TOcr über andere 5cbIcJ;tC5 hört,
Soll es nicht weiter noch verkünden.
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Das Reich der rau.
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war leicht wird Menschcnglück zerstört, !
Doch schwer ist Menschenglück zu gründen.
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12, XX.
Abb. 1.
Suimpe in Form einer Unter- taille.
Rückblick auf den internationalen Kongreß und Die Aussteüung über Seichen- und Lunstunterricht mit besonderer Berücksichtigung der Frau.
Auf dem internationalen Kongreß und der damit verbundenen Ausstellung war Deutschland naturgemäß am meisten vertreten und von den deutschen Ländern wiederum Sachsen und vor allem Dresden am reichhaltigsten. 200 große Säle und Kojen im Ausstcllungsgebäudc in der tcnncstraße dienten zur Aufnahme aller eingesandten Erzeugnisse eines rationellen Zeichen- und kunstgewerblichen Unterrichts. Wenn Prof. Rcichold, München, behauptete, daß die früheren Ausstellungen gegen die jetzigen wie ein armes Kind gegenüber einem König seien, so beweist uns ein Gang durch die imposant wirkenden Ausstellungsräume, daß er recht hatte. Zeichnen und Landfertigkcit traten uns überall als wichtiges Er. ziehungsmittel entgegen I An den sächsischen Ausstellungsobjekten erkannten wir mit besonderer Genugtuung die Bewegungsfreiheit der Lehrer Sachsens, die es in der Land haben, ihre Schüler auf verschiedenen Wegen ans Ziel zu führen, und bei denen die pflege der Leimatslicbc stets oberstes
S rinzip ist. Dabei wird das Gcdächtniszcichncn als eine kauptüütze des nterrichts und das Zeichnen im allgemeinen als Mittel des Gcüankenaus- drucks betrachtet. Aus dem alten Srnamentzeichncn sahen wir das schmückende Zeichnen der kindlichen Verzierungskunst erstehen.
Auch an den Arbeiten der verschiedenen Sraucnschulen erkannten wir das Bemühen der Lehrenden, die erfinderische und gestaltende Phantasie der Schülerinnen zu wecken und Selbständigkeit und Individualität durch die kunstgewerblichen Arbeiten zum Ausdruck zu bringen. Besonders be, den Ausstellungsobjekten der Lamburger Gewerbeschulen für Mädchen be- merkten wir das Bestreben, die Konstruktion und Släche zu betonen, stets das Prinzip verratend, alles Zwecklose zu vermeiden und nur das zu bearbeiten, was praktische Verwendung findet. Die Apparate aus dem psychologischen Institut zu kamburg, sowie die vcrantchaulichungsmittcl zur Psychologie des Zeichnens und die Apparate zur Bestimmung des Augenmaßes für linearische Entfernungen, die angewandt werden, um die Mehlig- keit der Maßverhältnisse des aus dem Gedächtnis gezeichneten Gegenstandes zu prüfen, ermöglichen dem Zeichner, selber die Hehler seines Sekvermögens zu finden und zu verbessern. Wohl nirgends zuvor war die Richtung, dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht gleiche Ausbildungsmöglichkcitcn zu erschließen, sc deutlich zu beobachten, als auf der Dresdener Ausstellung. Sämtliche dort von Srauenarbe-tsschulcn ausgestellten kunstgewerblichen Erzeiignisje zeugten davon, daß eingehende Zcichenstudien die Grundlage aller dieser Arbeite» bildeten, und wiederhol! wurde auf dem mit der Ausstellung verbundenen Kongreß betont, daß die Vorbildung der »Lehrer und Lehrerinnen' für Kunstunterricht und Zeichnen an höheren Schulen, sowohl hinsichtlich der aUgcincincn, wie der fachlichen Ausbildung derjenigen der wissenschafilichcn Lehrer gleich sein müsse. So soll also auch die Lehrerin für dieses Sach hem Lehrer durchaus gleichgestellt werden, und daß diese Sorderungen nicht nur Theorie bleiben, sondern auch in die praris umgesctzt sind, da- von zeugten die verschiedenen Lehrgänge der Lchrcrinncnseminare, die an ihren wirbelten eine systematische Handhabung des Zcichenliiitcrlichls, sowie Hörderung der Iudividu- alität und Betonung der Selbsthilfe der Schülerinnen, eine freie Auffassung und geniale Durchführung des gebotenen Gegenstandes erkeniicii ließen, was besonders bei der Ausbildung der Zeichenlchrerinncn Lamburgs, Ivürttcnibergs, Lerliiis mid Sachsens hcr- vortrat. Wo gut ausgebildcte und genial veranlagte Lehrer und Lehrerinnen ihre; Amtes walteten, wurde auch sofort an den ausgestellten Schülcrarbciten klar, wie z. B. an den Erzeugnissen des Laudfcrtigkcitskursus des Lehrers pralle, Lamburg, die mit ihren großen, vereinfachten Hormcn, ihren klaren, kräftigen Harbcn, die bei den Lokomotiven, Wagen, Läufern und Türmen besonders aufficlen. als Beispiele einer unverdorbenen Kindcrkunst gelten können. Auch die Arbeiten aus dem Realgymnasium zu Göppingen, sowie die aus den meisten Dresdener
