ben, wenn sie sich ütii; iir. ruisischri: Stotterten brjin-
Tic erste uneinnehmbare Festung in dem grohen Völkerkriege, ist die österreichische Festung P r z e m y s l. Mil Recht widmet die „Wiener Reichspost" dem „siegreichen Przemysl" daher eine besondere Würdigung:
„Berge von Toten", so melden die Berichte, haben die Russen vor Przemysl zurückgelaffen. Zerschmetterte Divisionen sinken in die Massengräber, die ihnen die österreichischen Pioniere schaufeln. Ungeheure Opfer an Menschen hat Rußland vergeblich vor der Lansejle ver-, schwendet und in den Strömen Blutes, die sich vor den Wällen von Przemysl ergossest, verrann auch ein guter Teil der Kraft der übrigen Armee, die auf ihrem eiligen Rückzug unzähliche Verwundete mitschleppt.
Der russische Mißerfolg vor Przenrysl gestaltet sich zur Bedeutung einer grohen verlorenen Schlacht. Schlimmere Wunden hätte ein mehrtägiges Ringen großer Heeresmassen der russischen Armee nicht schlagen können, als die verunglückten Stürme auf die Werke von Przemysl, in denen die Verteidigung von gesicherten Stellungen autz den Feind niedermähte.
Um so eindrucksvoller ist diese schwere russische Niederlage, als Przemysl in diesem grohen Kriege, so betont auch die „Reichspost", die erste Festung ist, die einem Feinde siegreich zu widerstehen vermag. Lüttich, Namur, Maubeuge, Lille, St. Mihiel, zuletzt Antwerpen — Befestigungsanlagen, auf deren moderne Werke sich die belgische Und französische Wehrmacht viel zugute tat, sielen nach überraschend kurzem Widerstande. — Die Russen hatten doppelt so lang, als die Deutschen vor Antwerpen Zeit, ihre Kräfte in der Belagerung zu erproben, in zwölf Tagen siel Antwerpen, die zweitgrößte Festung der Welt, drei Wochen lang sah Przemysl den Feind unier ungeheuren Verlusten sich verbluten und nicht ein e nziges Fort fiel in die Hände der Russen, diö in den Stürmen zusammengeknickt auch nicht mehr die Kraft halten, dem heranziehenden österreichischen Heere zu widerstehen.
Pom Seekrieg.
Ein englischer Dampfer in den («rund gebohrt.
Der englische Dampfer „E l i t r e" der Salvesen - Leith-Linie ist 12 Seemeilen vor der norwegischen Küste von einem deutschen Unterseeboot in Grund gebohrt worden. Die Mannschaft ist gerettet.
Ei» japanischer Panzerkreuzer vernichtet.
WTB. Bondon, 20. Olt. Das Reutersche Bw reau meldet aus Tokio: Rach amtlicher japanischer Bekanntmachung ist der Kreuzer „P a k a t s ch i o" am 17. Oktober, in der Kiautschoubucht auf eine Mine gelaufen und gesunken. Von der 264 Mann betragenden Besatzung sollen 1 Offizier und 9 Mann gerettet sein.
vom außereuropäischen Kriegsschauplatz.
Ter Kampf »m Tsingtau.
Berlin, 19. Okt. Der Kamps um Tsingtau hat mit großer Erbitterung begonnen, da die Japaner durch den energischen Widerstand der Deutschen aufs äußerste gereizt sind und die Eroberung der Festung als Sache der nationalen Ehre erklärt haben, lieber 6000 SuMawais und über 200 Seekadetten meldeten sich sofort als Todesfreiwillige zur Verwendung als Sturm - kolonnen oder Besatzung von Branderschiffen. Die TsingtausortS sind bereits in rücksichtslosester Weise von den Japanern angegriffen und zumtcil vernichtet worden, so insbesondere die Iltis- und die Kaiseüfforts. (Etr. Bln.)
Der Kommandant von Tstngta» weist die Kapitulation ab.
Ans Tokio wird über London gemeldet: Der Befehlshaber des japanischen Erpeditionskorps in Kiaut- schou hat der Besatzung eine ehrenvolle Kapitulation angeboten. Er bietet der Besatzung an, daß er die Garnison nicht als Kriegsgefangene behandeln wolle, sondern sie auf japanischen Schiffen durch den Suezkanal nach einem neutralen Hafen im Mittelländischen Meere überführen wolle. Der deutsche Kommandant lehnte dieses Anerbieten mit aller Bestimmtheit ab. Gleichzeitig wurde der eingeborenen Bevölkerung freier Abzug aus der belagerten Stadt zugcstandcn. Dieser Scbritt wird allgemein als das Vorspiel zü dem letzten Kampfe angesehen. (Etr. Bln.)
