Ausgabe 
10.10.1914
 
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Flanke wird von den Armeen in Galizien gedeckt. Die deutschen Armeen bereiten sich zum Kamps vor durch einen Vormarsch aus der ganzen ^Front. Lie ha­ben den Rückzug der Oeslerreicher, zum Stehen gebracht und schnell die zersplitterten Korps in gemischten deutsch - öst-erreichischen Armeen neu for­miert.

4 Millionen Kam vier im Cftcu.

Der militärische Korrespondent derTimes" schätz.; die gesamten deutsch-österreichischen Truppen im Osten aus 88 Divisionen mit allen zugehörigen Verstärkungen und die Russen aus etwa 100 Divisionen, die ununter­brochen durch neue Reserven verstärk! werden, die mit der größten Schnelligkeit der Front zugesührt werden. Also werden etwa vier Millionen M a n n in der, kommenden Riesenschlacbl einander gegenüberstchen.

Kesterreictiische Waffenerfolge.

WTB. Wien, 9. Okt. Amtlich wird verlautbart: 8. Oktober mittags: Beim weiteren Vordringen unserer Truppen wurde gestern der Feind an der Chaussee nach P r z e m y s l bei Baryez westlich von Dynow g e - warfen. Auch Rzeskow wurde wieder genommen, wo viele Geschütze erbeutet wurden. In dem Winkel zwischen Weichsel und Save nahmen wir den flüchten­den Russen viele Gefangene und Fuhrwerke ab. Er­neute heftige Angriffe aus Przempsl wurden glänzend abgeschlagen. Der Feind hatte viele Tausend Tote und Verwundete. In den siegreichen Kämpfen bei Mara - marotz-Eziget wetteiferten ungarischer und osttzalizischer Landsturm mit den polnischen Legionären an Tapfer - keit.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralftabs: von H ö f e r, Generalmajor.

Die Säuberungsaktion in Bosnien schreitet wei­ter fort. Zu den bereits gemeldeten gegen die Monte­negriner erzielten! Erfolge gesellt sich nun ein ent­scheidender Schlag gegenüber den in Visegrad kampflos eingezogenen serbischen Kräften. Ihre nörd - liche Kolonne wurde von Srebenica gegen Bajna Ba­sta bereits über die Drina zurückgeworfen, wobei ihre Train- und Munitionskolonne abgenommen wurde. Die auf Romania Plamina vorgegangene Hauptkraft unter dem Kommando! des Erkriegsministers Bojanpvic, wurde von unseren Kräften in zweitägigem Kampfe vollständig geschlagen und entging nur durch eilige Flucht der von uns geplanten Gefangennahme. Ein Bataillon des 11. Regiments zweiten Aufgebots ist gefangen genommen und mehrere Schnellfeuer - Ge­schütze sind erobert worden.

P o 1 i o r e k, Feldzeugmeister.

Die österreichisch-ungarische Armee ist bemüht, die ihr, gegenübcrstehenden serbischen Kräfte, welche die Hauptmasse des serbischen Heeres bilden, entscheidend zu vernichten.

Die serbische Regierung ist von Risch nach U c s k ü b übcrgesiedelt.

In Serbien sollen schreckliche Z u st ä n d e herrschen. Die bisherigen Kricgsverluste der Serben be­trügen 75 000 Tote und Verwundete. Für, letztere sei die ärztliche Hilfe durchaus unzureichend.

Vom Seekrieg.

WTB. Berlin. 8. Okt. Am 6. Oktober nach­mittags ist das TorpedobootS. 116", während des Vorpoftendicnstes in der Nordsee durch einen Torpedo- schuß eines englischen Unterseebootes vcrlcren gegangen. Fast die gesamte Besatzung konnte gerettet werden. Das unterqegangene Bort gehörte einem veralteten Tnp an und ist im Jahre 1902 vom Stapel gelaufen.

Allerlei Nriegsnachrichten.

Berlin, 8. Okt. Aus B a n k k r e i s e n wird mitgeteilt, daß vom neutralen Auslande fortgesetzt Anfragen wegen Ueberlassung von Kriegs­anleihen und Schatzanweisungen ein - gehen. Es werden hierfür Kurse geboten, die den Subskriptionspreis nicht unerheblich übersteigen. Wir werden das als ein Zeichen wachsenden Ver­trauens zu der deutschen Kraft und zU den deutschen Waft'eneriolgen anseben dürfen.

Nach einem römischen Telegramm derKölnischen Volksztg." verlautet dort, das; die Kriegserklär­ung Portugals an Deutschland unmittelbar bcvorstehe. (Ctr. Bin.)

WTB. R o m, 8. Okt. Heute abend überreichte, laut derAg. Ttesani", der Kriegsminister G r a n d i dem Ministerpräsidenten sein Entlass ungs-Ee- f u ch.

* * *

Ich melde mich.

Ich melde mich! Ob du mich, Herr der Heere, rufst oder nicht, ich trete in die Reihn; mit meinem Volke stell' ich mich zur Wehre, n meinem Volk will ich in Wüsten sein.

melde mich! Mein Oberst, ich hör' ftagcn:

Wer ist bereit zu einem Todesritt

in Feindesland auf Kundschaft? Ich wills wagen auf Tod und Leben, Herr, ich reite mit.

