Ausgabe 
23.9.1914
 
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früh, 20 Seemeilen nordwestlich Hock van Holland, slatlsand.

Aboukir" wuyde zuerst durch ein Torpedo getrof­fen. Der holländische DampferFlora" brachte 287 Ileberlebcnde nach Pinuiden. Die versenkten Panzer - kreuzer sind 1900 gebaut und haben je 12 200 Tonnen Wasserverdrängung, eine Bestückung von zwei 23,4 Zentimeter-, zwöls 15 Zentimeter- und zwölf 7,6 Zen­timeter-Geschützen. Die Kreuzer weisen Maschinen von je 21 000 Pferdestärken und 755 Mann Besatzung auf.

WTB. Mailand, 19. Sept. (Nichtamtlich.) Der Corriere della Sera" meldet aus Paris: Mehrere eng­lische und sranzöstsche Kriegsschiffe liegen vor Durazzo, andere vor Cattaro in Blockadestellung.

Glänzender Erfolg der Kriegsanleihen.

WTB. Berlin, 20. Sept. Der Erfolg der Kriegs-Anleihen ist ein über alle Erwarten glänzen­den. Es sind, abgesehen von einigen noch ausstehen- den Teilergebnissen, gezeichnet worden: 1,26 Milliar­den Schatzanweisungen und 2,94 Milliarden Reichsan­leihe, zusammen 4,20 Milliarden Mark.

Acndcrnng der EinzahIungStcrmine.

WTB. Berlin, 20. Sept. (Amtlich.) Zufolge des alle Erwartungen übersteigenden Zeichnnngsergebniffes hat sich die Reichsfinanzverwaltung mit einer A e n - derung der Einzahlungstermine für die Kriegsanleihen dahin einverstanden erklärt, dah späte­stens am 5. Oktober 40 Prozent (wie nach der ANS - schreibung), spätestens am 26. Oktober 20 Prozent (statt 30 Prozent) und spätestens am 22. Dezember die rest­lichen 20 Prozent der zugeteilten Beträge bezahlt wer­den müssen. Die Berechtigung der Zeichner, vom ZU- leilungslage ab jederzeit voll zu bezahlen, wird dadurch nicht berührt. Ebenso verbleibt es bei der Bestimmung, dah Beträge bis zu 1000 Mark einschließlich ungeteilt zu berichtigen sind.

Einzclcrgcbnisse.

Darmstadt

23

Millionen Mark

Gießen

6.8 ..

Mainz

19

Offenbach

6

Worms

6

Frankfurt a. M.

138

Millionen Mack

Hanau

6

Kassel

41

Wiesbaden

60

Mannheim

45J4

Heidelberg

12

Karlsruhe

40

München

108

Millionen Mack

Bremen

65

n

Düsseldorf

116

Hamburg

216

Hannover

71

Köln

120

Leipzig

100

Stettin

61

Die Zeichnungen der evangelischen Kirche des Grohherzogtums Hessen, Landeskirche und Ein- zelgemcinden zufammenqenommen, auf die Reichskriegs­anleihe stehen zwar in ihrer Höhe noch nicht völlig fest, doch kann schon setzt gesagt weiden, dah sie mehr als V/ 2 Millionen betragen.

Ein stiller Menscd.

Roman von Paul Blitz.

Nachdruck verboten.

Er nickte.Eigentlich wäre das ja nicü's so Be­sonderes. Zwar pflegen wir nie mit Wechseln ubzu- rcchncn, sondern immer mit Schecks oder in bar. Aber warum soll der innae .Herr nicht auch mal neu Wech­sel geben?" Vielleicht bat es der irmstand gerade be­ding». Das Verwunderliche daran ist nur, daß dieser Wechsel bei uns nirgends gebucht ist. Und das Erstaun­lichste ist. daß er von einem in Berlin sebr bekannten Keldverleiher. um nicht zu sage«: Wucherer, präsentiert wird."

Tante Marie war derart zusaminengezuckt. daß sie sich scben niußte.

Wie hoch ist die Summe?" fragte sie bebend.

Achttausend."

Und Sie können nicht zahlen?"

-Das schon. Aber da der junge Herr doch nicht hier ist. möchte ich lieber erst den Herrn Chef sprechen."

Das geht nicht. Proksch! Unbedingt unmöglich! Mein Bruder dars dadurch nicht erschreckt werden! Er ist zu schwach, viel zu schwach!" Ansgeregt. atemlos ging^ie hin und her.Was tun? Was tu»? O. Gott der Junge!" Endlich faßte sie sich einigermaßen.Ha­ben Sie so viel Geld in der Kasse?"