Das Reutersche Bureau meldet aus Tokio vom 20. Oktober: Das Marineministcrium gibt bekannt, daß die M a r s ch a l l-, Marianen- und K a r, o l i n en- Inseln aus militärischen Gründen besetzt worden sind. (Die Besitzergreifung der Marianen oder Ladro- nen seitens Japans wird in Amerika keine freudigen Gefühle erwecken.)
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Kämpfe in Kamerun.
Nach einem Telegramm aus Las Palmas an die Zeitung „Publicidad" in Barcelona dauern d i e heftigen Kämpfe der englisch-französischen Truppen gegen die deutschen Kolonialtrzippen in Kamerun fort.
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Kampf zwischen Kurden nnd Nüssen.
Eingetrofscne Telegramme aus Wan melden neue | Kämpfe zwischen Kürden und Russe n in |
■ der Nahe vcn Targhevar. Die Russen wurden g e -
j ! (X ^ £ Tt t ,v> b ^'2 (CfitITi'TtttCt
eine Panik. Infolge der Verhaftung der Chefs des Kurdenstammes der Zers» hat sich die Erbitterung gegen die Russen noch gesteigert.
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Engländer auf dem Wege nach Indien.
Drei aktive englische Bataillone passierten, wie das „Berl. Tagebl." erfährt, am 17. Oktober den Suezkanal auf dem Wege von Malta nach Indien.
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Tao Lomaliland erhebt sich.
WTB. Tie Konsbantinopeler Blätter haben von glaubwürdiger Seite erfahren, daß die Muselmanen des Somalilandes sich erhoben haben und die Stadt B e r b e r a, den Hauptort der Kolonie, unter dem Oberbefehl von zwei Scheichs, angegriffen haben. Sämtliche englische Offiziere der Garnison sind gefangen genommen und die Stadt von den Muselmanen besetzt worden. Berbera ist seit 1884 englischer Besitz. 1871 wurde der Hasen von der ägyptischen Regierung besetzt und als Freihafen erklärt.
Warum die Garibaldianer nach Montenegro gehen.
WTB. Mailand, 17. Okt. Der „Corricre della Sera" schildert den verhängnisvollen Irrtum der Garibaldianer. Er schreibt: Bei Craonne näherten sich einem Garibaldi-Bataillon (der in Frankreich kämpfenden italienischen Freiwilligen) im Dunkeln Gestalten in Mänteln, die beschossen wurden. Es entspann sich ein wütender Kampf, in deni 800 Mann des Bataillons von vermeintlichen Preußen (es waren jedoch in Wirklichkeit Tuyk 0 s) mit einem Bajonettangriff bis auf 200 Mann aufgerieben wurden. Die Folge des Irrtums war, wie aus den Mitteilungen des Berichterstatters herauszulesen ist, daß die Garibaldianer sich einen anderen Wirkungskreis suchen müssen. Sie gehen nach Montenegro. Begreif - licherweise ist der Mißerfolg der Rothemden der allgemeine Gesprächsstoff in Italien.
Portugiesische Begeisterung?
Nach einem Bericht der „Kreuzzeitung" aus Portugal ist dort von einer Begeisterung infolge der englischen Inanspruchnahme der bewaffneten Hilfe Portugals keine Rede, eher das Gegenteil. (Die Agence Ha- vas" hatte zu melden gewußt, daß das Verlangen Englands nach portugiesischer Waffenhilfe in Lissabon große Begeisterung hervorgerusen habe. D. Red.)
Allerlei Uricgsnachrichten.
WTB. Berlin, 21 . Oktober. Die Einzahlungen auf die Kriegsanleihen haben heute den Betrag von drei Milliarden überschritten.
* _ Der König 0 0 n Sachsen hat sich auf den w e st l i ch e n Kriegsschauplatz begeben.
* Mit der Leitung eines P 0 st a m t e s in Brüssel ist Postdirektor Snell von Schmalkalden beauftragt worden. Postdirektor Snell ist bereits nach Brüssel abgereist.
