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flu$ aller UJclt.
* Der Präsident des Reichsbankdirekto- ms, Wirkl. Geheimer Rat Havenftein, feierte ; einigen Tagen in aller Stille mit feiner Ehegattin s Fest der; silbernen Hochzeit. Der bewährte Beschütz-ei > deutschen Geldmarktes, der es auch in der kritischen it der ersten Kriegstage verstanden hat, den Geldvcr- r und das von ihm geleitete Institut vor Erschütter- gc» zw bewahren, darf der herzlichsten Glückwünsche • deutschen Nation sicher sein.
' Der König Ferdinand von Bulga- e n kaufte das ehemalige Schloß des Herzogs Ernst Hosgarten zu Koburg. Der König will in dem bloß während seines häufige» Aufenthalts in Deutfch- id wohnen.
Der italienische Minister des Aeußeren, Maris di Tan Giüliano, ist am 15. Oktober nach- ttags gegen 2% Uhr gestorbcn.
WTB. Basel, 15. Okt. (Tel.) Die „Baseler N." :lden aus R o m: Das einzige Programm Zupellis erde das fein, Italiens Heer fc schnell wie möglich reit zu machen, damit cs in jedem Augenblick in den ieg eingreifen kann.
jHu$ Slidl uad Land
* D i e Mahnung und Beitreibung o n -2 t a a t s a b g a b e n, die von den zum Kriegs- enstc einberufenen Personen geschuldet werden, hat seit- r mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse geruht, ie müh nunmehr, soweit ein Erlaß der Schuldigkeiten cht stattgefunden hat, demnächst wieder ausgenommen erden. Die baldige Zahlung etwa rückständiger Slaats- fällc liegt deshalb im Interesse der Schuldner.
* Preühisch-Süddeü Ische Klassen- o 1 terie. Die ursprünglich aus den 8. und 9. Aalst d. Js. festgesetzte Ziehung der 2. Klasse der 5. >31.) Lotterie findet nunmehr am 12. und 13. Febr. 115 statt; die neuen Ziehungstage der weiteren Klas- n werden später noch bekannt gegeben. Wie ja be - nnt, behalten die Lose der bereits abgespielten 1. Kl. irc volle Giiltigkeit.
n E i e h e n. In den R ü h e st a n d versetzt wurde er Hauptlchrer an der Volksschule zu Gießen Ludwig «Haas auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner ingjährigen treuen Dienste. Er erhielt den Charakter il^ls „Rektor".
n Gießen. Den Charakter als Postsckretor cr- ielt der Ober-Postassistent T o d t.
Neue Ritter des Eisernen Kreuzes, n Gießen. Zwei bekannte Eichener Gerichts - errn, die Herren Staatsanwalt Dr. Schmidt, Ober- tutnant d. Res. im 168. Inf.-Rgt., und Staatsanwalt rü m p er t, jetzt Hauptmann d. Res. im 25. Art.- Igt. (Darmstadtst haben für ihr tapferes Verhallen vor em Feind das Eiserne Kreuz erhalten. Dieselbe lüszeichnung hat auch der Sohn des Landgerichtsdirek- rrs,P r a e I o r i u s erhallen, der aktiver Oberleutnant r einem rheinischen Insanterie-Regiment ist.
n Gießen. Das Eiserne Kreuz erhielten Dr. aed. Richter, Dr. med. I. M e u c r h o s s und Os- iziersstellvcr.treter und Kompagniesühi» Fr. Mut ff Reserve-Jnf.-Rgt. Nr. 29).
»Gießen. Das E i s c r n c K r e u z erhielt der
iMsfizier^Stellvcrtreker (früher Einj.-Freiw. im 116. Re- di» iment) Heinrich Wallenfels im 99. Infanterie - i»t legiment.' Herr Wallenfels war früher im Haufe Bock It. Cie. hier tätig. •
n Gießen. Die Schüler der Untersekunda des hiesigen Realgymnasiums haben unter sich für die bedrängten Ostpreußen gesammelt. 40 Mk. konnten zu woffllätiger Verwendung abgeliefcrt werden.
