Ausgabe 
3.10.1914
 
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iDöfynt, daß das so sein muß, ein hartes, bitteres Muh, aber auch eine heilige Notwendigkeit. Wir haben uns an den Gedanken gewöhnt, daß wir große Opfer brin­gen müssen, utzr noch Größeres zu erreichen. Wir spü­ren den Er,nst der Stunde, wie Großes auf dem Spiele steht. Wir vernehmen die Schicksalssrage: seid ihr be­reit ?

W-ir sangen an, uüs an den Gedanken zu gewöh­nen, daß wir siegen müssen, um unendliches Un­heil abzuwehren nicht nur für unser Volk, sondern auch für andere Völker. Die Siegesnachrichten haben die un­geheure Spannurig bereits etwas gelöst, die über uüs lag, aber wir dürfen nicht sicher werden. Denn wir stehen erst am Anfang. Großes ist bereits getan, aber Größeres ist noch zu tun. Darum stille und mit ge­sammelter Kraft vorwärts. Gerade die Siege müssen uns ;u' immer größeren Taten der Hingabe und des Opfermutes antreiben. Denn es muß ganze Arbeit ge­tan werden.

Darum Vorsicht, mein Volk, daß keine Rück- und keine Rückenschläge aus dem Hinterhalt kommen. Und dann, wann ist der Sieg errungen? Erst dann, wenn w i r den Frieden diktieren können und wenn der Friede ein deutscher Friede ist.

Schon einmal sind wir um die Früchte unseres Sie­ges betrogen worden, Rach den Besreiungskriegen hat­te das linke Rheinufer an Deutschland fallen sollen, aber die Diplomaten vereitelten es. Damals hätte Blü­cher am liebsten wieder losgeschlagen, um die Federfuch­ser, die Diplomaten zu schänden zu machen.

Krieg und Sieg ist nicht Selbstzweck, sondern Mit­tel zum Zweck eines besseren Friedens. Das Ungeheure eines solchen Weltkrieges wird dem Frieden dienen. Das friedlichste, arbeitsamste Volk der Erde ist dazu berufen, durch den ungeheuerlichsten Krieg der Welt den wah­ren Frieden zu bringen.

O, mein! deutsches Volk, daß du die ungeheure Verpflichtung der Stunde erkenntest. Die heilige Flut steigt und schwemmt alles kleinliche weg. Vis zum Uc- bcrfließen ist unser Herz voll von dem Gedanken, der uns alle eint: Mein deutsches Vaterland, deine Ehre, deine Freiheit und Unabhängigkeit, deine Zukunft und Größe im Herzen Europas, im Herzen der Kultur und das Herz der Kultur. Soll es nicht mehr schlagen ge­sund und stark, soll es zerrissen werden ! Nimmermehst Laßt uns stark und hart sein.

Würdig und der großen Zeit entsprechend ist die Haltung unserer Zeitungen. Jede ist zu einer ernsten Predigerin und Mahnerin geworden bis herab zu den kleinsten Provinzblättern. Durch alle geht das größere Zeugnis. Wofür müssen wir Zeugnis ablegen?

Die Augen der Welt sehen jetzt auf Deutschland und pßä- tuft ihm verbündete Oesterreich. Hier im Her­zen Europas äst heute der, Kristallationspunkt für die kommende erhöhte Neuorientierung und Neuordnung, für den Fortschritt in der kommenden Menschheitsorga- nisation, für ein geschlossenes großes Wirtschaftsgebiet, innerhalb dessen ein jeder unter seinem Weinhock und Feigenbaum im Frieden leben kann, für einen Staalen- bund, zusammengehalten durch gemeinsam« Kultur, und zwar durch christliche Kultur. Ein Reich in der Mitte, das imstande ist, der Welt den Frieden zu diktieren und zu erhalten, weil es die Grundbedingung eines wahren Friedens erkennt: Gerechtigkeit. Ein Schutzwall gegen alles ungeordnete Willkürwesen, ein heiliger Bezirk, von dem aus Ströme lebendigen Wassers ausgehen auf alle Völker der Erde.

