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fahren. Die Uebungsreise wft über
Molsheim gegen Diedenhofen. Samsie-q st:w':d d:r große Generalstab nach Baden-Baden fahren und dort bis Wontag verweilen. Donnerstag aM späten Nachmittag nach der Ankunst des Kronprinzen sammelte sich vor seinem Straßburger Absteigequartier, dem Hotel „Zur Stadt Paris" ein zahlreiches Publikum an und blieb trotz der eisrigen Bemühungen der Polizei, die Menge in Zirkulation zu halten, standhaft. Als der Kronprinz den Balkon betrat, wurde er mit stürmischen Hochrusen begrüßt, für welche Ovation der Kronprinz, nach allen Seiten sich verneigend, dankte.
* Generaloberst von Eichhorn, General-Inspekteur der, 7. Armeeinspektion, ist, wie uns ein Telegramm aus Metz belichtet, gestern morgen auf dem Ererzierplatz in Frescati bei der EskadronbesichliguNg des Hufarenrcgiments Nr. 13 mit dem Pserde gestürzt und hat sich dabei eine Muskelzerrung am Oberschenkel zugezogen.
England.
' Der Täglichen Rundschau" wird von besonderer Seile bestätigt, daß tatsächlich von russisch-französischer Seite an die englische Regierung die Zumutung gestellt wurde, der französisch-russischenFlot- t e n k o n v e n t i o n b e i z u I r e t e n. Bekanntlich ist die Flottenäbmachung des Zweibundes erst während der Marokkoschwierigkeilen, also viele Jahre nach dem eigentlichen Bündnisvertrag, abgeschlossen worden. Während des Besuches des Königs Georg in Paris hatte der russische Botschafter Jswolski die Frage neuerlich zur Sprache gebracht und hat nun, wie dem genannten Blatte aus bester Quelle versichert wird, eine ablehnende A-n t w o r t erhalten. JDu englische Regierung wünsche mit Rücksicht auf die Stimmung im eigenen Lande und die guten Beziehungen zU Deutschland die Vermeidung jeden Schrittes, der als gegen eine befreundete Macht gerichtet angesehen werden könne.
Amerika.
* Die Pläne zur Schäftung s r i e d l i ch e r Zustände in Meriko sind im wesentlichen fertiggestellt und dem Präsidenten Wilson sowie General Hueyta zur Billigung vorgelcgt worden.
kin grosses ScbifbungliicK.
Der Dampfer „Empretz os Jreland" der Canadian Pacific Eisenbahn ist in der Mündung des St. Lorenzstromes nach dem Zusammenstotz mit einem in Norwegen beheimateten Dampfer „Storestad" gesunken, wobei 1000 Menschen ertranken. Diese Katastrophe stellt sich als eine der grötzten in der Geschichte der Seeschiffahrt überhaupt dar. Es sind nur wenige Unglückssälle zur See zu verzeichnen, bei denen so viele hundert Menschen um das Leben gekommen sind. Die grötzte Katastrophe war der Untergang der „Titanic" am 15. April 1912, bei dem rund 1500 Menschen ihr Leben lassen mutzten, an zweiter Stelle folgt dann der Brand des New-Pocker Vergnüa»mgsdampfers „Slocum" im Jahre 1904, der rund 1000 Opser forderte, 1902 kamen mit dem englisch-indischen Schiff „Camorta" 739 Personen um, und es folgen dann einige Katastrophen mit je rund 600 Opfern.
Der Bericht des Kapitäns K e n d e l l, der Führer des „Empretz of Jreland" lautet:
„Als wir Donnerstag abend, 28. Mai, den St. Lorenzftrom hinabfuhren, setzte dichter Nebel ein. Ich lieh infolgedessen die Maschinen mit halber Kraft gehen, um die Geschwindigkeit meines Schiffes herabzumindern. Ich wich nicht von der Kommandobrücke und als um 2 Uhr nachts der Nebel noch dichter wurde, gab ich Befehl, die Geschwindigkeit noch mehr zu verringern. Wir befanden uns ungefähr aus der Höhe von Father Point. Plötzlich sah ich steuerbord von unserem Schiff eine Toplaterne aufblitzen und im selben Augenblick tauchten aus dem Nebel die Umrisse eines grohen Dampfers auf, der mit größter Geschwindigkeit auf uns zukam. Ich versuchte, die „Empretz" nach Backbord herumzulegen, aber es blieb keine Zeit mehr dazu. Im gleichen Augenblick, wie das Glockenzeichen des Steuertelegraphen ertönte, erfolgte auch bereits der Zusammenstotz. Der fremde Dampfer, wie sich später herausstellte, der. norwegische Kohlendampfer „Storeftad", prallte mit furchtbarer Gewalt auf die „Empretz of Jreland" auf. Der Stotz traf uns mittschiffs in der Nähe des Maschinenraumes. Die „Empretz of Jreland" erschütterte in allen ihren Grundfesten und hatte sofort Schlagseite nach Steuerbord. Das Schiff war beinahe in zwei Teile zerschnitten. Ich gab sofort Befehl, die Rettungsboote klar zu' machen, was jedoch nur auf der Steuerbordseite gelang. Alle Passagiere konnten nicht in den zu Wasser gebrachten Booten Platz finden. Ein Teil der Boote schlug auch Um. Zehn Minuten nach dem Zusammenstoß ging die „Empretz of Jreland" unter, nur noch ein Strudel bezeichnete die Stelle, wo die Wel
len ihren Leib bearaben hatten. Ich selbst wurde von der „Heureka" ansa-norncr."
