Ausgabe 
23.5.1914
 
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In raschem Siegeslauf bat sich der echte Kathreiners Malzkaffee den ganzen Erdball erobert. Er wird täglich von trieler Millionen Menschen getrunken. Der Gehalt macht's!

Gewerbliche Hausarbeit in Gberhesien.

Ueber die Hausarbeit in der Provinz Oberhessen schreibt der Gewerbcinspcklcr in seinem Jahresbericht fol­gendes :

Nach den Erhebungen im Herbst 1913 findet das HaUsarbcitsgesetz auf 1103 hausgewerbliche Betriebe der Provinz Obcrheffen Anwendung. Gegenüber der erst­maligen Zählung nach Inkrafttreten des Gesetzes (1912) sind es 159 Arbeiter mehr. Eine auffallende Zunahme von 50 Hausarbeitern in einem Jahre hat in der Tabak-Hausindustrie im Slreis Eiehen stattgefunden, in der überhaupt seit einigen Jahren eine ständige Ver - mehrung der Hausarbeiter eingelreten ist. Im übrigen scheint die Zahl der beschäftigten Hausarbeiler, von denen ein grohcr Teil nur nebenbei oder periodisch die ge­werbliche Arbeit verrichtet, stets gröhcrcn Schwankungen zu unterliegen.

Aus die einzelnen Kreise der Provinz ist die Haus­arbeit folgendermahen verteilt. An der Spietzc fleh! der Kreis Eichen mit 176 Hausarbcilern, von denen diejenigen in der Tabakindustrie mit 321 Rollern und 80 Entrippern die überwiegende Mehrheit bilden. Es folgen 38 Schneider, 25 Weihzeugnäherinnen, 2 Haus- weber un d 10 Schirm Näherinnen in Gießen, lieber 'die Taugten der letzteren wurve foigenves clmtt- telt: Die Arbeit ist leicht und nicht ungesund. Die mei­ste» Näherinnen arbeiten nur wenige Stunden am Tag nach Bedarf, und wie es ihr Haushalt zuläht. Der Slutidcnlogn stellt sich nach Abzug für Zwirn, auf etwa 18 bis 23 Psg. Da am Sitze des Geschäftes nicht ge­nügend Arbeitskräfte zu bekommen sind, beschäftigt die Firma noch etwa 30 weitere Hausarbciter in 2 benach­barten preußischen Städten.

Im Kreis Alsfeld wurden 318 Hausarbei­ler gezählt und zwar 100 Weber, 125 Stuhlflechter, 61 Säckenäherinnen, 23 Strickerinnen, 12 Schneider, 8 Kleidernäherinnen, 5 Polierer, 3 Zigarrcnmachcr, 3 Raf- peler, 3 Bürsteneinziehcr und 2 Holzdrcher.

Der Kreis Büdingen zählt 21 Hausarbeiter.: 9 Schneider, 6 Strickerinnen und 6 Näherinnen.

Der Kreis La ulerbach weist 308" Hausar - beiter auf, wovon 189 Weber sind. 50 Frauen und Mädchen garnieren Hüte, 10 nähen Säcke, 21 kleben Fellstücke auf Papier, 6 Frauen nähen Weihzeug und 2 Schneider fertigen Hcrfcnkleidcr im grohcn für ein Kon­fektionsgeschäft.

Unter den 137 Hausarbeitern des Kreises S ch o 1- t c n nehmen cbensalls die 96 Weber die erste Stelle ein. Dann kommen 23 Taibak-Heimatbeiter, 17 Strumpf - stricker und 1 Schneider.

