Ausgabe 
17.10.1914
 
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MTB. (Sieges Hauptquartier, 16. Cft., mittags. Die Russen versuchten am 14. Oktober, sich wieder in den Besitz von L i) cf zu setzen. Die .Angrisse wurden zurückgewiesen. 800 Gefangene, ein Geschütz u. drei Maschinengewehre sielen in unsere Aände.

Brügge wurde am 14. Oktober, O st e n d e am 15. Oktober von unseren Truppen besetzt.

Heftige Angriffe der Franzosen in der Gegend nordwestlich von Reims sind abgewiesen wor­den.

Die Franzosen melden in ihren amtlichen Bekannt­machungen, dasz sie an verschiedenen Stellen der Front, z. B. bei Berry au Bae nordwestlich Reims, merklich Fortschritte gemacht hätten. Diese Meldiungen entspre­chen in keiner Weise den Tatsachen.

MTB. Wien, 13. Okt. Amtlich wird mitgeteilt: Unsere Offensive erreichte unter vielfachen, für unsere Truppen durchweg siegreichen Kümpfen den San. Der Entsatz der Festung Przemysl ist voll­zogen. Nördlich und südlich der Festung werden Reste der feindlichen Einschließungsaunec/ angegriffen. I a - r o s I a ui und Lezajek sind unser. In Sieni - a w a geht ein starker Feind zurück. Oestlich von Chry- rcw schreitet unser Angriff gleichsalls for,t. In Rus­sisch-Polen sind! alle Versuche starker russischer Streitkräste, die Weichsel südlich von Iwangorod zu überschreiten, abgeschlagen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs, von H ö f e n, Generalmajor.

WTB. Wien. 15. Okt. (Tel.) Vom 14. Oktober, mittags wird amtlich verlautbart: In der Linie Stary- Sambor-Medyka sind besesttgte Stellungen des Feindes, die unsere Truppen angreisen. Diese Kämpfe nehmen an Ausdehnung ju).~ In den Karpathen nahmen wir Toronya nach viertägigem erfolgreichem Kcvmpse und verfolgten die Russen gegen Wyskow. Kleinere erfolg - reiche Gefechte mit zurückgehenden seindlichen Avteilutt- gen fanden auch im Vissovtale stall.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabes: v. H o e s e r, Generalmajor.

BvM Krieg im Westen. -

Von E p i n a l bis zur schweizerischen Grenze sind seit Dienstag Morgen h e i fr e Gefechte im Gange, die südlich von Jllkirch im-'Sundgau be­gannen. (Ctr. Bln.)

Rach einer Züricher Depesche derKöln. Zeitung" hat der größte Teil der Zivilbevölkerung Belsor,t verlassen. 25 000 Personen wurden nach: dem sranzösi- schen Süden befördert.' >otz

Die belgisch-englischen Truppen, die aus Gent in der Richtung aus Brügge geflohen waren, sind von den Deutschen verfolgt und abends eingeholt worden. Am Mittwoch vormittag war der Kampf im vollen Gange.

Rotterdam, 15. Okt. DieDaily News" mel­det aus Ostende: Die Deutschen nähern sich aus drei Richtungen Ostendei 1. von ?)pern durch Humiden, 2. von Courtrai durch Thouroul, 3. von Eecloo durch Brügge. Die Meldung von der, Verlegung der Regier­ung nach Le Havre machte einen tiefen Eindruck.

Flüchtlinge erzählen, die belgisch-englischen Truppen seien bei Lokeren nahezu a u s g e r, i e b e n worden. Der Rest habe sich nach Ostende zurückgezogen, wo bereits die deutsche Vorhut eingetrofsen sei. Dort ist eine große englische Flotte angekommen, um den Rest des belgisch­englischen Heeres an Bord zu nehmen.

Rotterdam, 15. Ost. DieTimes" meldetaus Calais: Die Anknnft von Hunderten von Flüchtlingen in Calais ist eine Andeutung der Ausdehnung des Kriegsschauplatz>:s in Nordsrankreich. Es find meistens Männer zwischen 18 und 45 Jahren, die Befehl er­hielten, ihre Städtchen und Dörfer zu verlassen, bevor die Deutschen eintreffen.

