* Bei der Beratung der Geschäftsberichte des schweizerischen Bundeskates, erklärte das Bundesratsmitglied Calender namens des Bundesrats bei der Besprechung der Binnenschiffahrtsbestrebungen, dah der Bundesrat die größte Ausmer,ksamkeit vorerst der Rheinschiffahrt zuwenden werde. Hier seien die Verhältnisse am meisten geklärt und infolge der Haltung Badens dränge die ganze Frage zu einer raschen Entscheidung. Das Ziel der schweizerischen Fluhschiffahrts- polilik sei erstens freie Zufahrt vom Bodensee-Basel nach der Nordsee und alsdann freie Zufahrt vom Genfer See nach dem Mittelmeeq.
Oesterreich.
' Kaiser Franz Joses lieg durch seinen Kabinetts-irektor mündlich dem niederländischen Gesandten sein Beileid zum Heldentod T h o m s o n s aussprechen. Wiener leitende Kreise sind durch die Borgänge in Albanien nicht beunruhigt. Man hält dafür, der Für st von Albanien werde sich behaupten. Auf das Zuberlässigste kann ich mitteilen, das; die Quertreibereien bezüglich des österreichisch-italienischen Verhältnisses jedweder positiver Grundlage entbehren.
* Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand begibt sich am 12 .September in Begleitung des Chefs des Eeneralstabes Frhrn. v. Conrad mit Gefolge zu den deutschen Kaisermanövern.
fiellilcder Landtag.
Sitzung der H. Kammer am 16. Juni 1914
Der Antrag Ulrich und Gen., betr. „die nationale Einheitsschule soll auf der Grundlage der allgemeinen obligatorischen Volksschule eingeführt werden", wird abgclehnt gegen die Stimmen der Abg. Schott, Bach und Schönberger (Ntl.), der Fortschrittlichen Volkspartei und der Sozialdemokraten.
Der Antrag Dr. Osann, „die nationale Einheitsschule auf der Grundlage der allgemeinen Volksschule unter Beibehaltung des konfessionellen Religionsunterrichts einzuführen", wird einstimmig angenommen.
Punkt 2 des Antrages, sämtliche Vorschulen aufzuheben, wird angenommen gegen die Stimme des Zentrums.
Punkt 3 brg Antrages, „der fremdsprachliche Unterricht in den höheren Schulen soll bis zum Beginn des 4. Schuljahres hinausgeschoben werden", wird abgelehut gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Dafür wird der Antrag des Abg. Ucstadt (Foitschr. Vp), nach dem „der fremdsprachliche Unterricht in der untersten Klasse aller höheren Schulen beseitigt wird", einstimmig angenommen.
Punkt 4 des Antrages „der Lehrplan für die drei untersten Klassen der höheren Schulen soll mit dem für das 4,5. und 6. Schuljahr der allgemeinen Volksschule in Uebereinstimmung gebracht werden", wird abgelehnt gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Dafür wird der Antrag des Abg. Ucstadt (Foctschr. Vp.), nach dem „der Lehrplan für die unterste Klasse der höheren Schul-m mit dem für das 4. Schu fahr der allgemeinen Volks schule in Uebereinstimmung zu bringen ist, so daß der Uebertritt aus diesem in eine höhere Schule noch nach Abschluß des 4. Schuljahres ohne Schwierigkeit geschehen kann", angenommen gegen die Stimme des Zentrums.
Punkt 5 des Antrages, „die Zahl der Schüler darf auch in den Volksschulklassen in der Regel 40 nicht überschreiten", wird abgelehnt gegen die Stimmen der Fortschrittlichen Volkspartei und die der Sozialdemokraten. Dafür wird angenommen gegen die Stimmen der Abg. Lutz und v. Helmolt (Bbd) der Antrag des Abg. Korell- Jngelheim, „die Zahl der Schüler auch in den Volksschulklassen entsprechend den Forderungen der Pädagogik fcstzusetzen".
jHu$ Stadt und Land.
* Gießen, 15. Juni. Die Entwürfe für den Umbau der alten Klinik sind am Samstag im Sitzungssaal der Stadtverordneten ausgestellt worden. Der Besuch ist sehr rege, doch sind cs zumeist Fachleute, die sich einfinden und an den Plänen oft scharfe Kritik üben.