Die Dampfer „Lady Evelyn" und „yeureia^ nay- mcn 399 der Uebcrlebenden aus den wenig niederge - laffenen Rettungsbooten der „Empretz" auf. Diese sank so schnell, datz die wenigen Passagiere, welche sich in die Rettungsboote flüchten konnten, nur das nackte Leven retten konnten. Die Uebcrlebenden litten furchtbar unter ihren Bein- und Armverletzungen, sowie durch die Kälte. In den Rettungsbooten kauerten die Ueber- lcbenden stöhnend und betäubt, einige sterbend infolge der Verletzungen, die sie erlitten halten.
Die beiden Beamten, welche den Dienst für die drahtlose Telegraphie versahen, sind gerettet, ebenso der erste Ingenieur der „Empretz of Jreland".
Der Dampfer „Storeftad", der einer norwegischen Gesellschaft gehört und am 17. April Venedig verlassen hat und am 18. Mai in Quebec angekommen war, hat, wie verlautet, einige Ueberlebende der „Empretz os Jreland" an Bord.
Hus Stadt und Land.
* Gießen. Die Stadtverordneten wählten in nichtöffentlicher Sitzung den Regierungsbaumeister Günther Krenzien zu Gießen zum besoldeten Beigeordneten. Kreuzten ist am 15. September 1873 in Eisenach als Sohn des Postsekcetärs Krenzien geboren. Ec besuchte das Wilhelmsgymnasium in Kassel und w'dmete sich nach bestandener Reifeprüfung zunächst der Offizierslausbahn. Im Jahre 1900 bezog er die technische Hochschule in Darmstadt, Architektur zu studieren. Die Ferien seiner Studienzeit benutzte er, um sich als Hilfstechniker bei der Baupolizei der Stadt Frankfurt a. M. zu betätigen. Den Vorbereitungsdienst der hessischen Staatsbauverwaltung erledigte er als Negierungsbauführer bei dem Hochbauamt in Mainz und dem Kreisbauinspektor des Kreises Darmstadt, woraus ec als Regierungsbaumeistcr dem bautccbnilchen Büro der Ministeralabteilung für Bauwesen und dann dem Kreisbauinspektor des Kreises Offenbach zugeteilt wurde. Vom Frühjahr 1912 an war cr bei Neubauten einer Ohren- und einer Hautklinik und seit Beginn dieses Jahres als Regierungsbaumeistcr bei dem Gießenec Kreisamt beschäftigt. Das Gehalt für die Belgeocdneten- stclle hat die Stadtverordnetenversammlung aus 6000 b s 8500 Mark festgesetzt
* Gießen. Am 23 Mai fand in Darmstadt die mündliche Prüfung für die Finanz-Aspiranten der mittleren Finanz Beamten statt. Dicsem Examen haben sich die Finanz Aspiranten Hans Becker und Ludwig Höhn, beide von hier, zum ersten Mal unterzogen und bestand solches von 35 Kandidaten an 2. Stelle Herr Höhn und an 4. Stelle Herr Becker. Wir gratulieren.