Schulen verraten das lvaltcn einsichtsvoller Lehrer, und daß die Lehrerinnen der schon genannten Hrauenarbcits- und Gewerbeschulen sich ihnen würdig au die Seite stellen können, braucht wohl nicht noch erwäknt zu werden/
von den für Zeichnen und Kunstgewerbe ausgebildcten Hraucn, die teils, wenn sie das Lchrcrinncnepamcn gemacht, an Schulen wirken können, teils als Kunst- gcwcrblerinncn der verschiedensten Branchen ihr Hortkommcn suchen, findet erwiesener- maßen jedoch leider nur ein kleiner Teil die gewünschte, ihrer Ausbildung entsprechende Beschäftigung und Entlohnung. Selten sehen wir daher auch bei derartigen Ausstellungen, wie die Dresdener, Hraucn an der Spitze eigener Werkstätten. Linen um so erfreulichere» Eindruck riefen deshalb die künstlerisch wirkenden Bildkartcn aus deutschen Städten aus Susanne komanns Werkstätten, Darmftaüt, für moderne Lichtbildkunst hervor. Diese Bildkartcn und Diapositive für wirtschaft-geographischen Unterricht, die schon in vielen Schulen benutzt werden, bieten dem Lehrer sicherlich ein geeignetes Mittel zur pflege der Leimatslicbe und der Leimatkunst.
Unter den kunstgewerblichen Landarbeiten nehmen auch die Ivebcreicn der Webschule »Ncilad' (d. h. Nähladcf, Lübeck, eine hervorragende Stellung ein. Hlachstuhl-webereien, die größtenteils auf dem »Ncilad-Wcbstuhl" nach sclbstcntworfcnen Muster» mit pflanzcnfarben cingefärbter Wolle ge- webten, unter ihnen hübsche Vorhänge und Decken »ach Melüorfcr Art. schöne Wandbehänge Mit dem bekannten Lasenmotiv und manche anderen praktischen Webereien beweisen UNS, wie in der Travestadt die ncuzeiilichcn Landwcbcrcien gepflegt werden. Künstliche Bluinen aus der Blumenschule zu Sebnitz, hauchzarte Spitzen aus Plauen, kunstvoll gearbeitete Bucheinbände aus Lamburg, Stuttgart und Dresden und nock manche anderen Erzeugnisse weiblichen Gcwerbeflcißes bildeten einen Glanzpunkt der Ausstellung, von den internationalen Ländern und Städten, die die Ausstellung beschickten, er. regten Paris und Kopenhagen wohl am meisten Aufmerksamkeit.
Im ganzen scheinen icdoch alle Schulen des In- und Auslandcs das Bestreben zu haben, Zeichnen als Grundlage jeder Kunst- gewerblichen Männer- und Srauenarbeit zu pflegen und ihm im Lehrplan die Stelle cinzuräumcn, die ihm von Rechts wegen gebührt, ihm aber nicht überall zucrkannt wird, gibt es doch noch Schulen, die dem Zeichenunterricht nur zwei Stunden wöchentlich einräumen. Als rühmliche Ausnahmen find wohl nur die Lictzschen Anstalten, in denen in einigen blassen diesem Unterricht 8 Stunden zuerteilt werden, und die rühmlichst auf der Ausstellung vertreten waren, zu bezeichnen. Sicherlich habe» der Kongreß und die Ausstellung auch Len Hraucn manche An- rcgung gebracht, die zahlreich erschienen waren und ihre Sach- und Sachkenntnisse nicht nur durch ausgestellte Arbeiten, sondern auch durch manche Vorträge und Beteiligung an der Diskussion im Kongreß bewiesen. Der fünfte Kongreß wird jedoch nicht nach vier, sondern erst nach sechs Jahren, und zwar in Paris, stattfindcn. In dieser Zeit werden alle Gelegenheit habe», das auf dem Dresdener Kongreß und der Ausstellung Gelernte in sich zu verarbeiten und cs den ihnen unterstellten Schülern und Schülerinnen zugänglich zu machen, die gerügten und erkannten Schier zu vernicidcn suchen und so dem ersehnten Ziele immer näher kommen, das darin gipfelt, die Jugend durch Zeichcn- und Kunstunterricht zu praktischer Tätigkeit und richtigem Kunstverständnis zu erziehen. Lclene Grube.