Ich melde mich! Ich Hab' den Feind erkundet und seine Kugeln, o, ich macht sie wett.

Die Sinne schwinden, todesschwer verwundet muh ich mich melden in das Lazarett.

Ich melde mich, Herr über Tod und Leben, die Waffe senk' ich, kann micht kämpfen mehr. Heerscharen-Gott, dir Hab' ich mich ergeben, nun stell' mich ein ins gipste Geisterheer.

Albrecht Thoma.

,, . . . zur Stelle, .Herr Leutnant.

D. E. K. Den Tod eines deutschen Soldaten im Lazarett von Maastricht schildert in der dortigenDeut­schen Wochen-Ztg. für die Niederlande und Belgien" der Leiter des Krankenhauses Dr. Bkoer:

.....Den dramatischen Höhepunkt aller Schrecknisse

bildeten die letzten Worte eines jungen Deutschen. Tage und Stunden hatte er bewuhtlos gekegen. Kurz vor sei­nem Tode schlug er die Augen auf und flüsterte, sich mühsam ausrichtcnd:Herr Leutnant, ich melde mich zur Stell e." Alle Umstehenden waren wie niedergeschmettert! In seinem Todeskampf siegte Noch das eiserne Pflichtgefühl."

Xus Stadt und Land.

n Giehen. Der Lehrbetrieb der Uni­versität im kommenden Wintersemester wird trotz des Krieges am 30. d. Mts. in vollem Umfange wieder ausgenommen. Die Einschreibung auf dem Uni­versitäts-Sekretariat beginnt schon am IS. Oktober. Die Vorlesungen der Dozenten, die im Felde stehen, wer­den von den hier noch verbliebenen Dozenten bereitwil­ligst mit übernommen. Nach vorläufiger Feststellung sind zu den Fahnen einberufen 36 Dozenten, 32 Assistenten und 41 Beamte und Bedienstete. Die grohe Zahl der Studierenden, die im Heere stehen, läht sich noch nicht übersehen.

n G i e h e n. Der Konzertverein muh an­gesichts des Krieges von einer Festsetzung seiner übli - chen winterlichen Abannementskonzerte, die anfangs No­vember zu beginnen ftfleglen, einstweilen wenigstens, ab-

sehen.

o Ulfa. Durch einen Divisionsgeistlichen war den Angehörigen des Wehrmanns Heinrich Bast von Ulfa mitgeteil! worden, dah dieser an denFolgen eines Bruft- schufses gefallen sei. Nach etwa 14 Tagen wurde den tieftrauernden Eltern und der Ehefrau nach den Ta­gen des Leides die grohe Freude zuteil, dah der Tot­geglaubte selbst Nachricht von sich gab, wonach er in Bourges als Verwundeter gefangen liege. Er halte einen Schuh in die rechte Schulter bekommen und muhte von seiner Truppe (Inf.-Regt. Nr. 116) zurückgelassen werden. Gott habe ihn wunderbar erhalten-, sie würden in Frankreich sehr gut verpflegt, und die Leute seien recht gut zu ihm Und seinen Kameraden.

o Wörrstadt. Dem Roten Kreuz stiftete der Wachtmeister H e h zwei silberne Medaillen, die ihm vom russischen Zaren verliehen worden waren. Heh war seinerzeit der 'Wachmannschaft, die den Zaren in Friedberg umgab, zugeteilt.

):( F r a n k f u r 1 a. M. Bei einer hiesigen Steu­er-Zahlstelle wurde ein s a I s ch e r Darlehenskassenscheiu über 5 Mark eingezahlt. Die Polizei mahnt zur Vor­sicht bei der Einnahme v^n Darlehenskasseufcheinen.

! O b e r st e i n a. d. N. Durch die Behörde ist hier der Höchstpreis für Kartoffeln auf 3 Mk. für den Zentner festgesetzt worden. Eine weitere Herabsetzung steht zu erwarten.

* Auf Anregung einiger Meister und Arbeiter be­schloh der Beamten- und Arbciter-Ausschuh der Köl­ner Fabrik von Gebrüder Ttollwerck A- E. eine Sammlung für die Kriegsspende der Stadt .Köln unter allen Angestellten. Das gesamte Personal wollte sich, wenn auch mit kleinen Beträgen, beteiligen. Die Sammlung ergab 5159 Mk., welcher Summe die Firma Stollwerck im Anschluh an ihre frühere Zeich - nung für das Rote Kreuz den gleichen Betrag beifügte. Außerdem wiederholte die Firma ihre erstmalige Spende von 10 000 Sckwkoladctaseln und Schokoladepulver für 200 000 Tassen zur Verpflegung der Truppen und Ver­wundeten an das Rote Kreuz und sonstige Vereine und hat fernerhin zur Pflege der Verwundeten die umfassen­den Räume ihres Erholungshauses für ihr,e Angestell­ten dem Oberbürgermeister zur Verfügung gestellt, und zwar mit 100 Belten. Ausenthaltsräume fiir genesende Verwundete, Bäder sowie Küche und sonstige zweck - mäßige Einrichtungen sind in dem Erholungshause be­reits Vorhände«.

