Ausgabe 
3.10.1914
 
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Wirtschaftsorganisationen wurde bald nach 10 Uhr er­öffnet. 7000 Vertreter des deutschen Erwerbslebens wa­ren anwesend.

Der Vorsitzende Reichstagspräsident Dr. K a e m ps erinnerte an die Worte des Kaisers, er kenne keine Partei mehr, sondern nur noch Deutsche. In der denkwürdigen Sitzung des Reichstags halten diese Worte eine glanzvolle und einmütige Antwort des gan­zen Volkes gesunden. Wer da glaube, durch die Droh­ung, den Krieg in die Länge zu ziehen, das deutsche Volk und das deutsche Wirtschaftsleben müybe zu ma­chen, der habe sich verrechnet. (Bravo!) Ein dreifaches Hoch auf Kaiser und Reich schloß sich diesen Worten an.

Als erster Verhandlungsredner schilderte Kommer­zienrat Dr. Reven du Mont (Köln) die Lage des Wirtschaftslebens Deutschlands, ging aus die Tätigkeit der Industrie ein, schilderte unter brausendem Beifall der Versammlung die Taten eines Zeppelin und eines Krupp, und legte dar, daß die Hoffnung England, uns aushungern zu können, elend scheitern werde, was auch der Ausfall der Kriegsanleihe beweise.

Mit lautem Jubel begrüßt gab Gras v. S ch w e- rin-Löwitz namens der gesamten Landwirtschafts- körperfchaflen Deutschlands in seiner Eigenschaft als Prä­sident des Deutschen Landwirtschaftsrates eine Erklärung ab, in der es heißt: Wenn auch die deutsche Land­wirtschaft nicht minder hart als die übrigen Erwerbs - stände von dem uns ausgezwungenen Kriege betroffen sei, so sei sie sich doch ihrer großen vaterländischen' Pflicht bewußt, Heer und Volk auch während der gan­zen Dauer des Krieges ausreichend zu versorgen und das Volk vor jeder Ungebührlichen Verteuerung dey Le­bensmittel zu bewahren.

Der Vorsitzende des Zentralverbandes Deutscher Industrieller R ö t g* r, führt aus: Die Ueberzeugung, daß wir siegen müssen und werden, koste es, was es wolle, werde auch von der Industrie geteilt, und zwar auch in den zahlreichen Geschäftszweigen, denen der Krieg schwere Sorgen gebracht habe. Eine sllaue Ver­ständigung gibt es nicht. Die deutsche Industrie werde nur in einem siegreichen Deutschen Reiche fortbestehen.

Kommerzienrat Friedrichs, Vorsitzender des Bundes der Industriellen, sagte: Die Erportindustrie hat vielleicht am meisten gelitten. Auch sie sei bereit, den Frieden -zu erkämpfen.

Obermeister Plate- Hannover, Mitglied des Her­renhauses, fühlte namens des deutschen Handwerks-u. Eewerbekammertages aus: Auch das Handwerk wisse, ebenso wichtig wie die kriegerische Abwehr un­serer Feinde sei die Ausrechterhaltung des deutschen Wirt- schaftsiebens. In dem Eesühle der wirtschaftlichen Zu­sammengehörigkeit aller Erwerbsstände werde auch das deutsche Handwerk seinen Platz ausfüllen und allen Op­fern zum Trotz im Kampf um den Sieg der deutschen Wirtschaft aushaltkjn.

Reichsrat v. Miller- München schildert in be­geistert aufgenommener Rede die Kriegsftimmung in Bayern. Das bayerische Volk, bei dem der Stan - dcsunterschied nie besonders groß gewesen sei, zeige sich jetzt als eine einzige Familie.

Geh. Oberftnanzrat Müller, Direktor der Dres­dener Bank, hob die großen Verdienste des Reichsbank- präsidenlen Havenstein hervor, dessen Organisationskunst der Riesenerfolg der Kriegsanleihe zu verdanken sei. Als letzter Redner schilderte Gcnerallandschaftsdiyektor Dr. K a p p-Königsbcrg die schweren Leiden Ostpreußens, das aber allen schweren Prüfungen zum Trotz Unver­zagt und voller Zuversicht bleibe.

