Ausgabe 
25.4.1914
 
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spätestens 4 Wochen nach Schlug der Ausstellung er­folgen nin'g, ist vom Absender vorzulegeu:

Der Frachtbries oder die Karte zum Beförder- nngsschein für den Hinweg.

Eine Bescheinigung der Ausstellungsleilung, daß die Gegenstände ausgestellt und nicht verlost oder ver­laust oder vertauscht worden sind.

Die Ausstellungsleitung, die selbstverständlich jede Auskunft gern erteilt, rst unter Nr. 2015 an das Fern­sprechnetz angeschlossen worden.

Habt auf die jlaticn acht!

* - Der Vogelschutzverein sür das Erotzherzogtum Hessen schreibt uns: Habt aus die Katzen acht! Diese Mahnung möchten wir auch in diesem Jahre wieder allen Natur- und Vogelsreun- den recht nachdrücklich ans Herz legen. Weitaus die meisten unserer insektenfressenden Singvögel sind aus ihren südlichen Winterquartieren zurückgekehrt und ha­ben in der deutschen Heimat ihr,e alten Brutstätten wie­der ausgesucht. Es gibt aber keinen Feind, der unter der brütenden Vogelwcll solche Berheerungcn anilchtete, als die wilderndeH a u s k a tz e". Eine riesige Anzahl von Vogelbruten wird alljährlich von Katzen zerstört, die namentlich nachts, in der Morgendämmerung, aber auch am Tage, die Nester beschleichen, die Jungen aussresscn und nicht selten auch die brütenden Weibchen erhaschen. So manches liebliche Vogelidyll endet in einer blutigen Tragödie! Der Naturfreund sielst sich um seinen Genus; betrogen, wenn er eines morgens das zerzauste Nest zwischen den Zweigen hängen oder am Boden liegen sicht, die Jungen, die demnächst hätten aUsftiegen sol­len, geraubt und die Alten verstört in der Nähe aus einem BaUm hockend. Es sind wahrlich nicht geringe Beträge, die jahraus jahrein von Staaten, Kommunen und Private sür die Vogelpflege verausgabt werden. Das Geld ist vielsach nutzlos ausgegeben, solange es unterlassen wird, den Raubzügen der wildernden Katze entgegenzuwicken ! Drum: Wollt ihr Vögel hegen, dann habt acht aus die Katzen, besonders jetzt zur Brutzeit! Diese Mahnung gilt natürlich auch dem Katzenbesitzer. Noch genießt die Katze, unter allen Haustieren allein das Vorrecht, ibres Besitzers Gebiet zu verlassen, unge­straft fremdes Eigentum zu betreten und dort dem Vo- gclmord nachzUgehcn. Die Rücksicht aus die ästhetischen Interessen des Nachbars, der an dem Gesang des le­bensfrohen Geschöpfes seine Freude hat; die Rücksicht aus die wirtschaftlichen Interessen der Allgemeinheit, die es sich etwas kosten läßt, die insektenvertilgende Vogelwelt in der deutschen Heimat zu hegen und zu pflegen, müh­ten es jedem Katzenbesitz.rr, der seiner Verantwortlichkeit bewuszt ist, nahelegen, seine Tiere scharf im Auge zst be­halten und wäbrend der Brutzeit der Vögel, d. i. etwa von Anfang April bis Ende Juli, wenigstens nachts, in seinem Haus oder in seinem Stall einzusperren!

n Gießen. Geheimer Forstrat Pros. Dr. Karl Wimmenäuer, Ordinarius der Forstwissenschaft an der Landesuniversität, begeht heute am 25. April, seinen 70 Geburtstag.

o Gießen. Aus der Landrichter Dr. Müllerschen Stiftung zu Darmstadt sind durch die unten bezeichnet Behörde vier Unterstützungslegate von 500 Mark an be­dürftige elternlose Studierende der Rechtswissenschaft aus den Provinzen Starkenburg oder Oberhessen zu vergeben. Bewerbungen um diese Legate sind binnen vier Wochen bei dem Großherzoglichen Ministerium der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen, ein­zureichen.