):( Die hessischen Genossenschaften. Aus Anlaß der Genossenschaftskrisis hatte der Abg. Reh mit Unterstützung der fortschrittlichen Fraktion im Landtage beantragt, die Negierung um baldige Vorlage eines Gesetzes zu ersuchen, wonach denjenigen in Hessen wohnenden Mitgliedern hessischer landwirtschaftlicher Ge- nossenschaften, die aus ihrer Mitgliedschaft einen erheblichen Vermögensverlust zu erleiden haben, Darlehen aus der LondeSkreditkasse oder aus anderen staatlichen Mitteln bis zur Höhe von 85 Prozent des Wertes der belithenen Objekte gewährt werden. In der inzwtfchen verabschiedeten Vorlage über die Zentralkasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften ist den Anregungen der Abgeordneten Reh und Genossen insrfern Rechnung getragen worden, als auf die Unterstützung würdiger und bedürftiger Mitglieder einer Genossenschaft ein besonderes Augenmerk gerichtet werden soll. Dies soll dadurch geschehen, daß die mit Staatskredtt unterstützten Gcnoffenschaftin ihren bedürftigen Mitgliedern durch ausreichende Kreditgewährung ihrerseits helfen. Den Gedanken, einzelnen Mitgliedern einer Genossenschaft direkt aus staatlichen Mitteln Darlehen zu gewähren, lehnt die Regierung ab. Einmal der Konsequenzen halber, sodann aber auch, weil ec sich von dem landwirtschaftlichen Grundgedanken und dem damit zusammenhängenden Veranlwortlichkeitsgcfühl entferne. Auch würde eine Beleihung von Grundstücken bis zu 85 Prozent des Wertes eine bedenkliche Entwertung des Immobiliarkredits bedeuten. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hat sich in seiner Mehrheit diesen Bedenken angeschloffen; er glaubt deshalb den vocgcschlagenen Weg nicht als gangbar bezeichnen zu sollen und beantragt gegen eine Stimme, den Antrag Reh abzulehnen.
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Aus aller Mil.
* Bremen. Im 53. Lebensjahre starb hier
der Kaufmann Heinrich Vogelfang, dessen Namen mil den Anfängen der deutschen Kolonialpolitik verknüpft ist.
::: Oberndors a N. Geh. Kommerzienrat Dr. ing. Paul v. Mauser, Generaldirektor der Was- sensabrik Mauser A.-G. ist im Alter vcn 76 Jahren gestorben. Mauser war der Nestor der deutschen Gewehr- indnstrie. Er erwarb sich als Konstruktor des Jnfan- leriegewehrs der deutschen Armee seit 1870 große Verdienste und schuf sich duych seine Waffenkcnftruktionen einen Weltruf. Seine Gewehrkonstruktionen sind fast in allen Auislandsstaaten eingesührt.
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Jeder Tag bringt Gewinn dem, der vorteilhaft cinkaufi. Natürlich muß inan die geeigneten Bezugsquellen kennen, ohne die Ersparnisse nicht möglich sind. Wir velweisen auf den der heutigen Ausgabe unseres Blattes beiliegenden, Prospekt der be> kannten Firma Hans vartmaun Aktiengesellschaft, Eisenach, die als leistungsfähiges SpezialhaiiS für Fahrräder, Sport- und sonstige Gebrauchsartikel einen weilen Rus genieß«. Die Prospekt- Illustrationen gebe» dem Leser ein ungefähres Bild über die Bedeutung dieses Hauses. Alle nützlichen Artikel für den täglichen Gebrauch und sür Geschenkzwrckc erhält man dort in anerkannt vorzüglicher Qualität und ohne Frage sehr preiswert. Der Besteller hat also unbedingt Borteile Bo» Hundertlausenden ist dies anerkannt und durch häufige Nachbestellungen bestätigt worden. Im Interesse unserer geschätzten Leser empfehlen wir die Absordcrung des neuen reichhaltigen KatalogeS der Firma durch die dem Prospekt an hängende Postkarte.
BAD NAUHEIM
Programm
vom 31. Hai l»in 7. Juni 1914.
Sonntag, 31. Mai (1. Pfingstfeiertag), nachm, von 4 bi; 6 l / 2 Uhr, abends von 8 — 10 Uhr auf der Terrasse Konzer" der Kapelle des II. Bayr. Jägerbataillons. Abends 8 Uhl im Kurhaussaale Theater: Krieg im Frieden, Lustspiel Bad-Nauheimer Woche
Montag, 1. Juni (2. Ptingstfeiertag). vorm von 11'/, bi. 1 12 1 /» Uhr Militärkonzert auf dem Johannisberg. Nachm von 4—6 Uhr, abends von 8—10 Uhr auf derTerrasst Doppel-Konzert der Kurkapelle und der Kapelle de, II. Bayr. Jägerbataillons Abends 8 Uhr im Kurhaus saale Theater: Die spanische Fliege, Schwank.
Dienstag, 2. Juni, nachm, von 3'/,—5 Uhr, abend, von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kur kapelle. Im Kurhaustheater nachm. 5'/t Uhr Krstes Gastspiel des Baden-Badener Künsller-Marionettenthea ters: Der Teufel mit dem alten Weib, von Hans Sachs Der fahrende Schüler im Paradies, von Hans Sachs Auftreten der Salonmarionetten Bruno und Caruso Abends 8'/» Uhr: Zweites Gastspiel des Baden-Badenei Künstler-Marionettentheaters: König Violon u. Prinzess« Klarinette, von Mahlmann. Fastnachtsspiel von Paket Brey, dem falschen Propheten, von Goethe. Das Duell von Ludwig Thoma. Auftreten der Salonmarionetter Bruno und Caruso.
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