Ausgabe 
12.9.1914
 
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benutzen. Um dieser Sachlage Rechnung zu tragen, ha­ben wir folgende Erleichterungen angeordnet:

1. Anstelle von Arbeiterwochenkarten, die nur an 6 aufeinander folgenden Arbeitstagen zwischen Wohn­ort und Arbeitsstelle gelten, können auf Wunsch sür die Dauer von Betriebseinschränkungen usw. A r - beiterrücksahrkarten verabfolgt werden. Für die Ausgabe dieser Karten ist, die Bescheinigung des Arbeitgebers erforderlich, daß die Arbeit an bestimmt zu bezeichnenden Tagen der Woche ruht.

2. Für Arbeiterrückfahrkarten, die bestimmungsgemäß nur:

a) am Tage nach einem Sonn- oder Festtage zur Fahrt vom Wohnort nach der Arbeitsstelle oder

b) am Tage vor einem Sonn- oder Festtage zur, Fahrt von der Arbeitsstelle nach dem Wohnort

gelöst werden dürsen, kann die Lösung und Benutzung auch an anderen als den vorgenannten Tagen ge­stattet werden. Auch hier ist die Bescheinigung des Ar­beitgebers nötig, an welchen Tagen der Woche die Ar­beit ruht. Anträge auf Zulassung der Lösung und Be­nutzung von Arbeiterkartcn sind an das zuständige Ver­kehrsamt (Frankfurt, Gießen, Limburg, Fulda) zu richten.

Tie hessische Handwerkskammer

hat an sämtliche Reichs-, Staats-, Militär-, Eisenbahn-, Post-, Kirchen- und Kommunalvehörden das folgende Rundschreiben gerichtet:

Durch die in den Tagen vor der Mobilmachung und den Tagen der kriegerischen Ereignisse eingetretene Stockung im Handel und Verkehr sind be­sonders dem Handwerker- und Eewevbestande schwere, kaum wieder einzuholende V e r I u st e entstanden. All­mählich tritt aber die so notwendige Beruhigung im Erwerbsleben wieder ein. Unter dem Eindruck der Er­eignisse der letzten Tage, der großartigen Erfolge un­serer tapferen Truppen tritt eine Entspannung ein und man bemüht sich in allen Schichten des erwerbstätigen Volkes mit aller Kraft, die in der Heimat so zahlreich fehlenden Hilsskräste durch unermüdliche Tätigkeit zu er­setzen. Der Handwerkerstand, dem man gerade in den letzten Monaten mehr denn je Vertrauen entgegen ge­bracht hat, war wohl teilweise durch den plötzlich auf­tretenden Bedarf an Ausrüslungsgegensländcn sür das Heer beschäftigt. Weite Schichten dieses Standes sahen fich aber gezwungen, ihren Betrieb wesentlich einzuschrän- kcn, in zahlreichen Fällen sogar säst vollkommen stillzu- legcn

Mi! den fortgesetzt gemeldeten glänzenden Erfolgen der deutschen Waffen kehrt Ruhe und Vertrauen zurück, auch der Handwerker will sich seiner Berufsarbeit wie­der eifrig widmen und damit in der Heimat zur Er­haltung des nationalen Gutes sein Möglichstes beitra­gen. Er will und muh dafür sorgen, daß die Fami­lienangehörigen daheim ihr Auskommen finden, daß aber auch den siegreich Zurückkehrenden der Boden zur auskömmlichen, wirtschaftlichen Tätigkeit erhalten bleibt.

Man hat in diesen schweren Tagen in allen Be- russkrciscn mit den verschiedensten Mitteln versucht, die Lage der Zurstckoleibenden und Wiederkehrenden zu ord­nen. Manch gute Einrichtung wurde getroffen, cs darf aber gerade bei unserer Interessenvertretung nicht vergessen werden, daß es sich um tausende von kleineren Betrieben handelt. So segensreich z. B. die Bestrebun­gen auf Förderung des Kredits find, so stoßen diese doch bei der praktischen Durchführung im Handwerk aus recht empfindliche Schwierigkeiten.