Noch ist dies Ziel nicht erschienen, nicht erreicht. Un­geheure Opser sind rroch zu bringen. Darum nicht auf­halten, vorwärts heißt die Losung. Alles Große, Wert­volle. jeder Fortschritt in der Welt ist nur durch Opfer und Hingabe möglich gewesen. So auch jetzt. Wir wol­len dem ungeheuren Schicksal, das über uns gekommen ist, gewachsen sein. Das kostet Opfer und verlangt die Zusammenfassung unserer besten Kräfte. Darum muß die Klage schweigen über die Opser, die wir bringen müssen. Denken wir auch daran, was uns bevorftünde, wenn unsere Feinde Herr über uns würden und unser Schicksal zu bestimmen hätten. Darum soll uns jedes Opfer gering erscheinen gegenüber dem Opfer an Frei­heit. Ebre. Unabhängigkeit unserer nationalen Zukunft. Nichtswürdig die Nation, die nicht alles freudig setzt an ihre Ehr-e.So alles dran und alles drein, und setzt das Kurze für das Lang«, Gott aber soll der Würfler sein, bei dieser Schanzung seid nicht bange."

H'i 51 6t M 6 tod.

* Die Großherzogin hat zum 1. Oktober 1914 den KrankendNegerinnen des Alice-Frauenvercins für Krankenpflege im Grohherzogtum Hessen, Schwestern Magdalena B ö h m a n n und Marie B r e u n i n g , beide zu G.i e ß e n, das DienstauszeichnungskreuZ für Krankenpflege in Silber verliehen.

* Die Groß Herzog in hat dem Lehramts - assessor Otto Deibel aus Gießen zum Oberlehrer an der Realschule zu Oppenheim ernannt.

Reue Ritter dcg Eiserne» KrcnzcS. n Gießen. Von Gießener Oftiziercn wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: die Hauplleute

Claus und v. P e n tz. Weiter erhielten das Eiserne Kreuz: Oberl. der Res. und Regimentsadjutant Do - mänenpächter F'st ' : f und Leutn. F. Weber,

Sohn des Fers!, ! Weber in Konradsdorf b.

Ortcuberg und ' F " > i » L e i n i n g e n, Standes - Herr im Ervßher;. m Hessen.

n Gießen. Das Eiserne Kreuz erhielt als erster Student der Gießener Universität der Vizefeldwebel der Reserve Wieners von der Maschinengewehrabteilung des Reserve-Regiments Nr. 116. Das auf dem Trieb geplante Gefangenenlager für die Fran­zosen ist jetzt provisorisch zur Ausnahme der ersten 1600 Mann als Zeltlager eingerichtet.

* Aus ober hessischen Or, tschasten er­hielten das Eiserne Kreuz: Oberförster O. Rompf von Lamg - Eöns, Leutnant der Res. im 2. Bay­rischen Inf.-Regt., Sergeant Hensel von R ö d g e n im Jnf.-Rgt. 174, der Feldwebel Raab aus Ober-Roß­bach im Earde-Jnf.-Rgt. 115, Dr. Ludw. Gonderautz Friedberg, Leutnant der Res. beim 11. Iägey-Ba- taillon in Marburg.

! Mainz. M a j o r W a l l a u hier ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.

! Worms. Oberst Münte r, dem bekannt­lich schon das Eiserne Kreuz verliehen wurde, erhielt am 22. September auch die hessische Tapferkeitsmedaille.

* Der stellvertretende Generalstab der Armee hat folgendes bestimmt:' Das Photographieren auf dem Kriegsschauplatz und izr ven von den deutschen Truppen besetzten Gebieten ist nur mit Genehmigung des Chefs des Eeneralstabes des Feldheeres und auf Grund der besonderen von ihm erlassenen Bestimmungen ge­stattet. Gesuche um Zulassung sind an den stellvertre­tenden Generalstab 3 b. zu richten. Es dürfen nur sol­che Ausnahmen vervielfältigt, verbreitet oder veröffent­licht werden, die dem stellvertr. Eeneralslab zur Prüf­ung Vorgelegen haben und von ihm sreigegeben sind. Jeder Veröffentlichung ist ein mit der Presseabteilung oes stellvertr. Generalstabs vereinbartes Kennzeichen bei- zufügen. Die gleichen Bestimmungen gelten für Kine - matograpbische Aufnahmen. Die Tätigkeit von Pho­tographen und Berichter st altern ohne Ausweis des Generalstabes ist zu verhindern.

