Ausgabe 
7.10.1914
 
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dem deutschen KanonenbootJaguar" wirksam beschos­sen. Die deutschen Verluste feilen gering sein. Die Ja­paner warten Verstärkungen aus Japan ab.

Deutsche Erfolge zur Lee.

Die deutschen KreuzerScharnhorst" undEneise- nau" sind nach einer amtlichen französischen Meldung am 22. September vor Papeete aus Tahiti erschienen und haben das kleine KanonenbootZelee", welches am 14. September abgerüstet im Hafen lag, in den Grund gebohrt. Hieraus beschossen sie die Stadt Pa­peete, welche von Forts umgeben ist, und fuhren weiter.

Allerlei Uriegsnachrichten.

Erbürgermeisler M a r in Brüssel wurde für die Kriegsdauer als Gefangener nach Deutschland ge­bracht.

WTB. Brüssel, 6. Olt. (Nichtamtlich.) Wie be­reits gemeldet, bestimmt eine Verordnung des Gouver­neurs für die besetzten Gebiete Belgiens die Annahme- pflicht deutschen Geldes in Belgien und setzt für die Mark einen Mindestkurs von 1.25 Francs fest. Es wird somit der deutschen Industrie und dem deut­schen Handel möglich sein, ihre Bezüge aus Belgien in Mark zu bezahlen, was vor allem für Rheinland und Westfalen von groszer Bedeutung ist.

Das geheimnisvolle Verschwinden eines Unterseebootes.

Ein Beamter der italienischen Werft Fiat Sangiorgio mitsamt 16 Arbeitern entführte, angeblich ohne Wissen der Werstleitung, ein für Rußland her- gestelltes, jedoch unvollständig bewaffnetes Unterseeboot nach Korsika. Die italienische Regierung lzattewe­gen ihrer Neutralität die Ablieferung des Unterseebootes verboten. Zu dieser Flucht des Unterseebootes mel­det dieVoss. Ztg."

Der Entführer ist ein in den Diensten der Fiat - Werft flehender italienischer Marineoffizier, der, 13 an­dere Angestellte für seinen Plan gewonnen hat, und der seine leidenschaftliche Zuneigung Rußland und Frank­reich Und seine Kriegslust nie verhehlte. In einem hin- terlassenen Schreiben an d'e Behörden versichert er die Notwendigkeit der Beteiligung Italiens an dem Kriege, die er beschleunigen will. Die Nachforschungen nach dem Unterseeboot sind bisher ergebnislos geblieben. Es ist anzunehmen, daß das Fahrzeug Corsica erreicht hat, wo die noch fehlende Armierung vorgenommen werden wird. Die Regierung ist sehr betroffen und beschuldigt die Werft mangelhafter Ueberwachung.

Tic Türkei benat sich Deutschlafids Fcirchcn nicht.

Nach einer Privatmeldung sind alle Versuche des Dreiverbandes, die Türkei zur Oeffnung cher Dardanel­len zu veranlassen, gescheitert. Nach eine'? "weiteren Mel­dung kreuzt ein französisch-englisches Geschwader vor den Dardanellen. Nach den letzten Nachrichten haben die Entente-Mächte in einem Ultimatum von der Türkei die Oeffnung der Dardanellen verlangt.

Der albanische Aus st and gegen die Serben wird als ein Vorspiel weiterer großer Er­eignisse auf dem Balkan betrachtet.

* Essad Paschas Einzug in Durazzo er- fclgte an der Spitze von angeblich 12 000 Mann. Vom Balkon seines Schlosses aus hielt Effed Pascha eine An­sprache an das Volk. Er versprach eine Aera der Ge­rechtigkeit.

Japaner in Indien.

DerBerl. Lek.-Anz." schreibt: Einem unverbürgten Gerücht zufolge sollen japanische Truppen in Indien gelandet sein. (Etr. Bln.)

Der innere Sinn unseres Kampfes.

Während unsere Krieger im Felde stehen, lauschen allabendlich in Berlin dichtgedrängte Scharen den Re­den unserer geistigen Führer, die inReden in schwerer Zeit" sich bemühe», Aufklärung über die geistigen Grund­lagen dieses Weltringens zu verbreiten. Auch dieUra­nia", Berlins großes, populär-wissenschaftliches Bild - unqsinftitut, widmet sich jetzt solcher Aufklärung. Als erster sprach der Jenenser Philosoph Professor E u ck e n über utrsere gerechte Sache. Er ging nur kurz auf die äußeren Ursachen des Krieges ein, auf den Kampf der asiatischen Massen und des Panmoskowitismus gegen europäische Kultur und Individualität.

