Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß von der Feldpoft Pakete von mehr als 250 Gramm Gewicht an die Angehörigen des Feldheeres zur Zeit nicht befördert werden dürfen und daher von den örtlichen Poftanftalten auch nicht angenommen werden.
Wer beabfichligl, Angehörigen des Feldheeres Pakete zu senden, hat das Recht, das möglichst nicht über 5 Kilogramm schwer sein soll, an den für den Feld - truppenteil zuständigen Ersatztruppenteil zu richten. Die Adresse würde z. B. für eine der 6. Kompagnie Infanterie-Regiments Rr. 81 angehörenden Person wie folgt zu lauten haben:
An
das Ersatzbataillon Infanterie-Regiment Skr. 81 in
Frankfurt a. M.,
zur. Weiterbeförderung an:
XVIII. Armeekorps,
21. Infanterie-Division,
42. Infanterie-Brigade,
Infanterie-Regiment Rr. 81,
II. Bataillon,
6. Kompagnie,
Gefreiter d. Reserve...... X ...........
Ausdrücklich wird bemerkt, das; dieses Verfahren nur auf diejenige Personen des Feldheeres Anwendung finden kann, welche sich bei Truppenteilen befinden, die zum Verband des 18. Armeekorps oder 18. Reserve- korps gehören oder bei Truppenteilen flehen, die ihrer Nummern ufw. Bezeichnung nach als vom 18. Armeekorps hervor,gegangen betrachtet werden können. Diese Angaben müssen aus der vom Absender auf das Genaueste anzugebenden Adresse hervorgehen.
Dem Verderben "ausgesetzte Eßwaren sind unter keinen Umständen abzufcnden, da längere Zeit verstreichen kann, bis das Paket in den Besitz des Empfängers gelangen wird. Es wird daher auch ersucht, Pakete nur dann abzufcnden, wenn der Empfänger die Uebersendung gewisser Gegenstände selbst gewünscht hat.
Die Anordnungen anderer Armeekorps find hier nicht bekannt, es kann daher bezüglich derselben hier auch keine Auskunft gegeben werden.
Der Standort der Erfatztrulppen kann bei der, ört - lichen Postanstalt erfragt werden.
Frankfurt a. M.. den 10. Septbr. 1914.
Stellvertretendes Generalkommando XVIII. Armeekorps.
Allerlei Nriegsnachrichten.
Der Kommandeur des fünften Armeekorps, von S t r a n z, hat das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten. Eine ganze Tchulklassc in de» Krieg gezogen.
Das Gnmnasium in E l l w a n q e n (Württcmb.) hat das Schuljahr wieder, eröffnet, aber ohne die oberste Klasse, da diese geschlossen in den Krieg gezogen
ist-
Aufruf des hcinfa-vundes au feine Mitglieder zur Zeichnung auf die Kriegsanleihe.
Die deutsche Kriegsanleihe ist mitE n d f r i ft vom 19. S c p t e m b e r d. 2*- bei den bekannt gegebenen Stellen zur Zeichnung aufgelegt; sie ist nicht, wie die vom Fahre 1870, gleich in den eisten Tagen nach dem Kriegsautzbnrch aufgelegt worden, sondern erst etwa 7 Wochen später, nach Beseitigung der Zak>IungstniIIel -
€in stiller Mensch.
Roman von Paul Blitz.
Nachdruck verboten.
„Na, Tatsache ist doch, daß Du den jungen nach allen Regeln der Kunst verzogen hast."
„Das ist nicht wahr!" Die Tränen waren ibr nahe. „Wenn ich zu ihm oft milde und vielleicht auch ein wenig nachsichtig war, geschah cs doch nur, um ihn vergessen zu lassen, daß er keine Mutter mehr batte."
lind als er sie hilslos, mit nassen Augen stehen sah, schlug seine Stimmung plötzlich um. Er trat zu ihr hin, faßte sie um die Taille und sagte einlenkend: „Na ia, lab nur sein, Mariechen, ich erkenne ja Dein gutes Herz und Deine» guten Willen gern an: aber
Kinder erziehen kannst Du nicht — und ich, wie es schein«, leider auch nicht."
Seine letzten Worte klangen recht wehmütig.
Aber das hörte sie nicht. Ihr erklang nur der Vorwurf, lind der traf sie tief, sehr tief. Weinend
jammerte sie: „Da wird es denn aber doch wohl am besten sein, wenn ich Dein Haus so bald als möglich verlasse!"
Wieder mutzte er lächeln. Diese Drohung konnte er schon. Jedes Mal, wenn cs ein Mißverständnis zwischen ihnen gab, rückte sie damit ins Tresicn. aber wahr gemacht wurde sic nie.