n Gießen. Gestern Freitag Abend fand im Stadlverordnetensaal eine große konstituierende Versamm­lung angesehener Bürger der Stadt Gießen unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Keller statt, um das 50jährige Bestehen des Roten Kreuzes auch in unserer Stadt würdig zu feiern. Der 10. Mai, als der Tag des sog. Frankfurter Friedens, wird der erste Haupt­seftlag sein. Alle in Betracht kommenden Vereine wer­den Mitwirken. In Steins Garten, in der Turnhalle, aus der Ltebigshöhe und im Stadttheater wird der Be­völkerung viel geboten, um für den guten Zweck einen großen finanziellen Ueberschuh herauszuschaffen.

n Gießen, 23. April. Zu den Vorträgen über die Revision des Religionsunterrichts, die heute hier in Steins Garten begannen, hatten sich nahezu rund 500 Lehrer und eine Anzahl Geistliche aus allen Teilen Oberhessens eingesUnden; auch preußische Lehrer waren unter, den Zuhörern. Superintendent D. P e t e r s e n-Darmstadt hielt eine Begrüßungsansprache: er teilte darin mit, daß die Kommission sür, die Revi­sion des Religionsunterrichts vom Januar 1908 bis Dezember 1913 gearbeitet und Gedeihliches geleistet hat, sie bestand aus 9 Schulmännern und 9 Theologen. Den ersten Vortrag hielt Professor Lic. I ä g e r-Friedberg überdie Behandlung der Propheten und der alttesta- mentlichen Lehrstücke": dann sprach Professor D. Dr. D i e h l - Friedberg überdie neue biblische Geschichte".

Er behandelte besonders die FrageWelche Fortschritte bietet die neue biblische Geschichte?" Die Geschichte be­deutet nach Prof. Dich! einen Fortschritt gegen früher, aber auch gegenüber den anderen Ländern. Die dazu gekommenen Geschichten der Propheten zeigen usts be­deutende Persönlichkeiten. Am Neuen Testament wurde wenig geändert. Es ist eine Anzahl Lesestücke hinzuge­kommen. Unsere neue biblische Geschichte steht in der Entwickelung drin, mehr als bisher ist in ihr Rücksicht genommen worden aus die moderne pädagogische Ström­ung und die moderne theologische Wissenschaft. Super­intendent D. P e t e r s e n teilte zum Schluß mit, daß die neuen Religions-Lehrpläne demnächst erscheinen wer­den. Nächsten Donnerstag sprechen Lehrer D o l llj n - g e r-Ober-Gleen überdie Behandlung der Apostelge - schichte und der neutestamentlichen Lesestücke" und Schul­rat D i e t r i ch-Erbach überder Religionsunterricht nach dem neuen Lehrplan".

n Gießen. Am Donnerstag hielt im K r i e - g e r v e r e i n der Postschaffner Mohr einen Vortrag über seine Erlebnisse als Afrikakrieger im Feldzug gegen d.e Hottentoten usw. Der ganze Vortrag ist fesselnd und gab ein Bild von den großen Strapazen, welche unsere Kameraden dort unten gegen den verschlagenen einge­borenen Feind auszuhalten hatten. Dem Vortragenden wurde durch den ersten Vorsitzenden Staatsanwalt Trüm- pert der wohlverdiente Dank ausgesprochen.

o Bad-Nauheim, 25. April. Seit Eröffnung der Saison bietet sich wieder, namentlich im Park und aus der Terrasse, das belebte Bild buntbeweqten Kur­lebens. Der warme Sonnenschein des Frühlings tut das Seinige, um aus allen Himmelsrichtungen Kurgäste herbeizuführen. Auch in der neuen T r i n k k U r - A n- l a g e ist in den Morgenstunden starker Verkehr. Bis zum 1. Mai finden die Konzerte nachmittags und abends und von da an 3 mal täglich statt. Am 28. April fin­det unter Vorsitz Ihrer Durchlaucht der Fürstin von Er- bach-Schönberg die Landeskonferenz des Ver­eins der Freundinnen jUnger Mädchen (Protektorin Ihre Kgl. Hoheit die Grohherzoqin) im Kurhause statt. Außer den zahlreichen technischen Ver­besserungen im Bade bringt die Saison auch eine höchst wünschenswerte sportliche Bereicherung. Der bekannte Sportsmann Herr I. von Pongracz wird ein erstklas­siges R e i t> i n st i t u t errichten, in dem Unterricht sür Damen, Herren und Kinder erteilt wird. Außerdem wer­den Pferde zum Gelände-Reiten verliehen und gemein­schaftliche Reitausslügc veranstaltet. Das Institut nimmt auch Pferde in Pension.