o Friedberg. Vorgestern Abend wurde Bürgermeister Baurat Karl Stahl nach abgelausener 12- jähriger Aintsperiode vom Stadtvorftand einstimmig wiedergewählt. Während seiner; 12jährigen erfolgreichen Amtstätigkeit hat die Stadt Friedbcrg sich aus allen Gebieten wie kaum eine andere gleichgroße Stadt Deutschlands entwickci'l.
o Schlitz, 14. Okt. Die landespolizeilichc Abnahme der neuen t Bahnlinie Schlitz-Niederau l a fand gestern und heute statt. Die Inbelricvnahme dürfte jedvch vor 10. November nicht erfolgen.
s D a r m st a d t. Bei einem Uebungsslüge stürzte hier der Flieger Scharff aus 60 Meter Höhe ab und war sofort t o t.
Die Feldpost.
In der Zeit vom 5. bis zum 12. Oktober halte die Feldpost versuchsweise die Zulassung vvn Feldpostbriefen, sogenannten Päckchen, im Gewichte von 250 vis 500 Gramm gestaltet. Mit Ablauf der Probezeit ist
diese Einrichtung wieder aüfgehoben.
Ob sie später wieder zeitweise oder vielleicht dauernd eingesührt werden kann, hängt von der Prüfung des Gesamtergebnisses, die augenblicklich im Gange ist, ao. Wie wir erfahren, wurde diese Einrichtung außerordentlich starf benutzt, der Umfang dieser Sendungen war ganz gewaltig.
Einen ähnlichen Versuch wird die Feldpost in den Tagen
vom 19. bis zum 26. Oktober mit Feldpost-Paketen
anst,eilen. In dieser Zeit werden Pakete mit Bekleid - ungs- und Ausrüstungsstücken im Gewicht bis zu fünf Kilogramm zur Beförderung angenommen.
Zurzeit sind bei der Feldpost folgende Arten von Sendungen zulässig:
F e l d p o st k a r 1 e n — portofrei.
Feldpostbriefe bis zu 50 Gramm — portofrei.
Feldpostbriefe von 50 bis 250 Gramm (sogenannte Päckchen) — 10 Pfg. Porto.
Drucksachen sind nur in Briefform zulässig und werden als Feldpostbriefe behandelt. Die Briefe brauchen nicht offen zü sein. — Porto wie bei Briefen: bis 50 Gramm frei, von 50 bis 250 Gramm 10 Pfg.
Postanweisungen sind bis zum Höchstbe - trage von 100 Mk. zulässig. — Porto 10 Pfg.
Geldsendungen über 100 Mk. erfolgen am besten durch E e l d b r i e f e. Hierfür wird eine kleine Ge - bühr erhoben, worüber Auskunft bei den Postämtern zu erhalten ist. Die Geldbriefe müssen wirklich Geld ent- liülten; es ist vielfach versucht worden, Zigarren, Schokolade und andere Sachen als Geldbriese zu schicken. Derastiae Sendungen sind nicht zulässig.
Einschreibebriefe sind nur im dienstlichen Verkehr gestattet. Unzulässig sind Einschreibpakete und Wertpakete auch in der Zeit vom 19. bis 26. Oktober, in der versuchsweise Feldpostpakete gestattet sind.
Deutsche Post in Brüssel.
Nachdem im Bereiche des Kaiserlichen Generalgouvernements in Belgien eine Kaiserliche deutsche Post- u.
Ein stiller Mensel,.
Roman von Paul Blitz.
Nachdruck verboten.
'"'ver sie aß und tränt nichts
Sie ahnte, daß der Junge ibr etwas verheimlicht hatte, Gffnz genau batte sic cs ihm w anacmcrkt! Aber was. waD nur mochte es wieder sein!?
Doy gräßlichen Zweifeln gepeinigt saß sic da und sann und grübelte.
Gegen fünf Uhr schickte auch der alt- Herr und fragte nach Kurt, — er habe mit ihm zu reden.
Behend ging Tante Marie hinein und beruhigte den Bruder.
Aber so leicht war das nicht.
Unruhig fragte er: „Ja. wo ist denn der Junge wieder hin? Er ist doch schon zwei Stunden fort."
