Ausgabe 
10.10.1914
 
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Der Mensch bedarf der Menschen sehr 5u seinem großen Siele:

Nur in dem Ganzen wirket er; viel Tropfen geben erü das Meer, viel Ivaffer treibt die Mühle.

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Das Reick der frau.

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feaft du das deine recht getan, was gehen dich der Leute Reden an?

Wer für alles gleich Dank begehrt,

Der ist selten des Dankes wert.

Laß sie nur spotten, laß sie nur schelten! was von Gold ist. das wird schon gelten!

14. XVIII.

Das Männliche in der Lrauenkleidung.

Unter allen Auswachsen, die dieDamenmode" in unseren Tagen gezeitigt hat, ist auch dieVermännlichung" der LrauenKleidung zu rechnen, Hut, Kragen, Krawatte, Weste, Jackett, ja, auch der übermäßig enge Aock, der den Unter­körper der Lrau oft wie ein kosendem umschließt, stimmt mit den von den Männern getragenen Kleidungsstücken auffallend überein,

Sun, Glück fand diese seltsame Neigung zurVermännlichung" der LrauenKleidung nicht allzugroßen Anklang bei dem weiblichen Teil des Menschengeschlechts, und die Herren der Schöpfung hatten selbstverständlich meistens nur Spott und Hohn für diesen seltsamen Hang, cs ihnen >m Aeußern gleichzutun.

wer jedoch die Ansicht vertritt, daß eine dem Männeranzug ähnliche Kleidung für die Lrau bequemer sei, den könnte man auf die vielen losen, bequemen -Kleidungsstücke verweisen, die UNS die Mode des letzten Jahres be. scherte. Daß der allzu enge Aock, der oft kaum das Metermaß überschreitet, sicherlich nicht bequem genannt werden kann, wird gewiß jeder einschen. Das einzige, was an diesen, Aock gutzuhcißen, sind die Taschen, mit denen er hin und wieder versehen ist, Iveniger lobenswert ist allerdings die Angewohnheit mancher Lrauen, mit den Händen in den Tasche» in einer den lllannern ab- gesehenen Art herumzulaufen, wie es uns durch die Abbildungen IV und VII veranschaulicht wird.

Einzig und allein bei der Ausübung irgendeines Sports, besonders des Bergsports, ist die männliche Kleidung bei der Lrau gulzuheihcn, Lür Sie Kochtouristin" werden die kurzen Kniehosen mit den langen Strümpfen, die Sportjacke und der kleine Touristenhut zur Ilotwendigkeit, Diese Sportdamen brauchen sich des Lrauenrocks ja auch nur während des eigentlichen Berg­steigens zu entledigen und werden ihn für die Wanderungen durch das Tal sicher wieder anlegen, jSiebc Abb, III und Abb. VI.)

In gefahrvollen Zeiten ist es gewiß auch bei der Lrau nicht zu verachten, wenn sie Mut und Entschlossenheit zeigt, und viele geschichtliche Beispiele lehren uns mutige Lrauen schätzen und lieben. Aber das Sprichwort:Alles zu seiner Zeit" möge man auch hier nicht vergessen! Line Vermännlichung der LrauenKleidung hat entschieden Mut und Lntschlossenheit nicht inuner im Gefolge und ist in einer Zeit wie die jetzige unter zivilisierten Völkern sicherlich zu verwerfen. Dieedle Weiblichkeit" wird vor Ausschreitungen stets zurückschrccken, deshalb finden wir unter der deutschen Bevölkerung auch immer nur einen kleinen Teil der Lrauenwelt, der etwaige Aus­wüchse in der Lrauenmode bereitwilligst mitmacht. Der überwiegend größere Teil weiß, was er sich und seiner Lrauenwürde schuldig ist, und beweist das besonders in bedrängten Zeiten, die nach der Mithilfe der Lrauen dringend verlangen. Daß gerade in solchen Zeiten die Lrau vor allem darauf zu achten hat, alles Auffallende im Aeußern zu vermeiden, ist gewiß eine berechtigte Lorderung jedes gesitteten Menschen.

kelene Grube.

Aufgaben und Pflichten der Lrauen während der Nriegszeit.