Burkhards. Dank den Bemühungen des Land­tagsabgeordneten Forstmeisters Dr. Weber ist unsere Ge­meinde den Orten eingereiht worden, in denen mit der Schulstelle eine Ortszulage verbunden ist.

Ockstadt. In der vergangenen Nacht brachen wieder ! einmal wildernde Hunde, die schon vielfach in der Gegend j unter Schafherden große Verwüstungen angerichtet hatten, ! in den Pferch der Gemeindeschäferei ein. Sie zerrissen ' ein Schaf und verletzten sieben andere, sodaß sie abge- ! schlachtet werden mußten.

Büdingen. Der Rechtsanwalt Koch hat die auf ihn gefallene Wahl zum Bürgermeister in Langenselbold bei Hanau nicht angenommen.

Frankfurt a. M. Jur Eröffnung des Künstler­festes, das heute Samstag nachmittag in der jFesthalle abgehalten wird, haben das Großherzogspaar von Hessen, Prinz und Prinzessin Friedrich Karl und die Landgräfin von Hessen ihr Erscheinen zugesagt.

s Darm st ad t. Eine gutbesuchte Mitgliederver­sammlung der Fortschrittlichen Volkspartei, die sich mit der Stellungnahme zu den kommenden Landtagswah- lcn beschäftigte, faßte nach längerer Debatte einstimmig folgenden Beschluß:Die Partei tr.ilt selbständig in den drei Darmstädter Wahlkreisen mit eigenen Kandidaten in die Wahlbewegung ein. Sollte die nationalliber,ale Partei wegen eines Zusammengehens an die Fortschritt- \ liche Volkspartei herantreten, so hat der hiesige Verein ; grundsätzlich als Anhänger des Gedankens der liberalen ; Einigung gegen Verhandlungen nichts cinzuwcndenk"

* Darmstadt. Eine Luftschiffe-Halle von 180 Meter Länge, 35 Meter Breite und 30 Meter Höhe wird in aller Kürze auf dem Weiterstädter Exerzierplatz vor den Toren Darmstadts zur Ausftellnng kommen. Auch eine mächtig hohe Station für drahtlose Telegra­phie wird hergestellt.

! Groß-Gerau. Ein allgemeiner Maurerstreik ist in der Stadt ausgebrochen. Die Leute forderten von ihren Arbeitgebern eine Erhöhung des Stundenlohnes von 48 auf 58 Pfg. Dies wurde von sämtlichen Un­ternehmern abgelehnt. Daraufhin haben die sämtlichen organisierten Maurer und Handlanger die Einstellung der Arbeit beschlossen. Die Nichtorganisierten Maurer ar­beiten weiter.

! Alzen. Anstelle des zurückgetretenen Abgeord­neten D i e h l hat die nationalliberale Partei den Vor­sitzenden des nationalliberalen Vereins, Justizrat Dk.

Ealinann-Alzen als Kandidaten ausgestellt. Die sortschr. Volkspartei hat Bürgermeister Sutor-Alzey ausgestellt. Bei der letzten Wahl erhielt Diehl (Mall.) 2327, Knell- Heimersheim (freif.) 1413, Neundörfer-Worms (Ztr.) 446, Lückel-Alzey (foz.) 295 Stimmen. Diehl war mit 173 Stimmen Mehrheit gewählt.

! Mai n z. Eine lustsportliche Veranstaltung, in diesem Umsange und dieser Vollständigkeit die erst« in Deutschland, wird im Juli d. Js. hier stattfinden. Es ist dies eine BallonverfolguNg unter Mitwickimg von ZeppelimLuftschiffen, Fliegern, Freiballons und Kraft­wagen. Das Kriegsministerium hat einen Zeppelin so­wie eine Anzahl Flugzeuge zur Verfügung gestellt. Das Luftschiff soll auf einem im Rhein verankerten Floß landen; Flieger und acht bis zehn Freiballons werden aufsteigen. Diese Flugzeuge sowie eine Anzahl Kraft­wagen werden im Dienste der belagert gedachten Fest­ung Mainz oder der Belagexungsarmee stehen. Die Aus­gabe wird der Gouverneur der Festung Mainz, General von Kathen, stellen.

* Mainz Die Bürgermeisterei hat im Einver­nehmen mit dem Scniorenkonvent beschlossen, den Ter­min für die nochmaligen Stadtvcrordnctcnwahlcn auf den 7. Mai anzuberaumen.