Das Tantchen, um den f unten nicht noch mehr zu beunruhigen, stellte sich ziemlich sorglos a, und erwiderte. ./Vielleicht bat er geschäftlich wo zu tun."
„Däs glaubst Du doch selber nicht," antwortete der Bruder verdrießlich. „Und wenn es übrigens so wäre, weshalb <■" ~u denn so ausacreat?"
„Ab^r Du ir.r> >ch. lieber Waldi, ich bin ja ganz ruhig,", suchte sic ferne Sorge zu entkrästen, so schwer es ibr auch gelang.
Doch er wurde nur noch mürrischer. Unsinn! Mach' mir doch nichts vor. Du kannst Dich ja nicht ver- stellen!"
Betroffen schwieg sie jetzt.
Er aber, nur erregter werdend, fuhr fort: Wo also kann der Junge wieder sein? Denn irgend etwas mutz doch dahinter stecken."
Ihr kamen die Tränen. „Ich weiß es ja auch nicht, lieber Waldi. Ich habe mir ja auch schon ver- gebens den Kops zerbrochen."
Jmyier aufgeregter wurde er. „Weshalb heulst Du denn nutz schon gar? Besürchtest Du denn schon wieder was Schlimmes?"
Sie kottnte nichts mehr darauf antworten. Stumm, mit verhaltenem Schluchzen, ging sie hinaus, _
©ans tprarpros vor Erftaunetn sah er ihr nach. Ja. was bedeutete denn dies alles? Da war doch sicher wieder etwas im Gange, was man ihm verheimlichen wollte! Natürlich war es nun um seine Ruhe geschehen. Das Verbot des Arztes war vergessen. Energisch stand er auf und ging ins Wohnzimmer.
Gerade als er eintrat, hatte der Diener von draußen her die Nachricht hereingebracht, daß man den jungen Herrn habe nach Schönau fahren sehen.
Allgemeines Erstaunen.
„Versiehst Du das?" fragte der alte Herr.
T»ntchen verneinte angsterregt.
Der Kutscher wurde gerufen.
Natürlich wußte er von nichts und hatte den jungen Herrn überhaupt nicht gesehen.
Immer rätselhafter wurde die Sache.
„Also wenn er wirklich zu Bruno hinaus ist, wes- halb denn mit fremdem Fuhrwerk?"
Keiner wußte ein noch aus.
Aber hier gab es nur eins: Klarheit!
Er öffnete das Fenster nach dem Hos und gab Beseel, iofort anzulvannen.
,Du willst hinaus nach Schönau?" ries sie bangend „Du sollst Dich dock, schonen."
„Meinst Du. daß mir diele Ungewißheit Ruhe läßt? Ich muß dabinte- kynimen. Iraend was geschieht hier hinter meinem Rücken. Ilmsonsi fährt der Junge nicht zu Bruno. Seit Jahren war er nicht draußen, lind der Gedanke, daß „w f,ejb cn aneinandergerate» könnten, läßt mir keine Ruhe."
„Also gut, so werde ich Dich begleiten." Er mußte es zuaebea.
Nach einer Viertelstunde saßen sie aus dem Wagen.
Der Kutscher fuhr, wie er noch nie gefahren war. Aber der alte Herr trieb ihn fortwährend zu größerer Eile an
Endlich, nach einer qualvollen Fahrt, endlich kamen sie nacb Schönau.
Bruno war starr vor Erstaunen So viel Besuch von der Familie, wie er in diesen paar Taaen gekommen h te, war seil undenkbarer Zeit nick>l dg gewesen Und nun gerade die liebe Tante auch noch.
Doch mit seinem Staunen kam er nicht weit.
Tclegrdphenver,wallung eingerichtet worden! ist, können von jetzt ab, jedoch zunächst nur im Verkehr zwischen Deutschland Und Brüssel, gewöhnliche und eingeschriebene offene Briese, Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Geschästspapiere in deutscher und französffcher Sprache, ferner, Telegramme tu offener Sprache, zutzelassenwerden, und zwar: Telegramme a us Brüssel in deutscher^ und französischer, nach Brüssel nur in deutscher Sprache. Mitteilungen über Rüstungen, Truppen- oder Schiffsbewegungen ödere andere militärische Maßnahmen sind verboten. In den Tele - grammen müssen bei der Auflieferung Name und Wohnung des Absenders angegeben sein. Aus Verlangen müssen sich Absender Und Empfänger über ihre Persönlichkeit ausweisen. Die Taren und Tarife sind dieselben wie vor Ausbruch des Krieges im Verkehr mit Belgien. Die Frankierung der Sendungen erfolgt in Belgien mit deutschen Postwertzeichen, die in schwarzer Schrift den Aufdruck Belgien und die Angabe des Wertes in Centimen tragen.