Aber gewiß, Fräulein!"

Dann, bitte, zahlen Sie gleich, lieber Vroksch." bat sie inständigst,und buchen Sie es nickt."

Ja. aber---"

Nein, nein! Rucken Sie es nicht! Mein Bruder soll und darf davon nichts ersahren! Ich will es nickt! Es handelt sich hier um eine Privatsache, die nur mich und den jungen Herrn anaeht! Verstehen Sie mich wobl!? Eine ganz direkte Privatsache! Und als Dcckun» dafür haben Sie hier meine Papiere." Bebend ~ holte sie ans der Kommode eine Kassette, der sie die Effekten entnahm. ...Hier, bitte, es sind meine Rüben-Aktien. Die verkaufen Sie noch heute! So, nun wissen Sie Be- scheid!"

WTB. Wie»», 21. Sept. (Tel.) Nichlamtlich. Die Monlagsrevue" schreibt in einer Besprechung des glän­zenden Erfolges der R e i ch s a n l e i h e : Der Erfolg war vorauszusehen. Das Deutsche Reich führt mit einem bewunderungswürdigen Heer und einer tadellosen, aus unerschütterlichen Gnindlagen nkhenden, blühenden Wirt­schaft gleich kraftvoll Hrieg. Den glänzenden Sieben aus den Schlachtfeldern'ist nun ein ebenso überwältigender Triumph seiner Kapitalkraft zuteil geworden, noch da- zu> in demselben Augenblick, in dem die Regierung des reichen Frankreichs mit drei nacheinander versüchlen Anleihen ebensoviel Niederlagen da­heim und wie im Ausland erlitten hat. Die sittliche Kraft des Deutschen Reiches wird von seinem Feind ig- ncriert und doch ist sie es, die aus allen Siegen her­vorlodert. Jetzt kann man in Paris und London eine Ahnung von dem Reichtum Deutschlands bekommen.

Allerlei Kriegsnachrichten.

WTB. Brüssel, 20. Sept. Gestern ist der Rest der ausgehängten belgischen Fahnen aus Brüs­sel verschwunden. Der Befehl des Gouvernements hier? zu ist durch Maueranschlag von dem Bürgermeister Mai erläutert worden. Im übrigen hat bisher die städtische Polizei mit unseren Truppen gemeinsam gut gearbeitet. Infolgedessen ist bisher rmr ein einziger Angrift von Zivilisten auf einen Posten vorgekommen. Der Täter wurde seldgerichtlich zum Tode verurteilt. Der Bürger­schaft wurde dies durch Maueranschlag bekannt ge­geben. Die Meldungen, datz Bürgermeister Mar öffentlich provokatorisch ausgetreten sei und bemüht fal­sche Kriegsnachrichten verbreitet habe, sind bisher nicht bestätigt worden. Sollten ''dem , Bürgermeister Jntrigutzn gegen die deutsche Militärgewalt nachgewiesen werden, so würde er sofort enfternt werden.

WTB. (Amtlich.) Die im Ausland verbreitete Meldung, datz Brüssel von den deutschen Truppen geräumt sei, ist falsch. Ebensowenig trifft die Be­hauptung zU, datz der deutsche Befehlshaber die Räutn- ung der Stadt als nahe bevorstehend angekündigt habe. »

Tie Franzose» in Italien vor der Abreise.

LautBerl. Lokalanz." gibt die französische Botschaft in Rom bekannt, datz alle in Rom le­benden Franzosen bis zum Alter von 48 Jahren, selbst militärfreie oder zutückgestellte, sich zur Abreise be­reit zu halten haben.

Rumänien bleibt neutral.

Aus B u r a r e ft wird derBoff. Ztg." telegra­phisch gemeldet, datz die Verhandlungen des neutzn deutschen Vertreters mit dem Ministerpräsidenten einen vollen Etfölg gehabt haben. Freiherr v. d. Busche wurde vorgestern vom Ministerpräsidenten und von König Carol empfangen. Das Ministerium hat unter dem Vorsitz des Königs erneut getagt und den Beschluß gefaßt, die Linie der vollen Unpartei- l, ch k e i t, die Ruinänien bisher bewahrt habe, nach wie vor unbedingt festzuhalten. (Ctr. Bln.)

Ein Ultimatum an die Türkei? "{3^713?? Sc!

T. Genf, 20. Sept. (Ctr. Bln.) Nach Pariser Meldungen erwägt die Tripelentente ein Ul­timatum an die Türkei zu richten wegen der Ersetzung des britischen Admirals Limputz durch den deutschen Admiral S o u ch o n im Kommando der türkischen Flotte.