Und sie beruhigend, fuhr er fort: „Dadurch würde jetzt doch auch nichts mehr gebessert. Schwester, also lassen wir es lieber, >vie es ist, nicht wahr?"
Sie sagte nichts daraus, sondern stillte langsam das Tränenbächlcin.
Er aber sprach, nun wieder erregter, weiter: „Hoffentlich hat sich der Junge nicht irgendwie verrannt. Jcdcuialls werde ich mit ihm nun mal ein ernsthaftes Worc sprechen, denn so geht das nicht mehr weiter."
Da war auch sie sofort wieder mobil. Recht herzig bat sie: „Sei nickt so hart mit ihm, Waldi, — er ist so seinfühlcnd und zart, — ich kenn' ihn ja viel besser als Du."
„Leider stimmt das. Aber von nun an will ich mir doch Mühe geben, ihn auch mal ganz genau kcw-
Krifis und nachdem die den Kreditverkehr bedrohenden Gefahren, ohne Erlatz eines Moratoriums, erheblich gemildert sind. Der scheinbar hohe Betrag der Kriegsanleihe ist relativ gering, wenn er gemessen wird an unseren gewaltigen finanziellen und wirtschaftlichen Hilfsquellen, namentlich an unserem das englische und französische übersteigende Bolksvcrmögen, an unseren S p a r - E i n l a g e n'von etrva 2 0 Milliarden, unseren Bankdepositen von ruüd 6 Milliarden uird den überaus bedeutenden eigenen Mitteln unserer Sparkassen, staatlichen Versicherungsanstalten und privaten Lebensversicherungs-Gesellschaften. Die Kriegsanleihe, deren Sicherheit von niemandem bezweifelt werden kann, wird aufgelegt zu den denkbar günstigsten Bedingungen, insbesondere zu hohem Zinssatz uüd billigem Kurs sowie mit angemessenen Zahlungsterminen. Die Mittel zur Zeichnung lassen sich durch Verpfändung von Wertpapieren bei den Darlehenskassen beschaffen, und zwar zu Sätzen, die beim jetzigen Bankdiskont nur! um etwa % Prozent den Durchschnittszinssatz der Kriegsanleihe übersteigen, deren Kurs bei günstigem Ausgang des Krieges, den wir mit Sicherheit erwarten dürfen, voraussichtlich diesen Zinsausfall mehr als au'sglcichen wird. Wäre dem aber auch anders, das geringe Opfer darf für die zu Haufe Gebliebenen nicht in Betracht kommen. die mit freudiger, Genugtuung die Gelegenheit ergreifen müssen, dem Auslande zu zeigen, daß unsere finanzielle Rüstung nicht hinter ilnserer militärischen zu- rücksteht und datz Die sich griindlich täuschen, welche glauben, uüs finanziell oder wirtschaftlich autzhungern zu können.
Wir erwarten, datz auch in diesem Falle alle unsere Mitglieder ihre Wicht gegenüber; dem Vaterlande durch höchstmögliche Zeichnungen auf die Kriegsanleihe erfüllen.
Hansa-Bllnd für Gewerbe, Handel u. Industrie.
Di;. Rietzer.
Außergewöhnliche Zeichnungen aus die Kriegsanleihen. 65 000 000 Mark vom Rheinischen Provinzialverband.
30 000 000 Mark von der Familie Krupp-Bohlen.
10 000 000 Mark von der Stadt München.
200 000 Mark von der Provinz Oberhessen.
Bon -er Kohlengewinnung.
Die letztjährige Steinkohlengewinn üng Frankreichs ist bei 40,1 Mill. T. gegen das Vorjahr (40,4 Mill.) etwas zurückgegangen. Zum gröhten Teil wird die französische Steinkohle im Becken von Pas- de-Calais und in dem Nordbezirk gefördert (20,65 Millionen und 6,85 Mill. T.). Ueber den Wert der Förderung und die Zahl der beschäftigten Arbeiter liegen für 1913 noch keine Angaben vor. 1912 betrügen der Wert der Förderung 511V 2 Mill. Mk., die Zahl der Arbeiter 198 998. — Die Braunkohlen förderung stieg von 751 000 T. in 1912 auf 793 000 T. in 1913. — An Koks und Briketts wurden 1913 3,1 M. und 3,4 Mill. T. hergestellt.
Die Steinkohlen förderung Belgiens in Höhe von 22,8 Mill. T. ist im Berichtsjahr weiter (um 137 000 T.) zurückgegangen; sie stellt einen Wert von 338 Mill. Francs dar. Die Belegschaftsziffer stieg dagegen von 145 670 in 1912 aus 147 025. Die K 0 k s- produktion stellte sich auf 3% Mill. T. im Werte von 76% Mill. Mk.. die B r i k e t t Herstellung auf 2,6 Millionen T. im Werte von 48% Mill. Mk.
