Ausgabe 
22.10.1914
 
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Nr. 84.

Donnerstag, üen 22 . Oktober 1914.

Lelephon dir. 382.

asweiy B o n ^ «jb r T i in

26 . Jahrg.

Dom Weltkrieg.

amtliche Tagesberichte.

WTB. Großes H a up.t q u a r t i e r 19. Okt. IMfnHsversltche des Feindes in der Gegend wejtlich u. lordwestiich von Lille wurden von unseren Truppen inter starken Verlusten sür den Gegner a b g c w i e - e n.

Aus dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Lage inverändert.

WTB. Großes Hauptquartier, 21. Okt., -orm. Am Pser-Kanal sichen unsere Truppen loch in heftigem Kampfe. Der Feind unterstützte seine Irtillerie vom Weer,e nordwestlich Nicuport aus. Ein nglksches Torpedoboot wurde dabei von unserer Irtillerie kampsun fähig gemacht.

Die Kämpfe westlich von Lille dauern an. lnseye Truppen gingen auch hier zur Offensive über >nd warfen den Feind an mehreren Stellen zurück. Es vurdcn etwa 2000 Engländer zu Gesänge- > e n gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet.

Aus dem ö st l i ch e n Kriegsschauplatz ist keine Ent- chcidung gefallen.

Die oberstc Heeresleitung.

4 deutsche Torpedoboote vernichtet.

WTD. Berlin. 18. Okt. (AmtliT.) Am 17. Ok- ober nachmittags gerieten unsere TorpedobooteS 115", ,2 117",S 118" undS 119 unweit der hollöndi- chen Küsic in Kampf mit dem englischen KreuzerIln- laiinted" und vier englischen Zerstörern. Nach amtlichen nglischen Nachrichten wurden die deutschen Torpedo- >oote zum Sinken gebracht und von ihrer Besatzung 31 Nann in England gelandet.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes: gez. B e h n ck e.

Ei» englisches lliitcrsccbont vernichtet.

WTB. Berlin, 19. Okt. Das englische Unter - eebootE. 3" ist am 18. Oktober vormittags in der Nutschen Bucht der Nordsee vernichtet worden.

Der stellvertretende Ehes des Admiralstabes: gez.: B e h n ck e.

Die Lcsterrcichcr auf dein Vormarsch.

WTB. Wien, 20. Okt. Amtlich wird verlautbart: Zn der Schlacht östlich Thyrow und P r z e - n y s l hat uns der gestrige Tag neuerdings große § r f o l g e gebracht. Besonders erbittert war der Kampf >ei Micynice. Die Höhen von Magyera, die bisher in len Händen der Feinde waren und unserem Vordrin- ;en bedeutende Schwierigkeiten bereiteten, wurden noch nächtiger Artillerievorbereitung von unseren Trup rrn genommen. Nördlich von Miey kam unser Angriff bis aus Sturmdislanz an den ©c; ier heran u .gtlich von Przemysl bis in die .Höhe von Medpka. An Üdlichen Schlachtflügel wurden die namentlich gegen die höhen südwestlich Stary-Sa-mbor gerichteten, auch nachts ortgesetzten Angriffe der Rüssen abgeschlagen. Ein nach Einbruch der Dunkelheit eingesetzter Angriff aus unsere i»ci Faros lau auf das Ostuser des Fluises übcrgeutz-ien »träfe ist vollständig gescheitert. In Russisch-Polen schlug Ke vereinigte deutsche und österreichisch-ungarische TcTieric "einen großen feindlichen Kaoallericköyper, der westlich von Warschau vorzudringen versuchte, über Tochatschew zu-rück.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: von H ö f« r, Generalmajor.

Tic russische EinbruchSarnicc verdrängt.

Die letzten Reste der russischen Einbruchsarmee, die von unseren Kräften aus Maramaros-Sziget verdrängt und in unaufhaltsamer Verfolgung gegen die Karpatgengrenze gedrückt worden sind, haben bei Koe- roesmezoe abermals eine Niederlage erlitten. Hier­auf haben sie die Ortschaft Koeroesmezoe geräumt und die Flucht über die Landesgrenze ange- tretcn.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoeser, Generalmajor.