* Matz. Der früher hier ansässige Antiquitäten­händler Fritz Broo, der vor einigen Jahren nach Köln verzogen war, wo er ein bedeutende? Antiquitätenge­schäft betrieb, ist mit Frau und Kinder nach Amerika ausgerückt. Ec hat betrügerische Schiebungen vorge­nommen und bedeutende Schulden hinterlasfen. Der Flüchtling soll etwa 200 000 Mark mit nach Amerika genommen habe.

Bacharach. Im sogenannten Tauber Loch ent­stand durch unvorsichtige Pfadfinder ein größererWaldbrand.

Koblenz. Gestern abend gerieten zwei 12jährige Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, in Streit. Im Ver­laufe desselben zog der Junge einen Revolver aus der Tasche und schoß auf das Mädchen. Die Kugel prallte an einem Laternenpfahl ab und drang dann in den Körper des Mädchens, das schwer verletzt wurde.

):'( Kassel. Prinz Wolrad von Waldeck-Pyr- mont, der Bruder des regierenden Fürsten von Waldeck. vom 23. Drag.-Rgt., traf in Begleitung des Leutnaicks von Brederlow vom 16. Dragoner-Regiment auf einem Aviatik-Doppeldecker, von Darmstabt lonrmend, auf dem Flugplätze Kassel ein.

flu$ aller Welt.

Mannheim. Das Kurhaus Auiogaft bei Oppenau

ist heute bei einer Iwangvsversteigerung für 240000 M. in den Besitz der Allgemeinen Ortskrankaffe Mannheim übergegangen, die dort ein Erholungsheim zur Unter­bringung erholungsbedürftger nicht kranker Mitglieder ein­zurichten beabsichtigt.

::: K ft l n. Die Deutsch« W«ckbuird-Ausstrllung wird am 16. Mai eröffnet werden.

::: Spei» er. Der verstorbene Kommerzienrat Weltz hinlerlreß der Stadt Speyer 120 000 Mari zu Schulzwecken.

* Berlin. Die Vollendung des Hochzeits-Ge­schenkes, das die preußischen Städte dem Kronprinzen- paarc zu dessen Hochzeit zugedacht hatten, ist durch den Tod des Bildhauers Taschner abermals hinausge­rückt worden. Seine Arbeiten sollen nunmehr durch 3 andere Berliner Künstler aüsgeführt werden.

::: Rom, 24. April. Ms der Pfarrer der katho lischen Ortschaft Vena nach der Rteffe aus der Kirche trat, näherte sich ihm eine junge Fpau, die er zn ver- sühren versucht hatte, und gab vier Rcoolvcrschüsse auf ihn ab, ohne aber zu treffen. Daraus stürzte sich der Mann der jungen Frau auf den Priester und tötete ihn j durch Dolchstiche in die Brust.

::: Berlin. Der Köslin« Schwindel-Bürgcrmei- ! sler hat gegen sämtliche Richter in Köslin rmd Brom -! bera einen Ablehnungsantrag gestellt, indem er behaup- , tet, daß die sämtlichen dor,t amtierenden Richter, zu'denen er in persönliche Beziehungen getreten sei, als befangen | anzufehen seien.

::: Lille. Ein furchtbares Familiendrama ereig nete sich in Templemars, indem bei einer Streitigkeit,! die aus vollkommen nichtigen Gründen «Mstand, zwei junge Leute, beide Brüder, ihre Revolver zogen und aus ihre Ellern schossen. Die Mutter wntde sofort getötet, der Vater konnte mit leichten Verletzungen entsliehen. Die Bevölkerung des Ortes fft üb« die Untat in grv- j ßer Aufregung und versuchte di« Mörder zu lynchem

vermischter.

* Ein neuartiges Flugzeug hat der Lüne burger Ludwig Hamann erfunden. Es ist ein Luft fahrzeug, das ihm durch Reichspatrnt geschützt ist unt

einen Drachenflieger darstellt, der den Dogclflug tr vollkommener Weise nachahmt. Der Erfinder hat di« seitlichen Tragflächen sowie das Schanzsteuer ganz ge

Die Beliebtheit der Kttorr-Supp ^würfet ständig zu. Das liegt an dem besonderen Wohlgeschmack und der Ausgiebigkeit der Marke:5tnorr"k

Versuchen Sie: Knoer-Hausmachersuppe, Grünkernsuppe, Pilzsuppe.

1 Würfel 3 Teller 10 Pfg.