In seiner Schlußansprache wies Präsident Kaempf aus unseren einzigen treuen Bundesgenossen Oester-

£in Hiller Mensch.

Roman von Paul B l i ß.

Nachdruck verboten.

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reich-Ungarn hin, das mit uns den Uns aufgezwunge­nen Krieg durchzuführen gewillt sei, um die Eristenz der beiden großen Staaten. Die vorgcschlagene Resolu­tion fand begeisterte e i n st i m m i g e Aufnahme. Wir tragen hier ihren vollständigen Wortlaut nach:

Ein frevelhafter Krieg ist gegen uns entbrannt. Eine Welt von Feinden hat sich verbündet, um das Deuische Reich politisch und wirtschaftlich zu vernichten. Voll Zorn und voll Begeisterung erhob sich, um seinen Kai­ser geschart das deutsche Volk einmütig. Jeder uUserer Krieger in Heer und Flotte weiß, daß es sich um Sein oder Nichtsein des Vaterlandes handelt. Daher haben unsere Waffen ihre glänzenden Erfolge errungen, daher wird ihnen der Sieg'beschieden sein. Hierfür birgt auch die starke Gesundheit unserer Volkswirtschaft und der bei­spiellose Erfolg der mit säst i l / 2 Milliarden Mark ge­zeichneten Kriegsanleihen. Wohl hat uns der Krieg schwere wirtschaftliche Lasten auferlegt; freudig sind sie für das Vaterland übernommen worden. Zu jedem weiteren Opfer bereit, sind alle Teile des deutschen Wirt­schaftslebens, der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und des Handwerks einmütig entschlossen, bis zu dem Ergebnis durchzuhalten, das den ungeheuren Opfern dieses Krieges entspricht und dessen Wiederkehr aurschließt. Dann wird eine gesicherte Grundlage ge­geben sein für neue Blüte, neu« Macht und neue Wohl-» fahrt des Deutschen Reiches.

Nachdem dann noch das bereits mitgeteilte Huldig- ungstelegramm an den Deutschen Kaiser verlesen wurde, schloß der Präsident mit brausendem dreifachen Hoch auf den Kaiser die Versammlung, die nach dem Absin­gen des LiedesDeutschland, Deutschland über alles" auseinanderging.

Der Kufruf an die Deutsch Amerikaner.

(Ctr. Bln.) Der folgende Aufruf, der in allen Zei­tungen Amerikas erschienen ist, wendet sich an die Deut­schen Nordamerikas:

Deutsche heraus!

Auf, Deutsche, auf! Bis auf den letzten Mann, wacht auf, steht fest! Icch schickt uns der geriebene, skrupellose Brite auch i- \ neu gelben Freund auf den Hals. Der I a p r. u e r s'[ für den schuftigen Krä­mer die Kastanien ar aer holen. Nicht genug

damit, daß er den .singenden Russen, den

meuchelmörderischen Vertreter finstersten Mit­

telalters, rückständigsten tentums auf uns hetzt; der schlitzäugige Japaner, die gelbe Gefahr, der muh jetzt ran! Pfui über die Schurken!

Neid, Haß und Mißgunst und Furcht, ja, schlot­ternde Furcht, sind die Triebfedern, die den berechnen­den Briten nicht zögern lassen, dem leiblichen Vetter die heidnischen Horden Asiens enlFegenzupeitschen. Ein Faustschlag unverschämtester Anmaßung, unverfrorenster Selbstsucht, ins Gesicht der Zivilisation ! Heraus, Deut­sche, heraus! Das Vo'k steht auf, der Sturm blickst los. Wer, legt da die Hände feige in den Schoß! lieber zehn Millionen Deutsche leben in den Vereinigten Siaaien '.leb. n Millionen Stimmen müssen sich erheben, gen: e-ze'''er' in einem wilden, weit-

hallende - V _ v<r, Ecko von Meer zu Meer wider weck er Ne ganze Welt wie Donner­

rollen sich l'inwälzt:Die Hände weg, ihr Gesellen, die Hände wer!" Das ft nicht mehr der, Kannst des Deut­schen - , seine Feinde. Jetzt heißt es Zivilisation ge­gen Bar arei, weiße Raffe, gelbe Raffe, Indoqermanen gegen Mongolen ! Laßt die Feuer lohen aus den Ber­gesgipfeln ! Schart euch zusammen: Männer und Frau-

ner, der ihn aufsah. be- tüschem-

Vor ihm saß ein korpulenter t interessiert beobachtete, und als merkte er, daß der Dicke ibn mit cheln von der Seite betrachtet '