Verantwortlich: A l b i n Klein, Eichen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde in Giestrn.

Sonntag, den 11. Oktober, 18. nach Trin. Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Schwabe.

Feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts für die Kinder aus der Markus- u. Militargenieinde.

! Vorm. 11 Uhr: Kindcrkirche für die Markusgcmeinde.

Pfarrer Schwabe.

Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Feierliche Eröffnung des Kcnsinnandcnuntcrrichts jür die Kinder der Matthäusgemeinde. Nächslkünftigrn Sonntag findet im Abendgottes - dienst Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgcmeinde gemeinsam statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

In der Johanneskirche.

Vorm. 9 Yi Uhr: Pfarrer Ausfeld.

Feierliche Eröffnung des Krnfirmandenunterrichts für die Kinder aus der Johanncsgemeinde.

Vorm. 11 Uhr: Kinderkirchc für die Johanues - Ge - mcindc. Pfarrer Ausfeld.

Abends 5 Uhl: Pfarrer Bechtolsheimer.

Feierliche Eröffnung des Kcnfirmandenunlerrichts jür die Kinder ans der Lukasgemeinde.

Abends l'/i Uhl: Vereinigung der konfirmierten männ­lichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukassaal. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal.

Mittwoch, den 14.j Oktober, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Bechtolsheimer.

Freitag, den l6. Oktober:, abends ^6 Uhr bis ^8Uhr: Vereinigung der konsumierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal. Die Ver- einigung der männlichen Jllgend beginnt Sonntag, den 18. Oktober.

Nächslkünftiaen Sonntag, den 18. Oktober, findet im A b e n d g o 1 t e s d i e n st Beichte Und hl. Abend­mahl für die Lukas- und Johannesgemeiude gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfar­rer jeder Gemeinde erbeten.

*

Hatholische Himciudr io Gießra.

Samstag, 10. Oktober.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele- genhcit zur hl. Deicht.

Sonntag, den 10. Oktober. 19. Sonntag n. Pfingsten. Vorm. f>'/ 2 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vorm. 8 Uhr: Austeilung der; hl. Kommunion.

Bonn. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt.

Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf Rosen - kranzandacht mit Segen, mit Segen.

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag, abends um 6% Uhr ist Rosenkranzan­dacht mit Segen.

Diaspora:

In G r ü n b e r g um 9% Uhr.

In Hungen um 10 Uhr.

'

Oolral-pahrpian

vom 1. Oktober 1914 bis auf weiteres.

Von Wiegen nach FriedbergFrankfurt a. M.r

Giehen ab: l.^Z

4.3*

8.05

6.5*

8.5«

12.30

12.*»

Friedberg an: 3.M

6.10

8.42

8.30

10.30

12 57

1 .0*

Frankfurt an: 5.££

8.02

9.18

io.»*

12 .**

4.3*

1*2

Giehen ab: 11."

1.5*

5.16

8.5*

8 «

Friedberg an: 12.ro

3.30

5.61

7 04

8 .»

10.22 4*iS Friedg.

Frankfurt an: 2.»

5.23

6.27

7.40

10 .*»

Von Giehen nach Gründer,,Fntda:

Giehen ab: 6 . 5 »

2 >r

6 «

7«

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Grünberg an: 8 .oi

4..00

8.21

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Fulda an + l.o*

9.03

11.21

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Lauterbach

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* Verkehrt Hur Sonn- und Feiertags.

Von Gießen nach HungenGelnhausen:

Giehen ab:

4.35

8.35

12.35

7.»

Hungen an:

5.*o

9.40

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8.«

Gelnhausen an:

8.05

12.05

4.05

10*5

Von Gießen »ach FronhausrnMarburgKassel:

Giehen ab: 4.*Z

7.oi

11.36

9.5«

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4,*>

Marburg an: 0.55

8.15

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40«

10.55

1.35

5.55

Kassel an: IO.»*

1.18

12.08

12.3*

3.«

6 S3

10.*8

Giehen ab: 6 .o*

6.41

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Marburg an: <i.Z2

7.55

10.55

10.2

Kassel an: 8 .**

3.«

12.Ü

Von Lollar nach Londorf Grünberg:

Lollar ab: 5.M l.i»

Londorf an: 6.33 1.57

Grünberg an: 7.»> 2.3°

Von Gießen nach Braunfels Limbnrg Koblenz:

Giehen ab: 2.« 3« 7.« 34» 5*> 5.« 7.*»

Koblenz an: 8 .°- 6*8 l.os 6 .*» 7» 7 .n jrö

nur bis nur bis nur bis

Limburg Limburg Weilburg

Von Wiewen nach TillenburgBetzdorfKöln:

Giehen ab: 1.Z2

5.w

9.55

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2 .»

Dillenburg an: 3 .os

7.29

40*5

11 .*»

4 . 0 ,

Betzdorf an: 5.ZZ

9.44

11.3«

6.34

Köln an: lO.o«

2.13

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10.»4

Die fetten Stundenziffern bedeuten.Schnellzüge.

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