In dieser schweren Zeit, in der fast in.jeder Lamilie irgendein männlicher ver­wandter seine Dienste dem vaterlande wichne» muß, drängt es auch die Lrauen, sich hilfreich zu betätigen. Da ist cs aber vor allem notwendig, daß diese Betätigung auch eine planmäßige, nutzbringende, für alle Beteiligten richtig angewandte ist, Einzelne vermögen da wenig, deshalb haben auch in den verschiedensten Städten des Deutschen Aeiches sich die Lianen zu einer großen Drganisation zusammengeschlossen, um so gemeinsam Ser durch den Krieg herauf­beschworenen TTot einerlei welcher Art sie auch ' sein möge zu steuern.

vomBund Deutscher Lrauenvercine" ins Leben gerufen, umschließt diese Drganisation unter dem NamenNalionalcr Lrauendienst" in den einzelnen Städten und Städtchen fast sämtliche Lrauenvercine, Jeglicher Unterschied des Standes, jeglicher Hang zu Sonderinteressen ist dabei ausgeschaltet, und die Gewerkvcreine für Arbeiterinnen arbeiten in dieser Grganisation in vielen Städten Schulter an Schulter mit der Aristokratin, Je nach der sonstigen vcreinstätigkeit wirken die dem nationalen Lrauendienst an- geschlossenen Vereine für die Lamilienfürsorge, Arbeitsvermittlung, Lebensmittelversorgung, und außerdem hat er in manchen Städten auch eine Auskunftsstelle gegründet, in der den Lrauen unentgeltlich Aat und Auskunft in allen sie in dieser Zeit interessierenden Angelegenheiten zuteil wird. Den örtlichen Verhältnissen entsprechend arbeitet derNationale Lrauendienst" mit anderen, schon bestehenden oder mit Grganisationen zu­sammen, die nur für die Dauer des Krieges ge­gründet wurden. So wirkt er beispielsweise in i München im Verein mit demAoten Kreuz", in Dresden schloß er sich einer .Kriegsorganisation der, Dresdner Vereine", die aus Männer- und Lrauenvereinen zusammengesetzt ist, an. Durch diese und ähnliche Verbindungen wird eine sach. gemäße Verteilung von Arbeitskräften und Geld­mitteln erzielt, somit die Erhaltung der wirtschaft­lichen Kräfte ermöglicht und einer Zersplitterung der Einzelnen werlvollen Arbeitskräfte und Geld­mittel vorgcbeugt.

Gewarnt werden die begüterten Lrauen im ganzen Deutschen Aeiche, durch falsche Liebes- tätigkeiten ihren minderbemittelten Mit­schwestern das Brot zu nehmen. Gewiß liegt der Gedanke auch für jene Lrauen nahe, in uneigen­nütziger Hilfsbereitschaft für Kranke und ver-

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wundete im Kriege, sowie für Bedürftige in der keimat zu nähen, zu stricken und ähnliche Arbeiten zu verrichten. Das sollte lieber vermieden werden, denn durch derartige Handarbeiten werden wohlhabende Damen sicherlich mancher mittellosen, des Ernährers beraubten Lamilie einen Beitrag zu ihrem Unterhalt gewähren, Lür die begüterten Lrauen und Mädchen bleiben ja noch so manche anderen Arbeiten der werktätigen Liebe übrig. Der Bahnhofsdienst, die Be­aufsichtigung von Kindern solcher Lrauen, die für sich und diese Kinder das Brot verdienen müssen, Mithilfe in den Volksküchen und Auskunftsstellen, Errichtung und Erhaltung von pflegestellen für durchziehende, verwundete Krieger u, dgl. Ja, da gibt es, je nach den örtlichen Verhältnissen, jetzt so manche Beschäftigung, durch die auch die begüterte Lrau in ihrem begreiflichen Drang nach einer nutzbringenden Tätigkeit sich verdient machen kann.

Doch auch in moralischer Hinsicht haben die Lrauen heute größere Auf­gaben zu erfüllen denn je zuvor, Ivo immer sie den rechten Trost spenden könnten, mögen sie in fraulicher Hilfsbereitschaft auch die verzweifelten und vcrzagicn auszurichten suchen und in edler Selbstlosigkeit stets bereit zu jeglicher Arbeit sein, mag diese Arbeit ihnen auch ungewohnt und deshalb schwer aus­führbar scheinen. Da gibt es oft kein langes Besinnen, sondern durch schnelles, mutiges Eingreifen zeige die Lrau, daß sie als nützliches Glied der menschlichen Gesellschaft auch in der schwersten Seit ihren Platz zu behaupten weiß,

H. S,

Verwertung von Gbst.

Unsere Gbstauslagen, unter denen rotbackige Aprikosen und Pfirsiche, dunkelblaue pflaunien, herrliche Aepfel, Birnen und Weintrauben keine geringe Rolle spielen, beweisen uns, daß der Sommer zur Neige geht und der kerbst im Anzüge ist. Da heißt cs nun Vorrat für den Winter beschaffen und die Speisekammer mit eingemachten Lrüchtcn füllen. Zur größten Lreude der sparsamen Hausfrauen haben wir in den meiste» Gegenden Deutschlands heuer ein gesegnetes Dbstjahr, Deshalb sollte zu keiner Mahlzeit das Gbst auf dem