WTB. London, 13. Okt. DieTimes" melden: Die Mannschaften der Marine-Brigade, die nach achttägiger Abwesenheit gestern von Antwerpen in Dover ankamen, erzählten, sie seien acht Tage in einer Hölle gewesen. Sie seien einmal zwischen das belgische und das deutsche Feuer geraten und muß­ten den Belgiern telephonieren, das Feuer einzustellen. Die Anzahl der belgischen Flüchtlinge in England wird aus 40 000 geschätzt. Im Lause der beiden letzten Tage kamen allein 5000 Belgier an.

Tie Beseuung von Ment und Cftenbc.

Die Besetzung von 2 e l z a e t e am 12. Oktober verlief r u h i g. Nur gegen Abend wurden einige Schüsse auf Leute abgegeben, die an der Eisenbahn entlang - schlichen.

-lieber die Besetzung von Gent duich die Deutschen wird gemeldet: Um 10 Uhr kam eine kleine Abteilung deutscher Kavallerie an und rückte nach dem Stadthaus. Der Kommandeur begab sich zum Bür­germeister und zu den Schöffen, worauf auf dem Rat­haus die deutsche Flagge gehißt wurde. Hierauf begab sich die Kavallerie-Abteilung, geführt von zwei Schöffen, nach dem Post- und Telegraphen - amt, wo einige Befehle erteilt wurden. Auch längs der

holländischen Erenze bei Selzaete ,ind die Deutschen im Anmarsch.

Ueber den Einzug der Deutschen in ©ent er­fährt man, daß er mit klingendem Spiel erfolgte, nach­dem die letzten Engländer die Stadl verlassen hatten. Sofort wurden das Stadthaus, die Postämter und die Station besetzt, die Postsparkasse beschlagnahmt und die deutsche Flagge statt der belgischen, sranzösifchen und englischen gehißt. Durch eine Proklamation wurde bekannt gegeben, daß, wer wollte, Montag und Dienstag die Stadt verlassen dürfte. Später würde keine Erlaubnis erteilt werden. Viele Hundert Belgier ver­ließen die Stadt.

Mtt der Besetzung vottO st e n d e sind unsere Trup­pen am 15. Oktober an die belgische Küste vorgedyun- gen, worüber einstweilen wohl nichts weiter gesagt zu werden braucht.

Als die deutschen Truppen sich Ostende näherten, waren die englischen Truppen schon teilweise ein- geschifft, teilweise nach dem Süden abgezogen. Die Ue- berreste der belgischen Armee waren nach Südwesten ab­marschiert. Der Dienst am belgischen Grenzbahnhos Eschen wird von deutschen Marinesoldaten versehen.

Ter Reichskanzler in Brüssel.

Brüssel, 15. Okt. (Tel.) Der Reichskanzler von Bethmann-Hollweg ist in Begleitung des Chess des Kaiser!. Zivil-KabinettS, v. B a l e n 1 i n i, des Gesandten v. Treutler und des Botschaftsrates Dr. M u l i u s heute nachmittag hier eingetroffen.

Der Militär-Polizeimeister von Metz, Generalmajor v. B o d e n h a u s e n, ist zum Kommandanten der Festung Antwerpen ernannt worden.

Die Uhren Antwerpens wurden bereits am Mittwoch auf deutsche mitteleuropäische Zeit gestellt.

400 Millionen Mark Kriegssteuer wurde der Stadt Antwerpen auferlegt.

Tir belgische Regierung »ach Frankreich geflüchtet.

Die belgische Regierung hat Ostende bereits verlassen und ist nach Bordeaur abgereist.

WTB. Bordeaur, 13. Okt. Amtlich wird ge­meldet: Die belgische Regierung beschloß, sich, um ihre Handlungsfreiheit zu sichern, nach Frankreich zu bege­ben. Alle Minister mit Ausnahme des Kriegsministers schifften sich heule vormittag von O st e n d e nach L e Havre ein, wo die sranzösifche Regierung alle zu ihrer Unterbringung nötigen Maßregeln traf. Der Kö­nig blieb an der Spitze des Heeres (soweit ein solches noch vorhanden ist. D. Schrift!.)