Vom Krieg im Westen.

Eine heftige Schlacht ist bei B p e r n im Gange. Alle verfügbaren deutschen Streitkräsle seien zum Schlacht­feld beordert worden.

In Blankenberg he befanden sich 3000 bel­gische Soldaten und 2000 Mann der Bürgerwehr. Als die Deutschen eintrafen, wurden sie völlig überrascht, be­vor sie flüchten konnten.

Im Umkreise von Lille wird hart gekämpft. Die Times" melden, daß am letzten Donnerstag die Deut­schen bis Hazebrouck drangen, um C a l a i s zu überrumpeln/

Die Deutschen fanden zwischen Roye und Ar- r a s eine kolossale Schanze, die sie gegen die Franzosen gebrauchten, nämlich denGrand Canal du Nor d", dessen Bau noch nicht beendet ist. Der Kanal zweigt sich bei Arlem vom Senseekanal ab und erstreckt sich 95 Kilometer weit bis zum Seitenkanal des Oise- ftusses, Die Deutschen gestalten den noch trockenen liefen Grund in eine befestigte Front und werden ihre Trup­pen dort sicher unterbringen können.

Wie holländische Blätter melden, haben die Deut - schen die Vorstöße der Verbündeten bei A r r a s und R o y e erfolgreich abgewiesen. Desgleichen schreitet der deutsche Vormarsch bei D i r m U d e n trotz der Mitwirkung der britischen Schifssgeschütze, die von der Secseite her cingreifen, unaufhaltsam fort.

Der Kriegskorrespondent desNieuwe Rotterdam- . sche Courant" meldete: Das deutsche Heer, das Antwerpen belagert hat, marschierte auf verschiedenen Straßen in der Richtung nach Dünkirchen, das von den Franzosen besetzt und besestigt ist. Südlich von Dün­kirchen befinde! sich eine belgische Armee. Der Ab­zug glich einer F l u ch t.

AuS dem deutschen Antwerpen.

Der deutsche Gouverneur in Antwerpen, Freiherr von Hüne, spricht, indem er, kuüdgibl, daß er den militärischen Oberbefehl in> Antwerpen über­nommen habe, die Hoffnung aus. daß sich die Bevöl­kerung der Stadt durch nichts zu Feindseligkeiten werde himeißen lassen. Sollte er in dem Vertrauen, das er der Bevölkerung der Stadt entgegenbringe, getäuscht werden, so werde er nicht zögern, die strengsten mili - torischen Mittel zur Anwendung zu bringen.

Der Senator Strandes aus Hamburg hat die 'lang einer Z i v i l g o u i e r n e u r s von Ant- t en erhalten. Er ist 1859 in Hannover gebo­ren, Jn'iabcr eines Hamburger Erportgeschäftes und >a, seinerzeit in Ostafrika als Forscher und Berater beim Eoiiüernement entscheidenden Einfluß ausgei bt. ,

R : t t c r d a m, 19. Okt. Aus Antwerpen tekc>- ier; der' Korrespondent desNieuwe Rotter­dams Leu Kurant": .Die Regimentsmufik der Marine- truppen machte auf' dem Marktplatz Morgenmusik, uNd es wimmel« auf Plätzen und Straßen von Antwcrnc- n: n, die im Sonntagsstaat und mit fröhlichsten Ges»! tern einen zufriedenen Eindruck machen. Stündlich ninimt der Berko r zu'. Heute sind schon zehnmal so viel Ge­schäfte geöffnet wie gestern. Es gell so gemütlich und r sig ui, als ob Antwerpen gestern als belgische Fest­

ung eingeschlafen und heute als deutsche Earnison- stadt ausgemacht wäre. Nur ein verbranntes Haus hier und da erinnert an die Belagerung. Die elektrische Bahn stellte drei Linien in Betrieb, morgen folgen andere. Die Eassabrik arbeitet mit 300 Mann. Nahrungsmittel sind reichlich vorhanden. Die Preise sind augenblicklich niedriger als vor der Belagerung. Nur an Petroleum mangelt es.