Ilach dem Aufnähen des Suttertülls wird der Batist
2lbfv 3.
Guimxe mit Lhünliiiiflpitzcnralte.
Abb. 2. Stehkragen zu Add. I.
Abb. i.
paljenliück mit BanhsHIuhfen zum Lese lügen.
nicht zu Kräftigen Waschtüll dazu zu wählen, darunter weggeschnitten.
Das nächste ist, den Garniturtüll zur Paste zu reihen. Sür die Berechnung der Köpfchen gibt man beim Zuschueidcn des Tülls '/» der ganzen Breite und ca. 8 cm in der Länge zu. Die Köpfchen sind in Gruppen je zu dreien, ' , cm tief bei I ein Abstand cinzurcihen Der Raum bis zur nächsten Gruppe beträgt 3' t-4 cm. Man laste die Rcihfäden aus der einen Seite hängen und vernähe sie erst nach dem Aufordnen des gereihten Tülls auf das aufgesetzte Tüllfuttcr Rings irtn den Ausschnittrand wird dann das Aufgenähte mit einem Ilahtband verfaubcrt, wie auf Abb. l zu sehen ist.
Der Sutterkragcn besteht gleichfalls ans Tüll. Sür die Garnitur des Kragens nähe man nach
Abb. 2 aus dem Garniturstoff vier '/* cm tiefe Säum- chcn, das fünfte entsteht beim Aufnähcn des Kragens auf das Suttcr. De» oberen Kragcnrand schließt eine valencienncsspitie ab. Eine weitere, sehr hübsche Unterziehbluse veranschaulicht Abb. Z. Sic weist eine feine Ehantillyspitzenpaste auf. Um diese Unterziehbluse anzu- fcrtigen, schneide man sie nach dem Schnitt der ersten nicht aus Batist, sondern aus appretiertem Ehiffon zu und nähe die Schulter- und Scitennähtc zusammen. Die Brustabnäher werden diesmal nicht ausgeführt. Nachdem man die Arinlöcher mit cinein Slorband eingefaßt hat, wird dem unteren Blufenrand ein 2 cm breiter Ehiffonstreife» angesctzt. Durch diesen Streifen leitet man ein Batistband, welches die Weite der Abnäher beim Binden zusammenzieht. Lat nian Passe und Kragen nach der darin angegebenen Beschreibung fertig, so wird sie der Lhisfon-Untcrziehbluse aufgesetzt. Als letztes bringe man im Rücken den Schluß mit Druckknöpfen an.
Sehr geschmackvoll ist das pastensiück auf Abb. 4.