Dem „Manchester Guardian" zufolge haben der K ö- nig von England, der Prinz von Wales und Lord Roberts ihre deutschen Orden zurückgeschickt.
Der Eroßherzogin von Luremburg und der verwitweten Großherzogin Maria Anna von Luremburg ist vom K a i s e r die Rote-Kreuß-Medaille 1 . Klasse verliehen worden.
WTB. Berlin, 19. Okt. Das amerikanische Auf- klärungskomitee in München verbreitet eine Kundgebung gegen die Engländer, die fün die englisch-amerikanischen Zeitungen in Nordamerika bestimmt ist. Ihr dieser Kundgebung wird England allein für diesen großen Krieg verantwortlich gemacht. Schließlich ruft "die Kundgebung alle amerikanischen Bürger zu einem Protest auf gegen die durch England herbeigesührte Teil - nähme der Japaner an dem europäischen Kriege.
* Stettin, 19. Okt. In der Aula des Ma- rienstifts-Eymnasiums hielt gestern der Prediger Frank aus S 1 raßburg i. E. einen kriegsgeschichtlichen Vortrag, in dessen Verlauf er sich in Schmähungen und Beleidigungen gegen die Deutschen erging. Der größte Teil der Zuhörer verließ den Saal. Hierauf erschien die Polizei und verhaftete Frank, gegen den wegen seiner hochverräterischen Aeußerungen ein Verfahren eingeleitet wird.
Aus dem östlichen Kriegsschauplatz fiel, 59jährig, der Hauptmann der Reserve Landgerichtspräsident H. Schubert, früher in Halle, zuletzt in Meseritz, ein
bedeutender Jurist.
Paris. Der Verein der dramatischen Autoren u. Komponisten beschloß, Humperdinck, Hauptmann, Sudermann und Siegfried Wagner als unwürdig auszu- schlicßen. (Die genannten deutscben Künstler werden die Ehre dieses Ausschlusses zu würdigen wissen. Sollte es denn auch nicht besser sein, wenn alle Mitgliedschaften an französischen, englischen, belgischen, russischen, japanischen und serbischen Körperschaften einfach von unseren Deutschen gelöst werden. D. Schriftl.)
Tic afrikanischen Bestien im französischen Heere.
Interessante Notizen über hie Art der Kriegführung durch die Franzosen und die Zustände im Heere wur
den in dem Tagebuch eines französischen O f.
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Jnsantetkie-Regiment) gesunden. Der Offizier fiel in der ft großen Kämpfen vor Paris. Außer einer Anzahl vor 9 ( oclanglosen Aufzeichnungen, die lediglich Tagesercigniss, dl registrieren, finden sich laut „Berl. Lok.-Anz." in dem " Tagebuch folgende bezeichnende Stellen:
„Den 17. 8 . Wir kommen durch Fontaines be $ Beifort. Man sieht die ersten Helme, die den Deutscher abgenommen sind . . Die Einwohner find buchstäbliä ausgeplündert durch französische Regimenter, die hiri ft einqnarliert waren (das 60. RcgimeM). (Also sranzö ft sische Einwohner durch sranzösischeSoldaten!) Der Obers ft ist vor das Kriegsgericht geladen worden.
Den 18. 8 . Wy überschreiten die Grenze.
Den 31. 8 . Wir reihen in unsere Kompagnie einig, ft Schwarze und einige Jäger ein. Es kommen auch einig, ft Marokkaner vorbei. Einer hat, wie es scheint, 16 Ohrei ft in seinem Brotbeutel. Ein anderer ist an der Hand ver ö wunde!; als ihn jemand fragt, wer ihm diese Ver » wundüng beigebracht hat, antwortete er: „Dieser da!' und hohll aus seinem Brotbeutel einen abgeschnittenei „ Kops! Man hat Mühe, ihn zu veranlaffen, sichdavoi ,{ zu trennen."
Aus diesen Tagebuchblättern eines französischen Os „| siziers, deren Original sich in den Händen der deutsch«, „ Behörden besindet, ergibt sich erstens, daß französisch „ Truppen in Fontaines bei Bclfort dir Einwohner aus geplündert haben, und zweitens, daß ein Marokkane z 16 Ohren, ein anderer den abgeschnittenen Kops einte- (I Deutschen im Brotbeutel gehabt hat. Wir meinen, dai die hier angeführten Tatsachen berefts eine so grausig . Sprache sprechen, daß sich jeder weitere Kommentar üb« ft diese Art der Kriegführung unserer Gegner von selbs 7 verbietet!