* Ersatz von Kriegsschäden. Der Deut­sche Handelstag beabsichtigt, die sür Deutsche entstande­nen Kriegsschäden, deren Ersatz nach dem Kriege bean­sprucht werden kann, festzustellen, das gesammelte Ma­terial zu prüfen und an die Reichsregierung zur Ver­wertung weiterzuleiten. Um nun für ihren Bezirk die nötigen Unterlagen zu beschaffen, richtet die Handels - kammer Gießen für die Kreise Gießen,. Alsfeld und Lau- teybach an die bezirkseingesessenen Firmen das Ersuchen, ihr unverzüglich mitzuteilen und durch Beweise zu be­legen: 1) die bereits eingetretenen und noch eintretenden Kriegsschäden unter genauer Angabe, worin die Schä­den bestehen, welchen Betrag sie ausmachen und wie und durch wen sie entstanden sind; 2) die Forderun­gen an Angehörige feindlicher Staaten, von denen be­fürchtet wird, daß sie infolge des Krieges ganz _ oder «eilweise nicht werden erfüllt werden; 3) die in feind - lichen Ländern befindlichen Eigentumsstücke, von denen befürchtet wird, daß sie infolge des Krieges beschädigt werden, vernichtet werden oder verloren gehen können.

Die Angaben sind nach den feindlichen Ländern, auf welche sie sich beziehen, zU sondern. Für die _ Be­weise würde die Beglaubigung durch Personen, die in amtlicher Stellung zu Beglaubigungen befugt sind, von besonderem Werte sein; auch empfiehlt sich die Nennung von Zeugen.

n Gießen. Ab 1. Oktober verkehren auf der Strecke FrankfurtHannover folgende neue D-Züge: Nr. 77 ab Frankfurt 4.40 nachm., Gießen an 5.56, ab nach Hannover 6.00 nachm.; Nr. 78 Gießen an 12.23, ab nach Frankfurt 12.28 mittags.

n G i e h e n. In der Stadtverordnetensitzung am Dienstag wurde einstimmig beschlossen, daß das Stadt- theater am 1. November seine Pforten wieder öss- n e t, daß die Stadt für das Unternehmen freies Licht und Heizung liefert uNd einen etwaigen Fehlbetrag bis zu 10 000 Mark zu' decken übernimmt.

::Schreibt mit deutschen Stahlse- d e r n ! Leider gehen in unserem lieben deutschen Va­terland jährlich Millionen Mark an England verloren, die gut der deutschen Industrie und damit den deut - scheu Arbeitern zugute kommen könnten, wenn jeder einzelne Deutsche mit deutscher Feder schreiben wür­de. Nicht nur von Kaufleuten, nein auch von städtischen und staatlichen Behörden. Anstalten und Schulen wer­den englische Federn gebraucht, und es ist kaum glaub­lich, wenn bei Verdingungen dieser Anstalten immer wieder englische Federn ausgeschrieben werden. U n - sere Behörden sollten hiermit aUfräu- m e n u n d d i r e k t v e r b i e t e n. daß an ihren An­stalten englische Federn benutzt werden, denn sür jede englische Sorte ist ein vollwertiger, deutscher Ersatz da und im Preise sind die deutschen Schreibfedern durch­weg billiger. Tn der deutschen Stahlschreibfelder- »nd damit vcbmndenen Industrie werden Tauf«"dc ot- Arbeitern belcküstiot, und jeder einzelne Deutsche kann hier ohne Mübe Mitarbeiten, mehr wie bisher duse Industrie und die Arbeiter vor der englilcbcn Km'"r r?nr schaben Schon auS nat'vnalem Selbstbewu''t- s-!n sn'tte der Deutsche jede englische >?e^er nun der ineNen Darum nochmals: Deutscher, schr-ib' mit oreder! lVlir baden das Vertrauen in daa d» ; d^r, nilT( §ndtt(g alle englischen

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Verantwortlich: Albin Klein buchen

fmdinche Uachrich rn.