Bisher sind nur zwei Fälle von Unordnung vvr- gekommen, seitdem die Deutschen einzogen. M cc j, o c Schwabe, der Polizeibesehlshaber, läßt der städtisch. Gemeindeverwaltung ganz freie Hand. In den Hospi­tälern sorg! das belgische Rote Kreuz sür Belgier, und Engländer und nnterkunslslosc Flüchtlinge, an die heute 10 000 Kilogramm Brot ausgeteilt wurde. Der Stadt­postverkehr wird im Laufe der Woche eröffnet werden.

! Bisher gibt es nur deutsche Feldpost, die ausgezeichnet arbeitet. Die Forts werden schleunigst wieder Hergc - stellt. Ein Teil der deutschen Besatzung von Antwer - pen ist schon wieder alb marschiert. In der Kathedrale fand ein feierlicher Dankgottesdienst und Messe mit deut­scher" Militärmusik statt.

Dep Eisenbahnverkehr zwischen A n t w e r p e n und Rotterdam ist wieder ausgenommen worden.

^Tic Deutschen mache» alles.

Rotterdam, 19. Okt. Die Deutschen erbeute­ten in Antwerpen auch 4 0 0 Automobile. Diese waren vorher durch Beseitigung von Motoren und Zündungen unbrauchbar gemacht worden. Aber die Deut­schen wußten sich zu Helsen. Ein junger Freiwilliger sagte si.olz:Wir D-utsckieii machen ja alles!" Der Be­stand der großen AutomobilfabrikMinerva" wurde be schlag nahm! und die Deutschen brachten mit ihren eige­nen Leuten fast sämtliche Automobile wieder in Ordn » n g. Sic nummerierten und übermalten sie und teilten sie den verschiedenen Divisionen zu.

Lhccrncs; brennt.

Wie dasRotterdamsche Nieuwe Blad" meldet, steht die Marinewerft von Sheerneß in Flammen.

Sheerneß ist nicht nur Flottenstation, noch dazu die einzige auf dem Wege nach London, sondern auch Stapelplatz für alle Flottenbedürfnisse.

Englands vorzeitige Kriegsvorbereitung.

Bon der See-Berufsgenossenschaft in Hamburg hat das HamburgerFremdenblatt" folgende interessante Mit­teilung erhalten:

Am 4. Februar 1914 erlitt der Heizer, Karl Bicr- ma»ii/ an Bord des der Oldeiibnrg-Pvrtugiesifchcn Dampischiffs-Reederci gehörigen DampfersMchcdya" schwere Brandwunden an den Armen, im Rücken und im Gesicht und der Verletzte wurde wenige Tage da­raus in das Kran.envaus in Gibraltar eingelieserl. Ans diesem wurde er am 2 9. Juni ungeheilt entlas­sen. Die vorzeitige Entlassung wurde dem Biermann gegenüber von den Aerzten des Hospitals damit be - gründet, er möge.dafür Sorge tragen, daß er möglichst sofort in seine Heimat zurück' o, da ihm dieses joip: vielleicht überhaupt nicht mehr möglich s c i. Aus dieser Tatsache dürste unzweifelhaft erhellen, daß die Aeqzte des englischen Hospitals bereits Ende Juni also fünf Wochen vor dem tatsäch­lichen Ausbruch des Krieges mit der Möglichkeit fliegerischer Verwicklungen rechneten."

Vom Krieg im Osten.

DerBerl. Lokalanz." entnimmt einer Rentermeld- >mg aus Warschau, daß die deutsche Artillerie dem Feinde dort schwere V e r l u st e zufügt. Häm ser, selbst ganze Dörfer werden von den Schrapnells in Brand gesteckt. Die Deutschen benutzen oft Luftsahr zeuge, die mit langen schwarzen Wimpeln Signale g: