Ausgabe 
17.6.1914
 
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Hausen für den Bau von Prbeiterwohnungen be­reitgestellten Mittel belauft sich auf rund 11 Millionen Mark gegenüber einer Gesamtsumme von rund 22% Mill. Mk., die der Bergfiskus im ganzen für diese Zwecke ausgewendet hat. Bis Anfang 1912 hat der Vergsiskus im genannten Bezirk 1292 Häuser mit 3998 Wohnungen errichtet. Ferner sind in Westfalen erbaut worden vom Eisenvahnfiskus 2181 Häuser mit 5545 Wohnungen, vom Reichsposlfiskus 34 Häuser mit 114 Wohnungen, vom Militär-Fis- kus 29 Häuser mit 114 Wohnungen. Tie Gesamt­summe der von Reich und Staat den gemeinnützigen Baugenossenschaften zugewendeten Mittel beträgt 8,980 Millionen, wovon auf das Re-ch 6,248 Mill., auf den Staat 2,732 Mill. entfallen.

Bon der ungeheuren Bedeutung der Wohnungs - fürsorge der privaten Arbeitgeber, so führt der Bericht weiter aus, könne man sich am besten eine Vorstellung machen, wenn man sich die Zusammenftell- ung der gesamten Leistungen in Zahlen vergegenwär­tigt. Nach einer Zählung vom 1. Januar 1903 wur­den damals in Westfalen 22 196 von privaten Arbeit­gebern errichtete Wohnungen ermittelt. Dem stehen nach der letzten Zählung gegenüber 56 348 Wohnungen, das bedeutet eine Zunahme von 34 152 Wohnungen in 12 Jahren oder im jährlichen Durchschnitt 2846. Anfang 1910 waren insgesamt 45 351 Wohnungen vorhanden-, in 2 Jahren ist also eine Zunahme von 10 997 Woh­nungen gleich 19,52 v. H. zu verzeichnen. In den ein­zelnen Regierungsbezirken wurden von den privaten Ar­beitgebern bis Ende 1911 errichtet: Arnsberg 44 167 Wohnungen, Münster 11410 Wohnungen, Min­den 771 Wohnungen. Bon den Wohnungen enthiel­ten 2,72 v. H. je 2 Zimmer, 30,92 v. H. je 3 Zim­mer, 45,52 v. H. je 4 Zimmer, 20,84 v. H. je 5 und mehr Zimmer. Die Gesamtzahl der von den privaten und öffentlichen Arbeitgebern errichteten Häuser beträgt 66,167. Rechnet man aus ein« Wohnung eine Einwoh­nerzahl von 5 Personen, so ergibt sich, daß durch die Tätigkeit der, gesamten Arbeitgeber in Westfalen für rd. 330 000 Personen oder rd. 8 v. H. der Gesamteinwoh- nerschast Unterkunft geschaffen wurde. Erheblichen Um­fang hat auch die Erbauung von Rentengü- tern kleinsten Umfanges, sog. Aibeiterrenlengüiern,

Das Ausland auf der Leipziger Weltausstellung für Kuchgewerbe und lKraph'K.

Durch nichts kann besser und eindringlicher die welt­umfassende Bedeutung der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Erapqik dokumentiert werden, als durch die Beteiligung aller Kulturftaaten der Erde. Von den verschiedenen Regierungen wurden grosze Sum­men zur Beschickung der Ausstellung und zum Teil zur Errichtung eigener prächtiger Staatsgebäude autzgewor- fen. So hat O e st e r r e i ch mit einem Kostenaufwand

Qslerreichiichcs Llaawgröaude.

von 200 000 Kronen einen 2000 Quadratmeter gro'tzen Pavillon errichtet, Frankreich, das 480 000 Frs. für die Beteiligung bewilligte, baute einen 2500 Qua­dratmeter großen Palast im vornehmen Louis-Seize - Stil, Italien hat 200 000 Lire ausgeworfen und stellt tn einem im edelsten Renaissancestil aufgeführten 1000 Quadratmeter grojzen Pavillon aus, England errichtet auf einem Areal von 2400 Quadratmeter ein Staatsgebäude im Tudorstil, und Rußlands präch­tiger Palast, der, mit einem Kostenaufwand v. 125 000 Rubel (260 000 Mark) auf einer Grundfläche von 2400

Russisches Linaisgcdaude.

Quadratmeter errichtet wurde, ist eim genau« Nachbild­ung des berühmten Moskauer Kreml. Die übrigen Staa- ten, die keine eigenen Gebäude errichteten, sind in dem großenAllgemeinen Auslandspavillon" untergebracht, und zwar die Schweiz, die N i e d e r l a n d e, B e l- gien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Spanien und Portugal. Ungarn ist im »Haus der Frau" und in der SonderausstellungDer Kaufmann" vertreten, Nordamerika mit Druck -

durch die Arbeitgeber angenommen. Insgesamt sind 131 Rentengüter errichtet worden, davon allein 104 von der Zeche Radbod bei Hamm. Auch die Art der A r- beiteransiedelung im Eigenhause durch Gewährung von Hypotheken von Arbeilgeberseite hat in Westfalen eine weile Verbreitung gefunden. 37 Arbeit­geber haben insgesamt rd. 3 Millionen Mk. dafür her­gegeben.

Besonderes Interesse dürste die Untersuchung über den Anteil des Kleinhauses an den Gesamt­leistungen der Arbeitgeber beanspruchen. Von der pri­vaten Industrie (ausschl. der Eelsenkircher Beygw.-Akt.- Ges., die mit 1388 Häusern bei der Berechnung leider ausscheiden muhte, da nur die Gesamtzahl der Häuser milgeteilt wurde) wurden insgesamt 15 590 Häuser er­richtet. Davon entfallen aus das Kleinhaus 8186 gleich 52,51 v. H., auf das Mehrfamilienhaus 7404 gleich 47,49 v. H. Bedeutende Fortschritte sind, so heißt es am Schluß des Berichts, auch in qualitativer Hinsicht durch die offenbare Bevorzugung des Kleinhauses feft- zustellen. Sowohl was die innere Einrichtung und die Bauform der Häuser als auch die äußere Aufmachung der neueren Wohnanlagen, wie Straßenbau, Aufteilung des Geländes usw. anlangt, könne man diese Siedlun­gen als Muster, moderner Siedlungsweise und Baukunst ansprecken und sie als städtebaulich vorbildlich bezeich­nen. Die neuesten Koloniebauten seien in Wahrheit Gartenstädte iw »Kleinen, wie sie zuerst in England un­ter der Initiative der Arbeitgeber entstanden sind. Ver­schiedene Leistungen unserer Arbeitgeber im Industriege­biet könnten sich den englischen Gartenstädten, nament­lich was solide Bauausführung und die ästhetische bau­liche Seite der Siedlungen anlangt, mindestens eben­bürtig an die Seite stellen.

flu$ aller Mit.

::: Das Marineflugzeug Nr. 20 stürzte auf Helgoland in der Nähe des Kriegshafens aus noch un­bekannten Ursachen ab. Verletzt wurde niemand. Das Flugzeug ist zerstört, der Motor jedoch noch brauchbar.

::: Der raffinierte Tabaktrust. Wie die Frankfurter Ztg." aus gut unterrichteten Kreisen er­fährt, versucht jetzt der Trust, verschiedene Organisatio­nen von Arbeitern und anderen Konsumenten

Jwuenisches SlaalSgebüude.

pressen sowie mit einer AüSstellung seiner Staatsdtuk- kerei und einiger Bibliotheken. China, I a p a n, I n- dien, Siam, Korea treten mit eigenen Landes - gruppen in derKulturgeschichtlichen Abteilung" auf, außerdem noch in dem Pavillon der japanischen Holz­schneider. Die Mehrzahl der fremden Staaten st schließ­lich, außer in ihren eigenen Palästen oder den genann­ten Gruppen, auch in der AbteilungZeitgenössische Gra­phik", Erste Internationale graphische Kunstausstellung, sowie in den Internationalen Sonderausstellungen und den Maschinenhallen I und II vertreten. Die fremden Nationen geben ihr Bestes und damit zugleich ein klares Spiegelbild ihrer geistigen Kultur sowie der auf­strebenden Entwickelung ihrer buchgewerblichen und gra­phischen Jndufttie. Der tatkräftigen Unterstützung, die der Ausstellung durch die Regierungen und maßgeben­den Behörden zuteil wurde, entspricht auch die rege An­teilnahme, die das große Kuiturweft nicht nur in den Kreisen der Fachleute aller Welt, sondern bei allen ge­bildeten Ständen des gesamten Auslandes überhaupt fand. Auch die Presse des Auslandes hat dem Welt- unternehmen ihr höchstes Interesse zugewandt und schon lange vor ihrer Eröffnung in den größeren Tages- und Fachzeitungen über die Ausstellung berichtet, ebenso wer­den die bedeutendsten Blätter Englands, Frankreichs, Italiens, Rußlands, Amerikas, Japans, Chinas usw. ihre Spezialkorrespondenten nach Leipzig entsenden. Zahl-