Das beunruhigte ihn. Er t Blöße geben. Und von »hh 4. und höher. Und so sehr er sich auch straff hielt, er merkte doch, daß seine Ruhe nach und nach zu schwin­den begann und die Leidenschaft ihm das Blut in den Kops trieb.

' hier -rie er

keine

höher

Aber auch jetzt gewann er fast unausgesetzt. Schon hausten sich die Gelder vor ihm ansehnlich höher und höher.

Da nickte ihm der Kamerad lächelnd zu:Na, Sie haben heule Ihren guten Tag, lieber Büttner, wie's schclntt"

Kurt erwiderte nichts, sondern zuckte nur leicht hin gleichmütig die Schultern.

Jetzt nahm der Dicke die Bank Und vom Augenblick an verlor Kurt.

Er preßte die Lippen zu.ammen. Ruhe, nur Ruhe!

Höher und höher pointierte er, eine ganze Hand voll Gold schob er hin, aber er verlor

Mit aller Gewalt zwang er sich zur Ruhe.

Noch einmal riskierte er einen großen Wurf. Wieder verlor er.

Bor d-n Augen begann cs ihm zu kreisen. Mit atemloser Angst sah er die erhoffte Rettung wieder cnt- schw'npen. Nein! Nein! nur das nicht!

Der Bankhalter mit dem überleaen sv'i 'elnden- ck>eln sah :hn an und da er nicht gleich zu neuen ZaN'en ucki entschloß sragle der Dicke mit ganz leiser Jrc>",e-Nr, schon man?"

-Kurt versuchte zu scherzen. Er wollte ganz ruhig, aan, t.,e:chg.".;.ia erscheinen. Aber cs gelang ibm nur ^ 'ine ^timme zitterte und war rauh, säst hart, 'Sni'-ic der Herren leicht erstaunt ansblickten.

im Gesicht des Bankhalters leicht lieb er ganz ruhig, Jast apathisch i, die gewünscht wurden, siricki gleich« ein, als berühre ihn das alles nicht Als er zu Kurl kam. der noch leise

en, ein Schrei, ein einziger brausender Ruf:Die £ weg, ihr Gelben!" undSchande den Bril Protesltelegramme allein, einzeln oder in Massen nichts mehr! Sie mögen ja etwas gehoff ** aber jetzt heißt es, mit ungeheurer und m.

Energie und mit allen Mitteln zu arbeiten! Ein lein patriotisch gesinnter Männer hier und da, s- noch so energisch, noch so willens, alles in ihren S. Stehende zu tun, sind machtlos. Von oben her, v. Zentralstelle muß die Inspiration kommen, der der alles, was deutsch heißt und deutsch fühlt, mi reißt! Eine Woge der Begeisterung muh durch Land ziehen, die wie ein Bergstrom unwiderstehlic. hinbraust. Deutsche heraus!

Kein Mittel darf unversucht bl, den! Massenversammlungen, Proteste, Reden blätter zu Tausenden, Zeitungsartikel, Beeinfls amerikanischen Presse und damit der öffentlich ung: die gelbe Gefahr droht! Nicht nur sürD- da; ist nur lokal, jetzt droht sic für Amerika! Be. werden -in der japanischen Presse Stimmen laut, die die Oeffentlichkeit auf die Nichtzurückerslattung von Kiautschou an China vorbcreiten. An der pazifischen Küste, wo der Gelbe sich ja schon seit Jahren in Mas­sen breit inacht, greift der Haß gegen denselben stetig um sich. Mit den Verhältnissen vertraute Amerikaner sind der Ansicht, daß der unausbleibliche Konflikt vi«' näher sei, als man ahne. Der Kommandeur der Ra­tional Guard in Portland wünscht dringend, sein Re­giment auf Kriegsfuß zu bringen und macht den Deut­schen besondere Anerbieten. Was würde es 'vede wenn 500 000 Deutsche über,? ganze Land plötzlich National Guard beiträten?