Holland erhöhte seine Steinkohlen sörder-
nen zu lernen."
„Und nicht wahr, Du tust ihm nicht weh?"
„Nein, gewiß nicht. Nur osten Farbe bekennen soll er mir Ick will klar sehen, ganz klar!"
„Bedenk', er ist ein lebenslustiger junger Mensch, der erst in die Welt hineingcht."
Lächelnd drohte er ihr zu. „Wenn er nicht an Dir einen !o guten Anwalt hätte."
Sie aber fuhr unverzagt fort: „Denk' nur an Deine eigene Jugend. D» warst doch auch kein Ofenhocker."
Wieder mutzte er läcf'ctr». Aber urplötzlich wurde er nachdenklich und sagte: „Das Beste wäre schon, er heiratet bald."
„Hast Du jemand?" fragte sie gc'pannt.
Nun aber wu-^e er wieder mürrisch. Seine Jugend und seine evix Ehe erstand vor ibm. Und kurz, fast har», antwoncte er: „Meinst D» vielleicht, ich würde ihm eine Frau aussuchen. Das wag er gefälligst selber tun." Dann nahm er den Hut und ging. Er wollte jetzt auf andere Gedanken komme», deshalb ging er zum Dämmcrschoppcn hinüber nach der „Krone".
Kopsjchüttclud sah sie ihin nach. Was ihm heute nur widerfahren sein mochte. So eigentümlich war er ja noch nie gewesen.
Indessen faß Kurt in Berlin und ließ cs sich wohl ergehen. Tante Marie hatte ganz recht Die Freunde Kurts hatten ihn für heute zu einem intimen Diner eingeladen, und er hatte um so lieber zugesagt, da er für den Abend so wie so in Berlin engagiert war, — wo, das deutete er vorerst nicht einmal an, — es sei dtwgs ganz Besonderes.
So war er also gegen Mittag in Berlin angekommen, und da es zum Diner noch zu früh war, hatte er seinen Intimus, den jungen Heinz von Stetten, ausgesucht, einen siolten Husarenleulnant, Sohn eines rheinischen Großindustriellen, der zum Grotzcn Gencralslab kommandiert war.
Der Freund hatte gerade einen dienstfreien Tag, so war ihm Kurts Besuch sehr willkommen; sofort warf er sich in Zivil, und dann gings aus den Lindenbummel.
Der herrliche Frühlinastaa batte alles, was vom
ung von 1,7 Mill. in 1912 auf 1,9 Mill. T. im Werte von 24% Mill. Mk. gegen 20% Mill. Mk. im Vorjahr.
Die Zahl der im holländischen Kohlenbergbau beschäftigten Arbeiter betrug 9715.
Vom Kohlenbergbau Rußlands liegen für 1913 nur Angaben über die in Europa liegenden Reviere (auf die allerdings über 90 Prozent der gesamten Förderung entfallen) vor; die Kohlenförderung dieser war mit 30 drei Viertel Mill. T. um 2 Mill. T. ! grptzcr als in 1912.
An Eisenerz wurden im letzten Fahr über - Haupt 174 Mill. T. gewonnen; davon entfielen 60 !
Mill. T. auf die Ver. Staaten von Amerika, 21% M. I
T. auf Frankreich und 16% Mill. T. aus Großbritan- nicn. Für Deutschland stehen die Angaben über das '
Iahr 1913 noch aus; 1912 förderte es 33 drei Viertel Mill. T.
Die Roheisenerzeugung der Welt (8(5%
Mill. T.) zeigt gegen 1912 eine Zunahme um 5% M.
T. Die Ver. Staaten waren an der Wcltproduklion mit 31% Mill., Deutschland mit 19% Mill. und Groß- 1 britannicn mit 10% Mill. T. beteiligt. ! 1
An Stahl betrug die Weltproduktion 75 Mill. 1
T. In den Ver. Staaten wurden 32 Mill. T., im |
Deutschen Zollgebiet 19 Mill. T. hergestellt. Zn weitem Abstand folgt Großbritannien (1912: 7 Mill. T.).
Die Petroleumgewinnung stieg in den ,
Ver. Staaten, dem Hauptgewinnungsland, von 29,6 Mill. auf 33,1 Mill. T.; dann folgt Rußland, dessen |
Gewinnung bei 9,16 Mill. T. etwas zmückgegangcn ist.
