durchbruch der Linie gelang. Die Franzosen wollten da zwar einen kleinen Teil des verlorenen Geländes zurück­gewonnen haben, aber der Hauptersolg ist, dah die Deutschen jetzt alle Stellen geringen Widerstandes am Yserkanal kennen und ihr feineres Vorgehen danach lichten werden. Der Stand der Deutschen bei Arras und Umgegend ist sehr g ü n st i g. (rtr. bin.)

Bom Krieg im Osten.

Die Kämpfe um Lodz.

Die Räumung von Lodz durch die Russen geschah! heimlich des nachts, daher ohne Kampf und zunächst unbemerkt. Sie war aber nur das Ergeb­nis der vorhergehenden dreitägigen Kämpfe. In diesen hatten die Russen ganz ungeheure V e r l u st e, besonders durch unsere schwere Artillerie. Die verlas­senen russischen Schützengräben waren mitTo- ten buch st üblich angefüllt. Noch nie in den gesamten Kämpfen des Ostheeres, nicht einmal bei Tan­nenberg, sind unsere Truppen über sc- viele russische Lei­chen hinweggeschritten, als wie in den Kämpfen um Lodz, L o' w i tz und überhaupt zwischen Pabianice und der Weichsel. Obgleich wir die Angreifer waren, blieben Unsere Verluste hinter denen der Russen weit zurück. Wir haben insbesondere im Gegensatz zu ihnen ganz unverhältnismähig wenig Tote verloren. So fielen bei dem bekannten Durchbruch unseres 25. Re­servekorps von diesem Heeresteil nur 120 Mann, gewih eine ausfallend niedrige Zahl. Für die Verhältnisse ist demgegenüber bezeichnend, dah allein

tn lllller IHenlcb.

Roman von Paul Blitz.

Nachdruck verboten.

Sinnend saß er und blickte traumverloren in die Nackt hinaus, sternhell und niondlickt war es draußen, tau und mild; und ein Windhauch brachte den Dust von frisch gemähtem Heu, die ganze Lust war voll von sähen Düsten: und durch die heilige Stille klane von fernher vas sehnsüchtige Schluchzen einer Rachtig-'

ja, so, genau so war auch damals jene Na die nun wieder mit allen Wonnen und mit alten Schauern vor ihm erstand.

Die Grete, die braune Grete, Ha, ja, er hatte " geliebt, er hatte üe angebctel, fic war sein Zaubc. träum gewesen!

Damals als er aus der Ferne hcimgckchrt war. als er sich drangen jahrelang hatte hcrumstoßen lassen, als er unter Püffen und Knuffen des Schicksals zum ernsten Mann herangereist war, da hatte er sie, seine Angebetete, gesunden. Er übernahm sein mütterliches Erbteil, das Gut. Einsam und von allen, aber ^uch von allen verlassen, stand er da. Und seine Seele suchte nach einem Freund, nach einer gleichgestimmten Seele. Und da plötzlich fand er sic, sie, sein Alles. Der Himmel ging ihm aus, der ganze Himmel mit all sei- neu Seligkeiten. Denn er liebte zum ersten Mal. All das tiefe Gefühl, das jahrelang im Herzen zurückge­drängt und versteckt gehalten war, nun brach es hervor mit der ganzen heiligen Keuschheit der ersten, reinen, wahren Liebe. Sein Bestes, sein Hehrstes, sein Alles

war er bereit, seinem Mädchen zu opsern-----

Und da geschah das Furchtbare, das Ungeheuerliche. Als er sie fragte, ob sie sein Weib werden wollte, da sah sie ihn ganz naiv erstaunt an und antwortete: .Ja, hast Du denn den kleinen Flirt so ernst genommen? Hast Du denn wirklich auch nur einen einzigen Augen­blick gehofft, ich würde meine schöne Jugend hier drau­ßen in der Oede vertrauern? Nein, mon ami, dann hast Du Dich geirrt, ich bin ein Weltkind!' Aus und davon war sie gerannt. Und er stand da und wußte sich nicht zu Helsen. Plump, ungeschlacht, ratlos stand

auf einer Höhe, südlich Lutomjersk, westlich Lodz, nicht weniger als 8 7 7 tote Rüssen gefunden und bestattet worden sind. Auch die russischen Eesamtverluste können wir, wie in den früheren Schlachten, ziemlich zuverlässig schätzen. Sie betragen in den bisherigen Kämpfen in Polen mit Einschluh der von uns erbeu­teten 80 000 Gesangcnen, die inzwischen mit der Bahn nach Deutschland befördert worden sind, mindestens 150000 Mann.