Französisches Llaalsgebäude.

einzuwickeln, die eine sehr große Mitgliederzahl haben. Er naht sich ihnen gleichsam als Freund ihrer sozialen Zwecke, die er mit bedeutenden Mitteln zu sördcrn berett ist. Als Gegenleistung verlangt ernur", daß diese Or­ganisationen »nt ihren Organen und ihrer Presse eine billige Tnistzigarette lancieren ! Das wäre in der Tat ein Weg, wie die Truftfabrikate sehr an Boden gewin­nen könnten. Man möchte annchmen, daß jene Organi­sationen nicht so töricht sein werden, dieser Versuchung zu unterliegen und, ganz abgesehen von den wirtschaft­lichen Folgen, der politischen Reaktion ein geftmdenes Essen zu bereiten. Äuffallen muß es allerdings, daß das Angebot nicht glatt von der Hand gewiesen wurde, sondern interne.Besprechungen darüber stattfiuden.

:: :^H a n n. M ü n d e n, 16. JuNi. Mehrere Göt­tinger Familien untcrnabmcn gestern per Wagen einen Ausskutz nach Münden. Der Schneidermeister JUnghans vergnügte sich damit, mit seinen zwei Söhnen auf der Fulda zu rudern. Sie wurden von der stacken Ström- ung sortgetrieben und bei dem Wehr kentecke das Boot und alle drei sielen in das Wasser. Ein 12jähriger Sohn des Schneidermeisters ertrank vor den Äu­gen des Vaters.

::: Brüssel, 16. Juni. Im Stadtpackc hatten 5 Personen unter einer großen Ulme Schutz gesucht vor einem Unwetter. Durch einen Blitzstrahl wurden zwei Männer, eine Frau und zwei Kinder niedergeworfen. Allein gestern nachmittag sind 12 Menschen durch Blib>- strahl getötet bezw. verletzt worden.

::: Paris. Montag nachmittag gingen über Pa­ris Regengüsse nieder, die in den niedrig gelegenen Vier­teln der Stadt zu zahlreichen Rissen der Kanal- und Wasserleitungen geführt. In der Umgebung der Kirche Saint Augustin ist es zu einer wirklichen Katastrophe ge­kommen. Ein Automobil mit einer Dame i st Unter dem Boden verschwunden uüd hat einen Passanten mit in die Tiefe gerissen. Die zwei Passagiere scheinen ertrunken zu sein. Vor einem Cafe l ist das Trottoir eingesunken, zehn Personen fielen in die I Tiefe. Man hofft sie retten zu können. In der Nähe ! des Barockes Chasy le Roi wurden 3 Eisenbahnarbei- ! ter durch Blitzschlag getötet, zehn schwer verletzt.

Peraniwocklich: Albin Klein, Gießen.

reiche Studienreisen und Eesellschastssahrten zur Aus­stellung aus allen Ländern der Erde sind angemeldet worden, so eine Studienreise der Deutschamerikaner in j New-Pork, eine Gesellfchastsfahrt russischer Büchhand- j lungsgehilsenverbände in St. Petersburg, eine Kollek - tivreise der Veckreter des Spanischen Buchgewerbes, eine Gesellschaftsfahrt der Angehörigen der Papierbranche Italiens und zahlreiche andere geschlossene Besuche von Fachverbänden der ganzen Welt.

Englisches Dtaaisgebüude.

Alle Paläste der fremden Staaten liegen an der prächtigenStraße der Nationen", die sich vom Ein­gänge B der Ausstellung bis zur gegenüberliegenden Halle der Kultur" hinzieht. Die Straße der Nationen , ist in diesem Jahre der Sammelpunkt der ganzen ge- j bildeten Welt, und ein buntes internationales Leben wird sich auf ihr entfalten, wie es Leipzig bisher nie zu sehen bekam und wie es nur eine Weltausstelluüg

Allgemeiner Ausianospavillon.

größten Stiles mit sich bringen kann. All den fremden Gästen, die auf dieser Straße sich treffen, wird ebenso wie dem Deutschen selbst, der voll Stolz das auf deut­schem Boden entstandene Weck vor sich sieht, das Be­wußtsein aufgehen, daß in diesem friedlichen Wettkampf der Nationen auf den weltumfassenden Gebieten des Buchgewerbes und der graphischen Künste zugleich ein neues Band gegenseittger ÄnnäheruNg um die Kultuv- völker der Eyde geschlungen wurde.