Evangrlischt Gemeinde in Girtzni.

Sonntag, den 4. Oktober, 17. n. Trinitatis.

> ' Erntedankfest.

Kollekte für die Erbauung einer deutschen evangelischen Kirch« in Rom.

Gottesdienst.

In der Stadlkirche.

Vorm. 9% Uhr: Professor D. Schian.

Vorm. 11 Uhr: Militärgottesdienst, verbunden mit der Feier des hl. Abendmahls für die demnächst ins Feld ausrückenden Mannschaften, sowie deren An­gehörige. Pfarrer Schwabe.

Nachm. 2% Uhr: Kinderkirche für die Matthäus - Ge­meinde. Pfarrer D. Schlosser.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Mittwoch, den 7. Oktober, abends 8 Uhr:

Kriegsbetstunde. Pfarrer D. Schlosser.

In der Johanneskirche.

Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechlolsheimer.

Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Jo­hannesgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfaprer jeder Gemeinde erbeten.

Vorm. 11% Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.

Pfarrer Bechtolsheimer.

Abends 5 Uhr: Pfarrer AuSfeld.

Beichte und heiliges Abendmahl für diejenigen aus der Lukas- u. Jöhannesgemeinde, welche in den nächsten Tagen ins Feld ziehen, sowie für ihre Angehörigen. Anmeldungen! vorher bei dem Pfar­rer jeder Gemeinde erbeten.

Die Anmeldungen zum Konsirmandenunterricht sür die vier Gemeinden werden Montag, den 5. Und Diens­tag, den 6. Oktober, jedesmal vormittags von 11 bis 1 Uhr und nachmittags von 4 bis 6 Uhr, in dem Pfarr­haus jeder Gemeinde entgegengenommen. Formulare zur Anmeldung sind bei den Schuldienern, sowie bei dem Pfarrer jeder Gemeinde zu erhalten. Die Eltem der Kinder werden eveten, diese Formulare auszufül­len und bei de 'Meldung mitbringen zu wollen. Die Ellern werden - "en, die Kinder nach Möglichkeit bei der Anme cgleiten und, sofern die Kinder

auswärts \ den Taufschein mitzubringen.

Die seic, rössnung des Konfirmandenunter­richts findet So.uttag, den 11. Oktober statt und zwar in der Stadtkirche vormittags 9% Uhr für die MarkuS- und Militärgemeinde, nachmittags 5 Uhr für dieMat- thäutzgemeinde; in der Johanneskirche vormittags 9% Uhr für die Jo hannesgemeinde, nachmittags 5 Uhr für die Lukasgemeinde. Dazu werden nebst den Kindern besonders auch d e Eltern, Angehörige und Paten herz­lich eingeladen.

Der Unterricht selbst beginnt Montag, den 12. Ok­tober, Nnd wird an jedem Montag und Donnerstag für die Knaben von 3 bis 4 Uhr, für die Mädchen von 4% bis 5% Uhr gehalten.

Sam-tag zwischen 7 und 8 Uhr werden * "ntt >mrin bei Orgelspiel Gelegen-

acht gegeben sein.

u i .il f r (f) m i in öf'^rn,

Samstag, den 3. Oktober.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gele­genheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 4. Oktober. 18. Sonntag n. Pfingsten.

R o s e n ' ' zfcst.

Vorm. 6% Uhr: Gelege hl. Beicht.

Vorm. 7 Uhr: Die erst:

Vorm. 8 Uhr: Allst Kommunion.

Vorm. 9 Uhr: Hcu.redigt.

Vorm. 11 Uhr: Heilige Nieste mit Predigt.

Nachm, um 4% Uhr,: Jungsrauen-Kongregation.

Nachm, um 6 Uhr: Predigt; darauf Rosenkranz-Andacht mit Segen.

Montag, Dienstag, Mittwoch. Donnerstag, Freitag und Samstag, abends um 6% Uhr ist Rosenkranzan­dacht mit Segen.

Diaspora:

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