Es besteht aus Tüllspitzc und ist mit Lhiffonstüfchcn zu- sammengestcllt. Mau schneide sich nach der iin Schnitt cingczcichneten Linie zum passcnstück eine Grundform aus stärkerem Papier ZU und hefte nach Abb. 5 auf beiden Seiten zuerst die Spitze auf und, deren Bogen deckend, cten in Stüfchen genähten Ehiffon. Beides wird mit überwendlichem Stich verbunden, worauf man den überstchenden ü hiffon wcgschncidct. Man füttert die Passe am besten mit glattem Tüll ab Zur Passe harmonierend wird auch der Kragen gearbeitet. Man heftet zuerst, eben falls auf einer Papicrform, ant oberen Lalsraud ein Spitzchen auf, diesem folgend zu beiden Seiten die breite Spitze und zulci t in der Mitte die Ehisfonstüfchcii. iS.ehe Abb. 6.) Das Ganze ist dann überwendlich zusainmenzunähen und der überflüssige Stoff wcgzuschneiden Wie Abb. 4 zeigt, wird die Passe mit Ilahtband ringsum eingefaßt. Sie erhält vorn und im Rücken je 3 Bänder angesctzt, die in einer Schlupfe enden Die Schlupfe wird an das Korsett oder an die ltntertaillc angcstcckt, damit sich die Passe nicht verschiebt. Auf der Schulter nähe man noch einen Druckknopf an, der mit einem zweiten der Taille korrespondiert. Wie die Unterziehbluse, kan» man auch die Aermcl zum Auswechseln Herstellen. Die Acrmel auf Abb. 7 zeigen die verschiedenen Längen und Macharten. Auch an Garnierungen sind sie abwechslungsreich. Das Material zum Acrmel Nr. l besteht aus Tastet und ist mit einem feinen Taffetplistce garniert. Das Plissee wird in der Mitte durch einen 2 cm breiten, mit piinktcn bestickten Streifen geteilt. Zu Nr. 2 verwendet man gleichfalls Seide. Der Acrmel ist dreiviertellang und weist ein bis fast zum Ellenbogen reichendes Paffcpoil von abstcchcnder Sarbe
auf, Mit dem auch die Knöpfchcn harmonieren. Eine gereihte Ehantillyspitze vervollständigt die Garnitur. Aus Ehiffon wird der Acrmel Nr- 3 hcrgcstbllt, dessen unterer Rand ein Lhiffonplissee, mit Spitze und Einsatz besetzt, ziert.
Nr. 4 zeigt einen halblangen Mullärmel. Den unteren Rand schließt eine Manschette mit Abb. e. , Lochstickerei ab. Den glatten, bis fast zur
Stchtrege» zum pciilentiii». Schulter reichenden Acrmel Nr. 5 schmückt ein
Seidenplissec.
Sehr hübsch ist der Acrmel Nr. 6. Er weist eine Puffe aus gepunktetem Tüll auf. Seinen unteren Rand begrenzt ein Plisseevolant, den ein Sammctband mit Schleife von der Puffe trennt.
von aparter Neuheit ist das Doppelpliffee aus Tüll Nr. 7. Es schließt an den Rändern, die mit plissiert werden müssen, mit einem schmalen Libertyband ab. Diese Garnitur kann auf jede Taille getragen werden und wird auf dem Aermel mit kleinen " Zicrnadeln befestigt.
Die auswechselbaren Acrinel werden mit vordcrstichen an den HuttcrLrmcl angenäht. Ist die Bluse jedoch futterlos, so nähe nian am oberen Rande des auswechselbaren Acrmcls ein Gummiband ein, um ihn am Arm fcstzuhaltcn. Das Band darf weder zu straff, noch zu locker den Arm umschließen.
Oie Sprache des Rindes.
Abb. S.
wie das paffenüück gearbeitet wird. Innenseite.
praktische winke zur Bearbeitung einiger Toilettengegenstände.
Unsere Taillen und Blusen werden fast durchschnittlich mit einer Passe gearbeitet. Da diese zum größten Teile hellfarbig und in der Taille oder Bluse cingenäht ist, macht sich ein öfteres Reinigen nötig, was mit der Zeit kostspielig wird. Diesem Uebelstande kann man abhelfen, wenn man sich eine Guimpc anfert-gt. Unsere drei kauptformen, Abb. I, 3 und 4, zeigen die verschiedenen Variationen, und die Garnierungen sind so vielseitig, daß man ohne Mühe etwas paffendes finden kann.