Di: Russen gehen zurück.

Petersburg, 11. Dez. Die Blätter melden von einer furchtbaren deutschen Offensive aus Koluski, also weit östlich von Lodz. Die Rüssen hätten Tusczyp nördlich Petrikau räumen müssen. Es verlautet, dah jetzt auch Petrikau selbst aus strategischen Gründen ge­räumt werden müsse. Das Generalkommando, das sich in Petrikau befand, ist weiter zurückverlegt worden. Diese Meldung, von russischer Seite stammend, und da­her sicherlich nicht zu unseren Gunsten gefärbt, beweist, dah die deutsche Offensive auch südöstlich von Lodz er­folgreich vorwärts geht. (ctr. bln.)

Bom Krieg im Süden.

Belgrad von de» Dcstcrrcichcrn wieder geräumt.

WTB. Wien, 15. Dez. Vom südlichen Kriegs­schauplatz wird amtlich gemeldet: 15. Dezember: Die

durch das notwendig gewordene Zurücknehmen des ei­genen rechten Flügels geschaffene operative Lage lieh es ratsam erscheinen, auch Belgrad z u n ä ch st aufzügeben. Die Stadt würde kampflos geräumt. Die Truppen haben durch die überstandenen Strapazen und Kämpfe wohl gelitten, sind aber vom besten Geiste beseelt.

Nordalbauic» gegen Serbien.

Aus S k u t a r i kommt die beglaubigte Nachricht, daß die nordalbanesischen Stämme an Serbien den Krieg erklärten. Ein Wider­stand Montenegros gegen Nordalbanien ist bei dem großen in den Schwarzen Bergen herrschenden Elend nicht zu besorgen, sodah die Albanesen ihre ganze Kraft gegen Serbien verwenden können, (ctr. fst.)

Türkische Kriegsmeldungen.

WTB. K o n st a n t i n o p e l, 15. Dez. Mitteilung des Großen Hauptquartiers: An der Grenze des Vila- jets Wan dauern die Zusammenstöße der russischen Trup­pen mit unseren Abteilungen zu unseren Gunsten an. Die russische Kavallerie hat an der persischen Grenze bei Sarai unsere Kavallerie angegriffen, deren Gegenangriffe von Erfolg gekrönt waren. Die Russen wurden zurück- geschlagen und zersprengt.

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WTB. Konstantinopel, 16. Dez. Amtlich wird gemeldet: Die Kämpfe, die seit einiger Zeit an der O st k ü st e des Wlajets Wan andauerten, haben z u unseren G u n st e n geendet. Die Stellung bei S a- r a i, die von dem Feinde erbittert verteidigt wurde, ist nach einer umfassenden Bewegung unserer Truppen in unsere Hände gefallen. Der Feind zog'sich in der Rich­tung auf Kotur zurück, verfolgt von unserer Kavallerie. Unsere Truppen sind in Sarai eingezogen.

Ein englischer Kreuzer hat vergebens einen unserer Wachtürme, zwischen Jaffa und Gaza beschossen. Der russische KreuzerAskold". hat zwei kleine Schiff« vor Beirut in Grund gebohrt.

ließ fle lasse«,1vstier, immer weiter, bis sein Auge sie nicht mehr sah. Dann ging er still, mit zusammengebiffeuen Zähnen ins Haus und begrub seinen Traum, seinen ersten und seinen einzigen Traum. er hatte sein Bestes, sein Heiligstes gegeben und sie nahm es nur als einen leichten Flirt, das gab ihm den Rest, das machte ihn zum ernstes stillen Menschen.