Eewerbeausslellüng Eiehen. Auch der letzte Sonntag hatte viele auswärtige Besucher nach Eiehen gebracht. Die Gewerbevereine von Grünberg u. Lich, der Radfahrerverein von Eroh-Felda sowie der Kongreh des Bezirksverbandes der mittleren Staatsbeamten weilten hier. Der gute Ruf unserer Eewerbeaus- stelluNg führt täglich iMeressaMe Besuche nach Giehen. Insbesondere sind es Bürgermeister von aufstrebenden Städten, Lehrer, Volkswirte und neue Einkaufsquellen suchende Kaufleute und zwar nicht zum Schaden un
serer Ausstellung. Die Konzerte am Nachmittag und am Abend lockten aufs neue viele Besucher herbei, welche bei dem ab und zu einsetzenden Regen sich gerne in der Feslhalle und in All-Hessen niederliehen und dort den humoristischen Vortragsweisen lebhaften Beifall zollten.
* Ein oberhessischer Jüngmei st erlag findet anläßlich der Gewerbeautzstellung Gießen 1914 am Sonntag, 21. Juni, in Giehen statt, um den Jutrgmeistern Oberhessens Gelegenheit zu geben, mustergültige Erzeugnisse des Handwerks und der Industrie zu schauen. Seit Einführung der Meisterprüfung ist den Jungmeistern Oberhessens noch keine so vorterilhaste Gelegenheit geboten gewesen, eine solche Fülle des Anregenden uttd Interessanten in so übersichtlicher und lehrreicher Zusammenstellung vereint zu finden. Eine besondere Bedeutung gewinnt diese Tagung noch durch einen Vortrag des Rechtsanwalts Kaufman n, der darüber sprechen wird, welche rechtlichen Bestimmungen der Jungmeister bei Eröffnung seines Betriebes kennen mutz. Zu der Tagung gibt die Ausstellungsleitung besondere Eintrittskarten heraus, die zum beliebigen Ein- und Austritt am 21. Juni gelten. Vormittags um l / 2 10 Uhr findet die Begrüßung durch die Ausstellungsleitung statt, darauf folgt der Vortrag des Rechtsanwalts Kaufmann. Abschließend erfolgt unter sachkundiger Führung in kleinen Gruppen ein RNNdgang durch die Ausstellung Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Festhalle, ''an dem auch Familienangehörige und BekanMe der Jungmeister teilnehmen können, ist Konzert in der Festhalle uNd in Alt-Hessen.
* Die Techniker Hessens und der angrenzenden Gebiete veranstalten am 4. und 5. Juli aus Anlah- der Gewerbeausstellung Eiehen 1914 eine Tag- ung von Angehörigen aller technischen Berufe, um der EewerbeauSstellung einen Besuch abzustatten und durch Vorträge der OeffeMlichkeit kund zü tun, welche Fragen die Angehörigen der technischen Berufe u. a. bewegen. Samstag, 4. Juli, findet zunächst eine Besichtigung der Eail'schen Dampfziegelei statt. Abends schließt sich die festliche Begrüßung in Steins Garten an, wobei neben heiteren Vorträgen aller Art Ing. E. Burmester über den Wert und die Wertupg technischer Arbeit sprechen wird. Sonntag vormittag wird die Ausstellung unter sachkundiger Führung besichtigt, worauf eine öffentliche Versammlung imAUsstellungsrestaurant stattsinden wird. Hier wird zunächst Werkmeister Stimmeg-Giehen über „Einheitliches Angestelltenrecht" sprechen, woraus Dr. Höfle aus Berlin sich über „Techniker und Volkswirtschaft" aus- lassen wird. Nach der Tagung und dem gemeinsamen Mittagessen, das ebenfalls im Ausstellungsrestauranl abgehalten wird, ist eine zwanglose Besichtigung der, Ausstellung und der Stadt vorgesehen. Durch das Entgegenkommen der Autzstellungsleitung erhalten die Teilnehmer Dauerkarten zur Ausstellung, die drei Tage gültig sind, zum Preise von 50 Pfg. Für unentgeltliche Unterkunft in Privatquartier wird bei rechtzeitiger Anmeldung Sorge getragen werden. Mitteilungen, Anfragen Und Anmeldungen sind an Kulturtechniker R e i tz, Gießen, Liebigstrahe 58, zu richten.