Aber ich bitte. Träickein

Still! Kein Wort weiter, lieber Proksch! Ich wollte die Dinger sowieso dieser Tage losschlggcn. denn sie stehen ja enorm hoch. Also nun bcruhiaen Sie sich, lieber Prokich, und tu» Sie, wie ick, Ihnen gesagt habe. Und ich nehme Ihnen Ihr Wort ab, daß mein Bruder nichts, gar nichts davon ersähet. Aich, wahr, das versprechen Sie mir hiermit?"

Sie reichte ihm die Hand. Er schlug ein und emp­fahl sich dann

Atemlos sank sie in einen Polstersessel.

Das also war es! Er batte Schulden! O Gott, o Gott! Wohin sollte das noch führen! Vielleicht hatte

er gar gespielt! Vielleicht gar---! Sie wagte

nicht, noch weiter zu denken. O, dieser Junge, dieser Junge: Wer hätte ihm das zugetraut!?

Mit tränenumflorten Augen sah sie sinnend vor sich hin. Und plöylich erwachte ihr Mitgesühl. ihr so sor­gend mütterliches Empfinden für ihren Liebling.

Der arme Junge! Was er wohl gelitten hatte an heimlicher Angst! Niemand wagte er sich anzuvertrauen und mußte gar zu einem Wucherer gehen! Der arme, liebe Kerl! Und hatte sich nicht das geringste merken taffen, um uns hier nicht zu beunruhigen, so ein zartfühlender, lieber Bursche war er! Mit wahrhak« rührender Liebe gedachte sie seiner---

Und eine halbe Stunde später kam er selbst.

Er hatte bis gegen 2 Uhr gejcut, zuerst mit Glück, dann wieder alles verloren. Darüber hatte er den letz- ten Zug verpaßt. Wütend war er in sein Hotel ge­rannt, wollte nur ein paar Stunden ruhen und dann mit dem ersten Zuge heimfahren. Und nun war er so fest eingeschlafen, daß er erst gegen 9 Uhr erwachte. Wütend war er dann abgefahren.

Doch seine Wut wurde noch größer, als er auf dem Bahnhof den Wucherer traf. Jetzt erst siel ihm ein, daß der eine Wechsel ja gestern schon fällig gewesen war. Und er hatte das vergessen! Wie konnte ihm auch das noch passieren!

Aergerlich fuhr er den Geldmann an:Wo komme» Sie denn her? Doch wohl nicht von mir?"

Trotzender Aufstand in Marokko.

WTB. Amsterdam, 19. Sept. (Nichtanttlich.) Wie nach demRotterdamschen Courant" ans Gibraltar verlaute., beginnen die Mar o kkaner. sich entlang der gairzen Küste zu rühren. Nach demselben Bericht verließen Tausende Tanger und deftcn Umgebung und setzten nach Algeciras über aus Furcht vor erstem marokkanischen A u f st a n d.

Reue Ritter des Eisernen Kreuzes.

' Der Kaiser hat dem Grotzherzog von

Hessen aus Anlaß dessen Teilnahme an den Opera­tionen und der rühmlichen Waftentaten unserer braven

Hessen das Eiserne Kreuz 2. und 1. Klasse verliehen.

D«m,H erzog zuBraunschweig wurde das

Eiserne Kreuz verliehen.

WTB. A l t e n b u r g, 20. Spt. (Nichtamtlich.) Herzog Ernst von S a ch s e n-A l t e nb üy g, der als Regimentskommandeur bei einem Jnfanterie-Regi- .'ment im Felde steht, hat, wie di«Altenb. Ztg." mel­det, das Eiserne Kreitz erhalten. Außerdem wur­den bisher noch 33 Eiserne Kreuze an Angehörige des­selben Jnfanlerie-Regiments verliehen.

Essen, 22. Septbr. (Telegr.) Die Beamten der Firma Krupp, die die 42 Zentimeter-Haubitzen kon - struiert und auch zuerst angcrvandt haben, sind mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden: das Mit­glied des Kruppschen Direstoriitms Prof. RaufeNberger, der Hauptmann der Landwehr bei der Fuhartillerie ist, sowie Hauptmann Wesener und Oberingenieur.KM.