Der Kreis Fried b erg zählt 113 Hausarbciter, die meistens für Frankfurter Firmen arbeiten. In die­sem Jahre sind 10 Korsettnäherinnen und 7 Weihzeug­näherinnen iteu dazu gekommen. 21 Hausarbeiler wer­den mit Tütenkleben, 2 mit Handschuhnähen, 19 Schnei­der mit Konfektionsarbciien beschäftigt. Dazu kommen 51 Portefemller in der Stadt Vilbel. Diese arbeiten für Ossenbachcr und Frankfurter Fabriken. Es werden Bör­sen und Damentaschen sowie feinere Portcfeuillewaren angesertigt. Die Arbeit teilt sich in das Anschlägen von Bügeln und das Nähen der Taschen. Unmittelbar für die Geschäfte arbeiten nur wenige Hausarbeiler. Die meisten erhalten ihre Arbeit von Zwischenmcislcrn, die selbst Mitarbeiten. In diesem Herbst wurden 8 Zzpi- schenmcisler gezählt, die zusammen 10 Hausarbciter be­schäftigen: deren Arbeit ist fast durchgängig keine gleich­mäßige, sondern die Aufträge richten sich nach der Sai­son. Es findet anch, abgesehen von den Zwischenmci- stcrn, bei den meisten keine regelmäßige und ununter - brochenc tägliche Arbeitszeit statt. Die gewerblich« Be­schäftigung geht Hand in Hand mit der Verrichtung der häuslichen Obliegenheiten. Im allgemeinen kann man dem einzelnen Hausarbeiler täglich 1 bis 6 Stunden Arbeitszeit zurechnen und den Stundenverdienst mit durchschnittlich 15 bis 18 Psg. veranschlagen, so dah ein Wochenverdienst von 5 bis 7 Mark herauskommt. Doch find höhere Einnahmen, die auch von der Art der Ar­

beit sowie der Geschicklichkeit abhängen, keine Seltenheit. Die wirtschaftliche Lage der Hausarbeiterinnen ist mit wenigen Ausnahmen gut. Die Ablieferung an den Zwi­schenmeister am Wohnort ist der Mehrzahl der Haus­arbeiter erwünscht. Sie sparen dadurch viel Zeit upd Geld. Auch den Geschäften ist die Vermittelung durch den Zwischenmeister angenehm. Von den letzteren halten einige Lehrbuben, andere lernen ihre eigenen Söhne an. Einige Hausarbeiter brachten auch Klagen vor, dah sie besonders in der stillen Geschäftszeit bei der Empfang­nahme und Ablieferung von Waren über Gebühr war­ten mühten und dadurch eine durch die Natur des Be­triebes nicht gerechtfertigte Zeitversäumnis erlitten. Die Eewerbeinspektion hat daraufhin von der Befugnis des 8 5 des Hausarbeilsgesetzcs Gebrauch gemacht. Die Ar­beitsräume von 6 Zwischenmeistern und 20 Hautzarbei- tern sind besichtigt worden. Die ersteren haben sämtlich besondere Werkstätten. Einige der letzteren sprachen sich dahin aUs, dah die Räume, in denen regelmäßig län­gere Zeit tagsüber Portefeuilleahbeiten hergestellt wür­den, mindestens zum Schlafen nicht benutzt werden soll­ten. Auffallende Mihstände wurden in den besuchten Betrieben nicht vorgesuuden.

Xu$ Stadt und Land.

* Die Zentra lkasse der hessischen land­wirtschaftlichen Genossenschaften m. b. H. hält ihre erste ordentliche Generalversammlung am Mittwoch, den 3. Juni, vormittags 10 1 /* Uhr, im Kaisersaal zu Darmstadt ab. Die Tagesordnung lautet: I. Bericht des Vorstandes über das erste Ge­schäftsjahr. Vorlage der Jahrcsrechnung und Bilanz. 2. Bericht des Aufsichtsrats über seine Tätigkeit, insbe­sondere über die Prüfung der Jahrcsrechnung und Bilanz, sowie über seine Vorschläge zur Verteilung des Reingewinns. 3 Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresrcchnung und Bilanz. 4. Beschlußfassung über die Gewit.nverteilung. 5. Beschlußfassung über die Entlastung des Vorstandes. 6. Wahl von drei Aufsichtsratsmitgliedern. 7. Bericht über die gesetzliche Revision. Erklärung des Ausftchtsrats über das Er­gebnis dieser Revision. 8. Geschäftliches.