Demgegenüber sind wir der Ansicht, daß dem Hand­werk wirksam nur oder doch in erster Linie durch Zu^ Weisung von Arbeit gedient werden kann. Die Arbeits- Zuweisung bringt Beschäftigung in weile Kreise, sie ver­mittelt in dieser schweren Zeit für Meister und Gesellen und viele andere Personen Verdienst und sichert die Er­haltung selbständiger Betriebe. Bekanntlich wurden un­ter dem Druck der, Kriegserklärungen auf fast allen Ge­bieten die weniger eiligen Arbeiten ganz eingestellt, viele bereits geplante größere Arbeiten, insbesondere im Bau- handwerk, wurden zurückgestellt, auch die Arbeiten sür Private hörten mit einem Schlage aus. Erfreulicherweise ist nuU anstelle des großen Pessimismus wieder Ver­trauen und Zuversicht eingekehrt und wenden wir uns deshalb im Interesse des Handwerks an alle Behörden ohne Ausnahme mit der dringenden Bitte, wieder aus­giebige Arbeitsgelegenheit zu schaffen, damit auch dem Handwerksmeister die schwersten Sorgen abgenommen werden. Das Vorgehen der Behörden wird zweisellos auch bei Privaten günstige Wirkung Hervorrufen, wofür das Handwerk doppelt dankbar sein wird.

In anerkennenswerter Weise haben die Behörden

die Bestrebungen der Interessenvertretungen des Hand- j wcrks in der letzten Zeit weseMlich unterstützt und hier­bei zweifellos gute Erfahrungen gemacht. Der Kriegs- zuftand stellt auf allen Gebieten unseres handwerklichen Lebens die höchsten Anforderungen; riesige Lieferungen ' sind insbesondere erforderlich, um die notwendigsten AuS- ! stattungsgegenstände zu beschaffen. Da bieten die Hand- j Werkskorporationen, die Innungen und Vereinigungen die beste Gewähr für richtige Lieferung. Die Berücksich­tigung dieser Korporationen bürgt aber auch dafür, daß die in schwerer Zeit so notwendige Erhaltung selbstän­diger Betriebe uMerstützt und die Verteilung des wirt­schaftlichen Gewinns füg eine große Zahl der verschie­denen Berussangehörigen gesichert ist.

Kürzlich hat sich einKriegsausschuß für die deut­sche Industrie" gebildet, der sich u. a. auch die Vermit­telung von Arbeiten und Lieferungen an die Industrie zur Aufgabe gestellt hat. Der preußische Minister sür Handel und Gewerbe wies die amtlichen Handelsver - tretunqen auf die wohlwollende Berücksichtigung dieser Einrichtung hin. Auch die Generalvertretung des deut­schen Handwerks wandte sich in gleichem Sinne an di« gleiche Stelle, um für seine Berufsangehörigen tatkräf­tig einzmreten.

Wir pichten das ergebenste Ersuchen an Sie, die inbclracht kommenden Stellen anweisen zu wollen, daß unter Berücksichtigung vorstehender Ausführungen bei den inbetracht kommenden Arbeiten und Lieferungen in ! erster Linie die Innungen und Vereinigungen berück- > sichligl werden. Ein solches Entgegenkommen würde als 1 nationale Tat von dem gesamten Handwerkerstand freu»- ! dig und dankbar aneckannt werden.

* Gießen. Von den aus der Stadt und dem j Kreise Gießen, sowie aus den nahegeleyenen preußischen I Ortschaften ausgehobenen Ersatzreservisten, die sich zur- 1 zeit in der Nähe von Mainz zur Ausbildung für den ! Kriegsdienst befinden, wurde eine Sammlung für ! das Rote Kreuz veranstaltet, an der sich auch die I Vorgesetzten dieser Rekruten beteiligten. Die Sammlung . der etwa 300 jungen Vaterlandsverteidiger ergab einen : Betrag von über 500 Mark, der nnn ihren im Felde

stehenden Kameraden zugute kommen wird.

* Worms. Hier ist in der letzten Woche der Schüler der Oberrealschule Friedrich Wagner ins Heer eingetreten, der am 15. Juni 1899 geboren und so - mit noch nicht 1 5% Jahre alt ist. Der junge Vater- landsvepteidiger zählt wohl zu den jüngsten im ganzen deutschen Heere.

! -

Verantwortlich: A l b i n Klein, Gießen.

Hirckücht Nachrichten.

Evang, fische Hrmrindc in Hiehin.

Sonntag, den 13. September, 11. nach Trinitatis. Gottesdienst.

In der Stadlkirche.

Vorm. 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Zugleich Ehristelnlehre sür die Neukonsirmierten aus der Malthäusgemcinde.