-kn- Gießen, 22. Tept. Der Kinderarzt rtnd Lri- ° ter der hiesigen Kinderklinik, Professor Dr. K o e p p e, in ganz Hessen durch sein energisches Eintreten für di« Säuglingsfürsorge bestens bekannt, ist zur Zeit Regi­mentsarzt beim aklisten Infanterie-Regiment Nr. 87. Nach! einer uns gewordenen Mitteilung hat Professor Kocppe auf dem Schlachtfelde das Eiserne Kreuz erhalten.

-kn- Gießen, 22. Sept. Auch Dr. med. D ü ch- n e r, der etwas später als Chefarzt nach dem Schlacht­feld berufen wurde, hat ebenfalls das Eifern« Kreuz er­halten.

Vizcfcldwebel D u 1 i n e e von der 8. Kompagnie des Jnf.-Regts. Nr. 116, der sich bei Anloy das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erworben, hat am 10. September bei den Gefechten an der Marne mit einer Gruppe eine feindliche Batterie genominen. Für diese Tat wutde der Vizeseldwcbel zur Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz c r st e r Klasse vorgeschlagen.

Von Angehörigen des Leibgayde-Jnf.Mgls. Nr. 118 sind bereits 9 besonders Tapfere mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Soweit bekannt, sind ihr« Namen folgende: Major v. N e i d h a r d t, Hauptmann P a b ft v. O h a i n, jgauptmann v.. H anneken, Leütirant d. R. M orell (Erich), Feldwebel Döchert (8. K.), Unteroffizier der Ref. Billep (5. Komp.).- Nach auswärtigen Blättern erhielt weiter der Unteroffizier Frick vom Jnf.-Regt. Nr. 115 das Eifern« Kreuz und wurde zum Sergeanten befördert.

WTB. Danzig. 20. Sept. (Nichtamtlich.) Auf einstimmigen Antrag der sämtlichen Abteilungen- der Technischen Hochschule in Danzig wurde Generaloberst v. H i n d e n b u r q, der Befreier Ostpreußens^ zum D r. Ing. ehrenhalber ernannt. .

Der deutsche Kronprinz hatte bekannttich bef' der Einnahme der Festung Longwy dem K o m m a n da n- t e n für die tapfere Verteidigung des Platzes den D «-

Der Manichäer lächelte.Doch wohl nkchf ist gut, Herr Leutnant! Sehr gut sogar! Famofcr 2)7(3' Natürlich komme ich von der Firma, lvgar ganz dc rcktcmcnt!"

Mensch, das haben Sie gewagt?"

Gewagt, ist noch bester! Herr Lenttrgiti sind bei Laune! Gewiß Hab' ichgewagt!" Gestern war 'aas Papierchcn fällig. Ter Herr Leutnam sind nicht zu mir gekommen. Also, was bliev inir übrig? .Din ich z»m Herrn Leutnant gekommen! Nennen Sie tnrs 'cn Wagnis? Ich nickit!"

Aber ich habe Ihnen doch streng verboten, es zu tun!"

Verboten! Wie heißt? Lasten Skc sich ver­bieten. Ihre Avßcnstästde einznkassiercn? Na atsos"^,

Unerhört ist das! Einfach unerhört? Ich war Ihnen doch sicher dafür!"

Nu, was regen Sie sich aus? Die Sache lsi doch .-tadellos gegangen. Der Herr Prokurist hat anstandslos rhcknorierl. N» sind Sie die Sorge los. Ich wünsch' mir immer so'n plattes Geschäft! Ich Hab' die Ebre, Herr Leutnant! Halt' mich allcrbcfleas empsohlcn!"

Scheren Sie sich zum Teufel!"

('ZWcrd' mich hüten!"

Wütend'stürmte Kurt weiter. Maßlos empört war - er. Vater, lieber, armer Vater? O, verzeih', daß ich Dir das anlun konnte!

Kaum war er daheim, ko lief er direkt ins Kontor. Aber der alte Herr war noch nicht da. Hingegen teilte ihn, der Prokurist in einiger Verlegenheit alleD- mit, was geschehe» war.

Auch er wurde verlegen, denn er schämte! sich vor diesem ehrbaren Weißkopf. Dennoch aber wap er up- endlich froh, daß der Vater nichts davon erfahren hatte.

In der nächsten Minute lag er tu Dritte Maries Armen und küßte sie herzhaft ab.

Dankt! Tausend, tausend Dank? Nie qnb »Im­mer wcrd' ich Dir das vergessen, mein alteckiiwsws, > herziges Tantchen! Wie gut, wie nacndkkch gitt und 5 treu bist Du doch!"

Immer wieder umfaßte er sie Volk ehrlicher,:' küch-» sicher Zärtlichkeit.

: ,MrawS,

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