Wie die Griechen gegen die Perser, wie das Mit­telalter gegen die Hunnen, so kämpfen jetzt wir gegen eine Welt für Freiheit gegen unersättliche Gier, für Kul­tur gegen blinde Eroberungslust ohne geistigen Inhalt. Die Russen sind unersättlich, die Franzosen haßerfüllt aber verhältnismäßig anständig, die Engländer aber einfach schurkisch. Unter dem Schein der Morglität verdecken diese Pharisäer ihre nackten eigenen Interessen.

Nehmen wir aber unser Volk, so finden wir: der Krieg ist für uns eine Notwendigkeit ! Uns treibt eine gewaltige innere Stimme. Wir kämpfen für die Frei­heit aller Völker. Nietzsche hat uns das Volk des Ge­mütes genannt. Wir haben das Streben, unser Leben von innen heraus zu führen und zu verstehen. Innere Ueberzeugung, Einsetzen der Gesinnung zeichneten uns immer aus.

Der Anfang des Krieges bot uns eine gewaltige Erhebung unseres ganzen Volkes, eine Erhebung, die alles vorangegangene vergessen ließ. Uneinigkeit war stets ein Erbfehler der Deutschen, aber schon das Jahr 1870 sah sie schrvinden. Und heute ? Welche Wand - lung! 1870 muhten sozialdemokratische Führer in die Festung gebracht werden, damit sie nicht störten, heute aber ehren wir das Andenken des großen sozialdemo- krat. Führers Frank, der den Heldentod in der Schlacht starb. Nie wieder werden wir uns so scharf bekämpfen können wie früher, denn immer steht dahinter die Er­fahrung: im entscheidenden Augenblick waren wir einig. Das können wir nie vergessen.

Sammelt Gold für die Aeichsbantr!

Bei Beginn des Krieges hat die Reichsbank wie­derholt öffentlich darum ersucht, das vorhandene Gold an sie zwecks Stärkung ihres Goldbestandes abzuführen. Trotzdem haben zweifellos viele ängstliche und kurzsich­tige Leute Gold für sich gesammelt, inzwischen aber wohl eingesehen, daß Banknoten und Kassenscheine ge­nau den gleichen Wert haben.

Wenn sich trotzdem heule noch 20003000 Will. Mark in Goldstücken a 10 und 20Mark im Verkehr befinden, so bedeutet dieses, daß, im Durchschnitt ge­rechnet, jeder der 66 Millionen Einwohner des Deut­schen Reiches noch Mk. 30. bis Mk. 40. in Gold besitzen müßte.

Die weitaus meisten Menschen werden sich nicht da­rüber klar sein, daß es ihre vaterländische Pflicht ist, dieses Gold, je früher, desto besser, bei der Reichsbank, einer Großbank oder Postanstalt gegen gleichwertige Scheine einzutauschen und abzuliesern, und daß sie ein Unrecht begehen, wenn sie aus Gleichgültigkeit oder aus anderen Gründen das Gold in ihren Besitz behalten. Es kann nicht oft genug daraus hingewiesen werden, daß jedes 10- oder 20-Mark-Stück, das die Reichsbank mehr bekommt, den Goldbestand, d. h. auch ihren Kriegs­schatz verstärkt, weil sie dadurch auch in die Lage ver­setzt wird, den dreifachen Betrag in Scheinen veraus - gaben zu können.

Tausende von Männern und Frauen, jungen Mäd­chen und jungen Leuten haben zur Zeit den stärken Wunsch, sich vaterländisch zu betätigen, ohne zu wissen, in welcher Weise dieses ihnen möglich wäre. Würde jeder einzelne, ob jung oder alt, zunächst das in seinem Besitz noch befindliche Gold zur Reichsbank tragen, dann aber vor allen Dingen in seinem Bekanntenkreise, in allen Ladengeschäften und Wirtschaften systematisch Rück­frage halten, ob man ihm nicht Gold für Papiergeld geben könne, so würden ohne Schwierigkeit große Summen Goldes ermittelt und der Reichsbank zugeführt werden können.