So, so war es damals gewesen.

Und nun wollte sie wiederkommen? Run sollte er sie gar Wiedersehen? Nun sollten all die alten, längst vernarbten Wunden wieder ausgeriffen werden?

Rein! nein! Das sollte nicht geschehen! Nie wollte er sie Wiedersehen, nie, nie! Aus und vergessen und begraben sollte alles bleiben!

Ja! so sollte es werden!

Still und gefaßt suchtz er sein Lager aus. Abe- S«»s sand er nicht.

Vnd unter demselben Dach war noch jemand, des­sen «tugen keine Ruhe fanden. Es war Fräulein Berta, die junge Wirtin. Auch sie kanMe den Roman, der ei»N sich zwischen Bruno und Grete abgespielt hatte. Sie ahnte wohl, daß es ihm damals tiefer ans Herz gegangen war, als er es zeigte, und deshalb weinte sie nun still und versteckt, denn sie fürchtete, daß sie ihn noch jetzt verlieren könnte.--

Das Leben im alten Hause Büttner u Sohn ging nun wieder in seinen gewohnten Bahnen weiter, ruhig, gleichmäßig, ein Tag wie der andere.

Und der junge Herr Kur« saß nun regelmäßig und mit peinlicher Pünktlichkeit an keinem Pult und tat mit ernster Pffichtersüllung seinen Dienst.

Er hatte gehalten, was er versprocken. Am Mor­gen nach jener entsetzlichen Nackt, die wie ein mahnend dunllcr Punkt in seinem Dasein stand, hatte er ein neues Leben begonnen Alle Beziehungen zu seinen Berliner d-rennden schränkte er aus ein Minimum ein. und wo es sich so schnell tun ließ, brach er sie ganz ab. Ein anderer wollte er nun werden, das batte er sich geschworen

Der Verlust des allen KasernenschiffesM e s s u - d i j e" ist nach einer endgültigen Untersuchung entweder der Berührung mit einer abgetriebenen Mine odereinem gegen dieses Schiff geschleuderten Torpedo zuzü - schreiben. ,

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WTB. K o n st a n t i n o p e l, 16. Dez. (Nichtatl.) Mitteilung des Hauptquartiers: Ein« russische Kavalle­rie-Brigade, verstärkt durch ein Bataillon Infanterie, griff am 13. Dezember ein von unserem rechten Flügel entsandtes Detachement in einer wichtigen Stellung an, ist aber zurllckqeworfen worden.

An der Grenze des Vilajets Wan ergriffen unsere Truppen die Offensive. Bei Snt a.i griffen sie einige feindliche Stützpunkte an, die im Sturm genommen wur­den. Eine unserer Abteilungen in Aserbaidschan ist in Richtung aus S e l m a s (Diliwan) in Persien vorge­gangen. Bei Seldos, am südlichen Ufer des Ur- mia-Sees, schlug die türkische und persische KcrvälUrie ein Kosakenregiment, welches 40 Tote und viele Ver­wundete verlor. Der Feind wurde auf Urmia verfolgt. Ein russisches Dampsboot und die in Urmia sich be­findlichen Munitionsvorräte würden genommen und zer­stört. Einzelheiten folgen.

Die persischen Stämme kämpfen Schulter an Schul­ter mit uns mit Begeisterung gegen den Jahrhunderte alten Feind; wir wissen von heldenhaften Taten aus diesem Kampf.

Acgnptcn von zwei Seiten angegriffen.

Der italienische Abgeordnete Bevione teilte mit, dah die Angriffe der Senüssi gegen die Engländer bereits begonnen haben. Bei den Senufsi be­finden sich weihe Offiziere, die weder englisch noch fran­zösisch reden. Der Angriff aus Aegypten werde won zwei Seiten erfolgen, im Osten durch das reguläre türkische Heer, im Westen durch die Senuffi. Selbstver­ständlich, schreibt Bevione, werde es den Senuffi nicht einfallen, sich auch gegen die Italiener zu wenden.