* Fahrpreisermähig ungen für Hand­werker und Arbeiter zuM Besuche der W e r k b u' n d - A u s st e l l u n g in Köln. Auf den Strecken der preuhischchessischen Staatsbahnen und der Reichseisen - bahnen sollen sämtliche in Handwerks- und Fabrikbetrie­den beschäftigten Arbeiter mit einem Einkommen bis zu 2500 Mk. zum Besuche der Werkbund-Ausstellung eine Ermäßigung um die Hälfte des gewöhnlichen Fahrprei­ses erhalten. In diese Vergünstigung sind auch alle selbständigen Handwerksmeister eingeschlossen, die in ihrem Gewerbebetriebe nicht mehr als 8 Gesellen beschäftigen.

* Gießen, 21. Mai. Ein Arbeiter von hier überfiel tm Sitzungssaals der Strafkammer eine Zeugin, die gegen ihn Anzeige wegen Sittltchkeitsver- brechens erstattet hatte, und schlug sie heftig. Ec wurde sofort in eine Haftstrafe von 3 Tagen genommen und in der anschließenden Verhandlung wegen des genannten Verbrechens zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.

* Gießen. Zum beabsichtigten Umbau der alten Klinik als Rathaus war ein Preisaus­schreiben unter den Gießener Architekten erfolgt. Es sind insgesamt 14 Entwürfe eingegangen. Tie Preis­richter haben am Dienstag die Entwürfe begutachtet und die Pläne folgender Architekten mit Preisen bedacht : 1. Regierungsbaumeister a. D. Schön 600 Mark, 2. Architekt Garnon 500 Mark, 3. Architekt Meyer 400 Mack, 4. Kreisstraßenmeister Mohr 400 Mark.

s Darm st ad 1. Bei einem Brandunglück, das sich in dem Villenviertel Ludwigshöhe bei Eberstadt er­eignete, und bei dem der Privatgelehrte Heydrich als verkohlte Leiche aufgesunden wurde, nahm man zunächst Erplosion bei einem wissenschaftlichen Erperiment als Ursache an. Verschiedene mysteriöse Begleitumstände aber legen jetzt die Vermutung nahe, dah dem Unglück ein Verbrechen zu Grunde liegt. Auf Grund einer von der Staatsanwaltschaft angeordneten Untersuchung an Ort und Stelle wurde der beim Eindringen in das Haus bewußtlos, aufgefundene 23jühriqe Student Wilhelm Vogt nach mehrstündigem Verhör wegen Mordver - dachl vorläufig festgenommen und in das Provinzial- arresthaus verbracht. Der Sektionsbesund ergab näm­lich, dah die Leiche eine umfangreiche Tchädelzertrüm - merung aufwies, deren Ursache zwar nicht bestimmt fest­zustellen ist, die aber den Schluß zuläht, dah sie noch bei Lebzeiten verursacht wurde.

Aus aller Mil.

::: Friedrichshofen. Das LuftschiffL. 3", der neue Marinelustkreuzer, ist Donnerstag vormittag 7.15 Uhr zu einer 36stündigen Dauerfahrt anfgestiegen. An Bord befindet sich eine Marineabnah- me-Kommission. Um 10 Uhr hat das Luftschiff Basel überflogen. Das Endziel ist Johannisthal. Freitag >rüh zwischen 4]/ 2 und 5 Uhr kreuzte ein Zeppelin-Luft- Ichiff in großer Höhe über Hamburg. Ob es sich, was wahrscheinlich ist, um denL. 3" handelt, war bis zur Stunde nicht sicher sestzuftellen.

öefcbättlicbes.

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päischen Staaten vertreten, sondern auch in weltentlege­nen einsamen Farmen des brasilianischen Urwaldes und den afrikanischen Steppen sind Dr. Oetkers Fabrikate u. Dr. Oetkers Rezepte ständig in Gebrauch. Für die Qua­lität der MarkeOetkers Hellkopf' ist dieser Weltruf der beste Beweis. Alle Bäckereien, di« mit Dr. Oetkers Vackin"-Backpulver hergestellt werden, gelingen vorzüg­lich. Nahrhafte, wohlschmeckende Puddings bereitet man aus Dr. Oetkers Puddingpulver, und Dr. Oetkers Va- nillinzucklr gebraucht man zum Würzen von Sühfpei- sen aller Art anstelle der teuren Vanille. Dr. Oetkcr's Fabrikate sind überall, das Päckchen zu 10 Pfg., zu haben. Rezeptbücher werden in den Geschäften gratis verabfolgt.

Kirchliche Nachrichten.

Lvangrlische Gemeinde in Giehrn.

Sonntag, den 24. Mai, Eraudi.

Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vorm. 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfinnierten aus der Matthäusgemeinde.

Vormittags 9% Uhr. Professor D. Eck.

Vorm. 11 Uhr: Kinderkicche für die Markusgemeinde.

Pfarrer Schwabe.

Am 2. Pfingstfeiertag findet im Hareptgottesdienft Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Mar- kusgemeinde statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

In der Johanneskirche.

Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Zugleich Chriftelnlehre für die Reukorffirmierten aus der Lukasgemeinde.

Vorm. 9!4 Uhr: Pfarrafsistent Hoffmann.

Am 1. Pfingstseiertage wird in beiden Kirchen die all­jährliche Kollekte für die Lutherstiftung erhoben wer­den.

An demselben Tage sindet im Hauptgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Jo­hannesgemeinde gemeinsam statt. Anmeldrkngen da­zu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Katholische Gemeinde in Gießen.

Samstag, den 23. Mai.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gele­genheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 24. Mai.

6. Sonntag nach Ostern.

Vorm. 614 Uhr: Gelegenheit zur hl. Bricht.

Vorm, um 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vornn um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

Vorm, um 9 Uhr: Hochamt mst Predigt.

Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe nnt Predigt.

Nachm, um 2 Uhr: Christenlehre-, darauf Andacht.

Dienstag und Freitag abend um 6\4 Uhr ist Mai-An­dacht.

Diaspora:

In Hungen um 9% Uhr.

In Grünberg um 9% Uhr.

Verantwortlich: Albin Klein. Gießen.

Von langer Krankheit endlich genesen! Welch über­wältigendes Gefühl des Glücks und der Freude liegt in dieser erlösenden Erkenntnis. Das ivissen alle die am denen nachzu­fühlen, die am Schmerzenslager des Ernährers, der Mutier, eines Kindes oder eines anderen teuere« Wesens je gestanden, geharrt und gebangt haben, aber die gar leibst, von Schmerzen gepeinigt, an Körper und Geist gebrochen, zum stillen Dulden.- verurteilt, dahinsiechen muhten. Sie alle ivrrdcn sich jener selbst- erleblen qualvollen Stunden erinnern, wenn sie in dem unserer Gesnml-AnSgalic beilegenden Prospekt die Schilderungen jener glücklich Genesenen studieren, die den, Altbuchhorster Mark­sprudel Starkgiicllc ihre wicdcrgewonnene Gesundheit und Lebensfreude zu verdanken haben. Wenn es angesichts di scr - von überströmcndem Dank getragenen Anerkennungen und der nicht ivenigcr begeisterten ärztlichen Besiätigimgen noch einer be­sonderen Empfehlung dieser ebenso belichten wie erfolgreichen Heilquelle bedarf, dann genügt wohl die Tatsache, dah hiesige bekannte und vertrauenswürdige BerkanfSsirmrn ihrer Ileber- zeugung von der hervorragende» Güte des Altbuchhorster Mark­sprudel Siarkquelle in gleichem Matze in den, Prospekt Ausdruck geben. Wir empsehlen ihn daher dringend der eingehenden Be­achtung älter unserer Leser.