In erster Linie müßten allerdings auch die Besitzer von Gasthöfen, Speise- und Kaffeehäusern, von Laden­geschäften und Warenhäusern in diesem Sinne wirken und es ihren Angestellten zur Pflicht machen, Gleiches zu tun. Auch die Versicherungsgesellschaften durch ihre Vertreter (Kollekteur!), sowie auch namentlich die Kell­ner müßten jedes nur erzielbare Goldstück sammeln und abführen. Es erscheint mi^, als wenn sich speziell auch bei den Bewohnern auf dem Lande noch viel Gold be­fände, und könnten hier namentlich die Geistlichen und Lehrer aufklärend und sammelnd wirken.

W i e gute Resultate nach der Richtung hin zu er­zielen sind, beweist der Umstand, daß der Schreiber die­ser Zeilen innerhalb nur.eines Tages für Mk. 2500 Goldstücke eingesammelt und an die Reichsbank abge- führt hat. Würden in allen Städten und Orten Deutsch­lands Tausende, ja Millionen von Menschen eine der­artige Tätigkeit nur während einiger Zeit ausüben, dann müßte es mit Bestimmtheit möglich sein, den Goldschatz der Reichsbnnk um wenigstens 12 Milliarden Mark noch zu erhöhen. Dies würde aber nicht nur für die die gesamte Wirtschaftslage, sondern namentlich für den Krieg und insbesondere auch dem Auslände gegenüber von ganz außerordentlichem Werte sein.

Ein jeder muß sich vor Augen halten, daß er mit einer solchen Tätigkeit im vaterländischen Sinne ein gutes Werk tut !

Sammelt daher Gold für die Hrtrfielmnf? !

von der geldpost.

Von jetzt ab können Postsendungen von Kriegsge­fangenen und für solche angenoinmen und befördert wer­den. Zunächst werden nur o s s e n e Briefsendungen ohne Nachnahme, und zwar offene gewöhnliche Briefe, Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Geschäftspa­piere, ferner Briefe und Kästchen mit Wertangabe ohne Nachnahme sowie Postpakete bis 5 Kilogramm ohne Nachnahme innerhalb Deutschlands, nach und aus Oe­sterreich-Ungarn und den neutralen Staaten sowie im Vcckehr mit Belgien, Frankreich, Großbritannien und Rußland zugelassen. Postanweisungen sind in demselben Bereich mit Ausnahme von Belgien, Großbritannien u. Rußland zulässig.

Im Verkehr mit dem Auslande werden die Sen­dungen, die von Kriegsgefangenen abgesandt werden oder für sie bestimmt sind, gebührenfrei beför - dert. Im Veckebr innerhalb Deutschlands werden ge­bührenfrei befördert: gewöhnliche offene Briefe bis zum Gewicht von 50 Gramm einschließlich und gewöhnliche Postkarten, die 1. für Kriegsgefangene bestimmt sind

oder von ihnen abgesandt werden, 2. die sich auf Kriegs­gefangene beziehen und unmittelbar oder mittelbar von den Auskunstsslcllen über Kriegsgefangene aufgeiiefea werden oder für sie bestimmt sind. Alle übrigen Send­ungen sind portopflichtig. UnterVerkehr innerhalb Deutschlands" ist auch der durch die deutsche Feldpost im Auslande vermittelte Verkehr mit Deutschland zu ver­stehen.

Die Senkungen sind von dem Absender mit dem handschriftlichen oder gedruckten Vermerk Zlriegsgesan- genenscndung" zu versehen. Postanweisungen für Em­pfänger in Frankreich sind auf der Vorderseite des für den Auslandsverkchr bestimmten Formulars mit der Adresse der Oberpostkontrolle in Bern (Schweiz) zu ver­sehen, während die Adresse des Empfängers der Geld­sendung auf der Rückseite des Abschnittes genau anzu­geben ist. An der Stelle, die sonst für die Freimarken zu dienen hat, ist die BemeckungKriegsgesangenensen- dung. Tarsrei" anzubringen.

Die Adresse, an die sich dieAügehörigen von Kriegs­gefangenen wegen Auskunftcrteilung wenden können , lautet:Comitee- international de la Eroir-Rouge, Agence des Prisonniers de Guerre, Genf" (interüatio- nales Ennittelungsbureau für Kriegsgefangene).