Die Pariser Sozialisten befürchten internationale Verwickelungen wegen der Uebersiedeliuig der belgischen Regierung nach Bordeaur.DerTemps" versichert je­doch, es wäre alles für die Zukunft geregelt, Frank­reich hätte keine Ruhe, ehe nicht König Al­bert wiedor im Triumph nach Belgien zürückgekehrt sei.

Die Königin der Belgier ist nach England abgefahren.

Tic unbcancmc holländische Neutralität.

Aus London wird gemeldet: Ueber die Neutra­lität Hollands spricht derSpectator" seine diplo­matische Meinung aus: Eine Sache, die England sehr Helsen würde, sagt er, wäre es, wenn sich Holland auf die Seite Deutschlands schlagen und Unser Feind wer­den würde. Da Holland eine neutrale Macht ist und nicht gegen uns kämpft, ist es uns eher ein Hemmnis als eine Hilfe.

Bom Krieg im Osten.

Der russische, mit starken Kräften unternoinmene Angriff auf O st p r e u ß e n ist als gescheitert anzusehen. Wir wissen weiter, daß in Polen unsere Truppen in Verbindung mit dem österreichisch-ungarischen Heere im scrtschreitenden Angriff gegen die Weichsellinie sich be­finden. Heute bekommen wir die bedeutsame Kunde, daß unsere Truppen vor Warschau stehen. Die Russen hatten mit 8 Armeekorps einen Vorstoß über die Linie Iwangoyod-Warschau unternommen, der auf der ganzen Linie abgewiesen wurde.

Die Russen haben seit Spnntag tatsächlich Lem­berg geräumt. Die Hauptstadt Galiziens befindet sich wiederum in den Händen der Oesterreicher.

DieMünchener Neuesten Nachr." veröffentlichen aus Berlin folgende Drahtmeldung: Das von vielen Deut­schen bewohnte Lodz ist deutsches Gebiet und dürfte eine deutsche Besatzung haben. (Ctr. Bln.)

WTB. Rotterdam. 15. Okt. (Tel.) Aus Prze- mysl wird gemeldet, daß die Russen die Belagerung der Festung ausgegeben haben, angeblich, wie aus Petersburg bekannt wird, um den deutschen und öfter* reich-uNgarischen Truppen gegenüber eine strategische Stel­lung einzunehmen. Noch andere Stellungen in Galt - zien seien aufgegeben worden.

Kriegozuftand im Kaukasus.

Dey Statthalter im Kaukasus, Graf Waroro- zoff, hat gemeinsam mit General Mischtschenko den K r i e g s z u st a n d im Kaukasus besohlen. Die Fest­ungen, Landstraßen und Brücken werden militärisch be­wacht. Es wird eine Kriegssteuer ausgeschrieben.

Der Sohn des Emirs von Afghanistan soll mit einem Heere nach Indien eingefallen sein.

Wie die Blätter aus Rom melden, ist noch in diesem Monat die Einziehung eines zweiten Re­servejahrganges für die italienische Armee zu

erwarten. WieLombardia" erfährt, ist eine ernftij italienische Vorstellung über das e n g l i s ch e Borgehen in Aegypten und in dem Grenzgebie gegen Tripolitanien nach London abgegangen.

Bom Scetrifg.

Wieder ei» englischer Kreuzer iu de» Grund gebot,rl.

WTB. London, 17. Okt. Amttich wird untern

16. Oktober gemeldet: Am 15. Oktober nachmittag; wurde der KreuzerH a w k e" durch den To-rpedoschus eines deutschen Unterseebootes zum Sinken gebracht. Ei, Offizier und 49 Mann wurden gerettet und nach Aber deen gebracht. 350 Mann werden vennißt. Gleichzeitic wurde ein Angriff aus den Kreuzer ,Theseus" ge macht, aver ohne Erfolg. Wie von amtlicher Seile mit geteilt wird, liegt eine Bestätigung der Nachricht nich vor. Der kleine geschützie KreuzerHawke" hatte 782(| Tonnen Wasserverdrängung und eine Besatzung vo, 550 Mann.

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Tie Dardanellen bleiben gesperrt.