o L a u b a ch. Fräulein Johanna Otto stiftete der Stadt Laubach 110 000 Mark mit der Bestimmung, daß die Zinsen zur Ausbildung von Kindern Laubacher Ortsbürger verwendet werden müssen. Der Deutschamerikaner Christian Dähler,, ein Sohn Laubachs, schenkte der Stadt 4200 Mark. Es soll davon eine Badeanstalt angelegt werden. Dähler ist 1836 in Lau'bach geboren. Er machte in Amerika aus Seiten der Nordftaaten den Bürgerkrieg mit.
o Friedberg. Im Kreis Friedberg beträgt der Wehrbeitrag 789 435 Mark. Das ist eine sehr hohe Summe, da außer den beiden Städten Bad-Nauheim <195 000 Mk.) und Friedberg <162 000 Mk.) nur kleine Lllndstädtchen und Dörfer vorhanden sind, in denen allerdings neben den wohlhabenden Wetlerauer Bauern eine Anzahl Standesherren wohnen oder begütert sind.
o Alsfeld. Die Eisenbahnstrecken, die den nördlichsten Teil Oberhessens mit Nieder-Aula verbinden, werden im Laufe isieses Jahres eröffnet. Die Strecke Schlitz—Nieder-Aula wird am 15. August dem Veckehr übergeben, und am 1. Oktober folgt die Teilstrecke Grebenau — Nieder-Aula. Die Eröffnung der letzten Teilstrecke Grebenau — Alsfeld erfolgt voraussichtlich erst 1915.
* Darmstadt, 15. Juni. Der Raubmörder Flörsch hat heute vormittag in vierstündiger Vernehmung vor dem Oberstaatsanwalt Dr. Lchwarz und Kriminalkommissar Daniel ein volles Geständnis in der Hofhcimer Mordangelegenheit abgelegt. Der Mörder erzählt, daß er seinen Meister bis vors Bett geschleift und ihn dann mit Petroleum übergossen habe. Ebenso habe er alle Betten mit Petroleum übergossen und sie dann angezündet. Dann habe er sich gewaschen und
das Haus verlassen. 827 Mark habe er mitgenommen, sich dann auf den Weg nach Worms gemacht und dort
die Nacht hindurch getrunken. Ec sei dann mit der Bahn nach Herrnsheim gefahren, dort ausgesttcgen und nach Abenheim gegangen. Zwischen Herrnsheim und Abenheim habe er das Geld ins Ko n geworfen. Er gibt an, noch Hilfe gehabt zu haben, will aber nicht mehr wissen, wie der Mann heißt. Das Geld wurde an dem bezeichnetcn Platze vorgefunden. Die beiden schwerverletzten Mädchen befinden sich auf dem Wege der Besserung.
)( F r a n k f u r t a. M., 15 Juni. Im „Frankfurter Hof" tagte heule die Hauptversammlung des Vereins „Deutsche Rh ein mündung" urter dem Vorsitz des Unterstaatssekretärs a. D. Fritsch - Berlin. Dem Geschäftsbericht zufolge haben die Bestrebungen des Vereins, dem Rhein durch de» Bau eines Kanals bis an die Nordsee eine deutsche Mündung zu schaffen, steigende Beachtung im deutschen Volke gesunden. Das preußische Ministerium der öffentlichen Arbeiten läßt gleichfalls seit kurzer Zeit Erhebungen über die Durchführbarkeit des Projektes anstellen. An der öffentlichen Sitzung nahmen Vertreter fast aller nicderrheinischen Städte und Gemeinden teil, durch deren Gebiet der | Kanal führen soll, ferner zahlreiche führende Persönlichkeiten der gesamten rheinisch westfälischen Handels- und! Jndustriewelt. Sodann sprach Prof. Dr. Arndt-Berlin über „die Verkehrs- und wirtschastSpoltttsche Bedeutung einer Rheinmündung". Vom neuen Kanal erwartet Prof. Arndt eine gewaltige Steigerung des Verkehrs^ da der Rhein allein 83 Proz. der gesamten Binnenschiffahrt nach dcm Auslande vermittelt. Es wird sich! in den Einmündungshäfen Emden und am Rhein eine große Sammeltätigkeit von Gütern einstcllen, die sonst vom Binnenlande nach Antwerpen oder Rotterdam zur [ Verladung auf die Ueberseedampfer bestimmt waren Endlich verschließt der Kanal ein ganz neues Gebiet! mit reichen Industrien und Bodenschätzen. Einen zweiten | Vortrag mit Lichtbildern hielt Generalsekretär Dr. Cop Pius-Berlin über „Vergangenes und Gegenwärtiges über | die deutschen RheinmündungSbestrebungen".