Zur kcrstellung der Guimpe auf Abb. 1 verwende man für die Luttertaille dünnen, jedoch haltbaren Batist. Die Abnäher und Nähte werden mit französischer Naht ausgeführt. Der Rückcn- fchluß wird mit Druckknöpfen versehen, besser ist cs jedoch, wenn man Knopflöcher mit dazu korrespondierenden Knöpfen anbringt. Das Armloch und der untere Rand erhält ein Batistbändchen aegenzesctzt. Nun ist der fertigen Huttertaille ein Stück Tüll nach der tatzform nach Abb. 1 aufzufctzen. va dieser Tüll dem Garniturtüll zur gereihten Passe als Sutter dient, ist es empfehlensweri, einen
Aus der Sprache des Kindes tönt die seiner Umgebung wieder. Stets sind die Erwachsenen an der mangelhaften, undeutlichen Aussprache der Kinder schuld. Das Kind achtet auf die Bewegung der Lippen, das (heffncn des Mundes, den Tonfall der Stimmen. Leider denken einzelne Menschen zu wenig daran. De» Wohlklang der Stimme ist ein großer Reiz, besonders für ein weibliches Wesen. Aus der Stimme läßt sich sogar etwas auf den Eharaktcr schließen. Ewig Scheltende haben meist einen hohen Diskant, und Lerrschsüchtigc eine scharf klingende Mittellage, während eine gezierte Sprechweise auch ein unnatürliches lvcscn verrät. Es wird zuivcilen von »klangvollen Altstimmen' und »angenehmen Sopranftiinmcn" gesprochen. Das hat etwas für sicht denn eine seelenlose Person
wird nie mit seelcnvoller Stimme sprechen. — Man sollte darum nicht nur auf eine deutliche Aussprache bei Kindern halten, sondern auch auf den Klang der Stimmet d. h. auf die richtige Modulation. Man achte selbst darauf, daß die Kinder klar und deutlich die ganzen Worte aussprcchen, sich nicht angcwöhnen, Silben zu verschlucken, und niemals in „Kreischen" ausarten. Die harten Konsonanten verleihen dem Tone Festigkeit, die weichen bringen die Schönheit der vokale mehr zur Geltung: so müssen die Konsonanten vor allen Dingen richtig ausge- sprachen werden, nicht d wie t. — nicht b wie p und dergleichen. Außerdem ist es wichtig, daß sich Eltern und Kindermädchen einer edlen Ausdruckswcife befleißigen. Manche falschen Reden vermögen im Munde des jüngsten Geschlechtes ergötzlich klingen, — aber auch ein Kind ist eigentlich nicht zur Belustigung anderer da. wer den Wunsch hat, daß sein Kind die Muttersprache gut und korrekt spricht, vermeid« selbst alle Mißbildungen, besonders die Provinzialismen. Die Hortlaffung einzelner Worte ist für die kindliche Sprechweise charakteristisch. Erst wenn ein Kind seine eigenen Gedanken durch erlernte Worte auszudrückcn versteht, beginnt es auch zusammenhängend zu sprechen. — Es ist nicht richtig, Kindern zu viele Worte cinzuprägen. Nicht die Kenntnis von Worten erzeugt den verstand, sondern der Reichtum an Vorstellungen, an Gedanken, die durch Verknüpfung der aus den Empfindungen und Wahrnehmungen hervorgegangencn Wahrnehmungen und Vorstellungen erwuchsen. Sur Bezeichnung dieser Vorstellungen dient die Sprache. Am verständlichsten ist dem zuerst nur wenig ausgebildeten Kindergehirn das Greifbare und leicht Wahrnehmbare. Davon soll man zuerst mit dem Kinde sprechen, um sein kleines Nervensystem zu schonen. Erst später erwacht in dem Kinde das Ichbewußtsein. Wenn ein kleiner Mensch ein wort unrichtig nachfpricht, so wiederhole man dies wort geduldig so lange, bis es richtig gesagt wird. Methodisches Nachsprechen ist das Beste. Wenn sich dann in immer schnellerer Holge der Wortschatz des Kindes vergrößert dann zeigt sich die Verschiedenheit der Individuen. Es gibt Kinder, die sinnlos alles, was sie Horen, nach- sprechen, während andere ohne Nachahmungsversuche das Gehörte in sich aufnehmen, um es erst bei paffender Gelegenheit zu wiederholen. ' >
Jm großen und ganzen lernt ein normal veranlagtes Kind die schwere Kunst des Sprechens' ziemlich schnell. Jüngere Geschwister pflegen früher zu sprechen, als es das erste Kind tat da sie die alteren Geschwister sprechen hören und die Laute nachbilden. Die Nachahmung ist eben ein Lauptfaktor beim Sprechcnlernen. — Und nun noch eins, - deutsche Mütter sollten zuerst ihre Kinder die Muttersprache sprechen lassen. - Kinder werden verwirrt, wenn sie zwei Sprachen zugleich lernen, und pflegen dann meist di« Srutsche zu vernachlässigen. E. Ernst.
MI WM -1 f* Vfi ÜJB
Abb. 7.
verschiedene Aermel zum Auswechleln.
Briefpapiere, Briefumschläge, Korresfpondenzkarten, Siegellacke
in allen färben und Qualitäten empfiehlt
fllbin Klein, Papierhandlung, Giessen. Zellen weg sz.