Die Gewinnung aller übrigen in Frag« kommenden Länder verzeichnet kvesenllich geringere Ergebnisse (Rumänien , 1,8 Mill., Nieder!. Indien 1,7 Mill. und Galizien 1 Mill. T. Eine ganz autzerordentliche Zunahme weist (
die Petroleumausbeute Merikos auf, dessen Gewinnung von 1,6 Mill. T. in 1911 auf 2.2 Mill. in 1912 und auf 3 Mill. im letzten Fahr stieg.
Auch über den K 0 h l e n v e r b r a u ch in den hauptsächlichsten Ländern macht der Bericht Angaben.
Den größten absoluten Verbrauch an Steinkohle zeigen ! im letzten Fahr die Ver. Staaten mit 495 Mill. T., danns folgen Erotzbrilannien mit 192 Mill. T. nick Deutschland mit 158 Mill. T., das allerdings außer- > dem noch 93 Mill. T. Braunkohle verbraucht. DerKoh- : 1 lenverbrauch auf den Kopf der Bevölkentng stieg in Amerika von 4,89 T. in 1912 auf 5,10 T. Am nüch- ; sten kommt ihm Großbritannien mit 4,17 T. Deutsch - 1
fand hat einen Kopfanteil von 2,35 T. Stein- und 1,38 |
T. Braunkohle. j! ,
In einem weiteren Abschnitt wird ausführlich über den K 0 h l e n a b f a tz des R uhrbe z i rk s , der ( der überwiegend durch das Rheinisch-Westfälische Koh- ( len-Spndikat erfolgt, berichtet. Von dem durch das Syn- , dikat ins Ausland versandten 22,8 Mill. T. (Koks und Briketts auf Kohle zurückgerechnet) würden 7 Mill. T. oder fast 31 Prozent der Gesamtmenge nach Holland ausgeführt. Die nächstwichligen ausländischen Absatzgebiete für die Ruhrkohle sind Frankreich und Belgien, die im letzten Fahre 5,3 Mill. T. (23,27 Prozent des > gesamten Auslandsabsatzes) und 4,7 Mlll. T. (20,56 >
Prozent) bezogen haben.
Fn Züsammenstellupgen über den Kohlcm'crkehr in ' Hamburg, Breme» und Berlin gibt dev Bericht ein I j Bild über den Wettbewerb fremder und ein- 1 ' heimischer Kohle aus dem inneren Markt. Nach ' Hamburg gelangten (einschl. der nach Eröffnung des ; ' Harburger Seehafens dorthin versandten Mengen) 9% 1
Mill. T., von denen 3,7 Mill. T. — 39.2 Prozent aus l l
rheinisch-westfälische, 5,8 Mill. T. -- 60,8 Proz. aus !
vornehmen Berlin sich zeigen wollte, ans die Beine ge- bracht. Und so währte es denn auch gar nicht lange, l>
bis man gute Bekannte in Menge traf. Sehr bald h
stellte auch der Durst sich ein. Deshalb pilgerte man zu 7 Habel, um einen Frühschoppen zu nehmen.
Es war eine lustige Gesellschaft. Scherzworte und 4 harmlose Sticheleien stogcn hin und her. Mau. kannte " sich zu gut, um etwas übel zu nehme«.
Plötzlich sagte ein semmelblonder Premier von den 9 Maikäfern: „Wißt Ihr das Neueste? Da, eine nette kleine Sensation! Die schöne Cabaoero vom .Winter» » garten" ist wieder mal kontraktbrüchig geworden. Ja- wohl. Durchgcgangcn. Diesmal mit einem erotischen Prinzen; natürlich wahnsinnige Moneten. Hat sie so lange und konieaueni belagert und mit Dianranten borw baroiert, bis er sämtliche Koulurremen aus .ei Nun ist sie mit ihm aus und davon. Tolle Sache, was!?"
Die meisten der Herren lachten und machten mehr
oder minder ulkige Bemerkungen dazu.
Kurt lachte nicht. Er wurde zuerst ein wenig bleich, dann ebenso schnell rot und trank hastig sein
Glas aus.
„Nimm Dich zusammen." siüslerte Stetten ihm zn.
Aber die Warnung war nicht nötig. Er batte sich sofort in der Gewalt und lachte nun auch mit
Bald daraus brach er jedoch ans und entschuldigte sich nnl einer Einladung. Stetten ging mit ihm.
Als sie draußen waren versuchte er zn nlken.
Doch der Freund fragte ernst: „Was heißt denn das, Kurt?"
Da bekam er wieder einen rotea Kopf, zrnkte die Schultern und setzte ein ironisches Lächeln aus, antwortete aber nichts.
Jetzt winkle Stetten ein Automobil heran, ries dem Lenker etwas zu und dann stiege« beide ein.
„So, mein Junge, jeyl sind wir «ugesiört. Nu« beichte. Oder b:n ick m indiskret?" l
Fortsetzung folgt.
I