* Haigcr, 15. Juni. Die Tausendjahrfeier! brachte eine Reihe glanzvoller Veranstaltungen. Aw Montag vormittag u urde die Gedenktafel an der Kirch, enthüllt. Mittags begann in Anwesenheit von fast 15 000 Zuschauern der h i st o r i s ch e F e st z u g, der vor Dr. C. Döngcs-Dillenburg entworfen war. Es wacer hübsche Gruppen zu sehen. Besonders hervorzuhcben sint die Gruppen: „Einzug König Heinrich III. in Hatgei | 1048", die „Weihe der Tauskirche durch Erzbischof Eber hard von Trier und Bischof Arnold von Worms"! Imposant wirkten die „Naffauer in der Schlacht bc Waterloo". Ter „Einzug der siegreichen Truppen" un!! ein Garmaniawagen bildeten den Schluß des schöner! Zuges. Am Nachmittag fand ein Festesten im Hote Nassau statt, auch erfolgte eine Wiederholung des Fest spiels. Morgen findet eine Eir Weihung des neuer städtischen Spielplatzes auf drm Haarwefen statt unn hierauf noch ein Volksfest auf dem Festplatz.
"Kassel, 15. Juni. Das Schwurgericht vcrur teilte heute nach 15stündigec Verhandlung den 34jährtgc>. Stadtkasscn-Assistenten Friedrich Hofmeister aus Esch i Wege, der in der Zeit von 1910 bis Ende 1913 zun, Nachteil der Stadt Eschwege und der dortigen Orts kcankenkasse 8 in verschiedenen Einzeldeträgcn insgesam 21 589,96 Mark unterschlagen und um diese Unters schlagungcn zu decken, falsche Eintragungen in den vo: ihm geführten Büchern gemacht hatte, wr^en Amts : Unterschlagung in 5 Fällen, tvegeo Untreue und eins facher Unterschlagung in zwei weiter«» Fällen zu insgr j samt 3 Jahren Gefängnis.
):< Kassel, 15. Juni. Der Scharlach ist in der I Stadtteil Bettcnhausen in verschiedenen Fällen auftp treten. Von einer Familie starb die Frau, die Mutte j von drei Kindern, die ebenfalls «krankt sind. — Ar Samstag, seinem 8. Geburtstage, fiel gegen Aden der Sohn Ernst des Tagelöhn«s Grimm, während i j der elterlichen Wohnung die Hochzeit der älteste Tochter gefeiert wurde, unwett d» neuen Fuldabrückei den Fluh und kam nicht mehr zrkm Borschein.
Zur Frage des Arbeitenvohuuugswesens.
Im Ruhrkohlenrevier liefert der soeben erschiene,
Jahresbericht des Westfälischen Vereins zur Förderin, des .Klein Wohnungswesens einen wertvollen Veit rari Der Bericht besaht sich zunächst mit der Tätigkett d< öffentlichen Arbeitgeber nnd bezeichnet < als besonders ersieulich, daß der Staat die von der Pr oatinduftrie in den letzten Jahren befchrittenen Wege be ser,er Siedlungsweife gleichfalls «ingeschlagen hat u*n Wert darauf legte, auch das KleinhaUs nach Möglichke zur Geltung zu bringen. Die Sinnme der vom Berg siskus im Bezick der Bergwerksdirettion Reckling
vk. Oetker s Uanillin-Zucker
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Spiritus* j^ängelichtl
(Schutzmarke: Oetker’a Hellkopf.)
ist daß beste und billigste Gewürz für Kuchen, Puddings, Milch- und Mehlspeisen, Kakao, Schlagsahne, Tee ustv. Ein Päckchen zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg) ersetzt 2—3 Stangen guter Vanille.
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Ueberall zu haben!
Man achte beim F.inkanf auf die Schntzmnrke, da oft minderwertige Fabrikate angeboten werden.
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KcrliiS.C Jtl I I :
Oranienstr.183