Vorm. 9 l / 2 Uhr: Professor D. Eck.

Beichte und hl. Abendmahl sür Matthäus- und Markusgeme nde gemeinsam.

Anmeldung vorher bei dem Psprrer jeder Ge­meinde erbeten.

Vorm. Ul)r: M .ümgottesdienst. Pfr. Schwabe. Nachm. 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgcmeindc.

Pfarrer Schwabe.

In der Iohanneskirch«.

Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimcr.

Zugleich Christenlehre sür die Neukonsirmierten au- der Lukasgemeinde.

Vorm. 914 Uhr: Pfarrer Ausfeld.

Vorm. 11 Uhr: Kindeikirche für die Iohannesgemeinde.

Pfarrer Ausfeld. Abenos 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Iohannessaal.

Mittwoch, den 16. September, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Bcchtolsheimer.

Nächitkünftigen Sonntag, den 20. September, fin­det im Hauptgottesdienst Beichte Und heiliges Abend - mahl für die Lukas- und Iohannesgemeinde gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfar­rer jeder Gemeinde erbeten.

Jeden Samstag zwischen 7 und 8 Uhr werden beide Kirchen geöffnet und darin bei Orgelspiel Gelegen­heit zur stillen Andacht gegeben sein.

Hathofische Gkmrinde in Girren.

Samstag, den 12. September.

Nachmittags uw 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele- genheil zur hl. Beicht.

Sonntag, den 13. September.

15. Sonntag nach Pfingsten. Fest Mariae Geburt.

Vorm. 6 l / t Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vorm. 8 Uhr: Austeilung dcp hl. Kommunion.

Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe mit Predigt.

Nachm. 2 Uhr: Andacht mit Segen.

Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donners­tag, Freitag Samstag, abends um 7)4 Uhr ist Kriegs- Bittandacht.

Diaspora:

In Hungen um 10 Uhr.

_In Grünbcrg um 9)4 Uhr.

A^ssnde verdanke zerieSe StoSSunt#,

ihr gediegenes Wissen und Können dem Stadium der weltbekannten

Selbst-Unterrichts-Werke jtStfii

Liera\;gp

eingehendem brieflichen l'ornuij'terrlchl.

vgpecbeu vom KtnMinnchen i.fhrlosj/lul. fifdljflert von Professor C. üzle Direktoren. 22 Professoren als Mi«prbelter.

Das Gymnasium \ Dm RaalsVznnasiomSy

D5* Cberitr.lschula P. Abitu er» ton - E y am. Dar E<nj.-Frei willig« Die r<andoJ$2CI)ul8 Das Lyzeum Jedes \Ver&>

Die StudlemnslaM Das Lehrorinnen- v Seminar

ber Präparand / DuvMIttelschullshför Das i£onservato m Der geti " ist küufli Einzelne Llefer

et*. Kauknan I ;vi EJ

iefer^nven k *

D&r Bankbeamte er v/lss. geb. Mann Die Landwirtschafts­schule Die Ackorbauschule Die landwlrtschaftl. Fachschule leTernngen 00 PI. » Mark 1.23.)

Ansicbtfi.ier.dungan ohr.s* Kaufzwang bereitwilligst

i-r<* Vr ofko «!r,a gegen ruo-^U. Stutcuzcfiluni; von KSurU 3.

15 brzJcWu. - II

Die-i^Zweck wird dadurch er-

dassNler Unterricht T^senscb; Jicher'i^ekranstalten naohgoahmt

Die wisst nscbr.ftlichenUnterrUfCts- worke, M-.f.ode Rustin, /Setzen kein« Vor);., -.ntnisse voraus m>il haben den Zweck, den Stu/ierenden l. den Besuch wissenschaftlicher Lehranstalten vollst^Udig zu er­setzen, den Schülern

2 eine umfassende, iediegeno Bildunc, besonders die «furch den Schul­unterricht r,t^drwerbend. Kennt­nisse zu vef<cha(fen, und

3 i^vortreffl-fcherWeisoaufExamen

Ausfdl

dass der'Unterricht in so e'a- faoher und 'crU'idliohar Weise er­teilt wird, dkss jodor den Lehr­stoff verstehuti muss, und dass bei dem brieflichen Fern­unterricht auf dlo rouivldueüo Ver­anlagung jedes Schülers Rlloksloht genommen wird.

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