Rach Berichten aus Konftantinopel meldet die Zei lang »I k d a m", daß die Türkei auch die neue eng lische Forderung, ihren Handelsschiffe, im «chwarzen Meere die Rückkehr nach den neutra len Gewässern durch den Bospurus zu gestatten, be dingungslos abgelehnt hat. Die Erklärurn, de Pforle sei dahin gegangen, daß sie nicht mehr in de Lage sei, ihren Minengürtel in den Dardanellen auf zuschließen.

Die Enlenle-Mächte befassen sich mit der türkische, Forderung nach, Entfernung der englisch fralnzösischen Geschwader vom Meerengen eingang und stellten die Eegensorderung, daß di deutschen Offiziere und Schiffsmannschaften zurück gesandt würden. Da die Türkei daraus nicht eingeht bleiben die Dardanellen geschlossen.

Nach einer Aeußerung des russischen Ministers S a s o n c w wird die Dardanellensperre für da- Wirtschaftsleben Rußlands als unerträglich empfunden

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Ein Aufstand unter den Bure».

Kapstadt, 14. Okt. Infolge der Rebellion eine

Kommandos Unter Führung des Burenobersten Aia ritz, das gegen Damaraland vcrrückt, fft für ganz Süd | Afrika das Kriegsrecht verkündet worden.

Dazn gibt der AmsterdamerTelegraaf" folgende Kommentar: Das Auftreten des Oberleutnants Mari kann auf den Verlauf der Geschehnisse in Südafrika grr | ßen Einfluß ausüben. Maritz gehört einer der älteste südafrikanischen Familien an und genießt große Popu larität. Er war als ein energischer Gegner der . Enc länder bekannt und weilte verschiedene Monate i,| Deutsch-Südwestafrika. * . . ,. ^

Rotterdam, 14. Okt. Die Meldung - über di B u r e n - R e v ol l t e macht hier starken Eindruck, ob gleich man zunächst nicht beurteilen kann, ob der Bc wegung mehr als lokale Bedeulurrg zugesprochen wer den kann. Man ist gespannt darauf, ob M a r i tz, wi er in seinem Ultimatum drohte, mit deutscher Hilfe au| greisen will. Die Erklärung des Kriegszustandes ganz Südafrika ist indessen ein Zeichen dafür, daß di Regierung die Bewegung nicht leicht nimmt. Es ga auch andere Anzeichen, daß die Regierung de Loyalität eines Teiles der Buren-Bevölkerung sich nich | ganz sicher fühlte.

Salisbury, 15. Okt. Das rhodesifche Koniin! gent, das heute nach England abreisen sollte, chat b> schloffen, in Afrika zu bleiben.

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W i e n, 14. Okt. Der chinesische Gesandte brach!

dem hiesigen Ministerium des Aeußeren einen von de chinesischen Regierung an ihre Vertretungen im Ausland! gerichteten Zirkularer,laß zur Kenntnis, in dem Prote gegen die Besetzung der Eisenbahn KiautschoEsinans durch Japan und England erhoben wird. (Ctr. Bln.)

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Allerlei ttriegsnachrichten.

Straßburg (Elsaß), 14. Okt. Der Stak Halter v. Dallwitz hat sich für einige Tage in da Große Hauptquartier begeben.

Die deutsch-feindlichen Vockräge des b t gischen Abgeordneten Lorand auf italienische, Boden bedeuten eine Mißachtung der Neutralität 3t<| liens. Vo» deutscher Seite ist hiergegen Veywahr ung eingelegt worden.

Generaloberst v. Hindenburg ist nach ber ,,X j Tagesztg." zu seinem 67. Geburtstag 'von nicht wenig, als 25 deutschen Stadlgemeinden zum E h r e n b ü | ger ernannt worden.

Dem B. B. C. zufolge hat die pkfflofophische Fc! kultät der Universität Halle den kommandierenden G< neral v. Stein, den früheren Generalquartienneiste, s zum Ehrendoktor ernannt.

Der durch seine deutsch-feindlichen Umtriebe bekam gewordene Bürgermei st erMar von Brüsse wurde als Kriegsgefangener in das Gefan genenlager Ohrdruf eingeliesert.

Berlin, 14. Okt. Der Bürgermeffler von Ly bei der ersten Besetzung der Stabt durch die Russe als Geisel mit fortgeschleppt und nach Pelersbuig g bracht worden. (Ctr. Bin.)

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