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gürs Note Ureuz.

::: D e r Herzog von Kobürg (engl. Prinz) l

gibt sämtliches, zum Abschuß gelegt« Wild den Laza­retten für deutsche Verwundete umsonst. z.

::: Dr. I e r o m e Stonboyough, Amerika­ner, zahlt 10 Jahre lang 15 000. Mark für die hilfsbe­dürftigen Familien der Krieger.

::: Eine alte Frau erschien in Worms bei dem Röten Kreuz mit einem Briefumschlag, der Mk. 25 t enthielt. Auf deinsclben stand geschrieben: Erlöch für meine weißen Haare ! Ein rührendes Beispiel der Op- 5- serwilligkeit! Die Frau hatte ihr weißes Haar geopfert, um dem Vaterland hiermit dienen zu können.

::: Ein Dien st mädchen überwies nach dem , Kölner Tageblatt" ihre gesamten Ersparnisse von 2196 " Mack dem Roten Kreuz. Das Mädchen hatte bei Aus­bruch des Krieges gelobt, bei Erhörung ihres Gebets ihre Ersparnisse dem Valerlande zu opfern. Die glänz­enden Waffcntaten unseres Heeres erschienen ihr als die Erfüllung des Gebets, und sie lieh sich von demOrts- vorsteher, auch vorn Bürgermeister nicht davon abbrin­gen, ihre gesamten Ersparnisse zu opfern.

::: Die Sträflinge Sonnenburgs stifteten dem Röten Kreuz 7300 Mark.

Die deutsche grau.

Ihr Mägdlein all, o laht's euch sagen, . Wir wollen uns recht einfach ttagen In dieser und i» künst'ger Zeit:

Das Einfach-Schöne woll'n wir wählen,

Und im Entsagen uns auch stählen,

Uns schmück' ein schlichtes, deutsches Kleid. In diesem wollen wir uns zeigen,

Sittsam, bescheiden ohne Gleichen,

Wo wir auch steh'» wo wir auch gch'n. So mögen unsre braven Krieger,

So so'len unsre tapfren Sieger Dereinst die deutsche Frau nur seh'n.

Asta von Wegerer.

jftH Stadt u»d Land.

* Die Groß Herzogin hat dem Kultur-In­spektor Heinrich S l e i n b a ch in Gießen den Charakter B a U r a t" verliehen.

* Das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse er­hielt Oberstleutnant Eduard K r« u t e r, Führer des Re- seroe-Jnfanterie-Regiments Nr. 30 (früher lange Jahre im Eießener Regiment).

n Gießen, 5. Okt. Wegen hervorragender Führ­ung seiner Kompagnie wurde der früher« Feldwebel der 8. Kofnpaftnie vom Leib-Garde-Jnfanlerie-Regiment Nr. 115, Hermann B ö n i n g, jetzt Leutnant in der 1. Kompagnie des Reserveregiments Nr. 116, mildem Eis-ernen Kreuz ausgezeichnet und zum Oberleut­nant befördert. Mit dem Eisernen Kreuz wurde ferner ausgezeichnet Stabs- und Regimenlsargl Dr. Rich­te r in Gieße», zurzeit Jnf.-Reg. Nr. 80.

n Gieße». Der, Gießener Ehrenbürger Geheim. Obermedizinalrat Dr. Georg G a f f k g-Berlin, Een- Arzt a. l. s. der Armee, ist nach dem westlichen Kriegs­schauplatz berufen und hat sich dahin begeben. Gaffky ist ein hervorragender Spezialist für Jnsektionskrankhei- ten.

n Gießen. Das Konzert auf der Liebigs -

höhe zum Besten der Hinterbliebenen gefal­lener G i e ß n e r, hatte sich eines überaus guten Be­suches zu ersreuen, so daß ein nicht unbedeutender Be­trag dem Oberbürgermeister zur Verfügung gestellt wer­den kann.

! Mai uz. Zwei beliebte Dirigenten hiesiger Mi- litärkapellen, die sich beide draußen im Felde befinden, Obermufikmeister Otto Schleifer vom, Infanterie- Regiment Nr. 117 und Obermufikmeister. O.-L i sch k.« vom Pionierbataillon Nr. 21, konnten gestern auf eine 25jähckge Dienstzeit zurückblicken.

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