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Französische „Aufklärung".
Ein höherer, Offizier aus einem General!ommand im Westen teilt der „Kreuz-Ztg." mit: Ein sranzö b> sischcr Flieger warf ein Schriftstück in deutsche A Sprache herunter. Es lautet: il
„Deutsche Soldaten, laßt euch nicht von euren O S sizieren belügen und wie ein Vieh behandeln. B e r h l i n brennt. Die Russen stehen v » y B « rlir ti Eure Offiziere haben euch gesagt, daß wir alle Gesar . genen erschießen. Das ist nicht wahr. Wir tun em nichts, wenn ihr Überlauf!, und sorgen gut fü euch."
üu$ Stadt und Dnd.
0
* Das Eiserne Kreuz erhielt der Kreis-V
tcrinärarzt Dr. K n e l l, Stabs-Veterinär im 25. R«s jj Feldart.-Rgl., aus Gießen.
* Die Hess. Tapscrkeitsmedaillewu 1 de verliehen: Amtsrichter Dr. Brill von Schotte' Hauptmann d. Res. im Feldart.-Ngt. Nr. 61; Kauf ft mann Phil. Schüßler in Worms, Feldwebel ii E Landw.-Jnf.-Rgt. Nr. 118; Böning, Oberleutnai st der Res. im Regiment Nr. 116.
* Kriegsfürsorge der Landesvei
s i ch e r u n g s a n st a l t. Um den Transport der Be ft wundcten aus der Front nach den Lazaretten zu ei t leichtern und zu beschleunigen, wurden der Grohherz ft gin 30 000 Mari seitens der Landesversicherungsanstc - Erohh. Hessen zum Ankauf und zur Ausstattung zwei Autos zur Verfügung gestellt. Die Firma Opel rüjl ki diese Autos schleunigst zweckentsprechend aus, damit) » schon in den nächsten Tagen der hessischen Division ; "
Diensten stehen.
" Zigaretten st euer. Im Interesse unser s, zahlreichen mit der Zigarellensteuer unterliegenden W it ten Handel treibenden Leser machen wir an dies d Stelle auf die einschneidende Bestimmung in 8 15 d It Zigaretten st euergesetzes besonders aufm« f sam, wonach derjenige, der sich gewerbsmäßig mit de „ Berkaufvon Zigaretten, ZigaretteMabak, Zigarettenhi ; sen und -Blättchen befassen will, dies volher der Stern j behörde anzuzeigen hat. Die Anmeldung hat im T u zirk eines Steueramts bei diesem, im übrigen aber u fl mittelbar bei dem zuständigen Hauptsteueramt zu > h folgen. — Die Beachtung dürfte umsomchr erfordert' sein, als Zuwiderhandlungen gegen die betreffenden c j schlichen Vorschriften mit besonders hohen Strafen, b ^ zu 300 Mk. geahndet werden.
n Gießen. Eine außerordentliche P f a r r k 0 fl 'f e r e n z der oberhessischen Pfarrer fand am 1 ;
Oktober in, Konsirmandensaal der Johanneokirche sta „ n Gießen. Der „Frks. Zig." zufolge ist der 6 ^
ologe und Mineraloge der hiesigen Ilniversität, 0 . Pi z
sessor Dr. Erich Kaiser, zü Forschungszwecken i (f
Juli d. Js. nach Deutsch-Südweflafrika , 5
reist. Ende des Jahres wollte er wieder zurück seiiu ^ 0 Ullendorf a. d. Lat'n. Unserem Bürge meister Ludwig Volk 13. wurde das Silberne Kre ^ des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verl , hen.
0 Nidda. Der hiesige Oberfteuerkontrolleur f t| nanz-Assessor, Karl Hanack wurde zum Finanzan r ( mann ernannt. ^ ^
! Mainz. Die sozialdemokratische I gend nimmt an den Hebungen zur militärischen Bort reitimg teil. ^ ‘ j
! Frankfurt a. M. Ein bewegtes Soldatei leben hat der 31jährige Georg Voigt aüs dem Vc ^ ort Heddernheim seit dem Kriegsbeginn geführt. Leid tat er das nicht auf ganz ehrliche Weife, so daß m, " den großen Soldatenfreund verhaften mußie. Besagt Voigt wurde zu Beginn des Krieges znk Bahubewa ft