Tische fehlen, und besoiidcrs di« Kinder sollten morgens regelmäßig einige Lrüchte genießen. Doch gebe man sie ihnen nicht ungeschält, den» die auf der Schale haftenden Llccke sind pilzwuchernngen, die schädlich fiir die vcrdauungsorgane find und manche Krankheiten verursachen können. Trauben wasche man, bevor man sie auf den Tisch bringt, und Pflaumen reib« man vor dem Genüsse mit einem reinen Tuche sauber ab. Bei den Trauben kommt es häufig vor, daß neben schönen reifen Beeren kleine, unreife sitzen, die sauer schmecken und des­halb achtlos-beiseite geworfen werden- doch eine achtsame Hausfrau darf nichts, das noch irgendwie verwendet werden könnte, fortwerfcn. Man sammle deswegen alle unreifen Trauben, die bei den Mahlzeiten zurückgelegt werden, und zerquetsche sie. Dann gieße man den Saft durch ein Tuch oder durch ein sehr feines Haarsieb, filtriere ihn, bis er klar ist, und fülle ihn darauf in geschwefelte Llaschen, die man fest ver­korkt aufbewahrt. Dieser Saft gibt einen vorzüglichen Esstg, der feiner und wohl­schmeckender als der gewöhnliche Essig ist.

Bei einer reichen Pflaumenernte empfiehlt es sich, das so beliebte und gesunde Pflaumenmus selber einzukochen. Da es des Zuckers nicht bedarf, bildet cs ein billiges Kompott und wird auch auf Brot gestrichen gern gegessen. Aprikosen und Pfirsiche benutze man zu erfrischenden Add. IV. Bowlen, zu denen auch alkoholfreie weine

zu empfehlen sind, und Aepfel und Birnen finden im Herbst die mannigfaltigste Ver­wendung in der Küche, wie sämtliche andere Lrüchte, sind sie auch zu Spiritus­früchten zu verwenden; denn neben dem Rumtopf, der schon im Juni angesetzt werden kann, sollte ein Spiritustopf in keiner gut- gefüllten Speisekammer fehlen, während man aber die Rumfrüchte nach und nach in den gut gezuckerten Rum legt, nehme man zu dem Spiritus­topf erst einige durchgeschnittene Pfirsiche oder Aprikosen und füge einige Teelöffel voll Jucker und zwei Löffel voll rekteflzierten Sprit hinzu. Nach ungefähr 4 Tagen, in Lenen man die Lrücht« öfter hin und her gewendet hat. lege man in di« durch den aurgezogenen Lruchtsast entstanden« Llüssigkeit einige weitere Lrüchte, auf die man einige Tropfen Spiritus tröpfelt, und füge eine dicke Zuckerschicht hinzu. In dieser weise fährt man eine Zeitlang fort, lege Pflaumen, Mirabellen, Tomaten und Trauben ganz in die Llüssigkeit, Birnen, Aepfel, Aprikosen, Pfirsiche und klein« Melonen aber geteilt oder gevierteilt, damit der Saft besser eindringt, Kernobst muß natürlich vom Kernhaus befreit werden. Die ganze Masse wird etwa 8 Wochen lang täglich mit einem Holzlöffel, der zu anderen Speisen nicht benutzt werden darf, umgerührt und nach Ablauf dieser Zeit in Gläser gefüllt, die luftdicht zu ver­schließen stnd.

Billige Lalläpfel verwende man zu Apfel- gelee und Apfelkraut, nehme zu jenem aber aus 1 Pfund Lrucht 3 / 4 Pfund Zucker, So eingekocht, hält es sich jahrelang, Ls ist stets ratsam, in Jahren, in denen es reichlich viel Obst gibt, das billige Gbst in größeren Mengen einzukochen, um in Jahren, in denen das ülbst teuer ist, Vorrat zu haben. Dann kann man in denschlechten Sbst- jahren" gern einmal mit dem Linkochen aus­setzen und von den gesammelten Schätzen zehren.

Bei einer guten Gb'sternte von Pflaumen, Birnen und Aepfel empfiehlt es sich auch, die Vorrats­kammer mit Dörrobst zu versehen, das man mit leichter Mühe im Bratofen oder auf der Herd­platte dörren kann, wer die sogenannten hölzernen Dörrplatten nicht besitzt, kann bei kleineren Mengen das Dörren auch ohne diese vornehmen, muß dann aber recht aufpassen, daß das be­treffende Gbst nicht etwa verbrennt. Die Pflaumen werden am besten mit den Steinen gedörrt, da st« «ntsteint leicht an Saft verlieren. X.

ru>b, ui.

Add, I.

x». tu.

Briefpapiere, Briefumschläge, Korresfpondenzkarteit, Siegellacke

in allen Tarben und Qualitäten empfiehlt

fllbin Klein, Papierhandlung, Giessen, Zellersweg 8Z.