Verantwortlich: Al bin Klein, Gießen.
Kirchliche yachnchlen.
Eoangllische Gemeinde in Girjjkn.
Sonntag, den 18. Oktober, 19. nach Trinit.
Gottesdienst.
In der Stadlkirche.
Vorm. 914 Uhr: Pfarrer; D. Schlosser.
Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die MatlhäUsgemeinde.
Psarrer D. Schlosser.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam.
Anmeldung vorher bei dem Psprrer jeder Gemeinde erbeten.
Mittwoch, den 21. Oktober, abends um 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Psarrer Schwabe.
In der Iohanneskirche.
Vormittags 9% Uhr: Psarrer Bechtolsheimer.
Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinbe.
Pfarrer Bechtolsheimer.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Au>sfeld.
Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Io- hannesgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Abends V/ 2 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Jckhannesgemeinde im Ioffan- nessaal.
Katholische Gemeinde in Girren.
Samstag, den 17. Oktober.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. 'Beicht.
Sonntag, den 18. Oktober. 20. Sonntag n. Pfingsten.
Vorm. 6% Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe.
Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottesdienst.
Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf Rosen - kranzandacht mit Segen.
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag
und Samstag, abends um 6% Uhr ist Rosenkranzandacht mit Segen.
Diaspora:
.In L i ch um 914 Uhr.
Erregt trat der Vater ein, und nach kurzer Begrüßung fragte er sofort: „Ist Kurt bei Dir?"
Unwillkürlich mußte Bruno lächeln. Deshalb also der ganze Aufzug!
Dann antwortete -r ruhig: „Er war hier, vielleicht vor drei Stunden."
„Ah! Also doch' Nun und was hat es gegeben?"
Etwas erstaunt iah Bruno aus.
„Hat er selber Dir nichts davon gesagt?"
„Nein, nichts, kein Wort! Von gar nichts weiß ich, — weder von der Fabr» zu Dir, noch wo er iebt ist. Also schnell, bitte, svrich schnell' Aber sag' alles, hörst Du. alles! Ich will volle Wahrheit haben!"
Ruhig und sachlich berichtete Bruno, was der Bruder ihm gebeichtet, und was er von ihm gefordert batte. Alles, genau wie es sich zugetragen, berichtete er Wort für Wort.
Das Gesicht des alten Mannes wurde düster und düsterer. Stumm, mit zusgmmenaepreß'en Lippen, mit bebenden Fingern, saß er da und hörte zu.
Tante Marie schluchzte leise in ihr Taschentuch. — Gott, o Gott, sie batte so etwas ja geahnt!
Als Bruno geendet hatte, fragte der Vater unruhig und gespannt: „Nun, und was weiter? Hast Du ihm das Geld gleich gegeben?"
„Ich? Ob ich ihm zwölftausend Mark so ohne weiteres gegeben habe? Mit der Frage ist es Dir selber doch wohl nicht ernst. Vater!" Ruhig, mit finsterem Gesicht, in würdevoller Haltung, stand Bruno da und sah den Alten fest an.
Das Tantchen aber rie? schluchzend: „Ist das nur möglich!? Du baff ihn so lortaeben lassen, so, in der verzweifelten Stimmung? Das hast Du fertig bringen können!?"
Ruhia nickte er. „Ja. das tat ich. Oder hast auch Du geglaubt, Tan'e. daß ich mein Geld so leicht verdiene, »m es für solchen Streich zum Fenster hinaus z» werfen? Dann hast D» Dich allerdings geirrt."
Schweigend, mit entsetzten Blicken, starrte sie ihn an. Was auch sollte sic darauf antworten. war
ia doch jedes Wort vergebens.
Fortsetzung folgt.