Hier muß der Hebel eingesetzt werden! Wenn d Deutschen Amerikas vereint, von einem Willen beseelt, als treue Söhne ihres Atoptivvaterlandes handeln, dann können sie auch dem alten Vaterland einen nüge- heuren Dienst leisten, einen Dienst, gegen den selbst Millionen und Millionen von Geld, die wir hinüber senden, von verschwindend kleinem Werte sind.

Deutsche heraus!

WTB. B 0 n d 0 n, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Die

Central News" melden aus Ncw3)oik vom 24. Sep­tember: Hermann Riddey schreibt in derNew Yorker Staatszeitung":

Die Vernichtung der drei englischen Kreuzer zeigt, daß Deutschland beginnt, seinen unversöhnlichsten Feind zu erkennen. Die Operationen der deutschen Uni«, boote werden dem britischen Volke die Augen öffnen, daß der Krieg nur ein kommerzielles Geschäft ist, um Deutschland zu Grunde zu richten, damit die englischen Börsen sich füllen. Es gibt fernerhin trat einen einzigen Feind, das ist das unversöhnliche und eMschiossene, kauf­männisch rechnende England. Gegen ihn wird der deut­sche Angriff gerichtet sein. Die Bresche ist- geschlagen. Der Untergang der englischen Kreuzer ist- Mir der An­fang, der Anfang vom Ende. Als England daran ging, den deutschen Handel und die deutsche Kultur in Euro­pa und in der Welt zu zerstören, hat es sich selbst den Todesstoß gegeben. '

D fri'^r i" ~ trm.

Wie man sich an alles und jedes gewöhnt. Ein

friedliebendes Volk gewöhnt sich an den Krieg. Daheim geht alles seinen gewohnten Gang, wie im tiefsten Frie­den. Drachmen im Felde donnern die Kanonen, tau­sende vergießen ihrAlut. Wir haben uns daran ge-

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Fortsetzung folgt.

zooerie, traale er ohne ihn anzubNckcn. indem eine neue Iiaarre onbrannle:Na, wieviel''" Kurt bekam einen roten Kops. So lanae I' aezöaerl und mit sich gekämpft Jetzt ging die kchaft mit >ßm durch o^Drei a hundert!" riek bebender Stimme

Alles fior'oc ank Jetzt wurde es svann- -d Nur der Dicke GEH rubia »nd pk>l""NNiff' vordem. Nonckm'agt strich er das Geld -t.

Das Spiel begann

Kurt aewonn einmal, zweimal t>--»imil Er a'mele ans. Dos Glück wollt, ibm »mbf Schnell verdovvelte. verdreii"-^'e mr-fh-,'- ' d'e Einsätze um die Situation aus z,so."-tz-" an n'chts. an nichts anderes mebr. alle "oou -> a-f diesen einzigen Punk, gerichtet. letzt a" nichts.

Interessiert umstand man den Tisch nnr- dcn Ansgang ab. ,

lind Kart eewann wieder »nd "-00.

Seine Augen alänzten sieb« in E-r-anna. Weiter, nur schn - Noch einmal riskierte er d einma alles ans die eine Karte Eine a'emlnse Stille rinos Nur d-r Rankßal'er lächelte gültia mark er die Karlenblätlcr!.

Karo nei-n!

Eln olla^nieinesAh!"

A"ch ieNl noch hnt*e Kurt aer Mi' beb-aven Jjngcrn strich das c^'-ld zulammen.

Er vttie Bon oiticm Alvd-

Er batte genug. ut u -r auf Nimmerwiedersehen! a'l«e er ausslehen.

occ-er> --bah der DMe m'* dlat-a:

r ^u d e -tun zu und sagte:So. fc '

Sie "ch machte Revanche haben "

Kurt mur>-^ uteich -

Natürlich ni"l>te er >etzt d^sr..-,r,

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