Serbien bittet Griechenland um Hilfe.

Nach einer Wiener Meldung aus Sofia, die in­dessen noch der Bestättgung bedarf, hat die s er b i s che Regierung von Griechenland unter Beruf­ung auf den Bündnisvertrag um dir Entsendung eines Hilsskorps von 100000 Mann gebettm Di« Athener Regierung sei unter folgenden Bedingungen da­zu bereit: Serbien eckennt an, daß Griechenland «inen rechtmäßigen Anspruch aus die StÄtM o n a st i r habe, die durch den Bukarest«! Vertrag aus Serbien fiel. Es aibt seine Zustimmung zu einer Berichtigung der serbisch-griechischen Grenze durch «ine gemischte Kom­mission. Serbien setzt bei den Drenxrbandmächten durch, daß letztere Griechenland gegen einen eventuellen An­griff Bulgariens helfen. Die griechische Regierung gibt auch zu erkennen, dah, im Falle di« Dreioerdandniüchle Monastir den Bulgaren überlaffen, Griechenland dies mit Waffengewalt verhindern werde, (ctr. bin.)

Griechenland deutschfreundlich.

Die ZeitungMir" erklärt, die von der Presse zum Ausdruck gebrachte Befürchtung, daß Griechenland im Interesse Serbiens bezw. des Dreiverbandes gegen Oesterreich zu den Waffen greifen köimt«, für ünbe- gründet. In den politischen Kreisen Sofias habe man sichere Beweise dafür in den Händen, daß Grie­chenland in freundschaftlichen Bezieh­ungen zu Deutschland stehe. Ein 1 ' greultb Deutschlands könne kein Feind Oesterreichs fein. (ctr. bin.) -leB

Glezch am nächsten Tag. mv« >-ner Gravcvsitack» batte ibn der alte Herr z» sich imiffn und ihn trtit milden, ober eindruckssickeren Werfen daran erinnert, daß er der Mitinbnbcr und Nacksokaer einer uralten Firma sei. und was er seinem Hauke und ckeincur Na­men schulde. Mit lieben und doch sehr ernsten Worten zeigte er >bm den Wen. den er nun aehen ,aüsie vnd den sckon alle seine Borsahren aeqangen waren.

Aber alles das wäre qar nicht notwendicr gewesen, denn Kurt selber hatte sich in lener schlaflosen, martt-ri vollen Nacht, in der er von endlosen Vorwürfen hin- und heraeworsen wurde, seinen neuen Lebcnsvlmi zu. rech» gemacht. Er wußte nun. was er zu tun hs»«e. um sein leichtsinniaes Leben wieder autzumacken. Er wollte nun all seine K^ast und all sein Können nur seinem Hause widmen, sein Erbteil in Ebren bakten und ein würdiger Nachfolger' seiner braven Vorfahren wer- den. Das alles gelobte er sich in iener Nacht. lind darum konnte er dem alten Ba'er. als dieier so ein­dringlich zu ihm lvrack. mii gutem Gdwisien verspre­chen. seinen Wunsch nun zu erküllen.

So hatte er sich denn, reis und lcbensernsi durch die solaerrschwere Katastrophe geworden, mit aller ihm zu Gebote siebenden Energie an die Arbeit gemacht und suchte sich mit sestcm Willen hineinziisindev >n dgs weitverzweiqte Getriebe des ausgedehnten Geschiftis.

Und er sand allseitig Ane-'enn»na Sowobp . dev alte Prokurist, wie auch der areise Papa sahen, väß es ihm ernst mit der Arbeit mar.

Am glücklichsten natürlich war Tarne Mckrlci/' Ju­belnd erklärte sie dem Bruder: .S,sichst Du, wer hat nun wieder recht! Hab' ich nickt immer gesagt, daß im,hem Jungen e-n guter Kern steckt! Nur anstoben müßte er sich erst! Und das ist doch das Recht der Jugend! Jetzt wird er uns schon Freude machen, daran darfst D» gonr sicher glauben!' >ü>i, ,,

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Fortsetzung folgt.

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